[labournet:] G20-Gipfel in Hamburg: Polizeigewalt gegen Pressefreiheit

Dossier

G20-Gipfel in Hamburg: RoG zu Polizeigewalt gegen PressefreiheitDie Poli­zei steht wegen ihres Ein­sat­zes beim G20-Gip­fel in Ham­burg in der Kri­tik. Beam­te haben mehr­fach Pres­se­ver­tre­ter ver­bal und kör­per­lich ange­gan­gen und in ihrer Bericht­erstat­tung behin­dert….” Über­blick “Jour­na­lis­ten­ver­bän­de: Poli­zei­ge­walt gegen Repor­ter auf dem G20” von Mar­kus Reu­ter vom 10.07.2017 bei Netz­po­li­tik externer Link. Wir neh­men dies zum Anlass, den Bereich Pres­se­frei­heit aus unse­rem Dos­sier zu den Pro­tes­ten gegen den Gip­fel aus­zu­zie­hen, sie­he auch die Cate­go­ry: Pres­se­frei­heit externer Link bei G20 Doku – Der Gip­fel der Poli­zei­ge­walt und hier dazu:

  • Jour­na­list von G20-Gip­fel aus­ge­schlos­sen: 1.500 Euro – Poli­zei sagt „sor­ry“ New
    Vor drei­ein­halb Jah­re wur­de der Jour­na­list Adil Yiğit vom G20-Gip­fel aus­ge­sperrt. Erst jetzt zahlt ihm die Ham­bur­ger Poli­zei eine Ent­schä­di­gung. Für den Jour­na­lis­ten Adil Yiğit geht das Jahr mit einer Genug­tu­ung zu Ende. Die liegt in Form von 1.500 Euro auf sei­nem Kon­to und kommt vom Ham­bur­ger Poli­zei­prä­si­den­ten Ralf Mar­tin Mey­er. Das Geld soll Yiğits Ver­dienst­aus­fall kom­pen­sie­ren, drei­ein­halb Jah­re nach­dem ihm beim G20-Gip­fel in Ham­burg die Akkre­di­tie­rung vom Bun­des­pres­se­amt ent­zo­gen wor­den war. Der deutsch-tür­ki­sche Jour­na­list war am 8. Juli 2017 unter den 32 Medienvertreter*innen, denen der Zutritt zum Pres­se­zen­trum wegen plötz­lich auf­ge­tauch­ter Sicher­heits­be­den­ken ver­wehrt wur­de, obwohl sie sich zuvor ord­nungs­ge­mäß akkre­di­tiert hat­ten. Yiğit arbei­tet für ver­schie­de­ne Medi­en, dar­un­ter die taz, und betreibt die regie­rungs­kri­ti­sche tür­ki­sche Nach­rich­ten­sei­te „Avru­pa Post­a­si“. Die Zah­lung ist der drit­te und letz­te Schritt, mit dem die Sicher­heits­be­hör­den gegen­über Yiğit ein­ge­ste­hen, ihm Unrecht zuge­fügt zu haben. Bereits im Okto­ber 2017, drei Mona­te nach dem Gip­fel, hat­te der Jour­na­list einen Brief vom Bun­des­kri­mi­nal­amt (BKA) bekom­men, das wohl eine Art Ent­schul­di­gung sein soll­te. Das BKA schrieb dar­in von einem Miss­ver­ständ­nis – Yiğit habe gar nicht auf der Lis­te der 32 uner­wünsch­ten Journalist*innen gestan­den, son­dern auf einer Lis­te von 82 Per­so­nen, zu denen auch Logistiker*innen, Techniker*innen und Caterer*innen für das G20-Medi­en­zen­trum gehör­ten…“ Arti­kel von Katha­ri­na Schip­kow­ski vom 24.12.2020 in der taz online externer Link
  • Drei Jah­re nach G20 Poli­zei ent­schul­digt sich bei Ham­bur­ger Jour­na­lis­ten
    Es war ein Skan­dal am Ran­de des G20-Gip­fels: 32 Jour­na­lis­ten, die über die Vor­gän­ge rund um das Tref­fen der 20 wich­tigs­ten Indus­trie­län­der im Juli 2017 berich­ten woll­ten, war durch die Ham­bur­ger Behör­den der Zugang zum Pres­se­zen­trum in den Mes­se­hal­len ver­wei­gert wor­den. Eini­gen von ihnen wur­de eine bereits erteil­te Akkre­di­tie­rung wie­der ent­zo­gen. Von einem „Ver­stoß gegen die Pres­se­frei­heit“ war damals die Rede. Jetzt hat sich die Poli­zei bei einem von ihnen ent­schul­digt. „Die­se Ein­zie­hung Ihres ‚Aus­wei­ses’ war unbe­rech­tigt“, heißt es in dem Schrei­ben an Adil Yigit, das von Poli­zei­prä­si­dent Ralf Mey­er per­sön­lich unter­zeich­net ist und das der MOPO vor­liegt. Dabei räumt Mey­er Feh­ler durch die am Nach­mit­tag des 8. Juli 2017 in den Mes­se­hal­len Dienst haben­den Poli­zis­ten ein. Zitat: „Es han­del­te sich dabei um eine im Ergeb­nis feh­ler­haf­te Umset­zung von ver­meint­li­chen Ent­schei­dun­gen des Bun­des­pres­se­am­tes durch Ein­satz­kräf­te, deren Ver­hal­ten der Poli­zei Ham­burg zuzu­rech­nen ist“, schreibt der Poli­zei­prä­si­dent. In der Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem Bun­des­kri­mi­nal­amt und dem Bun­des­pres­se­amt sei es zu Miss­ver­ständ­nis­sen gekom­men. Dafür bit­te er, Mey­er, „um Ent­schul­di­gung für das unbe­ab­sich­tig­te Fehl­ver­hal­ten der ein­ge­setz­ten Poli­zei­be­diens­te­ten“. Adil Yigit, der unter ande­rem für die „taz“ und das tür­ki­sche Nach­rich­ten­por­tal „Avru­pa Post­a­si“ schreibt, befin­det sich seit drei Jah­ren im Rechts­streit mit der Ham­bur­ger Poli­zei. (…) Im Fall von Adil Yigit strebt die Ham­bur­ger Poli­zei einen außer­ge­richt­li­chen Ver­gleich an. In sei­nem Schrei­ben bie­tet Poli­zei­prä­si­dent Mey­er eine „Aus­gleichs­lö­sung“ für die ent­stan­de­nen „Ver­dienst­aus­fäl­le“ an. Eine genaue Sum­me nennt er dabei nicht. Adil Yigit erklär­te gegen­über der MOPO: „Es geht mir nicht ums Geld. Es geht um mei­ne Ehre als Jour­na­list.“…” Arti­kel von Nina Gess­ner vom 01.08.20 in der Ham­bur­ger Mor­gen­post online externer Link
  • G20 in Ham­burg: Dar­um wur­den die Akkre­di­tie­run­gen von Journalisten:innen ent­zo­gen 
    “Die Bun­des­re­gie­rung ent­zog beim G20-Gip­fel 32 Journalist:innen die Akkre­di­tie­rung – min­des­tens teil­wei­se rechts­wid­rig. (…) Inter­ne Unter­la­gen des BPA, die wir nach einer Infor­ma­ti­ons­frei­heits­an­fra­ge ver­öf­fent­li­chen, zei­gen jetzt, dass es einen wei­te­ren Grund dafür gab, dass das Amt den Journalist:innen so plötz­lich ihre bereits erteil­ten Akkre­di­tie­run­gen zum Gip­fel wie­der ent­zog. Offen­bar war das Amt schon vor dem Gip­fel in Ham­burg über die angeb­li­chen Hin­ter­grün­de der Journalist:innen infor­miert, die es als „pro­ble­ma­ti­sche Fäl­le“ ein­stuf­te. Das eigent­li­che Pro­blem für die Behör­de war zu Beginn des Gip­fels im Juli 2017, dass ihr ursprüng­li­cher Plan im Umgang mit der Pres­se fehl­ge­schla­gen war. Eigent­lich soll­te das Bun­des­kri­mi­nal­amt wäh­rend des Gip­fels die Journalist:innen „eng beglei­ten“, also über­wa­chen, die als pro­ble­ma­tisch gese­hen wur­den. Weil die Beam­ten im BPA wuss­ten, dass eine Ver­hin­de­rung von Pres­se­ar­beit pro­ble­ma­tisch sein könn­te, akkre­di­tier­ten sie die 32 Per­so­nen. Doch dann mach­te das BPA einen Feh­ler: Es teil­te an die Pressevertreter:innen all­ge­mei­ne Pool­kar­ten mit Zugangs­be­rech­ti­gun­gen für den Gip­fel aus, die eine Iden­ti­fi­zie­rung der ein­zel­nen Per­so­nen nicht mehr auf den ers­ten Blick mög­lich mach­ten. Das BKA konn­te nicht mehr direkt nach­voll­zie­hen, ob ein Jour­na­list als Pro­blem­fall zählt. (…) Als das BKA davon erfuhr, emp­fahl es dem BPA, die Akkre­di­tie­run­gen zurück­zu­neh­men. Das Amt befolg­te die­sen Rat. Zusätz­lich ver­lo­ren zwei wei­te­re Jour­na­lis­ten auf­grund eines nicht defi­nier­ten „Büro­feh­lers“ die Akkre­di­tie­rung. Schließ­lich lagen für eine Per­son Infor­ma­tio­nen des BfV vor, nach denen es sich bei ihr um einen „Links­ex­tre­mis­ten“ und Rädels­füh­rer han­deln soll­te. Die dama­li­ge Staats­se­kre­tä­rin im Innen­mi­nis­te­ri­um und jet­zi­ge deut­sche Bot­schaf­te­rin in den USA, Emi­ly Haber, inter­ve­nier­te per­sön­lich beim Chef des Bun­des­pres­se­amts Stef­fen Sei­bert, um die Akkre­di­tie­rung rück­gän­gig zu machen. Drei Jah­re nach dem G20-Gip­fel wird der Ent­zug der Akkre­di­tie­rung von neun Jour­na­lis­ten vor Gericht geklärt. In zwei Fäl­len beka­men die Pressevertreter:innen bereits Recht. Laut Schrift­sät­zen aus dem Kla­ge­ver­fah­re­ren hat­te das BPA Befürch­tun­gen, dass die Per­so­nen Schu­he auf Staats­gäs­te wer­fen könn­te. Eine Begrün­dung für die­se Ein­schät­zung lie­fer­te es nicht. Das Ver­wal­tungs­ge­richt folg­te den Aus­füh­run­gen nicht.” Exklu­siv­mel­dung von Johan­nes Fil­ter, frei­er Refe­rent bei Frag­Den­Staat, vom 12. Mai 2020 externer Link
  • Ver­wal­tungs­ge­richt urteilt erneut: Ent­zug der Akkre­di­tie­rung beim G20-Gip­fel war rechts­wid­rig
    “Als “wei­te­ren wich­ti­gen Erfolg für die Pres­se­frei­heit” begrüßt die Deut­sche Jour­na­lis­tin­nen- und Jour­na­lis­ten-Uni­on (dju) in ver.di das Urteil des Ber­li­ner Ver­wal­tungs­ge­richts vom 17. April, wonach der Ent­zug der Pres­se­ak­kre­di­tie­rung durch das Bun­des­pres­se­amt wäh­rend des G20-Gip­fels 2017 in Ham­burg in einem wei­te­ren Fall rechts­wid­rig war. Die Rich­ter gaben damit der Kla­ge eines Foto­gra­fen statt, dem die bereits erteil­te Akkre­di­tie­rung am 7. Juli 2017 ent­zo­gen wor­den war: “Das Gericht hat nun zum drit­ten Mal ent­schie­den, dass es für die­sen his­to­risch bis­lang ein­ma­li­gen, gra­vie­ren­den Ein­griff in die Pres­se­frei­heit kei­ne gesetz­li­che Grund­la­ge gab”, erklär­te die Bun­des­ge­schäfts­füh­re­rin der dju in ver.di, Cor­ne­lia Ber­ger. Die dju in ver.di hat­te für acht ihrer Mit­glie­der nach dem G20-Gip­fel im August 2017 eine Fort­set­zungs­fest­stel­lungs­kla­ge ange­strengt. Über die ers­te davon war im Novem­ber 2019 ent­schie­den wor­den: „Im Fall zwei­er wei­te­rer von dem Ent­zug betrof­fe­ner Kol­le­gen hat­te die Bun­des­re­gie­rung dem Gericht schon damals kei­ner­lei Tat­sa­chen prä­sen­tiert, die den Wider­ruf der bereits erteil­ten Akkre­di­tie­run­gen gerecht­fer­tigt hät­ten. Dass die­ser dras­ti­sche Schritt unrecht­mä­ßig war, wur­de nun bestä­tigt“, sag­te Ber­ger. Äußerst kri­tisch hin­ter­fra­gen müs­se man indes wei­ter­hin die frag­wür­di­ge Pra­xis hin­ter den angeb­li­chen Erkennt­nis­sen des Ver­fas­sungs­schut­zes, auf die sich das Bun­des­press­amt beim Ent­zug der Akkre­di­tie­run­gen beru­fen habe. „Es kann nicht sein, dass immer wie­der per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten von Medi­en­schaf­fen­den in Daten­ban­ken der Sicher­heits­be­hör­den lan­den, auf deren Grund­la­ge Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten dann als Sicher­heits­ri­si­ko ein­ge­stuft wer­den, obwohl sie ledig­lich ihrer grund­ge­setz­lich geschütz­ten Arbeit nach­ge­hen. Hier besteht noch immer drin­gen­der Klä­rungs­be­darf“, mach­te Ber­ger deut­lich.” Pres­se­mit­tei­lung der dju in ver.di vom 23. April 2020 externer Link
  • »Hät­te höchs­tens Kaf­fee­au­to­ma­ten bewer­fen kön­nen«. Grund­rech­te ein­ge­schränkt: Ent­zug der Akkre­di­tie­rung von Jour­na­lis­ten beim Ham­bur­ger G‑20-Gip­fel war rechts­wid­rig 
    Im Gespräch mit Car­me­la Negre­te bei der jun­gen Welt vom 4. Dezem­ber 2019 ant­wor­tet der freie Jour­na­list Sebas­ti­an Fried­rich externer Link auf die Fra­ge, ob ihn Sie der Ent­zug der Akkre­di­tie­rung scho­ckiert hät­te: “… Einer­seits ja, weil es ein Ein­griff in die Grund­rech­te ist. Ande­rer­seits reiht sich der Vor­fall in die zuneh­mend auto­ri­tä­re Poli­tik sei­tens des Staa­tes in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ein. Ich den­ke hier etwa an die bereits in Kraft getre­te­nen oder geplan­ten Poli­zei­ge­set­ze in eini­gen Bun­des­län­dern, die Sicher­heits­be­hör­den immer mehr Ein­griffs­rech­te ermög­li­chen und die Rech­te der Bevöl­ke­rung ein­schrän­ken. Gleich­zei­tig wer­den Asyl­rech­te wei­ter ver­schärft oder Arbeits­kämp­fe erschwert, etwa durch das Tarif­ein­heits­ge­setz, das vor drei Jah­ren beschlos­sen wur­de. Das alles hängt mit­ein­an­der zusam­men, wes­halb es wich­tig ist, gegen wei­te­re Ein­schrän­kun­gen bür­ger­li­cher Rech­te vor­zu­ge­hen. (…) Ich bin es eher gewöhnt, dass ich in ande­ren Fäl­len gar kei­ne bekom­me, etwa wenn ich mich für Par­tei­ta­ge der AfD anmel­de. Ich beschäf­ti­ge mich seit Jah­ren kri­tisch mit die­ser Par­tei, wes­halb ich da offen­bar als Feind ange­se­hen wer­de. Aber dass ich bei einem offi­zi­el­len Anlass von der Bun­des­re­gie­rung aus­ge­schlos­sen wer­de, war neu. (…) Mir hat das Lan­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz bis­her ledig­lich zwei Sät­ze mit­ge­teilt, aus denen her­vor­geht, ich habe eine Nähe zu lin­ken Grup­pen. Das ist natür­lich kei­ne Über­ra­schung: Als lin­ker Jour­na­list und Refe­rent hal­te ich Kon­takt mit diver­sen Grup­pen und Initia­ti­ven, von der Anti­fa bis zu christ­li­chen Ver­ei­nen. Bis heu­te ist unklar, wor­auf der Ver­fas­sungs­schutz sei­ne Ein­schät­zung stützt. (…) Ich bin nach dem Ent­zug der Akkre­di­tie­rung in die Offen­si­ve gegan­gen und habe die äußerst frag­wür­di­ge Bewer­tung des Ver­fas­sungs­schut­zes öffent­lich gemacht. Seit­dem war ich meh­re­ren Shit­s­torms und einer kon­zer­tier­ten rech­ten Kam­pa­gne aus­ge­setzt, was bis zu Mord­fan­ta­sien reich­te. Rechts­ra­di­ka­le bezo­gen sich unter ande­rem auf die Ein­schät­zung des Ver­fas­sungs­schut­zes, um mich als »links­ex­trem« ein­zu­stu­fen. Das wird wahr­schein­lich wei­ter­ge­hen. Und selbst wenn wir jetzt gewon­nen haben: Der gan­ze Pro­zess hat mich zwei Jah­re lang beschäf­tigt und Hun­der­te unbe­zahl­te Arbeits­stun­den gekos­tet.”
  • G20-Gip­fel: Ent­zug der Akkre­di­tie­rung für Foto­gra­fen war rechts­wid­rig. dju: „Schwer­wie­gen­den Ein­griff in die Pres­se­frei­heit ohne gesetz­li­che Grund­la­ge“ 
    “Als „wich­ti­gen Erfolg für die Pres­se­frei­heit“ begrüßt die Ver­ein­te Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di) das heu­ti­ge Urteil des Ber­li­ner Ver­wal­tungs­ge­richts, wonach der Ent­zug von Pres­se­ak­kre­di­tie­run­gen durch das Bun­des­pres­se­amt wäh­rend des G20-Gip­fels 2017 in Ham­burg rechts­wid­rig war. Das Gericht gab damit den Kla­gen zwei­er Foto­gra­fen statt, denen die bereits erteil­te Akkre­di­tie­rung am 7. Juli 2017 ent­zo­gen wor­den war: „In der Ver­hand­lung ist ganz deut­lich gewor­den: Für die­sen his­to­risch bis­lang ein­ma­li­gen, schwer­wie­gen­den Ein­griff in die Pres­se­frei­heit gab es kei­ne gesetz­li­che Grund­la­ge“, erklär­te die Bun­des­ge­schäfts­füh­re­rin der deut­schen Jour­na­lis­tin­nen- und Jour­na­lis­ten-Uni­on (dju) in ver.di, Cor­ne­lia Ber­ger. Die dju in ver.di hat­te für acht ihrer Mit­glie­der nach dem G20-Gip­fel im August 2017 eine Fort­set­zungs­fest­stel­lungs­kla­ge ange­strengt. Über die ers­te davon wur­de heu­te ent­schie­den: „Die Bun­des­re­gie­rung hat auch vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt kei­ne Tat­sa­chen ins Feld füh­ren kön­nen, die einen so dras­ti­schen Schritt gerecht­fer­tigt hät­ten. Viel­mehr ist erneut deut­lich gewor­den, dass Bun­des­kri­mi­nal­amt und Bun­des­pres­se­amt sich auf Anga­ben und angeb­li­che Erkennt­nis­se des Ver­fas­sungs­schut­zes beru­fen haben, die mehr als frag­wür­dig waren“, sag­te Ber­ger. Die Fra­ge, wie­so immer wie­der Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten in Daten­ban­ken der Sicher­heits­be­hör­den als Sicher­heits­ri­si­ko ein­ge­stuft wür­den, obwohl sie nur ihrer grund­ge­setz­lich geschütz­ten jour­na­lis­ti­schen Arbeit nach­gin­gen, sei eine Fra­ge, die es trotz des posi­ti­ven Urteils wei­ter zu stel­len gel­te: „Per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten von Medi­en­schaf­fen­den lan­den immer wie­der in Daten­ban­ken der Sicher­heits­be­hör­den, wo sie nicht hin­ge­hö­ren. Trotz­dem kommt man schnell in eine Schub­la­de rein, aber nicht wie­der raus. Die­sem Skan­dal wer­den wir für unse­re Mit­glie­der wei­ter auf der Spur blei­ben“, kün­dig­te Ber­ger an.“ dju-Pres­se­mit­tei­lung vom 20.11.20219 externer Link – sie­he zum Urteil auch:
    • VG Ber­lin zur Pres­se­frei­heit: G20-Akkre­di­tie­run­gen durf­ten nicht wider­ru­fen wer­den
      “Wäh­rend des G20-Gip­fels wur­de einer Rei­he von Jour­na­lis­ten nach­träg­lich die Akkre­di­tie­rung zur Bericht­erstat­tung ent­zo­gen – ohne die gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen zu beach­ten und ermes­sen­feh­ler­haft, wie das VG Ber­lin nun ent­schied. (…) Das VG Ber­lin hat den Kla­gen der bei­den Jour­na­lis­ten statt­ge­ge­ben, weil ihnen die Akkre­di­tie­run­gen rechts­wid­rig ent­zo­gen wor­den sei­en. Nach Ansicht der Rich­ter der 27. Kam­mer lagen die Vor­aus­set­zun­gen nicht vor, einen begüns­ti­gen­den Ver­wal­tungs­akt nach § 49 Abs. 2 Nr. 3 Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­setz (VwVfG) zu wider­ru­fen. Dazu ist die Behör­de nur berech­tigt, wenn nach­träg­lich Tat­sa­chen ein­tre­ten, die das öffent­li­che Inter­es­se ohne den Wider­ruf gefähr­den wür­den. Das Ber­li­ner VG erkann­te aber weder nach­träg­lich ein­ge­tre­te­ne Tat­sa­chen, die das Bun­des­pres­se­amt damals berech­tigt hät­ten, die Akkre­di­tie­rung nicht zu erlas­sen. Noch erkann­te es dro­hen­de schwe­re Nach­tei­le für das Gemein­wohl ohne den erfolg­ten Wider­ruf. Unab­hän­gig davon sei die Wider­rufs­ent­schei­dung auf Rechts­fol­gen­sei­te auch ermes­sen­feh­ler­haft, weil eine Inter­es­sen­ab­wä­gung unter­blie­ben sei, so die Kam­mer. Es ist nach Gerichts­an­ga­ben das ers­te Mal, dass Kla­gen zu den nach­träg­lich ent­zo­ge­nen Akkre­di­tie­run­gen beim G20-Gip­fel ver­han­delt wer­den. Ins­ge­samt lie­gen dem Ber­li­ner VG, das wegen des Dienst­sit­zes des Pres­se- und Infor­ma­ti­ons­amts der Bun­des­re­gie­rung zustän­dig ist, neun Kla­gen vor. Die Bun­des­re­gie­rung kann gegen die heu­ti­ge Ent­schei­dung noch einen Antrag auf Zulas­sung der Beru­fung beim Ober­ver­wal­tungs­ge­richt (OVG) Ber­lin-Bran­den­burg stel­len.” Mel­dung vom 20. Novem­ber 2019 von und bei Legal Tri­bu­ne online externer Link
    • G20-Gip­fel in Ham­burg: Jour­na­lis­ten gegen Pres­se­amt
      “32 Journalist*innen war beim G20-Gip­fel in Ham­burg die Akkre­di­tie­rung ent­zo­gen wor­den. Nun wird die ers­te Kla­ge dage­gen vor Gericht ver­han­delt. Vie­les, was wäh­rend des G20-Gip­fels in Ham­burg pas­siert ist, konn­te zwei­ein­halb Jah­re spä­ter immer noch nicht auf­ge­klärt wer­den. Unzäh­li­ge Fäl­le von Poli­zei­ge­walt zäh­len eben­so dazu wie die Abwe­sen­heit der Staats­macht im Schan­zen­vier­tel, wäh­rend dort Bar­ri­ka­den brann­ten. Ein Aspekt, der eben­falls für viel Kri­tik und Dis­kus­sio­nen gesorgt hat­te, war der Ent­zug von Akkre­di­tie­run­gen von 32 Pressevertreter*innen durch das Bun­des­pres­se­amt gewe­sen. Zumin­dest hier könn­te ein biss­chen Auf­klä­rung in Sicht sein: Am Mitt­woch steht vor dem Ber­li­ner Ver­wal­tungs­ge­richt der ers­te Pro­zess von zwei der betrof­fe­nen Journalist*innen gegen die Bun­des­re­pu­blik, ver­tre­ten durch das Pres­se- und Infor­ma­ti­ons­amt der Bun­des­re­gie­rung, an. Der freie Jour­na­list und Autor Sebas­ti­an Fried­rich und der freie Foto­graf Rafa­el Heygs­ter wer­fen dem Bun­des­pres­se­amt vor, rechts­wid­rig gehan­delt zu haben. Für Fried­rich hat das Vor­ge­hen aber auch eine poli­ti­sche Dimen­si­on: „Die zuneh­men­de Ein­schrän­kung von Grund­rech­ten ist besorg­nis­er­re­gend“, sagt er der taz. Gera­de im Kon­text der zuneh­men­den Ver­schär­fung der Poli­zei­ge­set­ze in fast allen Bun­des­län­dern sei die­se Ent­wick­lung äußerst frag­wür­dig…” Bei­trag von Katha­ri­na Schip­kow­ski vom 20. Novem­ber 2019 bei der taz online externer Link
    • Pro­zess nach G20-Aus­schluss: Mit Kame­ras auf Staats­gäs­te wer­fen?
      “… Die 22-sei­ti­ge Kla­ge­er­wi­de­rung, die dem WDR vor­liegt, zeich­net zunächst ein dras­ti­sches Bild von den chao­ti­schen Zustän­den am Vor­abend des Gip­fels. (…) Bei all dem räumt auch das Bun­des­pres­se­amt ein, dass es zwi­schen den vier angeb­li­chen Frei­bur­ger Akti­vis­ten und den übri­gen vom Gip­fel aus­ge­schlos­se­nen Jour­na­lis­ten kei­ner­lei Ver­bin­dun­gen gibt. Für den Ent­zug der Akkre­di­tie­rung sei es aber nicht erfor­der­lich gewe­sen, dass von ihnen eine kon­kre­te Sicher­heits­ge­fähr­dung aus­ge­gan­gen sei, heißt es in dem Schrift­satz. Der Anwalt von Heygs­ter wirft der Bun­des­re­gie­rung des­halb “Sip­pen­haft für Jour­na­lis­ten” vor, die mit dem Grund­recht der Pres­se­frei­heit nicht zu ver­ein­ba­ren sei. Die chro­no­lo­gi­sche Dar­stel­lung der Bun­des­re­gie­rung macht im Übri­gen deut­lich, dass schon der Aus­lö­ser für die Ent­schei­dung zum Ent­zug der Akkre­di­tie­rung ver­mut­lich feh­ler­haft war. Denn der Ver­fas­sungs­schutz zählt in einem ver­trau­li­chen Ver­merk, der dem WDR vor­liegt, auch den Stutt­gar­ter Foto­gra­fen Juli­an Ret­tig zu der vier­köp­fi­gen links­ex­tre­men Grup­pe. Der bestrei­tet aller­dings glaub­wür­dig, den als beson­ders gewalt­be­reit beschrie­be­nen angeb­li­chen Frei­bur­ger Rädels­füh­rer S.W. über­haupt zu ken­nen. Im Inter­net fin­den sich kei­ner­lei Hin­wei­se auf ein links­ex­tre­mes Enga­ge­ment Ret­tigs. Ein­trä­ge bei INPOL, die im Zusam­men­hang mit einem beruf­li­chen Ein­satz stan­den, erwie­sen sich bei einer Über­prü­fung schlicht als falsch und wur­den inzwi­schen gelöscht. Sei­ne Pres­se­fo­tos erschei­nen wei­ter in vie­len Stutt­gar­ter Lokal­zei­tun­gen und auch in gro­ßen über­re­gio­na­len Medi­en. Auch Juli­an Ret­tig hat das Bun­des­pres­se­amt ver­klagt.” Bei­trag von Arnd Hen­ze vom 20. Novem­ber 2019 bei tages​schau​.de externer Link
  • Daten­schutz­be­auf­trag­ter zum Ent­zug der Akkre­di­tie­rung von Jour­na­lis­ten beim G 20 Gip­fel: Beim Umgang mit Daten von Jour­na­lis­ten muss man noch vor­sich­ti­ger sein 
    “Zwei Tage nach dem der G20 Gip­fel in Ham­burg durch Haus­durch­su­chun­gen und eine erneu­te öffent­li­che Fahn­dung wie­der in das media­le Blick­feld gerückt wur­de, hat sich nun am Don­ners­tag auch der Baden-Würt­tem­ber­gi­sche Lan­des­da­ten­schutz­be­auf­trag­te Ste­fan Brink noch ein­mal zum G 20 Gip­fel zu Wort gemel­det. In sei­ner Stel­lung­nah­me geht es ins­be­son­de­re um die ver­wei­ger­te Akkre­di­tie­rung von baden-würt­tem­ber­gi­schen Jour­na­lis­ten. Betrof­fen waren damals auch freie Jour­na­lis­ten, die einen Bericht­erstat­tungs­auf­trag von Radio Dreyeck­land für den G20 Gip­fel erhal­ten hat­ten. Wir spra­chen mit Ste­fan Brink, Daten­schutz­be­auf­trag­ter für Baden-Würt­tem­berg, über die gespei­cher­ten Daten auf­grund derer die Pres­se­frei­heit der Jour­na­lis­ten beschnit­ten wur­de.” Inter­view von Tho­mas Stro­bl mit Ste­fan Brink bei Radio Dreyeck­land vom 21. Sep­tem­ber 2018 externer LinkAudio Datei (Audio­län­ge: 10:21 Min.)
  • G20: Daten­schüt­zer üben Kri­tik an der Spei­che­rung von Daten über Jour­na­lis­ten
    “…Die Ber­li­ner Daten­schutz­be­auf­trag­te Maja Smolt­c­zyk hat umfas­sen­de Defi­zi­te bei der Spei­che­rung von Daten über Jour­na­lis­ten ein­ge­räumt, denen wäh­rend des G20-Gip­fels in Ham­burg im Juli 2017 ihre Akkre­di­tie­run­gen ent­zo­gen wor­den sind. Gegen­über dem Ber­li­ner Lan­des­kri­mi­nal­amt äußer­te sie Kri­tik. Dies geht aus »nd« vor­lie­gen­den Brie­fen her­vor, die kürz­lich an betrof­fe­ne Medi­en­schaf­fen­de ver­schickt wur­den. Die Behör­de führt nach eige­ner Aus­sa­ge seit Sep­tem­ber 2017 eine »über­ge­ord­ne­te Prü­fung« zu den Daten­samm­lun­gen, die mit den Akkre­di­tie­run­gen wäh­rend des G20-Gip­fels in Zusam­men­hang ste­hen. Die Unter­su­chung daue­re noch an. Einer der betrof­fe­nen Jour­na­lis­ten ist der Ber­li­ner Foto­graf Po-Ming Che­ung. In den Ber­li­ner Poli­zei­da­ten­ban­ken, die das LKA zur Grund­la­ge sei­ner Aus­kunft an das BKA nahm, waren in sei­nem Fall ein Ver­fah­ren wegen »Ver­sto­ßes gegen das Kunst­ur­he­ber­rechts­ge­setz« sowie eines wegen »Belei­di­gung« gespei­chert. Bei­de Ver­fah­ren wur­den jedoch längst ein­ge­stellt. »Für uns stellt sich der­zeit noch die Fra­ge, war­um ange­sichts der Gering­fü­gig­keit der Delik­te eine Auf­be­wah­rung der Unter­la­gen zur vor­beu­gen­den Bekämp­fung von Straf­ta­ten erfor­der­lich war«, heißt es von der Daten­schutz­be­auf­trag­ten. Man habe dies­be­züg­lich noch »kei­ne aus­rei­chen­de Ant­wort« des LKA erhal­ten…” Bei­trag von Sebas­ti­an Bähr bei neu­es Deutsch­land vom 2. August 2018 externer Link
  • Ein Jahr nach G20 hat die Regie­rung einen Groß­teil der Unter­la­gen zur soge­nann­ten „schwar­zen Lis­te“ gelöscht. Jour­na­lis­ten-Gewerk­schaf­ten bezeich­nen das Vor­ge­hen des Bun­des­pres­se­am­tes als zynisch und eigen­tüm­lich 
    Das Bun­des­pres­se­amt hat­te zum G20-Gip­fel in Ham­burg eine „schwar­ze Lis­te“ mit Jour­na­lis­ten ange­legt. Doch ein Groß­teil der Unter­la­gen dazu sind ein Jahr spä­ter angeb­lich bereits gelöscht. Das geht aus einer Ant­wort auf eine Anfra­ge von Buz­z­Feed News Deutsch­land her­vor, mit der wir her­aus­fin­den woll­ten, wer für das viel kri­ti­sier­te Vor­ge­hen bei G20 ver­ant­wort­lich war. Daten­schüt­zer waren ent­setzt, Jour­na­lis­ten­ge­werk­schaf­ten pro­tes­tier­ten, auch Repor­ter ohne Gren­zen erwähn­te das Vor­ge­hen der Bun­des­re­gie­rung als Nega­tiv­bei­spiel in ihrem Jah­res­be­richt: 32 Jour­na­lis­ten hat­te die Bun­des­re­gie­rung wäh­rend des G20-Gip­fels 2017 in Ham­burg wegen angeb­li­cher Sicher­heits­be­den­ken die Akkre­di­tie­rung ent­zo­gen. Die Namen hat­te das Bun­des­pres­se­amt vor Ort an Poli­zis­ten ver­teilt; die Lis­te war von zahl­rei­chen Men­schen offen ein­zu­se­hen. Für die­se soge­nann­te „schwar­ze Lis­te“ war das Bun­des­pres­se­amt wochen­lang kri­ti­siert wor­den und muss­te sich auch im Bun­des­tag mehr­fach recht­fer­ti­gen. Doch bis heu­te ist unge­klärt, wer die­se Ent­schei­dun­gen getrof­fen hat…” Arti­kel von Dani­el Drep­per vom 06.07.2018 bei Buz­z­Feed externer Link
  • G20-Akkre­di­tie­run­gen: Zwei­fel und Kri­tik an Poli­zei­da­tei­en 
    “Das poli­zei­li­che Infor­ma­ti­ons­sys­tem INPOL weist offen­bar gra­vie­ren­de Män­gel auf. (…) Die Bun­des­be­auf­trag­te für den Daten­schutz, Andrea Voß­hoff, hat im Nach­gang zum G20-Gip­fel gra­vie­ren­de Män­gel beim zen­tra­len poli­zei­li­chen Infor­ma­ti­ons­sys­tem INPOL fest­ge­stellt. In einem ver­trau­li­chen Bericht an den Bun­des­tag, der dem ARD-Haupt­stadt­stu­dio exklu­siv vor­liegt, moniert Voß­hoff, dass bei INPOL in der Regel über­haupt nicht ersicht­lich sei, “wie die dort gespei­cher­ten Straf­ver­fah­ren letzt­lich aus­ge­gan­gen sind. Für Frei­sprü­che oder Ein­stel­lun­gen sieht INPOL kein eige­nes Ver­fah­ren vor.” Das sei ein “ein erheb­li­cher struk­tu­rel­ler Man­gel des bis­he­ri­gen INPOL-Sys­tems.” Die Daten­schutz­be­auf­trag­te äußer­te zugleich erheb­li­che Zwei­fel an der Qua­li­tät der gespei­cher­ten Daten…” Bei­trag von Arnd Hen­ze, ARD-Haupt­stadt­stu­dio, vom 21. Febru­ar 2018 bei tages​schau​.de externer Link
  • G20-Akkre­di­tie­rungs­ent­zug: Daten­schutz­auf­sicht sieht rechts­wid­ri­ges Ver­hal­ten der Poli­zei 
    Der Skan­dal um ent­zo­ge­ne Akkre­di­tie­run­gen von Jour­na­lis­ten, die über den G20-Gip­fel in Ham­burg berich­ten woll­ten, zieht eine gründ­li­che Über­prü­fung nach sich. Ers­ten Prüf­ergeb­nis­se zu Fol­ge war das Vor­ge­hen der Poli­zei­be­hör­den rechts­wid­rig…” Arti­kel von Chris­tia­ne Schulz­ki-Had­dou­ti vom 21.12.2017 bei hei­se news – sie­he dazu:
    • dju will kla­re Regeln für Akkre­di­tie­run­gen von Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten. Behör­den dür­fen die Bericht­erstat­tung nicht behin­dern
      Vor dem Son­der­aus­schuss zum G20-Gip­fel in Ham­burg hat die Bun­des­ge­schäfts­füh­re­rin der Jour­na­lis­ten­ge­werk­schaft dju in ver.di, Cor­ne­lia Haß, heu­te poli­ti­sche Kon­se­quen­zen und eine ernst­haf­te Auf­ar­bei­tung des Umgangs mit den Medi­en gefor­dert. (…) Die dju in ver.di set­ze dar­auf, dass der Akkre­di­tie­rungs­be­auf­trag­te gemein­sam mit Jour­na­lis­ten­ge­werk­schaf­ten, Ver­tre­tern der Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz, des BKA und des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums ver­bind­li­che Regeln zum The­ma Akkre­di­tie­rung ent­wi­cke­le. Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten müss­ten ihrer Arbeit nach­ge­hen kön­nen, ohne von den Behör­den Stei­ne in den Weg gelegt zu bekom­men. Unge­löst blei­be unter ande­rem das Pro­blem des Umgangs mit per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten…” dju-Pres­se­mit­tei­lung vom 21.12.2017 externer Link
  • Der Pres­sese­lek­tor. Neue Abtei­lung soll über Akkre­di­tie­run­gen von Jour­na­lis­ten ent­schei­den. In »engs­tem Kon­takt« mit BKA, LKA und Geheim­diens­ten 
    Das Bun­des­pres­se­amt unter der Lei­tung des frü­he­ren ZDF-Mode­ra­tors Stef­fen Sei­bert führt einen Akkre­di­tie­rungs­be­auf­trag­ten ein. Die Stel­le wird mit einem Beam­ten des geho­be­nen Diens­tes besetzt. (…) Doch wofür braucht eine Pres­se­stel­le über­haupt wei­te­re Infor­ma­tio­nen über Jour­na­lis­ten, wenn es doch nur um das Her­aus­fil­tern von Ter­ro­ris­ten geht? Letz­te­re wer­den als poten­ti­el­le Kri­mi­nel­le ver­folgt – und ent­spre­chend behan­delt. Ist einer ein Jour­na­list und zugleich Ter­ro­rist, wird er als Ter­ro­rist ver­folgt. Dann braucht es die beson­de­re Über­prü­fung und Auf­lis­tung der Ver­tre­ter die­ses Berufs­stan­des nicht. Auf jW-Nach­fra­ge erklär­te das BPA am Mitt­woch, »Im BPA wird eine Namens­auf­stel­lung der Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten mit Lang­zeit­ak­kre­di­tie­rung geführt«, zu einer Auf­lis­tung von »Gefähr­der­jour­na­lis­ten« kom­me es nicht, zudem sei­en Löschun­gen aus der Datei mög­lich. Die Ein­füh­rung des Akkre­di­tie­rungs­be­auf­trag­ten mutet im Gesamt­zu­sam­men­hang wie ein zivi­li­sa­to­ri­scher Rück­schritt des bür­ger­li­chen Staa­tes an. Die Auf­wei­chung von Recht und Zustän­dig­kei­ten, die Ver­men­gung von Kri­mi­na­li­tät und Gene­ral­ver­dacht unter den Umstän­den per­ma­nent mora­li­scher Erre­gungs­zu­stän­de mar­kie­ren eine Gesell­schaft im ver­schärf­ten Kri­sen­zu­stand…” Arti­kel von Anselm Lenz in der jun­gen Welt vom 30.11.2017 externer Link, sie­he dazu die Stel­lung­nah­me des Bun­des­pres­se­am­tes vom 29.11.2017 externer Link
  • Akkre­di­tie­run­gen bei G20 in Ham­burg: Unwis­sen­heit ist kei­ne Aus­re­de 
    Weil Beam­te ein Memo nicht erhiel­ten, beschlag­nahm­ten sie beim G20-Gip­fel Pres­se­kar­ten. Das war rechts­wid­rig, sagt ein Gericht. Ein Ham­bur­ger Gericht hat ent­schie­den, dass die Poli­zei beim G20-Gip­fel im Juli kein Recht hat­te, die Akkre­di­tie­rungs­kar­te eines Kli­ma­ex­per­ten zu beschlag­nah­men. Und zwar obwohl die Beam­ten zu die­sem Zeit­punkt davon aus­gin­gen, nach Wei­sung zu han­deln. Das steht in einem Beschluss des Amts­ge­richts Ham­burg vom 23. Novem­ber. Der Beschluss ergeht nach einem Antrag des Green­peace-Kam­pa­gnen­lei­ters Kars­ten Smid. Der Rich­ter stellt dar­in fest, dass es nicht dar­auf ankommt, wie die Beam­ten zu die­sem Zeit­punkt infor­miert waren. Ansons­ten könn­ten „Infor­ma­ti­ons­ver­säum­nis­se inner­halb einer Behör­de, wie sie hier offen­bar vor­la­gen, zur Recht­mä­ßig­keit von an sich rechts­wid­ri­gen Ermitt­lungs­maß­nah­men füh­ren. Das wäre ein gera­de­zu wider­sin­ni­ges Ergeb­nis.“…” Bericht von Peter Weis­sen­bur­ger vom 29.11.2017 bei der taz online externer Link zum Urteil AZ 166 Gs 981/​17
  • G20-Akkre­di­tie­run­gen: Sperr­lis­ten des Bun­des­kri­mi­nal­am­tes nicht rechts­kon­form
    Noch mehr Poli­zei-Pan­nen beim G20-Gip­fel. Die Lis­ten mit Namen von Jour­na­lis­ten, aber auch Cate­ring-Per­so­nal, die das Bun­des­kri­mi­nal­amt (BKA) zum Zwe­cke des Akkre­di­tie­rungs­ent­zu­ges ver­teil­te, waren nicht rechts­kon­form. Das BKA zog die bereits an die Ham­bur­ger Poli­zei über­mit­tel­ten Lis­ten noch am glei­chen Tag zurück, weil die­se als Ver­schlus­s­a­che ein­ge­stuft waren und des­halb Geheim­hal­tungs­pflich­ten unter­la­gen. Die Poli­zei Ham­burg setz­te die Wei­sung aller­dings nicht um…” Bei­trag von Mar­kus Reu­ter vom 20.10.2017 bei Netz­po­li­tik externer Link
  • Dis­kre­di­tier­te G20-Foto­gra­fen machen Aus­stel­lung in Ber­lin 
    Vom 10.–12. Okto­ber 2017 stel­len elf der 32 Jour­na­lis­ten, denen beim G20-Gip­fel die Akkre­di­tie­rung ent­zo­gen wur­de, Fotos ihrer Arbeit in Ber­lin aus. Die Aus­stel­lung beginnt am 10. Okto­ber um 19:30 Uhr mit einer Podi­ums­dis­kus­si­on. In der Ein­la­dung zur Aus­stel­lung heißt es: 32 Jour­na­lis­ten gerie­ten auf die schwar­ze Lis­te des BKA und ihre Akkre­di­tie­rung für den G20-Gip­fel in Ham­burg wur­de kur­zer­hand wie­der ent­zo­gen. Laut ARD-Recher­chen beruh­ten die Ent­schei­dun­gen auf einem toxi­schen Gebräu aus fal­schen und rechts­wid­rig gespei­cher­ten Daten. 11 der betrof­fe­nen Foto­jour­na­lis­ten stel­len vom 10.10. – 10.12. im Mar­mi­te aus…” Ankün­di­gung von Mar­kus Reu­ter vom 05.10.2017 bei Netz­po­li­tik externer Link
  • Affä­re um G20-Akkre­di­tie­run­gen: Das gro­ße Löschen
    In der Affä­re um den Ent­zug von Pres­se-Akkre­di­tie­run­gen beim G20-Gip­fel ent­wi­ckelt sich der nächs­te Skan­dal. Denn vie­le der Betrof­fe­nen for­dern Auf­klä­rung und haben geklagt – doch das LKA Ber­lin ver­nich­tet Beweis­mit­tel. (…) “Wenn Daten gelöscht wer­den, um zu ver­hin­dern, dass die Recht­mä­ßig­keit ihrer Spei­che­rung über­prüft wird, han­delt es sich um die Unter­drü­ckung von Beweis­mit­teln”, kri­ti­siert der frü­he­re Bun­des­da­ten­schutz­be­auf­trag­te, Peter Schaar. Auch in der Ber­li­ner Daten­schutz­be­hör­de ist man alar­miert. Man kön­ne den Vor­gang wegen des lau­fen­den Ver­fah­rens aller­dings nicht öffent­lich kom­men­tie­ren, heißt es…” Bei­trag von Arnd Hen­ze, ARD-Haupt­stadt­stu­dio, vom 03.10.2017 bei der Tages­schau externer Link
  • War­um wer­den Jour­na­lis­ten erst mun­ter, wenn sie selbst betrof­fen sind?! 
    Jetzt auf ein­mal ist die Auf­re­gung groß. Jetzt, wo sich her­aus­stellt, dass Infor­ma­tio­nen über Jour­na­lis­ten, man stel­le sich das vor! JOURNALISTEN!, die Hüter der Bür­ger­rech­te, in poli­zei­li­chen Infor­ma­ti­ons­sys­te­men zu Unrecht gespei­chert wur­den, dass fal­sche Infor­ma­tio­nen gespei­chert wur­den oder ursprüng­lich ein­mal rich­ti­ge Infor­ma­tio­nen nicht gelöscht wur­den. Da erbebt die Sze­ne und berich­tet jetzt mit über­schwap­pen­der Empö­rung als die gro­ße Neu­ig­keit, dass es einen „Daten­skan­dal“ bei der Poli­zei gibt und dass offen­bar zehn­tau­sen­de Unschul­di­ge gespei­chert sind. Mit Ver­laub, ver­ehr­te Kol­le­gen, sowohl unter den Jour­na­lis­ten als auch aus dem netz­po­li­ti­schen Lager: Das ist ziem­lich schein­hei­lig! Und was Sie da berich­ten, ist bei wei­tem nicht der größ­te Skan­dal im Bereich der poli­zei­li­chen Infor­ma­ti­ons­tech­nik! Doch all die­se Skan­da­le haben „die Medi­en“ bis­her geflis­sent­lich igno­riert, tot geschwie­gen und aus­ge­ses­sen. Klei­ne Auf­zäh­lung gefäl­lig?! (…) Auf den Zug aus­ge­rech­net dann auf­zu­sprin­gen, wenn zufäl­lig ein­mal Jour­na­lis­ten betrof­fen sind, zeugt von man­gel­haf­tem Respekt gegen­über den – hier stim­me ich mit der Ein­schät­zung über­ein – ver­mut­lich Mil­lio­nen von betrof­fe­nen Bür­gern, über die diver­se Poli­zei­be­hör­den fal­sche, ver­al­te­te, längst zu löschen­de bzw. irrele­van­te Infor­ma­tio­nen gespei­chert haben und immer noch vor­rä­tig hal­ten...” Kom­men­tar von Abbe vom 30. August 2017 bei Poli­ce-IT externer Link – ist lei­der was dran…
  • G20-Jour­na­lis­ten: Die sol­len gefähr­lich sein?
    “… Nach und nach bekom­men die Betrof­fe­nen Ant­wor­ten auf die Fra­ge, war­um sie zwar akkre­di­tiert wur­den, aber über­ra­schend nicht in das Pres­se­zen­trum hin­ein durf­ten. Doch was auf dem ers­ten Blick nach Auf­klä­rung und Trans­pa­renz aus­sieht, wirft bei genaue­rer Betrach­tung nur noch mehr Fra­gen auf. (…) In meh­re­ren Fäl­len sind erheb­li­che Zwei­fel an der Ein­schät­zung der Betrof­fe­nen als “Sicher­heits­ri­si­ko” ange­bracht. (…) Zwei wei­te­re Foto­gra­fen, deren Ant­wort­schrei­ben ZAPP vor­lie­gen, sind für die vom BKA ange­führ­ten Ver­ge­hen ihren Anga­ben zufol­ge nie ver­ur­teilt wor­den. Wie die Ein­schät­zung als Sicher­heits­ri­si­ko zustan­de kam, ist wei­ter unklar. Genau­so wie die Fra­ge, war­um belang­lo­se Infor­ma­tio­nen wie Auf­ent­hal­te bei Demons­tra­tio­nen über­haupt gespei­chert und ver­merkt wur­den. Das könn­te für den BKA in einem Daten­schutz-Skan­dal enden, Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Maas for­dert bereits Auf­klä­rung über feh­ler­haf­te und rechts­wid­rig gespei­cher­te Daten…” Bei­trag von Pas­cal Sig­gel­kow vom 30.08.2017 beim NDR externer Link, dar­in auch das Video aus der ZAPP-Sen­dung vom 30.8.2017
  • BKA ver­un­glimpft mit fal­schen Daten. Sicher­heits­be­hör­den arbei­ten offen­bar mit einer Fake-Datei
    Das Bun­des­pres­se­amt ent­zog 32 Jour­na­lis­ten beim G 20-Gip­fel in Ham­burg die bereits zuge­sag­te Akkre­di­tie­rung (wir berich­te­ten) – unter ande­rem mir. Lapi­da­re Erklä­rung: Das BKA (Bun­des­kri­mi­nal­amt) habe Sicher­heits­be­den­ken. Jetzt gab das BKA end­lich Aus­kunft über Details. Mit Schrei­ben vom 22. August teil­te es mit, wel­che Ein­trä­ge zum Ent­zug mei­ner Akkre­di­tie­rung geführt haben sol­len. Auf sechs Sei­ten lis­tet die Behör­de über mich gespei­cher­te Daten auf. Die­se Auf­lis­tung könn­te auch den Titel „Münch­hau­sen-Datei“ tra­gen. Von Halb­wahr­hei­ten über belang­lo­se Bespit­ze­lun­gen bis hin zu abso­lu­ten Unwahr­hei­ten ist alles ver­tre­ten. Nicht aus­zu­den­ken, wenn die Poli­zei immer so arbei­tet!…” Arti­kel von Alfred Den­zin­ger vom 30. August 2017 bei Beob­ach­ter­news externer Link
  • G‑20-Gip­fel in Ham­burg: Wer hat Jour­na­lis­ten die Akkre­di­tie­rung ent­zo­gen?
    “… Bei der Auf­klä­rung des G‑20-Akkre­di­tie­rungs­ent­zugs von 82 Per­so­nen wider­spre­chen sich der Ham­bur­ger Senat und die Bun­des­re­gie­rung. Wie eine Klei­ne Anfra­ge der Links­frak­ti­on im Bun­des­tag ergibt, erstell­te nach Kennt­nis der Bun­des­re­gie­rung „die Poli­zei Ham­burg in ihrer Ver­ant­wor­tung eine eige­ne Namens­auf­stel­lung für die durch die Lan­des­po­li­zei ein­ge­rich­te­ten Kon­troll­stel­len im Vor­feld des Medi­en­zen­trums“. Die an den Dele­ga­ti­ons­ho­tels ver­teil­ten Lis­ten indes wur­den noch am sel­ben Tag durch das Bun­des­kri­mi­nal­amt (BKA) „ein­ge­sam­melt und ver­nich­tet“. Die Lan­des­po­li­zei Ham­burg „wur­de ange­wie­sen, elek­tro­nisch zuge­sand­te Lis­ten zu löschen“, heißt es in der Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung wei­ter. In sei­ner Ant­wort auf eine Anfra­ge der FDP-Bür­ger­schafts­frak­ti­on wie­der­um hat­te der Ham­bur­ger Senat kürz­lich geant­wor­tet, dass die Über­ga­be der Lis­ten mit den Namen der 82 Per­so­nen „in Papier­form durch das BKA an die ein­ge­setz­ten Kräf­te (…) ohne Vor­ankün­di­gung direkt an die an den Kon­troll­stel­len ein­ge­setz­ten Beam­ten erfolg­te“. (…) Folg­lich müs­se sich der am Don­ners­tag in Ham­burg begin­nen­de Son­der­aus­schuss zeit­nah damit befas­sen. „Dabei ist auch die daten­schutz­recht­li­che Bewer­tung des Vor­falls durch den Ham­bur­gi­schen Daten­schutz­be­auf­trag­ten mit ein­zu­be­zie­hen“, sagt Treu­en­fels-Fro­wein. Zu klä­ren sei fer­ner, wer aus wel­chem Grund auf der Lis­te lan­de­te und bis heu­te kei­ne Erklä­rung für den Ent­zug der Akkre­di­tie­rung habe. Cas­par geht der­weil davon aus, dass die Ant­wor­ten auf sei­ne ange­ord­ne­te Unter­su­chung bis Ende des Monats vor­lie­gen.” Bei­trag von Jana Wer­ner bei N24 vom 27. August 2017 externer Link
  • Ver­fas­sungs­schutz ent­schul­digt sich bei G20-Jour­na­lis­ten 
    “Ham­bur­ger Sicher­heits­be­hör­de teilt einem aus­ge­schlos­se­nen Repor­ter die Grün­de für die Über­mitt­lung fal­scher Infor­ma­tio­nen mit (…) Bei dem Jour­na­lis­ten mel­de­te sich inzwi­schen nicht nur das BKA, auch einen Brief des Ham­bur­ger Lan­des­am­tes für Ver­fas­sungs­schutz fand Brün­del am Don­ners­tag in sei­nem Brief­kas­ten. In dem zwei­sei­ti­gen Schrei­ben, das »nd« vor­liegt, äußert sich der Lei­ter der Behör­de, Tors­ten Voß, per­sön­lich zu den Grün­den für den nach­träg­li­chen Ent­zug der Akkre­di­tie­rung. Doch was bei­na­he noch erstaun­li­cher ist: Ver­fas­sungs­schutz­chef Voß möch­te sich »ganz per­sön­lich« bei Brün­del ent­schul­di­gen, wie es gleich zu Anfang des Brie­fes heißt. (…) Dem­nach begrün­de­te sich der Akkre­di­tie­rungs­ent­zug in Brün­dels Fall auf einem fal­schen Ein­trag in einer Daten­bank des Lan­des­kri­mi­nal­am­tes Ham­burg. In dem Ein­trag hieß es, der Jour­na­list sei, neben ande­ren Per­so­nen, anläss­lich der dies­jäh­ri­gen »Revo­lu­tio­nä­ren 1. Mai Demo« durch die Poli­zei fest­ge­nom­men wor­den. Ein Hin­weis, dass Brün­del als Repor­ter die Demons­tra­ti­on beglei­te­te, ging aus dem Ein­trag nicht her­vor. Ohne­hin waren die im Daten­satz gespei­cher­ten Infor­ma­ti­onmen völ­lig falsch: In Wirk­lich­keit war der Jour­na­list ledig­lich von Beam­ten kon­trol­liert wor­den. Doch die Fehl­in­for­ma­ti­on lös­te eine fata­le Ket­ten­re­ak­ti­on aus: Brün­del wur­de auf Grund­la­ge der LKA-Mel­dung fort­an als »Ver­dachts­fall« in der Daten­bank des Ver­fas­sungs­schut­zes geführt. (…) Zum Schluss sei­nes Brie­fes betont Voß, aus dem Feh­ler ler­nen zu wol­len: »Ich habe dar­über hin­aus Ihren Fall zum Anlass genom­men, unse­re Qua­li­täts­stan­dards im Zusam­men­hang mit der Spei­che­rung und Über­mitt­lung von Infor­ma­tio­nen zu über­prü­fen und dazu eine Arbeits­grup­pe ein­ge­rich­tet.«” Bei­trag von Robert D. Mey­er bei neu­es Deutsch­land vom 24. August 2017 externer Link
  • Unter­su­chung wegen G20-Akkre­di­tie­rungs­ent­zug
    Ham­burgs Daten­schutz­be­auf­trag­ter Johan­nes Cas­par hat wegen mög­li­cher Rechts­ver­stö­ße beim Ent­zug von Jour­na­lis­ten-Akkre­di­tie­run­gen beim G20-Gip­fel eine Unter­su­chung ver­fügt. (…) “Wenn es künf­tig aus­rei­chen soll­te, durch eine – noch dazu unbe­grün­de­te – Annah­me einer links­ex­tre­mis­ti­schen Gesin­nung durch staat­li­che Behör­den die Arbeit von Jour­na­lis­ten zu ver­hin­dern, ist eine rote Linie über­schrit­ten”, erklär­te Cas­par. Die Frei­heit der Bericht­erstat­tung und der freie Zugang zu Infor­ma­tio­nen sei­en zen­tra­le Grund­rech­te…” NDR-Mel­dung vom 22.08.2017 externer Link
  • Infor­ma­ti­ons­ge­ne­rie­rung und Erkennt­nis­ge­win­nung im poli­zei­li­chen Staats­schutz: Wie Jour­na­lis­ten zu Gewalt­tä­tern (gemacht) wer­den
    “… Viel Auf­wand wur­de im Vor­feld in Daten­ban­ken über angeb­lich lin­ke Gewalt­tä­ter gesteckt. (Fal­sche) Ein­trä­ge dort haben bis zu 32 Jour­na­lis­ten den Ent­zug der Akkre­di­tie­rung noch wäh­rend des Gip­fels ein­ge­bracht. Wir erläu­tern aus fach­li­cher und tech­ni­scher Sicht, wie Infor­ma­tio­nen im poli­zei­li­chen Staatschutz gewon­nen bzw. gene­riert wer­den und zu wel­chen Ent­schei­dun­gen und poli­zei­li­chen Akti­vi­tä­ten sol­che ‚Erkennt­nis­se‘ füh­ren. Denn es besteht die Gefahr, dass die Infor­ma­tio­nen in die­sen Daten­ban­ken eine kri­mi­nal­fach­li­che Kom­pe­tenz und straf­pro­zes­sua­le ‚Beweis­la­ge‘ vor­gau­keln, die mit den Tat­sa­chen wenig bis gar nichts mehr zu tun hat…” Bei­trag vom 21. August 2017 bei Poli­ce-IT externer Link – Poli­zei und ihre Infor­ma­ti­ons­sys­te­me
  • G20-Akkre­di­tie­run­gen: Ver­sa­gen und Will­kür 
    “netz­werk recher­che hat das Ver­sa­gen des Bun­des­pres­se­amts, des Bun­des­kri­mi­nal­am­tes und ande­rer Sicher­heits­be­hör­den beim Ent­zug von Pres­se­ak­kre­di­tie­run­gen wäh­rend des G20-Gip­fels scharf kri­ti­siert: „Sechs Wochen nach dem Gip­fel wer­den Abgrün­de im Umgang der Sicher­heits­be­hör­den mit den Rech­ten von Jour­na­lis­ten sicht­bar – und ein erstaun­li­ches Maß an Ver­ach­tung rechts­staat­li­cher Prin­zi­pi­en“, sagt Julia Stein, Vor­sit­zen­de von netz­werk recher­che. (…) „Dass sich Bun­des­pres­se­amt und Bun­des­kri­mi­nal­amt bei einem so schwer wie­gen­den Ein­griff in die Arbeit der Jour­na­lis­ten ohne Prü­fung auf fal­sche Anga­ben beru­fen, wirft kein gutes Licht auf die Behör­den“, so Julia Stein. „Wie kann es ange­hen, dass Sicher­heits­be­hör­den nicht ein­mal in der Lage sind, mit Per­so­nen­an­ga­ben kor­rekt und sorg­fäl­tig umzu­ge­hen?“ Es sei nicht hin­nehm­bar, dass sich die Behör­den auf Ver­fah­ren bezie­hen, die von Gerich­ten ein­deu­tig zuguns­ten der Kol­le­gen ent­schie­den wur­den: „In der Kon­se­quenz bedeu­tet das, dass Jour­na­lis­ten sich nicht mehr gegen unrecht­mä­ßi­ges Ver­hal­ten von Poli­zis­ten und Behör­den weh­ren kön­nen – weil sie sonst Gefahr lau­fen, ins Visier der Behör­den zu gera­ten.“…” Bei­trag vom 19. August 2017 von und beim netz­werk recher­che externer Link
  • Ent­zo­ge­ne G20-Akkre­di­tie­run­gen: Ver­wechs­lun­gen und Jugend­sün­den 
    Sechs Wochen nach dem G20-Gip­fel haben ers­te Jour­na­lis­ten Bescheid bekom­men, war­um ihre Akkre­di­tie­rung ent­zo­gen wur­de. Was beim Bun­des­kri­mi­nal­amt an Daten über sie gespei­chert war, erweist sich als toxi­sches Datengebräu.Die größ­te Pein­lich­keit muss­te die Bun­des­re­gie­rung schon eine Woche nach dem Gip­fel in Ham­burg ein­räu­men: Unter den Jour­na­lis­ten, die das BKA als Sicher­heits­ri­si­ko erkannt hat­te, sei auch ein soge­nann­ter Reichs­bür­ger, hat­te der Spre­cher des Innen­mi­nis­te­ri­ums ver­brei­tet. Dabei hat­te sich der angeb­li­che Rechts­ex­tre­mist zu die­sem Zeit­punkt längst geoutet: Der NDR-Jour­na­list Chris­ti­an Wolf war durch eine schlich­te Namens­ver­wechs­lung auf die Schwar­ze Lis­te des BKA gera­ten. Er war nicht der Ein­zi­ge, der durch pure Schlam­pe­rei von der Bericht­erstat­tung aus­ge­schlos­sen wur­de. Inzwi­schen haben min­des­tens zwei wei­te­re Jour­na­lis­ten ein Ent­schul­di­gungs­schrei­ben von der Bun­des­re­gie­rung bekom­men. (…) Schar­fe Kri­tik kommt auch von der Deut­schen Jour­na­lis­ten­uni­on: Es sei ein Skan­dal, dass mit dem Ruf und der Exis­tenz­grund­la­ge so umge­gan­gen wer­de, heißt es in einer Erklä­rung. Für die noch aus­ste­hen­den Aus­künf­te an betrof­fe­ne Jour­na­lis­ten ver­hei­ße das nichts Gutes…” Bei­trag von Arnd Hen­ze, ARD-Haupt­stadt­stu­dio, vom 19.08.2017 bei der Tages­schau externer Link
  • G20-Akkre­di­tie­run­gen: BKA teilt [einemn!] Betrof­fe­nem Details mit
    “Das Bun­des­kri­mi­nal­amt (BKA) hat jetzt einem betrof­fe­nen Jour­na­lis­ten mit­ge­teilt, war­um ihm nach­träg­lich die Akkre­di­tie­rung für den G20-Gip­fel in Ham­burg ent­zo­gen wer­den soll­te. Dem­nach han­del­te es sich um einen Feh­ler der Behör­den. (…) Das drei­sei­ti­ge Ein­schrei­ben (“Betreff: Daten­schutz”) an den Ham­bur­ger Poli­zei­re­por­ter Frank Brün­del liegt ZAPP vor. Das Bun­des­kri­mi­nal­amt habe im Vor­feld des G20-Gip­fels bei den Sicher­heits­be­hör­den Erkennt­nis­se über die Jour­na­lis­ten ange­for­dert hat, die sich akkre­di­tie­ren woll­ten. Zu Frank Brün­del habe das Ham­bur­ger Lan­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz am 26. Juni 2017 fälsch­li­cher­wei­se fol­gen­den Sach­ver­halt an das BKA zurück­ge­mel­det: Der Ham­bur­ger Poli­zei­re­por­ter Frank Brün­del sei als Teil­neh­mer einer lin­ken Demons­tra­ti­on am 1. Mai fest­ge­nom­men wor­den. Es gebe tat­säch­lich Anhalts­punk­te dafür, “dass er einer gewalt­be­rei­ten Bewe­gung ange­hört oder die­se nach­drück­lich unter­stützt.” (…) Die­se Infor­ma­tio­nen hat das BKA offen­bar nicht wei­ter über­prüft und dem Bun­des­pres­se­amt emp­foh­len, Frank Brün­del die Akkre­di­tie­rung wie­der zu ent­zie­hen. Erst nach dem Gip­fel, schrei­ben die Sach­be­ar­bei­ter, habe das Bun­des­kri­mi­nal­amt noch ein­mal beim Lan­des­kri­mi­nal­amt in Ham­burg um wei­te­re Infor­ma­tio­nen gebe­ten. Die Lan­des­be­hör­de habe dar­auf­hin mit­ge­teilt, dass Brün­del “ent­ge­gen der zunächst über­mit­tel­ten Erkennt­nis­la­ge doch nicht Teil­neh­mer” der besag­ten Demons­tra­ti­on gewe­sen sei…” Bei­trag von Caro­li­ne Schmidt vom 18. August 2017 beim NDR online externer Link
  • Neun betrof­fe­ne Jour­na­lis­ten zie­hen jetzt vor Gericht 
    “Die vom Regie­rungs­spre­cher zuge­sag­te schnel­le Bear­bei­tung der ein­ge­zo­ge­nen Akkre­di­tie­run­gen zum G20-Gip­fel hält der Pra­xis nicht stand. Neun betrof­fe­ne Jour­na­lis­ten zie­hen jetzt vor Gericht. (…) Kein ein­zi­ger der betrof­fe­nen Jour­na­lis­ten weiß bis heu­te, also fünf Wochen spä­ter, war­um sei­ne Akkre­di­tie­rung ein­ge­zo­gen wur­de, war­um er als Sicher­heits­ri­si­ko ein­ge­stuft ist. Neun Kol­le­gen wol­len jetzt kla­gen. Das ist wohl die ein­zi­ge Mög­lich­keit, Licht ins Dun­kel zu brin­gen. Das wirft einen dunk­len Schat­ten auf net­te Gesprä­che mit dem Regie­rungs­spre­cher. Den Ter­min am 19. Juli hät­ten wir uns schen­ken kön­nen.” Kom­men­tar von Hen­drik Zör­ner vom 10. August 2017 beim DJV Blog externer Link
  • Vier Wochen nach G20: Jour­na­lis­ten haben noch immer kei­ne Begrün­dung für Ent­zug der Akkre­di­tie­rung
    “Er wer­de sich “inten­siv” dar­um küm­mern, dass “alle Fra­gen zügig beant­wor­tet wer­den”. Das hat­te Regie­rungs­spre­cher Stef­fen Sei­bert kurz nach dem G20-Gip­fel in Bezug auf den Akkre­di­tie­rungs­ent­zug für man­che Jour­na­lis­ten ver­spro­chen. Fast vier Wochen spä­ter haben die Betrof­fe­nen noch immer kei­ne Ant­wort – und Sei­berts Amt ver­weist an ande­re Stel­len. (…) Das Vor­ge­hen der Behör­den war ein außer­ge­wöhn­li­cher Vor­gang, der Betrof­fe­ne und Beob­ach­ter mit vie­len Fra­gen zurück­ließ. Vor allem mit der Fra­ge nach den Grün­den. Die woll­ten BKA und Bun­des­pres­se­amt, die für das Akkre­di­tie­rungs­ver­fah­ren zustän­dig waren, wäh­rend und auch nach dem G20-Gip­fel zunächst nicht beant­wor­ten. Erst nach­träg­lich ver­wies man auf neue, sicher­heits­re­le­van­te Erkennt­nis­se, die man erst spät gewon­nen habe. So hät­ten sich unter den Akkre­di­tier­ten links­ex­tre­me Straf­tä­ter befun­den, auch ein so genann­ter „Reichs­bür­ger“ soll für den G20-Gip­fel ange­mel­det gewe­sen sein. Es war eine sehr pau­scha­le Ant­wort auf die Fra­ge nach ins­ge­samt 32 indi­vi­du­el­len Zurück­wei­sun­gen, die gewiss nicht auf alle gesperr­ten Jour­na­lis­ten zutrifft, wie mitt­ler­wei­le klar ist. (…) Dabei erwei­sen sich zudem die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­ge, über die Jour­na­lis­ten Aus­kunft erhal­ten sol­len, als ziem­lich ver­wor­ren…” Bei­trag von Mar­vin Scha­de vom 4. August 2017 bei Mee­dia externer Link
  • G20-Dis­kre­di­tie­rung: »Wir sind gebrand­markt, wir 32«. Eine nd-Redak­teu­rin zur Ent­zie­hung ihrer Akkre­di­tie­rung für den G20-Gip­fel in Ham­burg durch das BKA
    “… Dass mich das BKA auf eine Lis­te mit ins­ge­samt 32 Journalist*innen schreibt, die alle­samt dem Gene­ral­ver­dacht unter­wor­fen wer­den, nicht jour­na­lis­tisch zu arbei­ten, ehrt mich also nicht. Die­se Lis­te ver­letzt nicht nur mei­nen Stolz, son­dern auch mei­ne Berufs­frei­heit; ihre Ver­brei­tung ver­letzt mein Per­sön­lich­keits­recht. Nur durch mei­nen Aus­weis konn­te ich mich frei in Ham­burg bewe­gen, nur er schütz­te mich vor Ein­schrän­kun­gen und Angrif­fen sei­tens der Poli­zei. Denn, wie mir Kolleg*innen lei­der berich­te­ten: Der ein­fa­che Pres­se­aus­weis schütz­te vor all dem in der auf­ge­la­de­nen Atmo­sphä­re kaum mehr. Der Akkre­di­tie­rungs­aus­weis garan­tier­te die Pres­se­frei­heit für den Ein­zel­nen. Wir durf­ten uns frei bewe­gen – weil wir es für unse­re Arbeit auch muss­ten. (…) Also sage ich es hier ganz klar: Die­se Lis­te dis­kre­di­tiert mich und mei­ne jour­na­lis­ti­sche Arbeit zu Unrecht. Ich wer­de sie nicht akzep­tie­ren, jetzt nicht und auch in Zukunft nicht.” Bei­trag von Elsa Koes­ter vom 18.07.2017 beim ND online externer Link
  • Aus­schluss von Jour­na­lis­ten bei G20-Gip­fel: Trau, schau, wem?
    “32 Jour­na­lis­ten wur­de beim G20-Gip­fel wegen Sicher­heits­be­den­ken die Akkre­di­tie­rung ent­zo­gen. Die Beschat­tung von Pres­se­ver­tre­tern auf Groß­ver­an­stal­tun­gen zähl­te offen­bar schon seit Lan­gem zur Pra­xis. (…) In Ham­burg waren ursprüng­lich sämt­li­che der 5.101 ange­mel­de­ten Medi­en­ver­tre­ter akkre­di­tiert wor­den. Min­des­tens einer von den 32 spä­ter aus­ge­lis­te­ten Kol­le­gen war sogar auf das Roll­feld der ein­tref­fen­den Air­for­ce One gelas­sen wor­den, ohne dass der für sei­ne über­gro­ße Vor­sicht bekann­te US Secret Ser­vice ner­vös gewor­den wäre. Bei die­sen 32 Medi­en­ver­tre­tern hat­te das BKA aller­dings durch­aus “Staats­schutz-Beden­ken” ange­mel­det, bei vier davon sogar ver­stärkt. Die Ein­schät­zun­gen sol­len sich laut Regie­rungs­spre­cher Stef­fen Sei­bert aus­schließ­lich auf eige­ne Erkennt­nis­se deut­scher Behör­den gestützt haben. Daher hät­te man sich auf den Kom­pro­miss geei­nigt, die­se Jour­na­lis­ten zwar ins Gip­felin­ne­re zu las­sen, sie aber gleich­zei­tig heim­lich zu beschat­ten. Nach den Aus­schrei­tun­gen von Don­ners­tag­abend habe man dann – so heißt es in Pres­se­mit­tei­lun­gen von Bun­des­pres­se­amt und Bun­des­kri­mi­nal­amt – am Frei­tag eine Neu­be­wer­tung vor­ge­nom­men. Offen­bar hielt man auch eine Beschat­tung als mil­de­res Mit­tel nicht mehr für prak­ti­ka­bel. Daher habe man 32 Medi­en­ver­tre­tern nach­träg­lich die Akkre­di­tie­rung ent­zo­gen. Ähn­li­ches sei außer­dem bei Ser­vice­kräf­ten wie Cate­rern gesche­hen, so dass ins­ge­samt etwa 80 Per­so­nen aus­ge­schlos­sen wur­den…” Bei­trag von Mar­kus Kom­pa vom 13. Juli 2017 bei Legal Tri­bu­ne Online externer Link
  • Jour­na­lis­ten wer­den offen­bar seit zehn Jah­ren beob­ach­tet
    Poli­ti­sche Gip­fel­tref­fen in Deutsch­land bedeu­ten Arbeit auch für Tau­sen­de Jour­na­lis­ten, egal ob die G 7, die G 20 oder die EU-Spit­zen rufen. Seit mehr als zehn Jah­ren wer­den bestimm­te Jour­na­lis­ten dabei durch deut­sche Poli­zei­be­am­te beauf­sich­tigt, heißt es aus Sicher­heits­krei­sen. Das sei nichts Unge­wöhn­li­ches, sagt ein Beam­ter. Son­dern schon häu­fi­ger vor­ge­kom­men. “Min­des­tens seit Hei­li­gen­damm”, also seit dem G‑8-Gip­fel in dem Ost­see-Bade­ort im Juni 2007. Das ist eine Neu­ig­keit. (…) Die 32 Jour­na­lis­ten hät­ten zu jenen gezählt, die sich bei die­sem Gip­fel­tref­fen ohne­hin nur in “Beglei­tung” durch BKA-Beam­te in Sicher­heits­be­rei­chen bewe­gen durf­ten. Von vorn­her­ein. So wie es gän­gi­ge Pra­xis sei. Und der Spre­cher des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums ergänz­te: Nein, neue Erkennt­nis­se über die­se 32 Jour­na­lis­ten habe man dann nicht plötz­lich erhal­ten, “son­dern über die Ver­hält­nis­se”. Das heißt, nur über die orga­ni­sa­to­ri­schen Abläu­fe. Die Räu­me etwa. Die BKA-Sicher­heits­leu­te hät­ten ein­se­hen müs­sen, dass sie die Eins-zu-eins-Über­wa­chung ver­däch­ti­ger Jour­na­lis­ten nicht wür­den leis­ten kön­nen, also schloss man die­se eben ganz aus. Die Erklä­rung wirft ihrer­seits eher neue Fra­gen auf. Man habe über die Akkre­di­tie­run­gen “im Sin­ne eines größt­mög­li­chen Zugangs” ent­schie­den, erklär­te Sei­bert zur Begrün­dung. Die größ­te Här­te für Jour­na­lis­ten, näm­lich kei­ne Akkre­di­tie­rung zu bekom­men, soll­te ver­mie­den wer­den. Des­halb die “Beglei­tung” durch BKA-Beam­te…” Arti­kel von Cers­tin Gam­melin und Ronen Stein­ke vom 12. Juli 2017 bei der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • [dju] Ent­zo­ge­ne Akkre­di­tie­run­gen beim G‑20-Gip­fel: ver.di erwar­tet Auf­klä­rung und Rechen­schaft von Bun­des­da­ten­schutz­be­auf­trag­ter, Bun­des­kri­mi­nal­amt und Bun­des­pres­se­amt 
    Wegen des Umgangs des Bun­des­pres­se­amts und der Poli­zei mit akkre­di­tier­ten Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten im Rah­men des G‑20-Gip­fels in Ham­burg hat die Deut­sche Jour­na­lis­tin­nen- und Jour­na­lis­ten-Uni­on (dju) in ver.di die Bun­des­da­ten­schutz­be­auf­trag­te, Andrea Voß­hoff, per Brief (https://​tinyurl​.com/​y​c​k​q​b​frg externer Link) um Auf­klä­rung der Vor­gän­ge gebe­ten. Die Ver-ant­wort­li­chen müss­ten zur Rechen­schaft gezo­gen wer­den. In wei­te­ren Schrei­ben an den Prä­si­den­ten des Bun­des­kri­mi­nal­am­tes (BKA), Hol­ger Münch (https://​tinyurl​.com/​y​a​l​e​8​me6 externer Link), und den Chef des Bun­des­pres­se­am­tes, Stef­fen Sei­bert (https://​tinyurl​.com/​y​8​6​n​e​4jl externer Link), wird die Rol­le der Bun­des­be­hör­den hin­ter­fragt. (…) Die dju in ver.di hat für meh­re­re Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten, denen die Akkre­di­tie­rung ent­zo­gen wur­de, beim BKA und beim Bun­des­pres­se­amt for­mell Wider­spruch ein­ge­legt und ange­kün­digt, den Vor­gang auf dem Rechts­weg vor das Ver­wal­tungs­ge­richt zu brin­gen.” Pres­se­mit­tei­lung vom 12.07.2017 externer Link
  • Ent­zug der G20-Akkre­di­tie­run­gen »lang­sam ein Kri­mi«. BKA erklärt Vor­ge­hen gegen Jour­na­lis­ten: Erst »Staats­schutz­er­kennt­nis­se«, dann »zusätz­li­che sicher­heits­re­le­van­te« Infos – aber von wem?
    Der Ent­zug von Akkre­di­tie­run­gen für über 30 Jour­na­lis­ten beim G20-Gip­fel »ent­wi­ckelt sich lang­sam zum Kri­mi«. So jeden­falls for­mu­liert es der frü­he­re Bun­des­be­auf­trag­te für den Daten­schutz, Peter Schaar. Grund: Der Ver­dacht, dass womög­lich Infor­ma­tio­nen tür­ki­scher Sicher­heits­be­hör­den Anlass für die Ent­schei­dun­gen gegen die Medi­en­ver­tre­ter gewe­sen sein könn­ten, ist wei­ter­hin nicht voll­stän­dig aus­ge­räumt…” News­blog vom 12.07.2017 beim ND online externer Link
  • Uner­träg­li­che Stig­ma­ti­sie­rung von Jour­na­lis­ten
    Repor­ter ohne Gren­zen ist ent­setzt über den leicht­fer­ti­gen Umgang der Behör­den mit dem Ent­zug von Pres­se-Akkre­di­tie­run­gen beim G20-Gip­fel in Ham­burg. Nach Recher­chen des ARD-Haupt­stadt­stu­di­os kur­sier­te unter den beim Gip­fel ein­ge­setz­ten Poli­zis­ten offen­bar in grö­ße­rer Auf­la­ge eine „schwar­ze Lis­te“ mit den Namen von 32 Jour­na­lis­ten, denen aus Sicher­heits­be­den­ken die bereits erteil­ten Akkre­di­tie­run­gen aberkannt wur­den…” RoG-Pres­se­mit­tei­lung vom 11.07.2017 externer Link
  • G20-Akkre­di­tie­rung ent­zo­gen. Kri­tik an Lis­te mit Jour­na­lis­ten­na­men
    Ein mas­si­ver Ein­griff in die Pres­se­frei­heit, ein bei­spiel­lo­ser Ver­stoß gegen den Daten­schutz: 32 Jour­na­lis­ten wur­de beim G20-Gip­fel nach­träg­lich die Akkre­di­tie­rung ent­zo­gen. Waren Hin­wei­se von aus­län­di­schen Geheim­diens­ten der Grund?...” Bei­trag von Arnd Hen­ze (ARD) vom 11.07.2017 bei der Tages­schau externer Link
  • G20: Kri­tik an Über­grif­fen auf Jour­na­lis­ten
    Pfef­fer­spray-Atta­cken und Schlag­stock­ein­sät­ze gegen Medi­en­ver­tre­ter /​Neun Pres­se­ak­kre­di­tie­run­gen ein­ge­zo­gen, 23 Namen auf omi­nö­ser Lis­te…” Arti­kel vom 10.07.2017 beim ND online externer Link
  • Brief an das BKA: DJV for­dert Auf­klä­rung
    Der Deut­sche Jour­na­lis­ten-Ver­band for­dert vom Bun­des­kri­mi­nal­amt Ant­wor­ten auf Über­grif­fe von Poli­zis­ten auf Bericht­erstat­ter im Rah­men des G20-Gip­fels in Ham­burg…” Pres­se­mit­tei­lung vom 10. Juli 2017 externer Link
  • G20-Gip­fel: ver.di/dju mahnt Ein­satz­kräf­te zur Zurück­hal­tung – „Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten dür­fen an der Aus­übung ihrer Tätig­keit nicht gehin­dert wer­den“
    “Im Zusam­men­hang mit den Pro­tes­ten und Demons­tra­tio­nen zum G20-Gip­fel in Ham­burg mahnt die Deut­sche Jour­na­lis­tin­nen- und Jour­na­lis­ten-Uni­on (dju) in ver.di die Ein­satz­kräf­te zur Wah­rung der grund­ge­setz­lich geschütz­ten Pres­se­frei­heit, die Bericht­erstat­tern im öffent­li­chen Inter­es­se unge­hin­der­te Zugangs­rech­te gewäh­re. „Es kann nicht sein, dass Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten von den Ein­satz­kräf­ten an der Aus­übung ihres Berufs gehin­dert wer­den. Die Öffent­lich­keit muss sich ein dif­fe­ren­zier­tes Bild von der Situa­ti­on in Ham­burg machen kön­nen“, stell­te dju-Bun­des­ge­schäfts­füh­re­rin Cor­ne­lia Haß am Frei­tag klar: „Die Frei­heit der Bericht­erstat­tung muss zu jedem Zeit­punkt gewähr­leis­tet sein.“ Es meh­ren sich Berich­te von Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten, die in den zurück­lie­gen­den Stun­den wie­der­holt von Ein­satz­kräf­ten der Poli­zei trotz gül­ti­gen Pres­se­aus­wei­ses bei der Arbeit behin­dert wur­den. „Wir erwar­ten, dass die dem Arti­kel 5 (Pres­se- und Infor­ma­ti­ons­frei­heit) ent­spre­chen­den Rech­te von den Ein­satz­kräf­ten respek­tiert und ihrer­seits durch­ge­setzt und der bun­des­ein­heit­li­che Pres­se­aus­weis als Legi­ti­ma­ti­on für die pro­fes­sio­nel­le jour­na­lis­ti­sche Arbeit im öffent­li­chen Inter­es­se aner­kannt wer­den“, beton­te Haß…” ver.di-Pressemitteilung vom 7. Juli 2017 externer Link
  • G20: Der Deut­sche Jour­na­lis­ten-Ver­band for­dert alle Bericht­erstat­ter über den G20-Gip­fel in Ham­burg zu äußers­ter Vor­sicht auf.
    “Anlass ist die Eska­la­ti­on der Gewalt in der Han­se­stadt. Nach Infor­ma­tio­nen des DJV wird weder von gewalt­tä­ti­gen Demons­tran­ten noch von Ein­satz­kräf­ten Rück­sicht auf Repor­ter, Foto­gra­fen und Kame­ra­leu­te genom­men. „Pas­sen Sie noch bes­ser als sonst auf sich auf“, rät DJV-Bun­des­vor­sit­zen­der Frank Über­all den Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten. Die ver­ant­wort­li­chen Ein­satz­lei­ter for­dert Über­all auf, den Beam­ten ein­zu­schär­fen, dass Jour­na­lis­ten kei­ne Stö­ren­frie­de sei­en, son­dern den Auf­trag zur frei­en und unge­hin­der­ten Bericht­erstat­tung wahr­näh­men. Soll­ten Jour­na­lis­ten an der Bericht­erstat­tung gehin­dert wer­den, kön­nen sie sich an den DJV-Lan­des­ver­band Ham­burg wen­den, des­sen Mit­ar­bei­ter wäh­rend des G20-Gip­fels mobil erreich­bar sind unter (0178) 519 71 09 und per Mail an info@​djv-​hamburg.​de…” DJV-Pres­se­mit­tei­lung vom 7. Juli 2017 externer Link

Der Bei­trag G20-Gip­fel in Ham­burg: Poli­zei­ge­walt gegen Pres­se­frei­heit erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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