[labournet:] 11.1.2016: Legida/​Pegida und Gegenprotest in Leipziger Innenstadt, zeitgleich Nazi-Angriff auf linken Stadtteil Connewitz

Dossier

Wir lassen uns den Platz nicht nehmen. Gegen Legida/Pegida am 11. Jnauar 2016 in LeipzigWäh­rend am Mon­tag 3500 beim Auf­marsch von LEGIDA/​PEGIDA in der Leip­zi­ger Innen­stadt ras­sis­ti­sche Het­ze ver­brei­te­ten und ca. 2000 Men­schen dage­gen auf die Stra­ße gin­gen, nutz­ten ca. 250 Nazis und Rassist*innen die Situa­ti­on aus und grif­fen im Leip­zi­ger Stadt­teil Con­ne­witz meh­re­re Laden­ge­schäf­te, Knei­pen, einen Imbiss, das Ver­eins­lo­kal des anti­ras­sis­ti­schen Fuß­ball­ver­eins „Roter Stern Leip­zig“ und meh­re­re Woh­nun­gen an. Außer­dem wur­den meh­re­re Men­schen ver­letzt, die sich nicht recht­zei­tig in Schutz brin­gen konn­ten. Der Angriff erfolg­te zu einer Zeit, als ein Groß­teil der anti­ras­sis­ti­schen und anti­fa­schis­ti­schen Stadtteilbewohner*innen die Gegen­pro­tes­te in der Innen­stadt unter­stüt­zen. Dabei rech­ne­ten die Nazis offen­sicht­lich jedes Geschäft, Auto und jede Müll­ton­ne in der Wolf­gang-Hein­ze-Stra­ße der anti­fa­schis­ti­schen Sze­ne zu und zer­stör­ten wahn­haft alles, was auf ihrem Weg lag. Wäh­rend die Ermitt­lungs­be­hör­den den Kreis der Täter auf das Hoo­li­gan­spek­trum von LOK-Leip­zig und des Hal­le­schen FC redu­zie­ren, wur­de anhand von Auto­kenn­zei­chen schnell deut­lich, dass bun­des­weit zu der Akti­on mobi­li­siert wur­de, unter ande­rem aus dem Leip­zi­ger Umland, Dres­den, Ber­lin, Dort­mund sowie aus Öster­reich. Da der Auto­treff­punkt der Nazis glück­li­cher­wei­se recht schnell aus­ge­macht wur­de, konn­te deren „gute Heim­rei­se“ zum Teil erfolg­reich erschwert wer­den…Bericht von anti­fa leip­zig bei Indy­m­e­dia links­un­ten vom 12.Januar 2016 externer Link. Sie­he dazu:

  • Im Schne­cken­tem­po zu mil­den Urtei­len: Fünf Jah­re nach dem Nazi­über­fall auf Con­ne­witz ist noch immer ein Drit­tel der über 200 Täter ohne Urteil New
    “… Erkennt­nis­se über Draht­zie­her und Hin­ter­grün­de erhoff­ten sich vie­le von Gerichts­pro­zes­sen gegen ins­ge­samt 218 Betei­lig­te, denen in der Regel Land­frie­dens­bruch im beson­ders schwe­ren Fall zur Last gelegt wur­de. Die ers­ten Ver­fah­ren fan­den frei­lich erst im August 2018, mehr als zwei­ein­halb Jah­re nach dem Über­fall, statt. Wei­te­re 29 Mona­te spä­ter fällt die Bilanz ernüch­ternd aus: Bis zum Sep­tem­ber waren 114 Ange­klag­te rechts­kräf­tig ver­ur­teilt, wie Sach­sens Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um auf eine klei­ne Anfra­ge der lin­ken Leip­zi­ger Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Jule Nagel hin mit­teil­te. Urtei­le gegen wei­te­re 19 Ange­klag­te waren zu dem Zeit­punkt noch nicht rechts­kräf­tig. (…) Nur rund zwei Drit­tel der Täter sind ver­ur­teilt. Ein wei­te­res Drit­tel der Täter hat noch nicht ein­mal vor Gericht gestan­den. Es wer­de wohl auch noch das gesam­te Jahr 2021 dau­ern, bis alle Ver­fah­ren been­det sind, fürch­tet Axel Berg von der Initia­ti­ve »Pro­zess 1101«. Die­se beglei­tet die Pro­zess­se­rie und doku­men­tiert aus­ge­wähl­te Ver­hand­lun­gen. Die lan­ge Dau­er der juris­ti­schen Auf­ar­bei­tung sei nicht zuletzt für Zeu­gen sehr belas­tend, die immer wie­der zu den sie sehr belas­ten­den Gescheh­nis­sen befragt wer­den. Nagel sagt, man müs­se inzwi­schen »von Ver­schlep­pung der Ver­fah­ren spre­chen«, und wirft die Fra­ge auf, ob Lin­ke ähn­lich mil­de behan­delt wür­den. Ein Fall, in dem der Staat mit exem­pla­ri­scher Här­te reagier­te, wur­de vor Jah­res­frist eben­falls am Amts­ge­richt Leip­zig ver­han­delt. Der Pro­zess wur­de einem Betei­lig­ten der Con­ne­wit­zer Ran­da­le von Sil­ves­ter 2019 /​20 gemacht, der einem Poli­zis­ten ein Bein gestellt haben soll­te. Das Urteil fiel in einem beschleu­nig­ten Ver­fah­ren gan­ze acht Tage nach der Tat. (…) Die Ange­klag­ten legen, wie Berg for­mu­liert, ein »tech­ni­sches Geständ­nis« ab und räu­men ihre Betei­li­gung ein, die sie frei­lich als nach­ge­ord­net dar­stel­len; in Con­ne­witz ist inzwi­schen sar­kas­tisch von der »längs­ten letz­ten Rei­he der Welt« die Rede. Im Gegen­zug gibt es mil­de Urtei­le. In der über­wie­gen­den Zahl der Fäl­le han­delt es sich um Stra­fen von unter zwei Jah­ren, die zur Bewäh­rung aus­ge­setzt wur­den. Das trifft laut Nagel auch für Ange­klag­te zu, die zum Tat­zeit­punkt vor­be­straft waren oder seit­her wie­der straf­fäl­lig gewor­den sei­en. Die Begrün­dung lau­tet: Die Tat lie­ge lan­ge zurück. Das gemäch­li­che Arbei­ten der säch­si­schen Jus­tiz, sagt Nagel, »kommt also den Ange­klag­ten zugu­te«. Kei­ne Auf­klä­rung gibt es in den Ver­hand­lun­gen zu Hin­ter­grün­den und Draht­zie­hern des Über­falls. Der war nach Ansicht von Beob­ach­tern gene­ral­stabs­mä­ßig geplant. Unter den Tätern, so zeig­te eine von Anti­fa­krei­sen publi­zier­te Lis­te, waren Mit­glie­der von Kame­rad­schaf­ten, NPD-Funk­tio­nä­re, Fuß­ball­hoo­li­gans, Anhän­ger der ver­bo­te­nen Grup­pe »Blood & Honour« sowie Kampf­sport­ler. Sie stamm­ten nicht nur aus Leip­zig und des­sen Umland, son­dern auch aus Dres­den, Thü­rin­gen, Sach­sen-Anhalt und Ber­lin-Bran­den­burg. Der Angriff auf das Vier­tel erfolg­te ver­mut­lich gezielt an einem Tag, an dem vie­le von des­sen Bewoh­nern in der Innen­stadt gegen die Kund­ge­bung zum ers­ten Jah­res­tag der Legi­da-Bewe­gung pro­tes­tier­ten. Von der Sei­te der Poli­zei und der Staats­an­walt­schaft habe es aber kei­ne Ermitt­lun­gen zu Pla­nung und Orga­ni­sa­ti­on gege­ben, sagt Nagel. (…) Ins­ge­samt herr­sche des­halb im Stadt­teil gro­ße Ernüch­te­rung über die juris­ti­sche Auf­ar­bei­tung des Über­falls, der als Zäsur und schwer­wie­gen­des Ereig­nis gel­te. »Es gab eine gewis­se Hoff­nung«, sagt Berg, »aber was seit August 2018 in den Gerich­ten pas­siert, ist wenig ermu­ti­gend und lässt an den Mög­lich­kei­ten der Jus­tiz zwei­feln.«” Arti­kel von Hen­drik Lasch vom 10. Janu­ar 2021 in neu­es Deutsch­land online externer Link, sie­he dazu auch:
    • Fünf Jah­re „Sturm auf Con­ne­witz“: Schlep­pen­de Auf­klä­rung
      “… Der Abend des 11. Janu­ar 2016 wird Leip­zig-Con­ne­witz noch lan­ge in Erin­ne­rung blei­ben. Im Schutz der Dun­kel­heit, bewaff­net mit Lat­ten und Eisen­stan­gen, ver­mummt und schwarz geklei­det, zie­hen mehr als 200 Neo­na­zis durch den links­al­ter­na­ti­ven Stadt­teil und zer­schmet­tern Schei­ben von Bars, Geschäf­ten und Imbiss­lä­den, demo­lie­ren Häu­ser, zün­den Autos an. Nach weni­gen Minu­ten rückt die Poli­zei an und setzt 200 Tat­ver­däch­ti­ge fest. Zurück bleibt ein Bild der Ver­wüs­tung: Eini­ge Ver­letz­te, 113.000 Euro Sach­scha­den und ein Schock, der die Bewohner:innen des Vier­tels noch lan­ge beglei­ten wird. Es war der größ­te Neo­na­zi-Angriff seit den Neun­zi­gern. Fünf Jah­re ist das nun her. Eigent­lich eine lan­ge Zeit für die Straf­ver­fol­gung, wenn die Tat­ver­däch­ti­gen schon Minu­ten nach dem Angriff fest­ge­setzt und iden­ti­fi­ziert wur­den. Den­noch sind noch immer nicht alle Täter ver­ur­teilt, die Pro­zes­se lau­fen schlep­pend. Die bereits Ver­ur­teil­ten kamen bis­lang mit rela­tiv mil­den Stra­fen davon…” Arti­kel von Sarah Ulrich vom 11. Janu­ar 2021 in der taz online externer Link
    • Thread von Aiko Kem­pen vom 11.1.2021 externer Link: “#le1101: Heu­te vor fünf Jah­ren grif­fen rund 250 mit Äxten, Schlag­stö­cken und Mes­sern bewaff­ne­te Neo­na­zis und Hoo­li­gans den Leip­zi­ger Stadt­teil #Con­ne­witz an. Sie ver­letz­ten min­des­tens fünf Men­schen, zün­de­ten einen Spreng­satz in einem Döne­r­im­biss und demo­lier­ten Geschäf­te…”
    • Sie­he dazu auf Twit­ter “#le1101 und #le1101prozess
  • Kame­ra­den auf bei­den Sei­ten der Zel­len­tür
    „… Sach­sens neu­er Jus­tiz­skan­dal wei­tet sich aus. Der säch­si­sche Jus­tiz­be­am­te, der im Janu­ar 2016 am »Sturm auf Con­ne­witz« – einem der größ­ten orga­ni­sier­ten Angrif­fe von Neo­na­zis und Hoo­li­gans der letz­ten drei Jahr­zehn­te – betei­ligt war, stand nach Recher­chen des kreu­zer und des Tages­spie­gels anschei­nend in direk­tem Kon­takt zu inhaf­tier­ten Rechts­ter­ro­ris­ten. Zugleich brö­ckelt die bis­he­ri­ge Dar­stel­lung des säch­si­schen Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums, wonach man nicht frü­her habe reagie­ren kön­nen. Nach Recher­chen von kreu­zer und Tages­spie­gel han­delt es sich bei dem sus­pen­dier­ten Beam­ten um den Leip­zi­ger Kers­ten H. Er war betei­ligt, als am Abend des 11. Janu­ar 2016 rund 250 größ­ten­teils ver­mumm­te Neo­na­zis und Hoo­li­gans durch den links­ge­präg­ten Leip­zi­ger Stadt­teil Con­ne­witz zogen. Mit Eisen­stan­gen, Äxten und Pyro­tech­nik bewaff­net grif­fen sie Pas­san­ten an und demo­lier­ten Geschäf­te, Wohn­häu­ser und Autos. Poli­zei­be­am­te setz­ten damals 215 Per­so­nen fest, die sich wegen beson­ders schwe­rem Land­frie­dens­bruch ver­ant­wor­ten müs­sen, dar­un­ter zahl­rei­che bekann­te Rechts­ex­tre­me. Kers­ten H. konn­te nach der Tat noch drei Jah­re im Straf­voll­zug arbei­ten. Erst im Janu­ar 2019 wur­de er sus­pen­diert. Bereits im Dezem­ber 2016 waren die Namen der 215 mut­maß­li­chen Con­ne­witz-Angrei­fer öffent­lich gewor­den. Auch Kers­ten H.s Name fin­det sich dar­un­ter. Die Daten wur­den anschei­nend aus Ermitt­lungs­un­ter­la­gen gele­akt…“ – aus dem Bei­trag von Aiko Kem­pen am 12. Sep­tem­ber 2019 im Leip­zi­ger Kreu­zer-Maga­zin externer Link
  • Con­ne­witz-Pro­zes­se ohne Opfer­per­spek­ti­ve
    Seit dem 16. August 2018 wird der „Sturm auf Con­ne­witz“ am Leip­zi­ger Amts­ge­richt ver­han­delt. In über 80 Ver­hand­lun­gen sind meist zwei Per­so­nen gleich­zei­tig ange­klagt. Der Tat­vor­wurf: Beson­ders schwe­rer Land­frie­dens­bruch. Staats­an­walt­schaft und Gericht beto­nen immer wie­der den enor­men Sach­scha­den, den die Angrei­fer ver­ur­sacht haben. Staats­an­wäl­tin Dau­te bezif­fert ihn auf 110.000 Euro. Angrif­fe auf Per­so­nen spie­len vor Gericht kei­ner­lei Rol­le. Erst nach­dem das Leip­zi­ger Maga­zin kreu­zer und die taz über den Angriff auf Tobi­as schrei­ben und öffent­lich machen, dass die säch­si­schen Jus­tiz­be­hör­den durch­aus davon wuss­ten, dass bei dem Angriff auch Men­schen ver­letzt wur­den, wird Tobi­as Ende Novem­ber 2018 kurz­fris­tig vom Amts­ge­richt Leip­zig als Zeu­ge gela­den. Vor­her hat­te die Staats­an­walt­schaft nach mehr­ma­li­ger schrift­li­cher Nach­fra­ge gegen­über dem kreu­zer ein­ge­räumt, davon Kennt­nis zu haben, dass es an Abend auch zu „ver­such­ten und voll­ende­ten Kör­per­ver­let­zungs­hand­lun­gen“ kam. Die­se hät­ten aber „das ansons­ten offen­sicht­lich auf Sach­be­schä­di­gun­gen aus­ge­rich­te­te Gesamt­ge­sche­hen nicht geprägt“. Zudem sei es laut Ober­staats­an­walt für den Tat­vor­wurf Land­frie­dens­bruch ohne Bedeu­tung, „ob sich die Gewalt­tä­tig­kei­ten (…) gegen Men­schen oder Sachen gerich­tet haben“. Dass die Angrei­fer nicht, wie von der Staats­an­walt­schaft ange­deu­tet, vor­wie­gend auf Sach­scha­den aus waren, zei­gen Poli­zei­auf­nah­men: „Wir sind wegen den Zecken hier! Die wol­len wir haben!“, schreit ein Ver­mumm­ter mit Holz­lat­te in der Hand dar­auf den Beam­ten ent­ge­gen…“ – aus dem Bei­trag am 23. März 2019 im Anti­fa­schis­ti­schen Info­blatt externer Link
  • Ein Maaßen kommt sel­ten allein: Wie in Leip­zig eine Nazi-Treib­jagd zur Sach­be­schä­di­gung redu­ziert wird
    Auch der Besit­zer des Döne­r­im­biss, in dem ein Spreng­satz deto­nier­te, nach­dem Angrei­fer die Kas­se geraubt hat­ten, soll aus­sa­gen. Er war zum Zeit­punkt des Über­falls nicht vor Ort. Die Befra­gung wird ergeb­nis­los abge­bro­chen. Sein dama­li­ger Mit­ar­bei­ter, der sich mit Gäs­ten durch einen Hin­ter­aus­gang flüch­ten muss­te, wur­de zwi­schen­zeit­lich abge­scho­ben. Kör­per­ver­let­zun­gen oder Angrif­fe auf Men­schen wer­den in der Ver­hand­lung nicht the­ma­ti­siert. Am Ende der Urteils­be­grün­dung merkt Rich­ter Pirk an, dass es nur durch ein „Rie­sen­glück“ kei­ne Ver­letz­ten gege­ben habe. Die­se Woche räum­te die Staats­an­walt­schaft Leip­zig immer­hin nach mehr­ma­li­ger schrift­li­cher Nach­fra­ge ein, ihr sei bekannt, „dass es im zeit­li­chen und räum­li­chen Zusam­men­hang mit den gewalt­tä­ti­gen Aus­schrei­tun­gen vom 11.01.2016 durch bis­her unbe­kann­te Täter ver­ein­zelt auch zu ver­such­ten und voll­ende­ten Kör­per­ver­let­zungs­hand­lun­gen kam.“ Die­se hät­ten aber „das ansons­ten offen­sicht­lich auf Sach­be­schä­di­gun­gen aus­ge­rich­te­te Gesamt­ge­sche­hen nicht geprägt“. Zudem sei es laut Ober­staats­an­walt Schulz für den Tat­vor­wurf Land­frie­dens­bruch ohne Bedeu­tung, „ob sich die Gewalt­tä­tig­kei­ten […] gegen Men­schen oder Sachen gerich­tet haben“. Schon vor­her hat­ten Recher­chen ange­deu­tet, dass Tobi­as nicht die ein­zi­ge Per­son ist, die an dem Abend ver­letzt wur­de und den Behör­den bekannt sein soll­te…“ aus dem Bei­trag „„Ich bin gera­de beschos­sen wor­den!““ von Aiko Kem­pen am 15. Novem­ber 2018 in der taz online externer Link (in einer gemein­sa­men Publi­ka­ti­on mit dem Leip­zi­ger Maga­zin Kreu­zer) zum soge­nann­ten „Sturm auf Con­ne­witz“ im Janu­ar 2016 und sei­ner heu­ti­gen juris­ti­schen Nicht­auf­ar­bei­tung. Sie­he dazu auch einen wei­te­ren Pro­zess­be­richt:
    • „Am bes­ten nichts Neu­es“ von Aiko Kem­pen am 29. Okto­ber 2018 im Kreu­zer externer Link zur (ver­ein­bar­ten?) gedul­de­ten übli­chen Vor­ge­hens­wei­se der Ange­klag­ten im Ver­lauf der Pro­zes­se unter vie­lem ande­ren: „Es sind Aus­sa­gen, die unwei­ger­lich an die vor­an­ge­gan­ge­nen Ver­fah­ren zum Sturm auf Con­ne­witz erin­nern. Bei­de Ange­klag­te skiz­zie­ren in gro­ben Zügen das Bild des unbe­tei­lig­ten Mit­läu­fers, der zwar Teil der Grup­pe gewe­sen sei, selbst aber nicht aktiv am Gesche­hen teil­ge­nom­men habe. Erneut beruft man sich auf Rund-SMS, über die man von einer »Demo in Con­ne­witz« erfah­ren habe – von unbe­kann­ter Num­mer. Die dama­li­gen Han­dys exis­tie­ren angeb­lich nicht mehr. Ver­mum­mung oder Waf­fen bei den übri­gen Teil­neh­mern des Auf­marschs wol­len bei­de nicht gese­hen haben. Nach­dem es im letz­ten Ver­fah­ren bereits ähn­li­che Aus­sa­gen gab, äußer­te heu­te auch Andre­as M., er habe sich erst an der Wie­de­bach­pas­sa­ge in Con­ne­witz dem Zug ange­schlos­sen und sei allein dort­hin ange­reist. Als Grund dafür, sich nicht wie­der aus der Grup­pe ent­fernt zu haben, gab er wenig spä­ter an, er habe Angst gehabt, allein durch das links­ge­präg­te Vier­tel zu lau­fen…“
  • Wider­stand gegen Legi­da leb­te neu auf!
    Am 1. Febru­ar stell­ten wir uns gemein­sam mit 600 Antifaschist*innen dem ras­sis­ti­schen Legi­da-Auf­marsch ent­ge­gen. Es war die ers­te Legi­da-Demons­tra­ti­on seit dem Legi­da-Geburts­tag und den Nazi-Angrif­fen auf Con­ne­witz am 11. Janu­ar die­ses Jah­res. Wir woll­ten an die­sem Tag mit Nach­druck auf den Zusam­men­hang zwi­schen Legi­da und den Atta­cken auf Con­ne­witz hin­wei­sen. Dar­über hin­aus woll­ten wir den aktu­el­len Trend zur Kri­mi­na­li­sie­rung und Dif­fa­mie­rung von anti­fa­schis­ti­schem Enga­ge­ment in Leip­zig zum Gegen­stand unse­rer Kri­tik machen…Bericht beim Bünd­nis “Refu­gees Wel­co­me” Leip­zig vom 2. Febru­ar 2016 externer Link
  • Für ein Ende der Gewalt! Demo gegen Legi­da am 1.2.’16
    Jetzt erst recht! Auf die Straße gegen die Rassist*innen und Faschist*innen von Legida: 1. Februar 2016, Leipzig Südplatz
    … Die Gescheh­nis­se vom 11.1., dem „Legi­da-Geburts­tag“, dür­fen nicht unkom­men­tiert blei­ben. Am Abend des ein­jäh­ri­gen Bestehens von Legi­da, ver­ab­re­de­ten sich 250 rech­te Hoo­li­gans und Neo­na­zis aus dem gan­zen Bun­des­ge­biet und Öster­reich, zu einem geziel­ten Angriff auf Con­ne­witz. Wäh­rend auf der Büh­ne in der Innen­stadt die Dem­ago­gen von Legi­da das übli­che Pot­pour­ri aus Ras­sis­mus und Men­schen­feind­lich­keit ver­brei­te­ten und Han­nes Osten­dorf, Sän­ger der Hoo­li­gan-Rechts­rock-Band „Kate­go­rie C“ das Lied „Leip­zig gegen Sala­fis­ten“ anstimm­te, maro­dier­te der faschis­ti­sche Mob durch den links-alter­na­ti­ven Stadt­teil Con­ne­witz. Bilanz des Abends waren 21 zum Teil schwer beschä­dig­te Geschäf­te, Imbis­se, Knei­pen, Woh­nun­gen und ver­letz­te Men­schen. (…) Am 1. Febru­ar kann nur der gemein­sa­me zivi­le Unge­hor­sam Legi­da ein­däm­men und ein kla­res Zei­chen gegen ras­sis­ti­sche und men­schen­ver­ach­ten­de Ein­stel­lun­gen in Leip­zig set­zen. Las­sen wir die Gescheh­nis­se in Con­ne­witz nicht unkom­men­tiert. Wir las­sen uns nicht ein­schüch­tern. Weder durch die Repres­si­ons­be­hör­den, noch durch Neo­na­zis. Legi­da ent­ge­gen­tre­ten! Ver­fas­sungs­schutz abschaf­fen! – für ein Ende der Gewalt!” Demo-Auf­ruf “Gegen Nazi­ter­ror, säch­si­sche Extre­mis­mus­dok­trin und Legida-Brandstifter*innen: Am Mon­tag den 1. Febru­ar um 17.30 am Süd­platz auf die Stra­ße, gegen die Rassist*innen und Faschist*innen von Legi­da!”, doku­men­tiert am 27. Janu­ar 2016 bei Refu­gees Wel­co­me Leip­zig externer Link
  • Soli­da­ri­tät mit den Betrof­fe­nen der Nazi­ge­walt in Con­ne­witz – Spen­den­ak­ti­on des Roten Stern Leip­zig
    … Der Leip­zi­ger His­to­ri­ker Sascha Lan­ge hat von den mas­sivs­ten Angrif­fen seit der Reichs­po­grom­nacht im Novem­ber 1938 gespro­chen. Ein erschre­cken­der Ver­gleich, über den es sich sicher­lich dis­ku­tie­ren lie­ße. Aber wenn man die Bil­der von der Knei­pe König Heinz und dem Fisch­la­den sieht, läufts einem kalt den Rücken run­ter. Der Fisch­la­den wird von dem lin­ken Fuss­ball­ver­ein Roter Stern Leip­zig betrie­ben. Und der Rote Stern hat nun zu Spen­den für die Geschä­dig­ten der Angrif­fe auf­ge­ru­fen. Was sich Mon­tag­abend in Con­ne­witz abge­spielt hat und was das für Fol­gen hat, dar­über haben wir uns mit dem Geschäfts­füh­rer des Roten Stern Leip­zigs, Adam Bed­nars­ky, unter­hal­ten. Zunächst schil­dert er sei­ne Ein­drü­cke von dem Abend und den Ver­wüs­tun­gen. Der Rote Stern Leip­zig ruft zu Soli­da­ri­tät mit den Betrof­fe­nen der Nazi­ge­walt in Con­ne­witz auf. Gemein­sam mit der Die Ama­deu-Anto­nio Stif­tung hat er eine Spen­den­ak­ti­on gestar­tet…Bericht beim Audio­por­tal frei­er Radi­os vom 12. Janu­ar 2016 externer Link. Hier das Spen­den­kon­to: Opfer­fonds CURA der Ama­deu Anto­nio /​Stif­tung, Stich­wort: Leip­zig /​IBAN: DE75 4306 0967 6005 0000 02 /​BIC: GENODEM1GLS

Der ursprüng­li­che Auf­ruf war:

  • Wir las­sen uns den Platz nicht neh­men – gegen Legida/​Pegida am 11. Janu­ar 2016 in Leip­zig
    Ein Jahr Hass und Gewalt. Wenn am 11. Janu­ar die auf weni­ge hun­dert Men­schen zusam­men­ge­schmol­ze­ne Par­al­lel­ge­sell­schaft von LEGIDA in Leip­zig zusam­men mit der Dresd­ner PEGIDA auf­mar­schie­ren will, steht auch unser gemein­sa­mes Ziel einer offe­nen, demo­kra­ti­schen und plu­ra­lis­ti­schen Gesell­schaft zur Dis­po­si­ti­on. Nein, wir stel­len uns nicht vor die Poli­tik irgend­ei­ner Regie­rung oder Par­tei. Wir stel­len uns nicht nur gegen die Inbe­sitz­nah­me öffent­li­chen Rau­mes in Form wöchent­li­cher GIDA-Auf­mär­sche. Wir tre­ten dem Angriff gegen Grund- und Men­schen­rech­te durch Dis­kri­mi­nie­rung und Ein­stel­lungs­mus­ter der Ungleich­wer­tig­keit ent­schlos­sen ent­ge­gen. Wir rufen daher dazu auf, am 11.01.2016 ein deut­li­ches Zei­chen gegen den auf­kei­men­den Faschis­mus zu set­zen und Hass und Ras­sis­mus den Platz zu neh­men. Treff­punkt zur Demons­tra­ti­on von „Legi­da? Läuft nicht.“ ist 17 Uhr am Augus­tus­platz. Ab 18 Uhr wird die Lich­ter­ket­te des Bünd­nis­ses „Will­kom­men in Leip­zig“ den Ring umschlie­ßen…Auf­ruf des Akti­ons­netz­werks „Leip­zig nimmt Platz“ gegen Legida/​Pegida am 11. Janu­ar 2016 externer Link.

Der Bei­trag 11.1.2016: Legida/​Pegida und Gegen­pro­test in Leip­zi­ger Innen­stadt, zeit­gleich Nazi-Angriff auf lin­ken Stadt­teil Con­ne­witz erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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