[labournet:] Ausländische Journalisten in der BRD stehen weiter unter Geheimdienst-Beobachtung

Geheimdienste vor Gericht: kriminelle V-Leute, illegale Abhörpraktiken, machtlose Kontrolle - was muss sich ändern? Tribunal am 22.10.2016 in BerlinDas Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de von Repor­ter ohne Gren­zen gegen die Mas­sen­über­wa­chung des Bun­des­nach­rich­ten­diens­tes nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men. ROG warf dem Geheim­dienst vor, er habe im Zuge sei­ner stra­te­gi­schen Fern­mel­de­über­wa­chung den E‑Mail-Ver­kehr der Orga­ni­sa­ti­on mit aus­län­di­schen Part­nern, Jour­na­lis­ten und ande­ren Per­so­nen aus­ge­späht. Ein ande­rer Teil der ursprüng­li­chen Kla­ge ist wei­ter­hin beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt anhän­gig. Er rich­tet sich gegen das Meta­da­ten-Ana­ly­se­sys­tem „VerAS“, mit dem der BND seit dem Jahr 2002 ohne gesetz­li­che Grund­la­ge Ver­bin­dungs­da­ten über Tele­fon­ge­sprä­che mit Aus­lands­be­zug sam­melt. „Nun wer­den wir uns umso mehr auf die wei­ter anhän­gi­ge Kla­ge gegen die unver­hält­nis­mä­ßi­ge und wider­recht­li­che BND-Meta­da­ten­samm­lung kon­zen­trie­ren“, sag­te ROG-Geschäfts­füh­rer Chris­ti­an Mihr. „Schon jetzt hat die­ses Ver­fah­ren gezeigt, dass das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt erheb­li­che Zwei­fel an der bis­he­ri­gen BND-Pra­xis hat – und dass bis­her nur die Spit­ze des Eis­bergs sicht­bar ist.“…” Pres­se­mit­tei­lung von und bei „Repor­ter ohne Gren­zen“ (ROG) vom 21.07.2017 externer Link mit umfang­rei­chen Hin­ter­grün­den und neu dazu:

  • Repor­ter ohne Gren­zen: Mas­sen­über­wa­chung des BND muss vor Euro­päi­schen Gerichts­hof für Men­schen­rech­te New
    “… Der Euro­päi­sche Gerichts­hof für Men­schen­rech­te hat eine Beschwer­de von Repor­ter ohne Gren­zen (RSF) gegen den Bun­des­nach­rich­ten­dienst (BND) ange­nom­men. Die Beschwer­de­füh­rer wer­fen dem deut­schen Aus­lands­ge­heim­dienst BND vor, Kor­re­spon­den­zen zwi­schen RSF-Mitarbeiter:innen in Deutsch­land und Journalist:innen und Aktivist:innen im Aus­land über­wacht zu haben. Damit habe der BND gegen den Schutz der Pri­vat­sphä­re und der Frei­heit der Mei­nungs­äu­ße­rung ver­sto­ßen, wie sie in der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on ver­an­kert sind. Der BND sam­melt im Zuge sei­ner stra­te­gi­schen Fern­mel­de­über­wa­chung an zen­tra­len Inter­net-Kno­ten­punk­ten Hun­der­te Mil­lio­nen von E‑Mails, wie im Zuge der Ent­hül­lun­gen von Edward Snow­den und dem dar­auf­fol­gen­den NSA-BND-Unter­su­chungs­aus­schuss bekannt wur­de. Mit­tels Such­be­grif­fen und ande­ren Kri­te­ri­en wer­den die­se Kor­re­spon­den­zen gefil­tert, aber es sol­len nur „nach­rich­ten­dienst­lich rele­van­te“ Infor­ma­tio­nen gespei­chert wer­den – deut­sche Bürger:innen dür­fen vom BND nicht ohne spe­zi­el­le Geneh­mi­gung über­wacht wer­den. Dass die Fil­ter bei der Mas­sen­über­wa­chung tat­säch­lich wie gewollt funk­tio­nie­ren, zwei­feln Expert:innen aber schon lan­ge an. Weil Repor­ter ohne Gren­zen Partner:innen in Kri­sen­ge­bie­ten oder auto­ri­tä­ren Regimes hat, geht die Orga­ni­sa­ti­on davon aus, dass auch sie unrecht­mä­ßig Ziel der Über­wa­chung wur­de. (…) Dass die Beschwer­de von RSF nun vom Gerichts­hof in Straß­burg akzep­tiert wur­de, ist umso bemer­kens­wer­ter, da ähn­li­che Kla­gen in Deutsch­land bereits 2013 vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt und 2017 vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt abge­wie­sen wur­den. Damals lau­te­te die Begrün­dung, die Klä­ger könn­ten die stra­te­gi­sche Mas­sen­über­wa­chung durch den BND nicht sicher nach­wei­sen – die Beweis­last läge bei RSF. Da die Prak­ti­ken des Geheim­diens­tes aber so gut wie nie ein­seh­bar sind, ist es in der Schluss­fol­ge­rung prak­tisch unmög­lich, vom BND Rechen­schaft zu ver­lan­gen…” Bei­trag von Sera­fin Din­ges vom 11. Janu­ar 2021 bei Netz­po­li­tik externer Link, sie­he auch:
    • EGMR lässt Beschwer­de gegen BND zu
      Der Euro­päi­sche Gerichts­hof für Men­schen­rech­te (EGMR) hat eine Beschwer­de von Repor­ter ohne Gren­zen gegen die anlass­lo­se Mas­sen­über­wa­chung des Bun­des­nach­rich­ten­diens­tes zur Ent­schei­dung ange­nom­men. Das teil­te das Gericht in Straß­burg am Mon­tag (11.1.) mit. Repor­ter ohne Gren­zen wirft dem deut­schen Aus­lands­ge­heim­dienst vor, er habe mit sei­ner stra­te­gi­schen Fern­mel­de­über­wa­chung den E‑Mail-Ver­kehr der Orga­ni­sa­ti­on mit aus­län­di­schen Part­ne­rin­nen, Jour­na­lis­ten und ande­ren Per­so­nen aus­ge­späht und damit die Men­schen­rech­te der Betei­lig­ten ver­letzt. Nach der erfolg­rei­chen Ver­fas­sungs­be­schwer­de im ver­gan­ge­nen Jahr ist dies ein Etap­pen­sieg für RSF in einem wei­te­ren hoch­ran­gi­gen Ver­fah­ren gegen die anlass­lo­se Mas­sen­über­wa­chung des BND…” RoG-Pres­se­mit­tei­lung vom 11.01.2021 externer Link und ebd: Fra­gen und Ant­wor­ten zur EGMR-Beschwer­de externer Link

Der Bei­trag Aus­län­di­sche Jour­na­lis­ten in der BRD ste­hen wei­ter unter Geheim­dienst-Beob­ach­tung erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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