[perspektive:] Gedenkdemonstration zum 200. Geburtstag von Friedrich Engels von massiver Polizeigewalt begleitet

Das Engels-Bündnis hat zum 28. November in Wuppertal-Barmen erneut die Friedrich Engels-Gedenkdemonstration organisiert. Mit mehr als einem Dutzend verschiedener Organisationen zog die Demonstration vom Barmer Bahnhof durch die Barmer Innenstadt zur Engels-Statue im Engelsgarten, wo heute noch Engels‘ Elternhaus steht. Die Polizei griff die Demonstration an mehreren Stellen an.

Zum 200. Geburts­tag von Fried­rich Engels hat­te sich das Engels-Bünd­nis wie­der zum Ziel gesetzt, eine Gedenk­de­mons­tra­ti­on abzu­hal­ten und an Engels als einen Revo­lu­tio­när zu erin­nern. Die­ses Ziel wur­de mit gro­ßem Zuspruch erreicht.

Die Start­kund­ge­bung fand auf dem Vor­platz des Bar­mer Bahn­hofs statt, nur weni­ge hun­dert Meter vom Engels­gar­ten ent­fernt. Hier ver­sam­mel­ten sich bereits die Teilnehmer:innen unter Ein­hal­tung der Sicher­heits­ab­stän­de. Für die gesam­te Demons­tra­ti­on hat sich das Bünd­nis ein Hygie­nekon­zept gege­ben, das unter ande­rem 3er Rei­hen wäh­rend der Demons­tra­ti­on vor­sah.

Bevor die Demons­tra­ti­on los­lau­fen konn­te, pro­vo­zier­te die Poli­zei mit der will­kür­li­chen Aus­le­gung der Auf­la­gen der Demons­tra­ti­on. Unter dem Vor­wand, die Demonstrant:innen ver­wen­de­ten für ihre Fah­nen eine zu har­te Holz­sor­te, wur­den sie gezwun­gen, ihre Fah­nen her­un­ter zu neh­men und ein­zu­rol­len. Die Situa­ti­on eska­lier­te wei­ter, als sich die Poli­zei in die Kund­ge­bung misch­te und plötz­lich ver­such­te, Teilnehmer:innen will­kür­lich aus der Demons­tra­ti­on zu zie­hen. Als die Demonstrant:innen sich dage­gen zur Wehr setz­ten, ging die Poli­zei mit Schlag­stö­cken vor. Auch Pfef­fer­spray wur­de ein­ge­setzt und es kam zu meh­re­ren Ver­letz­ten.

Beson­ders per­fi­de war die Eska­la­ti­on sei­tens der Poli­zei, da die Ver­samm­lungs­lei­tung meh­re­re Male gefor­dert hat­te, dass die Stra­ße am Bahn­hofs­platz abge­sperrt wer­den sol­le, damit sich die Demons­tra­ti­on von dem Platz auf die Stra­ße aus­brei­ten und so der not­wen­di­ge Abstand ein­ge­hal­ten wer­den könn­te. Das wur­de durch die Poli­zei igno­riert und schließ­lich mit Gewalt beant­wor­tet.

Min­des­tens genau­so bedenk­lich war, dass eini­ge Polizist:innen mit Smart­pho­nes die Demonstrant:innen gefilmt haben. Auf die Fra­ge, mit wel­cher Berech­ti­gung sie dies täten, ant­wor­te­ten sie nur, dass das Dienst­han­dys sei­en. Das konn­te nicht über­prüft wer­den. Gera­de im Kon­text der Ent­hül­lun­gen rechts­ex­tre­mer Netz­wer­ke bei der Poli­zei war die­ses Ver­hal­ten beson­ders beun­ru­hi­gend.

Als sich die Lage wie­der eini­ger­ma­ßen ent­spannt hat­te, konn­te die Demons­tra­ti­on los gehen. Sie ver­lief an der Haupt­stra­ße, der B7, ent­lang. Hier zeich­ne­te sich ein ein­drucks­vol­les Bild des Demons­tra­ti­ons­zugs. Er erstreck­te sich unter Ein­hal­tung der Abstands­re­geln über meh­re­re hun­dert Meter. Mit den ver­schie­de­nen Orga­ni­sa­ti­ons­blö­cken, den Orga­ni­sa­ti­ons­fah­nen, den Trans­pa­ren­ten und den Laut­spre­chern brach­te die Demons­tra­ti­on eine moti­vie­ren­de Stim­mung auf die Stra­ße.

Schließ­lich bog der Zug in die Haupt­ein­kaufs­stra­ße von Bar­men ein und zog wei­ter zum Rat­haus­platz für die Zwi­schen­kund­ge­bung. Danach ging es wei­ter über die B7 am „Alten Markt“ vor­bei. Dort konn­ten die Demonstrant:innen beob­ach­ten, wie von einem Park­haus in Sicht­reich­wei­te ein sechs Meter lan­ges Ban­ner heab­ge­las­sen wur­de. Auf dem Ban­ner war zu lesen: “200 Jah­re Engels: Kampf gegen Aus­beu­tung und Unter­drü­ckung“.

Am Engels­gar­ten ange­kom­men, stell­ten sich die Demonstrant:innen nach einem wei­te­ren Poli­zei­an­griff wie­der mit Abstand auf und hör­ten den letz­ten Reden zu. Zum Abschluss wur­de gemein­sam die Inter­na­tio­na­le gesun­gen.

Die dies­jäh­ri­ge Gedenk­de­mons­tra­ti­on zeig­te wie­der, was für groß­ar­ti­ge Ver­an­stal­tun­gen mög­lich sind, wenn vie­le Orga­ni­sa­tio­nen an einem Strang zie­hen. Trotz­dem hat die Demons­tra­ti­on auch offen gelegt, wie sehr die revo­lu­tio­nä­re Bewe­gung der Poli­zei ein Dorn im Auge ist. Von Beginn an ver­such­te die Poli­zei Vor­wän­de zu fin­den, um die Gedenk­ver­an­stal­tung vor­zei­tig auf­zu­lö­sen. Mit küh­lem Kopf und aller Soli­da­ri­tät schaff­te die Demons­tra­ti­on es trotz­dem, ihr Ziel zu errei­chen und des 200. Geburts­tags von Fried­rich Engels gebüh­rend zu geden­ken.

Der Bei­trag Gedenk­de­mons­tra­ti­on zum 200. Geburts­tag von Fried­rich Engels von mas­si­ver Poli­zei­ge­walt beglei­tet erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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