[labournet:] Der Wiederaufbau des libertären Kulturzentrums Libertatia in Thessalonki braucht Solidarität

Das 2018 von Nazis in Brand gesteckte Zentrum in Thessaloniki - wird wieder aufgebaut„… Seit dem Beginn der Haus­be­set­zung 2008 sind Aktivist*innen der Liber­ta­tia an den gesell­schaft­li­chen Kämp­fen in Thes­sa­loní­ki betei­ligt. Genannt sei­en hier nur die Soli­da­ri­täts­ak­tio­nen mit Geflüch­te­ten, der Kampf gegen die Sonn­tags­ar­beit an der Sei­te von Basis­ge­werk­schaf­ten, oder die Ver­tei­di­gung der von Räu­mung bedroh­ten selbst­ver­wal­te­ten Sei­fen­fa­brik Vio​.Me, die seit 2012 von Arbeiter*innen besetzt ist. Heu­te ist das aus­ge­brann­te neo­klas­si­zis­ti­sche Gebäu­de von einem hohen Metall­zaun umge­ben. Die lee­ren Fens­ter­höh­len laden nicht unbe­dingt zum Ver­wei­len ein. Wäh­rend der natio­na­lis­ti­schen Mobi­li­sie­rung im Zuge des Namens­streits mit dem grie­chi­schen Nach­bar­staat Nord­ma­ze­do­ni­en, hat­te ein Mob von 150 Nazis und rech­ten Fuß­ball­hoo­li­gans, am 21. Janu­ar 2018, das Liber­ta­tia ange­grif­fen. Meh­re­re Natio­na­lis­ten tra­ten die Tür ein und leg­ten Feu­er im Inne­ren des Hau­ses, das bis auf die Grund­mau­ern abbrann­te. (…) An der Geschich­te des Hau­ses wird deut­lich, dass die grie­chi­sche Regi­on Make­donía und ihre Haupt­stadt Thes­sa­loní­ki nicht immer so grie­chisch und christ­lich-ortho­dox waren, wie Natio­na­lis­ten behaup­ten. Bis vor nicht ein­mal 100 Jah­ren leb­ten in der Stadt über 70 000 Tür­kin­nen und Tür­ken, rund 60 000 sephar­di­sche Jüdin­nen und Juden sowie 30 000 Grie­chin­nen und Grie­chen, zudem Sin­ti und Roma, bul­ga­ri­sche, sla­wi­sche und alba­ni­sche Min­der­hei­ten. 1922/​1923 wur­de die tür­ki­sche Bevöl­ke­rung im Zuge des grie­chisch-tür­ki­schen Bevöl­ke­rungs­aus­tauschs ver­trie­ben. Die jüdi­sche Bevöl­ke­rung wur­de 1942/​1943 in deut­sche Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger depor­tiert und ermor­det. Vie­le Grie­chin­nen und Grie­chen haben die­sen Teil der Stadt­ge­schich­te ver­drängt. Nach den erfolg­rei­chen 3‑tägigen Fei­er­lich­kei­ten zum 12-jäh­ri­gen Beset­zungs­ju­bi­lä­um Mit­te Okto­ber 2020 gelang es den Beset­ze­rin­nen und Beset­zern Ende Novem­ber ohne wei­te­re poli­zei­li­che Stö­rung die schwe­ren Teer­bah­nen zu ver­le­gen. Das Dach ist damit kurz vor Beginn der Regen­sai­son win­ter­fest. Um den Wie­der­auf­bau des Hau­ses als anti­fa­schis­ti­sches Zen­trum im kom­men­den Jahr ein gutes Stück vor­an­zu­trei­ben, star­tet nun im Win­ter eine Spen­den­kam­pa­gne…“ – aus dem Soli­da­ri­täts­auf­ruf „Thes­sa­lo­ni­ki: Liber­ta­tia wie­der­auf­bau­en!“ von Ralf Dreis am 06. Dezem­ber 2020 beim Grie­chen­land Soli­da­ri­täts­ko­mi­tee Köln externer Link wor­in auch die nöti­gen Anga­ben, wie Spen­den­kon­to usw. zu fin­den sind. Sie­he dazu auch einen wei­te­ren Bei­trag und den Hin­weis auf unse­ren Bericht zur faschis­ti­schen Brand­stif­tung im Janu­ar 2018:

  • „Anti­fa heißt Häu­ser bau­en“ von Ralf Dreis am 03. Dezem­ber 2020 in der jung­le world externer Link (Aus­ga­be 49/​2020) zum kei­nes­wegs „ruhi­gen“ Wie­der­auf­bau Liber­ta­ti­as: „…»Nicht zu ver­ges­sen die stän­di­gen Bul­len­über­grif­fe«, wirft Lia ein. Wie­der­holt sei­en wäh­rend der Bau­ar­bei­ten Poli­zei­ein­hei­ten ange­rückt, bereits zwei Mal hät­ten sie Leu­te fest­ge­nom­men ­sowie Bau­ma­te­ri­al und Werk­zeu­ge beschlag­nahmt. Den jun­gen Leu­ten wird unter ande­rem ille­ga­le Bau­tä­tig­keit vor­ge­wor­fen »Unser Zim­mer­mann war fast mit dem Dach­auf­bau fer­tig, als ihn die Bul­len fest­nah­men«, erzählt Lia lachend. Um das Dach fer­tig­stel­len zu kön­nen, habe man kurz dar­auf zu ­einer Kund­ge­bung am Haus auf­ge­ru­fen. Wäh­rend 250 Leu­te fünf Stun­den lang rund um das Gebäu­de aus­ge­harrt hät­ten, sei­en ande­re auf dem Dach gewe­sen, um Bret­ter zu ver­na­geln. Von einem Bal­kon des Nach­bar­hau­ses grüßt ein älte­rer Mann: »Na, Kin­der, plant ihr wie­der ille­ga­le Sachen?« »Klar, Giór­go*, es muss ja wei­ter­ge­hen«, lacht Stá­this. Das Ver­hält­nis zu den meis­ten in der Nach­bar­schaft ist her­vor­ra­gend. Dimí­tris sagt: »Sie hel­fen aus, spen­den mal was, kochen wäh­rend der Bau­ta­ge oder war­nen uns, wenn die Bul­len auf­tau­chen.« Bei­de Male, als Poli­zis­ten die Bau­stel­le stürm­ten, um Leu­te fest­zu­neh­men, hät­ten sich Nach­barn von ihren Bal­ko­nen aus ein­ge­mischt und die Beam­ten beschimpft. Unter der im Juli 2019 von der kon­ser­va­ti­ven Nea Dimo­kra­tia gebil­de­ten ­Regie­rung haben sich die Repres­sa­li­en deut­lich ver­schärft. Der par­tei­lo­se Bür­ger­schutz­mi­nis­ter Micha­lis Chry­so­cho­idis, ein hard­li­ner in Sachen law and order und ehe­ma­li­ger Sozi­al­de­mo­krat, ließ noch im Som­mer des­sel­ben Jah­res die meis­ten von Flücht­lin­gen besetz­ten Gebäu­de in Athen räu­men, ­spä­ter auch anar­chis­ti­sche Beset­zun­gen. Bru­ta­les poli­zei­li­ches Vor­ge­hen gegen Flücht­lin­ge, Anar­chis­ten und ande­re Lin­ke bis hin zur Fol­ter von Demons­trie­ren­den bleibt unge­straft, manch­mal gibt es eine poli­zei­in­ter­ne Unter­su­chung ohne Kon­se­quen­zen. Obwohl im August das wich­ti­ge besetz­te anar­chis­ti­sche Zen­trum Ter­ra inco­gni­ta in Thes­sa­lo­ni­ki geräumt wur­de, ist Stá­this opti­mis­tisch…“
  • Liber­ta­tia wie­der­auf­bau­en! Unter­stüt­zung für das anar­chis­ti­sche Zen­trum Liber­ta­tia in Thes­sa­loní­ki, Grie­chen­land
    “… Die Fort­schrit­te beim Wie­der­auf­bau der Rui­ne sind beein­dru­ckend. Das neue Dach ist fast fer­tig. Zwi­schen­de­cken wer­den ein­ge­zo­gen und im klei­ne­ren Hin­ter­haus sind ein­zel­ne Räu­me schon ver­putzt und gestri­chen. Am schlimms­ten sei es gewe­sen, betont eine Akti­vis­tin, die Ton­nen von Bau­schutt und ver­brann­ten Bal­ken zu ent­sor­gen. Wochen­lang habe man Dreck geschip­pt. Danach sei es bes­ser gewor­den, doch es gehe nur lang­sam vor­an. Dies lie­ge einer­seits am Geld­man­gel, dann sei noch der Coro­na-Lock­down hin­zu gekom­men und nicht zu ver­ges­sen die andau­ern­de Repres­si­on durch die Poli­zei. Wie­der­holt sei­en wäh­rend der Bau­ar­bei­ten star­ke Poli­zei­ein­hei­ten ange­rückt, zwei­mal wur­den wäh­rend der Arbeit Leu­te fest­ge­nom­men, Bau­ma­te­ri­al sowie Werk­zeug beschlag­nahmt, zuletzt am 23. August 2020. Um das Dach fer­tig stel­len zu kön­nen, muss­ten die Besetzer*innen zu einer Kund­ge­bung am Haus mobi­li­sie­ren. Wäh­rend 250 Leu­te fünf Stun­den lang um das Haus aus­harr­ten, ver­na­gel­ten ande­re Bret­ter auf dem Dach. Das zeig­te zwar die momen­ta­nen Gren­zen staat­li­cher Macht, doch kos­ten sol­che Aktio­nen viel Kraft. Seit Regie­rungs­an­tritt der rech­ten Néa Dimo­kra­tía im Som­mer 2019 hat sich die Repres­si­on gegen den inne­ren Feind extrem ver­schärft. (…) Nach den erfolg­rei­chen drei­tä­gi­gen Fei­er­lich­kei­ten zum zwölf­jäh­ri­gen Beset­zungs­ju­bi­lä­um Mit­te Okto­ber 2020 gelang es den Besetzer*innen Ende Novem­ber ohne wei­te­re poli­zei­li­che Stö­rung die schwe­ren Teer­bah­nen zu ver­le­gen. Das Dach ist damit kurz vor Beginn der Regen­sai­son win­ter­fest. Um den Wie­der­auf­bau des Hau­ses als anti­fa­schis­ti­sches Zen­trum im kom­men­den Jahr ein gutes Stück vor­an­zu­trei­ben, star­tet nun im Win­ter eine Spen­den­kam­pa­gne.” Der glei­che Arti­kel von Ralf Dreis (FAU Frank­furt) vom 30. Dezem­ber 2020 in Direk­te Akti­on externer Link – eben­falls mit Spen­den­kon­to der FAU Frankfurt/​M.: FAU-Frank­furt a.M.
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Der Bei­trag Der Wie­der­auf­bau des liber­tä­ren Kul­tur­zen­trums Liber­ta­tia in Thes­sa­lon­ki braucht Soli­da­ri­tät erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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