[labournet:] Bayerisches Oberstes Landesgericht: Verfolgung von YPG/YPJ-Symbolen beendet!

Es ist Zeit zu handeln: Solidarität mit dem kurdischen RojavaDas Baye­ri­sche Obers­te Lan­des­ge­richt hat die straf­recht­li­che Ver­fol­gung von YPG/YPJ-Sym­bo­len been­det. Das Urteil ist eine Nie­der­la­ge für den Frei­staat und das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um. Das Baye­ri­sche Obers­te Lan­des­ge­richt hat heu­te die Revi­si­on der Staats­an­walt­schaft gegen einen YPJ-Frei­spruch des Amts­ge­rich­tes Mün­chen zurück­ge­wie­sen. Damit ist das Zei­gen von YPJ/YPG-Fah­nen auf Ver­samm­lun­gen und im Inter­net in Bay­ern erlaubt. Das Urteil dürf­te bun­des­wei­te Wir­kung haben. Was war pas­siert? Bei einer Demons­tra­ti­on gegen den tür­ki­schen Angriffs­krieg auf Efrîn zeig­te Kemal G. eine Fah­ne der Frau­en­ver­tei­di­gungs­ein­hei­ten YPJ. Er woll­te sei­ne Soli­da­ri­tät „mit den Mäd­chen und Jungs der YPJ/​YPG deut­lich machen“, wie er heu­te vor Gericht erneut beton­te. Die Staats­an­walt­schaft Mün­chen schick­te ihm des­halb wegen Ver­stoß gegen das Ver­eins­ge­setz §20 einen Straf­be­fehl in Höhe von 2400€. Er habe, so die Argu­men­ta­ti­on, ein von der PKK ver­ein­nahm­tes Sym­bol gezeigt. Der Betrof­fe­ne akzep­tier­te die Stra­fe nicht und es kam zu einer Ver­hand­lung, bei der das Amts­ge­richt den Ange­klag­ten am 13. Juni 2019 frei­sprach. Es stell­te fest, dass die Fah­ne der YPJ grund­sätz­lich nicht ver­bo­ten ist und ein Tra­gen nicht bestraft wer­den kann. Dar­auf­hin ging die Staats­an­walt­schaft wegen angeb­li­cher Rechts­feh­ler in der Urteils­be­grün­dung in Revi­si­on und damit in die nächs­te Instanz...” Mel­dung vom 1.12.2020 bei ANF externer Link, sie­he dazu:

  • Straf­ver­fol­gung been­det: Schlap­pe für Erdo­gan und See­hofer: Baye­ri­sches Obers­tes Lan­des­ge­richt been­det Jus­tiz­f­ar­ce um kur­di­sche Fah­nen im Frei­staat New
    Mit sei­nem rich­tungs­wei­sen­den Urteil in einem Revi­si­ons­ver­fah­ren hat das Baye­ri­sche Obers­te Lan­des­ge­richt am Mitt­woch einen Schluss­punkt gesetzt hin­ter die exzes­si­ve Ver­fol­gung von Men­schen, die öffent­lich Sym­bo­le der syrisch-kur­di­schen Volks- und Frau­en­ver­tei­di­gungs­ein­hei­ten YPG und YPJ zei­gen externer Link. Der Akti­vist Kemal G. hat­te einen Straf­be­fehl in Höhe von 2.400 Euro (60 Tages­sät­ze) erhal­ten, weil er im Febru­ar 2018 in Mün­chen mit einer Fah­ne der syrisch-kur­di­schen Frau­en­ver­tei­di­gungs­ein­hei­ten YPJ gegen den Ein­marsch der tür­ki­schen Armee in den syrisch-kur­di­schen Kan­ton ­Afrin demons­triert hat­te. Nach Ansicht der Staats­an­walt­schaft am Land­ge­richt Mün­chen I hat­te G. damit die ver­bo­te­ne Arbei­ter­par­tei Kur­di­stans (PKK) unter­stützt, die die YPJ-Fah­ne »usur­piert« habe. Auf sei­nen Ein­spruch erfolg­te im Som­mer letz­ten Jah­res ein Frei­spruch vor dem Amts­ge­richt. Den dage­gen ein­ge­leg­ten Revi­si­ons­an­trag der Staats­an­walt­schaft hat nun das Obers­te Lan­des­ge­richt zurück­ge­wie­sen. Die YPJ sei nicht als Nach­fol­ge- oder Ersatz­or­ga­ni­sa­ti­on der PKK ver­bo­ten, es bestehe »kei­ne Iden­ti­tät zwi­schen YPJ und PKK« und es gebe kei­ne Hin­wei­se auf eine »for­mel­le Wid­mung«, mit der sich die PKK die YPJ-Fah­ne zu eigen gemacht habe, so das Gericht. (…)Tat­säch­lich folg­te das BMI-Rund­schrei­ben auf den im Jahr zuvor geschlos­se­nen EU-Flücht­lings­de­al mit der Tür­kei. Um Anka­ra bei Lau­ne zu hal­ten, gab das BMI dem Drän­gen Erdo­gans nach einem schär­fe­ren Vor­ge­hen gegen die kur­di­sche Bewe­gung in Deutsch­land nach. Wäh­rend die meis­ten Bun­des­län­der nach anfäng­li­cher schär­fe­rer Ver­fol­gung dazu über­gin­gen, YPG- und YPJ-Fah­nen zumin­dest auf Demon­strationen zur Unter­stüt­zung der nord­sy­ri­schen Selbst­ver­wal­tungs­re­gi­on Roja­va zu dul­den, ver­folg­te die baye­ri­sche Jus­tiz aus­nahms­los jedes Zei­gen die­ser Sym­bo­le. Es kam auch zu meh­re­ren Haus­durch­su­chun­gen. Allein wegen geteil­ter Face­book-Postings des Münch­ner Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft­lers und Akti­vis­ten Kerem Scham­ber­ger externer Link, dar­un­ter Nach­rich­ten­ar­ti­kel aus der bür­ger­li­chen Pres­se, wur­den Hun­der­te Straf­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet externer Link. Das Poli­zei­prä­si­di­um Mün­chen beklag­te 2018 eine Zunah­me der poli­tisch moti­vier­ten »Aus­län­der­kri­mi­na­li­tät« um 75 Pro­zent auf­grund von Scham­ber­gers Fah­nen-Postings auf Face­book – obwohl die­ser deut­scher Staats­bür­ger ist. »Das jet­zi­ge Urteil ist auch ein Erfolg des Drucks von der Stra­ße und aus dem Inter­net«, erklär­te Scham­ber­ger gegen­über jW…” Arti­kel von Nick Brauns in der jun­gen Welt vom 03.12.2020 externer Link

Der Bei­trag Baye­ri­sches Obers­tes Lan­des­ge­richt: Ver­fol­gung von YPG/YPJ-Sym­bo­len been­det! erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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