[labournet:] Erst habt ihr uns den Begriff “Reform” versaut, jetzt wollt ihr eure Scheisse (bisschen) reformieren? Weg mit den Hartz-Gesetzen oder gar nichts!

Dossier

»35 Jahre Hartz IV für seine Erfinder«Mit die­sem Titel kann man unse­re Mei­nung zum aktu­el­len Wahl­kampf-Getö­se der SPD zusam­men­fas­sen, das wir daher eigent­lich igno­rie­ren woll­ten. Da es aber erstaun­lich lan­ge anhält und brei­te Krei­se zieht, wol­len und kön­nen wir nicht zurück­ste­hen. Ers­tens hat­ten wir uns bereits um 2005 her­um gewun­dert, war­um die ALG1-Leis­tun­gen nicht geschick­ter­wei­se stär­ker nach Berufs­jah­ren ges­ta­felt waren – aller­dings hat die (auch gewerk­schaft­li­che) Ideo­lo­gie der Leis­tungs­ge­rech­tig­keit auch so den Pro­tes­ten gegen die Agen­da 2010 das Genick gebro­chen… Daher emp­feh­len wir zwei­tens – als Erin­ne­rungs­hil­fe – unse­re umfang­rei­che Doku­men­ta­ti­on der Gene­se der Hartz-Geset­ze (und der Pro­tes­te dage­gen) im Labour­Net-Archiv. Und doku­men­tie­ren drit­tens eini­ge ent­lar­ven­de Kom­men­ta­re zu die­ser Augen­wi­sche­rei (der grü­ne Mit­tä­ter wen­det sich nun auch ab):

  • Heil plant hal­be Mil­li­ar­de Euro für Hartz-IV-Reform /​DGB unter­stützt “sozi­al­po­li­ti­schen Mei­len­stein” New
    • [Gesetz­ent­wurf zur Reform des SGB II] Hartz IV-Plä­ne: DGB unter­stützt “sozi­al­po­li­ti­schen Mei­len­stein”
      Der DGB-Vor­sit­zen­de Rei­ner Hoff­mann begrüßt Plä­ne von Arbeits­mi­nis­ter Huber­tus Heil (SPD), das Hartz IV-Sys­tem zu refor­mie­ren. Laut einem Gesetz­ent­wurf soll Ver­mö­gen von Hartz IV-Bezie­he­rIn­nen bis 60.000 Euro nicht ange­rech­net wer­den. Mehr als 15 Jah­re nach Inkraft­tre­ten will Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter Huber­tus Heil (SPD) das Hartz IV-Sys­tem refor­mie­ren. In einem ent­spre­chen­den Gesetz­ent­wurf schlägt Heil unter ande­rem vor, dass Ver­mö­gen bis zu 60.000 Euro nicht auf die Leis­tun­gen ange­rech­net wer­den. Der DGB-Vor­sit­zen­de Rei­ner Hoff­mann sagt dazu: „Das ist ein sozi­al­po­li­ti­scher Mei­len­stein. Damit kann der jah­re­lang schwe­len­de Kon­flikt um das Hartz-IV-Sys­tem, das von vie­len als dis­kri­mi­nie­rend erlebt wird, end­lich ent­schärft wer­den.“ (…) „Die­se wich­ti­ge Sozi­al­staats­re­form muss zügig umge­setzt wer­den. Denn die erwerbs­lo­sen und ein­kom­mens­schwa­chen Men­schen, die heu­te Hartz IV bezie­hen müs­sen, sind drin­gend auf die geplan­ten Ver­bes­se­run­gen ange­wie­sen.“ Mit den Reform­plä­nen wür­den die rich­ti­gen Leh­ren aus der Coro­na-Kri­se gezo­gen. „Die befris­te­ten Son­der­re­ge­lun­gen, die den Zugang zu Leis­tun­gen deut­lich ein­fa­cher gemacht und die Stig­ma­ti­sie­run­gen deut­lich abge­mil­dert haben, sol­len nun ver­ste­tigt und ver­all­ge­mei­nert wer­den“, so Hoff­mann…” DGB-Mel­dung vom 11.01.2021 externer Link
    • Heil plant hal­be Mil­li­ar­de Euro für Hartz-IV-Reform
      Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter Huber­tus Heil reagiert mit der weit­rei­chen­den Reform auch auf ein Bun­des­ver­fas­sungs­ur­teil. Die Hartz-IV-Leis­tungs­kür­zun­gen sei­nen teil­wei­se ver­fas­sungs­wid­rig. Mehr als 15 Jah­re nach Inkraft­tre­ten der Hartz-IV-Reform will Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter Huber­tus Heil (SPD) die Regeln für Lang­zeit­ar­beits­lo­se mit einem Gesetz deut­lich ent­schär­fen. So sol­len den Bezie­hern der Grund­si­che­rung künf­tig kei­ne außer­ge­wöhn­li­chen Här­ten mehr durch Sank­tio­nen bei Pflicht­ver­let­zun­gen dro­hen. Ein bereits als Reak­ti­on auf die Coro­na-Pan­de­mie ein­ge­führ­ter ver­ein­fach­ter Zugang zur Grund­si­che­rung für Arbeit­su­chen­de soll „ver­ste­tigt“ wer­den, wie es in einem der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Ber­lin vor­lie­gen­den Gesetz­ent­wurf heißt. Der „Spie­gel“ hat­te dazu am Vor­tag bereits ein Inter­view mit Heil ver­brei­tet. Dort kün­dig­te Heil an: „Die Grund­si­che­rung soll ein sozia­les Bür­ger­geld wer­den, für das sich nie­mand schä­men muss, der es braucht.“ (…) Seit dem Urteil wur­de die alte Sank­ti­ons­pra­xis bereits durch Wei­sun­gen des Arbeits­mi­nis­te­ri­ums und der Bun­des­agen­tur ent­schärft. Durch die Coro­na­pan­de­mie gab es zudem ohne­hin immer weni­ger Sank­tio­nen. Nun will Heil dau­er­haft gesetz­lich regeln, dass monat­li­che Min­de­run­gen 30 Pro­zent des Regel­be­darfs nicht über­schrei­ten. Dies soll laut dem Ent­wurf gel­ten, wenn Leis­tungs­be­rech­tig­te ohne wich­ti­gen Grund wie­der­holt ihre Pflich­ten ver­letzt oder per­sön­li­che Mel­de­ter­mi­ne nicht wahr­ge­nom­men haben. In kei­nem Fall soll laut den Plä­nen Heils jemand befürch­ten müs­sen, dass die Wohn­kos­ten von Leis­tungs­min­de­run­gen betrof­fen sind. (…) Erleich­ter­ten Zugang zur Grund­si­che­rung in der Coro­na­kri­se soll es durch das geplan­te Gesetz außer­dem dau­er­haft geben. Aus­ge­setzt ist in der Kri­se eine Prü­fung der Job­cen­ter zu Woh­nung und Ver­mö­gen – näm­lich wie groß die Woh­nung der Betrof­fe­nen ist und ob die­se Erspar­nis­se bis zu 60.000 Euro haben. Wäh­rend einer Karenz­zeit von zwei Jah­ren sol­len nun dem Ent­wurf zufol­ge Ver­mö­gen bis zu der genann­ten Sum­me geschützt und Miet­kos­ten nicht auf ihre Ange­mes­sen­heit geprüft wer­den…” Bei­trag vom 09. Janu­ar 2021 in der WiWo online externer Link
    • Das hat­ten wir schon 2017, sie­he unser Dos­sier: Umfas­sen­de SGB II–Änderungen geplant und BMAS legt Refe­ren­ten­ent­wurf zu Regel­be­dar­fen für 2017 und Ände­run­gen im SGB XII vor
    • Und auch nicht bes­ser, wenn auch eben­falls aktua­li­siert: Der Sozi­al­staat in grün – Zau­ber­wort: Garan­tie­si­che­rung. Jetzt macht auch Robert Habeck Vor­schlä­ge, wie Hartz-IV abge­schafft wer­den soll
    • Sie­he zum Coro­na-Hin­ter­grund unser Dos­sier: [Min­des­tens:] Bevor­ra­tungs­zu­schuss zum Hartz IV als Sofort­hil­fe! und das Dos­sier: Tache­les: Vor­schlä­ge zum Umgang mit der Coro­na-Kri­se für ein­kom­mens­schwa­che Haus­hal­te – und Reak­tio­nen
  • Wer kei­ne Arbeit hat, soll zumin­dest gut essen! Die SPD will Hartz IV über­win­den – und dis­kri­mi­niert wei­ter gro­ße Tei­le der Armen 
    “Wenn es um Stim­mungs­ma­che gegen Erwerbs­lo­se und Armuts­be­trof­fe­ne geht, waren und sind Sozialdemokrat_​innen an ers­ter Stel­le mit dabei. Der frü­he­re Arbeits­mi­nis­ter Wolf­gang Cle­ment zum Bei­spiel pran­ger­te das »para­si­tä­re Ver­hal­ten« von Erwerbs­lo­sen an. Und für sei­nen Nach­fol­ger Franz Mün­te­fe­ring war klar: »Wer nicht arbei­tet, der soll auch nicht essen«. (…) Wenn die SPD nun dar­über dis­ku­tiert, Hartz IV »hin­ter sich zu las­sen«, so soll­te geprüft wer­den, ob die vor­ge­schla­ge­nen Ände­run­gen wirk­lich zu einer Ver­bes­se­rung der sozia­len Situa­ti­on der Betrof­fe­nen bei­tra­gen. Auf­fal­lend ist: Bis heu­te hat sich kaum einer der betei­lig­ten Politiker_​innen für das men­schen­ver­ach­ten­de Sys­tem Hartz IV ent­schul­digt. Statt­des­sen reden sie von »nicht mehr zeit­ge­mäß« und stel­len ledig­lich sozia­le Stell­schrau­ben zur Dis­kus­si­on, ohne aber das Sys­tem zu ver­än­dern. Hin­zu kommt: Der SPD bleibt ange­sichts mise­ra­bler Wahl­er­geb­nis­se und Umfra­ge­wer­te kaum etwas ande­res übrig, als ihr »sozia­les Pro­fil« zu schär­fen. Zudem ist die Debat­te vor dem Hin­ter­grund zu sehen, dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ohne­hin ver­mut­lich dem­nächst will­kür­li­che Sank­ti­ons­prak­ti­ken strei­chen wird. (…) Zu Recht kri­ti­siert der Sozi­al­wis­sen­schaft­ler Ste­fan Sell den Vor­stoß der SPD als »seman­ti­sche Neu-Eti­ket­tie­rung«. Im Fal­le einer ohne­hin frag­li­chen Umset­zung der Plä­ne wür­de nur eine klei­ne Grup­pe von älte­ren Erwerbs­lo­sen pro­fi­tie­ren: jene, die eine län­ge­re Zeit bei­trags­pflich­tig gear­bei­tet haben. Doch selbst dann müss­te ihre Grund­lohn so hoch gewe­sen sein, dass es für den/​die Einzelne_​n mög­lich ist, vom Arbeits­lo­sen­geld I zu leben. Zudem wird aktu­ell jede_​r vier­te Erwerbs­lo­se direkt zum Hartz IV-Bezie­hen­den, und von den rund sechs Mil­lio­nen Men­schen im Hartz IV-Bezug sind nur 1,5 Mil­lio­nen als Erwerbs­lo­se regis­triert. Somit pri­vi­le­gie­ren die Vor­schlä­ge der SPD die Grup­pe der dau­er­haft Erwerbs­ar­bei­ten­den. Und sie dis­kri­mi­nie­ren gro­ße Tei­le der Armuts­be­völ­ke­rung, indem die Regel­sät­ze nicht ange­mes­sen erhöht wer­den, die Bedürf­tig­keits­prü­fung unver­än­dert zur Anwen­dung kommt und der Wohn­raum durch poli­tisch bestimm­te Miet­ober­gren­zen für Hartz IV-Bezie­her_in­nen nicht geschützt ist…” Dis­kus­si­ons­bei­trag von Harald Rein aus ak – ana­ly­se & kri­tik – zei­tung für lin­ke Debat­te und Pra­xis Nr. 647 vom 19. März 2019 externer Link
  • Hartz IV für Anfän­ger: Die Reform­vor­schlä­ge der SPD gehen an der Lebens­rea­li­tät vor­bei 
    “SPD, FDP, Grü­ne und Lin­ke wol­len das Sozi­al­sys­tem refor­mie­ren; die CDU fin­det indes, dass vor allem Eigen­ver­ant­wor­tung gefragt ist. Dabei fällt immer wie­der auf, dass die­se Über­le­gun­gen weit an der Lebens­rea­li­tät vor­bei gehen. Die Zahl der Sozi­al­leis­tun­gen ist groß; die Zahl der Bun­des- und Lan­des­mi­nis­te­ri­en, die dafür zustän­dig sind, ist eben­so rie­sig. Die wich­tigs­ten Leis­tun­gen sind: Kin­der­geld, Wohn­geld, Kran­ken­geld, Bafög Arbeits­lo­sen­geld I, Arbeits­lo­sen­geld II, volle/​halbe Erwerbs­min­de­rungs­ren­te, Sozi­al­geld und Sozi­al­hil­fe, Ren­te, Grund­si­che­rung im Alter und bei Erwerbs­min­de­rung. (…) Sicher ist jedoch, dass das Sozi­al­sys­tem, so wie es ist, heu­te nicht mehr funk­tio­niert: Die Viel­zahl der zustän­di­gen Trä­ger, der Bun­des- und Lan­des­mi­nis­te­ri­en lässt leicht ver­ges­sen, dass es sich um extrem kom­pli­zier­tes Sys­tem han­delt, das kaum noch jemand durch­schaut: So man­cher lebt von viel zu wenig Geld, weil ihm gar nicht bewusst ist, dass Ansprü­che bestehen. Es ist aber auch ein Sys­tem, dass in sei­ner der­zei­ti­gen Form Fra­gen auf­wirft…” Bei­trag von Oli­ver Eber­hardt vom 14. Febru­ar 2019 bei Tele­po­lis externer Link – sie­he dazu aktu­ell:
    • “Im Grund­ge­setz fest­schrei­ben”: Alt­mai­er for­dert im stern Ober­gren­ze für Sozi­al­ab­ga­ben
      “Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Peter Alt­mai­er hat sich dafür aus­ge­spro­chen, die Höhe der Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge per Ver­fas­sung zu begren­zen. “Wir müs­sen die magi­sche Mar­ke von 40 Pro­zent unbe­dingt ein­hal­ten”, sag­te der CDU-Poli­ti­ker dem stern “Vor acht Jah­ren haben wir eine Schul­den­brem­se ins Grund­ge­setz auf­ge­nom­men. Wenn es nach mir geht, wer­den wir in den nächs­ten Jah­ren auch die Quo­te für Sozi­al­ab­ga­ben im Grund­ge­setz fest­schrei­ben.” So kön­ne sicher­ge­stellt wer­den, dass die Leis­tungs­fä­hig­keit des Wirt­schafts­stand­orts Deutsch­land nicht unter­gra­ben wer­de…” Mel­dung vom 13. Febru­ar 2019 zu dem Inter­view von Andre­as Hoidn-Bor­chers und Axel Vorn­bäu­men mit Peter Alt­mai­er im Stern online externer Link
  • [Zukunft von Hartz IV] Die SPD will wei­ter stra­fen 
    “… »Weg mit Hartz IV« lau­te­te jah­re­lang die Paro­le von Erwerbs­lo­sen­grup­pen und sozia­len Initia­ti­ven. Aus­ge­rech­net Poli­ti­ker der bei­den Par­tei­en, die das meist nur Hartz IV genann­te Arbeits­losengeld II (ALG II) einst beschlos­sen, machen sich die­se For­de­rung nun zu eigen. In den ver­gan­ge­nen Wochen ver­such­ten vor allem Spit­zen­po­li­ti­ker von SPD und Grü­nen, sich als Kri­ti­ker des bestehen­den Sys­tems der Grund­si­che­rung zu pro­fi­lie­ren. (…) Sieht man sich genau­er an, wie die neu­en Hartz-IV-Kri­ti­ker argu­men­tie­ren, wird deut­lich, dass die meis­ten von ­ihnen die Grund­si­che­rung ledig­lich ­refor­mie­ren wol­len. Hartz IV soll nicht abge­schafft, son­dern den ver­än­der­ten öko­no­mi­schen und poli­ti­schen Bedin­gun­gen ange­passt wer­den. (…) Der außer­par­la­men­ta­ri­sche Wider­stand gegen das Hartz-IV-Sys­tem war nie beson­ders groß und ist in den ver­gan­ge­nen Jah­ren noch klei­ner gewor­den. Eini­ge Jah­re lang hat­ten Erwerbs­lo­sen­grup­pen mit Aktio­nen vor und in den Job­cen­tern die Insti­tu­ti­on ins Zen­trum ihres Pro­tests gerückt, die für die Sank­tio­nen zustän­dig ist. Soli­da­ri­sche Aktio­nen wie die Zahl­ta­ge, an denen Erwerbs­lo­se gemein­sam Job­cen­ter auf­such­ten, um die Bear­bei­tung von teil­wei­se mona­te­lang igno­rier­ten Anträ­gen oder die Aus­zah­lung von zurück­ge­hal­te­nen Gel­dern zu for­dern, soll­ten der Ver­ein­ze­lung der Leis­tungs­emp­fän­ger ent­ge­gen­wir­ken. Sol­che Aktio­nen sind sel­ten gewor­den. Im Okto­ber 2010 hat­te die Arbeits­lo­sen­selbst­hil­fe Olden­burg (ALSO) unter dem Mot­to »Krach schla­gen statt Kohl­dampf schie­ben« zu einer bun­des­wei­ten Demons­tra­ti­on von Erwerbs­lo­sen auf­ge­ru­fen. Dass man von Lohn­ar­beit leben kön­nen müs­se, ohne aber auch, war damals eine der wich­tigs­ten For­de­run­gen. Seit rech­te Grup­pen wie­der ver­mehrt auf der Stra­ße prä­sent sind, hört man sol­che Paro­len nur noch sel­ten. Gesell­schaft­li­che Durch­schlags­kraft hat­ten sie nie. Allen­falls die For­de­rung nach einem »Sank­ti­ons­mo­ra­to­ri­um«, die Poli­ti­ker von SPD, Links­par­tei und Grü­nen sowie Gewerk­schaf­ter vor fast zehn Jah­ren ­erho­ben, schaff­te es in die »Tages­schau«. Wür­den die Poli­ti­ker, die der­zeit über eine Reform der Grund­si­che­rung dis­ku­tie­ren, die Sank­ti­ons­pra­xis der Job­cen­ter aus­set­zen, könn­ten sie dem Hartz-IV-Sys­tem zumin­dest etwas von sei­nem Schre­cken neh­men.” Bei­trag von Peter Nowak vom 29. Novem­ber 2018 bei der Jung­le World 2018/​48 externer Link
  • Grund­ein­kom­men frisst Hartz IV 
    “Die deut­schen Par­tei­en über­bie­ten sich der­zeit mit Vor­schlä­gen für eine Reform von Hartz IV. Dabei sickern immer mehr Ideen des Grund­ein­kom­mens in ihre Kon­zep­te ein. (…) Kei­ne ande­re Sozi­al­leis­tung ist so umstrit­ten wie das Arbeits­lo­sen­geld II, im Volks­mund auch Hartz IV genannt. 13 Jah­re nach sei­ner Ein­füh­rung beschäf­tigt es nicht nur deut­sche Sozi­al­ge­rich­te, son­dern auch die Par­tei­en. Sowohl die Grü­nen als auch die SPD wol­len die unbe­lieb­te Grund­si­che­rung hin­ter sich las­sen. Aber auch FDP und Links­par­tei for­dern schon lan­ge, Hartz IV abzu­schaf­fen oder grund­le­gend zu refor­mie­ren. Doch was kommt statt­des­sen? Das Kon­zept des Grund­ein­kom­mens wird seit eini­gen Jah­ren inten­siv dis­ku­tiert, zuneh­mend selbst unter eta­blier­ten Volks­wir­ten. Und es ist popu­lär in der Bevöl­ke­rung. Zwar traut sich bis­her nicht ein­mal die Lin­ke, das Grund­ein­kom­men für alle zu for­dern. Aber ein­zel­ne Ideen des Kon­zepts flie­ßen in die Ent­wür­fe meh­re­re Par­tei­en ein…” Ana­ly­se von Katha­ri­na Schuler und Tina Groll vom 18. Novem­ber 2018 bei der Zeit online externer Link
  • Ver­di-Chef Bsirs­ke lobt Nah­les’ Bür­ger­geld-Plä­ne 
    In der Debat­te über die Zukunft von Hartz IV erhält SPD-Che­fin Andrea Nah­les für ihre Bür­ger­geld-Plä­ne Unter­stüt­zung von den Gewerk­schaf­ten . „Die Über­le­gun­gen der SPD-Vor­sit­zen­den wei­sen in die rich­ti­ge Rich­tung. Denn wenn Hartz IV bei Bedürf­tig­keit die Exis­tenz sichern soll, dann las­sen sich Sank­tio­nen nicht recht­fer­ti­gen“, sag­te Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke dem Redak­ti­ons­Netz­werk Deutsch­land (RND). „Es muss zu einer Arbeits­lo­sen­hil­fe ober­halb eines auf­zu­sto­cken­den Hartz-IV-Niveaus zurück­ge­kehrt wer­den, das sinn­vol­ler­wei­se um einen ver­län­ger­ten Bezugs­an­spruch beim Arbeits­lo­sen­geld I ergänzt wer­den müss­te.“ Bsirs­ke sprach sich für ein sozia­les Siche­rungs­sys­tem aus, „das vom Kopf auf die Füße gestellt und am rea­len Leben der Arbeit­neh­mer ori­en­tiert ist“…” Arti­kel von Ras­mus Buchsteiner/​RND vom 19.11.2018 bei der Leip­zi­ger Volks­zei­tung online externer Link
  • Zu viel zum Ster­ben. Lot­te Laloire über die SPD, Hartz IV und Arbeit als Fetisch 
    “… Für die SPD ist Hartz IV – das Sah­ne­häub­chen auf dem neo­li­be­ra­len Gebräu, das sie seit Jah­ren ver­zapft – neu­er­dings die Wur­zel allen Übels, also der Grund für ihre Wahl­schlap­pen. Die Ein­sicht ist poli­tisch gut, wenn auch ana­ly­tisch falsch. Denn die SPD hat das Sys­tem der Knech­tung damals nicht allei­ne ein­ge­führt, mit dabei war die grü­ne Par­tei. Der Erfolg der Grü­nen zeigt, dass die düs­te­re Hartz-IV-Ver­gan­gen­heit einer Par­tei nicht unbe­dingt scha­det. Das liegt nicht nur dar­an, dass ihr Kli­en­tel oft gut ver­dient, son­dern auch dar­an, dass vie­le Men­schen – ob arbeits­los oder arbei­tend, ob Arbei­ter oder Aka­de­mi­ker – einen kras­sen Arbeits­fe­tisch pfle­gen. Ein Hin­weis für die über­stei­ger­te Iden­ti­fi­ka­ti­on mit der eige­nen Aus­beu­tung ist die Skep­sis vie­ler, gegen­über Arbeits­zeit­ver­kür­zung bei vol­lem Lohn­aus­gleich. Kein Wun­der nach Jah­ren der Arbeit-ist-geil-und-wer-nicht-arbei­tet-ist-nichts-wert-Pro­pa­gan­da. So sagt Nah­les auch: »Wir müs­sen Arbeit statt Arbeits­lo­sig­keit finan­zie­ren.« Es ist also zu befürch­ten: Selbst ihr ers­ter sinn­vol­ler Vor­stoß seit lan­gem wird die SPD als Volks­par­tei nicht wie­der­be­le­ben. Denn nicht nur die Par­tei ist krank, son­dern auch das arbei­ten­de Volk.” Kom­men­tar von Lot­te Laloire vom 18.11.2018 beim ND online externer Link
  • Hartz IV-Reform oder Bruch mit dem Hartz IV-Sys­tem? Über Nebel­ker­zen bei der aktu­el­len Debat­te über eine Über­win­dung von Hartz IV
    “… Hartz IV am Ende? Die­se Fra­gen stel­len sich in den letz­ten Tagen eini­ge Zei­tun­gen. Sowohl Robert Habeck von den Grü­nen als auch Andrea Nah­les von der SPD ist mit Kon­zep­ten an die Öffent­lich­keit getre­ten, die angeb­lich das Ende von Hartz IV bedeu­ten. Nur soll­te man dann schon genau­er hin­gu­cken, was damit gemeint ist. (…) Wenn man sich heu­te anguckt, wie der grü­ne Hartz IV-Kri­ti­ker Habeck und sei­ne Unter­stüt­zer argu­men­tie­ren, darf man bezwei­feln, ob da heu­te mehr als Retu­sche raus­kommt. (…) Die SPD bringt auch das Kunst­stück fer­tig, dass zeit­gleich der Hartz IV-Ver­ant­wort­li­che Ger­hard Schrö­der vor der Fried­rich-Ebert-Stif­tung vor 650 wohl vor­wie­gend sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Gäs­ten sei­ne Regie­rung fei­ern konn­te, ohne dass die Armut durch das Gesetz in Fra­ge gestellt wur­de. Dass die SPD noch immer Pro­ble­me mit Hartz IV hat, kann der Alt­kanz­ler und Wirt­schafts­lob­biest bis heu­te nicht ver­ste­hen. Die Kon­se­quenz aus der Debat­te um die Hartz IV-Reform müss­te sein, dass die grund­sätz­li­chen Geg­ner einen Bruch mit dem Hartz IV-Sys­tem for­dern müs­sen. Das heißt anzu­er­ken­nen, dass Men­schen grund­sätz­lich sozia­le Rech­te haben, die nicht dar­an gebun­den sind, was sie angeb­lich arbei­ten. Zudem soll­ten sie SPD und Grü­ne auf­for­dern, in den Bun­des­län­dern, in denen sie noch Ein­fluss haben, ein sofor­ti­ges Sank­ti­ons­mo­ra­to­ri­um im Hartz IV-Sys­tem durch­zu­set­zen und damit eine For­de­rung umzu­set­zen, die ein Bünd­nis seit Jah­ren for­dert.” Über­blick von Peter Nowak vom 16. Novem­ber 2018 bei Tele­po­lis externer Link
  • Vor­sicht: Hartz-IV-Fal­le! Wie eine ech­te Sozi­al­staats­re­form mög­lich wäre.
    “Jah­re­lang wur­de sie gefor­dert, nun scheint sie näher gerückt zu sein: die Abkehr von Hartz IV. Aus­ge­löst hat die Debat­te SPD-Che­fin Andrea Nah­les mit einer Rede am vori­gen Wochen­en­de. Die Grü­nen leg­ten dar­auf­hin flugs ein eige­nes Kon­zept vor. Doch greift die Kon­zen­tra­ti­on auf Hartz IV zu kurz. Eine bes­se­re Grund­si­che­rung ist zwar nötig. »Wer jedoch die sozi­al­po­li­ti­sche Dis­kus­si­on auf das Arbeits­lo­sen­geld II ver­engt, läuft in eine Fal­le«, warnt der Sozi­al­wis­sen­schaft­ler Ste­fan Sell von der Hoch­schu­le Koblenz. (…) Auch der Sozi­al­for­scher Sell hält höhe­re Leis­tun­gen und eine mas­si­ve Ein­schrän­kung der Sank­tio­nen für ange­mes­sen. (…) Eine kom­plet­te Abschaf­fung der Sank­tio­nen – genau­er: den Aus­schluss von Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen – hält Sell für unmög­lich, so lan­ge nur bedürf­ti­ge Men­schen Hartz IV bekom­men sol­len. (…) Sell fürch­tet sogar, dass »die SPD in eine Fal­le läuft, wenn sie ihre Plä­ne für eine Sozi­al­staats­re­form auf Hartz IV ein­engt«. Dann bestehe die Gefahr, dass wie­der ein­mal die Mehr­heits­ge­sell­schaft gegen angeb­lich fau­le Hartz-IV-Emp­fän­ger in Stel­lung gebracht wer­de. »Damit wäre eine gro­ße Sozi­al­staats­re­form erst recht nicht mehr mög­lich.« Dabei wäre genau dies – eine neu­es Sozi­al­staats­mo­dell – drin­gend nötig, betont er, damit der Staat den Pfle­ge­not­stand behe­ben, alten Men­schen aus­kömm­li­che Ren­ten garan­tie­ren und Erwerbs­lo­sen län­ger Arbeits­lo­sen­geld gewäh­ren kann. All dies sei bezahl­bar, wenn der Sozi­al­staat stär­ker über Steu­ern finan­ziert wür­de. Die Bei­trä­ge aus sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Jobs reich­ten nicht mehr aus, weil immer mehr Fir­men mit wenig Beschäf­tig­ten hohe Umsät­ze und Gewin­ne erwirt­schaf­ten, etwa Inter­net­kon­zer­ne…” Bei­trag von Eva Roth bei neu­es Deutsch­land vom 17. Novem­ber 2018 externer Link
  • Nah­les for­dert Refor­men: “Grund­si­che­rung” statt Hartz IV
    SPD-Che­fin Nah­les for­dert eine grund­le­gen­de Reform des Hartz-IV-Sys­tems. Die neue Grund­si­che­rung müs­se statt­des­sen ein Bür­ger­geld sein. CDU-Wirt­schafts­mi­nis­ter Alt­mai­er spricht sich dage­gen aus.
    Die SPD-Vor­sit­zen­de Andrea Nah­les hat sich für eine tief­grei­fen­de Reform der sozia­len Siche­rungs­sys­te­me aus­ge­spro­chen. “Die neue Grund­si­che­rung muss ein Bür­ger­geld sein”, schreibt sie in einem Gast­bei­trag für die “FAZ”. Im Gegen­satz zu Hartz IV müss­ten die Leis­tun­gen klar und aus­kömm­lich sein und Sank­tio­nen weit­ge­hend ent­fal­len. Das stär­ke den sozia­len Zusam­men­halt. Nah­les hat­te vor einer Woche bei einem Debat­ten­camp der SPD eine “Sozi­al­staats­re­form 2025” ange­kün­digt externer Link und betont: “Wir wer­den Hartz IV hin­ter uns las­sen.” Mit höhe­ren Min­dest­löh­nen, Zuschüs­sen zu Sozi­al­ab­ga­ben und Steu­er­bo­ni wür­den viel weni­ger Men­schen auf Grund­si­che­rung ange­wie­sen sein
    …” Bei­trag vom 17.11.2018 bei tages​schau​.de externer Link
  • Zwei Lieb­lings­zi­ta­te zum The­ma aus Deut­scher Einheit(z)-Textdienst von Wer­ner Lutz Nr. 4/​17:
    • Rück­füh­rung
      SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Schulz will als neu­er sozia­ler Reform­kämp­fer Hartz IV-Emp­fän­gern ihr (damals von der SPD durch die Agen­da 2010 geklau­tes) Ver­mö­gen zum Teil zurück­ge­ben, wenn er gewählt wird. Und zwar soll der Frei­be­trag für das Anlage(n)kapital ver­dop­pelt wer­den. Das bedeu­tet, daß auf den Anla­gen­bän­ken, auf denen jetzt vie­le Hartz IVEmp­fän­ger über­nach­ten, für die Auf­be­wah­rung von Schlaf­sä­cken, Taschen, Kla­mot­ten, Zahn­sei­de und Rasier­klin­gen mehr Platz zur Ver­fü­gung steht. Außer­dem wer­den ihre Wert­de­pots in ihren pri­va­ten Schließ­fä­chern (Pfand­fla­schen­samm­lun­gen unter Brü­cken) eben­falls auf­ge­stockt.”
    • Ach­tung! War­nung vor ALQ
      Nach neu­es­ten wis­sen­schaft­li­chen Unter­su­chun­gen muß drin­gend vor der Ein­nah­me des neu­en Medi­ka­ments ALQ gewarnt wer­den. ALQ stammt aus dem Hau­se „Schulz und Co.“ und gehört zu einer neu ent­wi­ckel­ten Medi­ka­men­ten­art, die Hal­lu­zi­na­tio­nen bei Arbeits­lo­sen för­dert und den Ver­stand ver­ne­belt. So soll ALQ bei den Betrof­fe­nen die Hoff­nung schaf­fen, daß sie mit Hil­fe von Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nah­men nicht län­ger arbeits­los sind, son­dern eine qua­li­fi­zier­te Arbeit fin­den. – Die Wir­kung des Medi­ka­ments ist aller­dings nur bis 19. Sep­tem­ber – den Tag der Bun­des­tags­wahl – begrenzt. Gleich­zei­tig ver­mit­telt ALQ den Betrof­fe­nen Illu­sio­nen über die Ursa­chen der Agen­da 2010 und ihrer dar­aus resul­tie­ren­den Armut, die bekannt­lich vor über einem Dut­zend Jah­ren vom Her­stel­ler „Schulz und Co.“ selbst ver­ur­sacht wur­den.”
  • Unser Reden: Die Ideo­lo­gie der Leis­tungs­ge­rech­tig­keit ist schuld: “… Die Vor­stel­lung der Leis­tungs­ge­rech­tig­keit war mal etwas Fort­schritt­li­ches. Das Bür­ger­tum rich­te­te ihn gegen den unpro­duk­ti­ven Adel. Auch die frü­he Arbei­ter­be­we­gung hat ihre For­de­run­gen noch mit der Leis­tung begrün­det, gemäß der Paro­le: Ein gerech­ter Lohn für ein gerech­tes Tage­werk. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren ist der Leis­tungs­be­griff jedoch benutzt wor­den, um die Arbei­ten­den gegen die Nicht-Arbei­ten­den aus­zu­spie­len, also gegen die Arbeits­lo­sen, die als faul denun­ziert wur­den. „Kein Recht auf Faul­heit“, damit lei­te­te SPD-Kanz­ler Ger­hard Schrö­der die Agen­da 2010 ein. Dar­an sieht man, wie fle­xi­bel ver­wend­bar der Gerech­tig­keits­be­griff ist: Aus einer eman­zi­pa­to­ri­schen For­de­rung an die da oben wur­de eine Abgren­zung gegen die noch wei­ter unten…” Der Sozio­lo­ge Oli­ver Nachtw­ey im Inter­view von Ste­phan Kauf­mann vom 10.3.2017 in der FR online externer Link
  • Agen­da 2010: Der bes­se­re Arbeits­lo­se
    “SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz will die Agen­da 2010 kor­ri­gie­ren. Das ist prin­zi­pi­ell rich­tig, doch was der desi­gnier­te Par­tei­vor­sit­zen­de vor­schlägt, greift zu kurz. Denn so wür­den die zwei Klas­sen von Arbeits­lo­sen wei­ter zemen­tiert. Sozia­le Gerech­tig­keit geht anders. (…) Schulz plant, das Arbeits­lo­sen­geld für Erwerbs­lo­se zu ver­län­gern, die sich wei­ter qua­li­fi­zie­ren. Gut dar­an ist: Sie rut­schen dann nicht mehr so schnell in Hartz IV. Das größ­te Pro­blem ist damit aller­dings nicht gelöst. För­dern und For­dern, hieß einst die Devi­se der Refor­mer. Doch das För­dern funk­tio­niert noch immer nicht gut. (…) Der größ­te Schwach­punkt in dem SPD-Kon­zept ist aber, dass es sich über­wie­gend an die ers­te Klas­se der Arbeits­lo­sen rich­tet. Wer Arbeits­lo­sen­geld erhält, darf zur Arbeits­agen­tur. Wer als Lang­zeit­ar­beits­lo­ser auf Hartz IV ange­wie­sen ist, muss zum Job­cen­ter. Die Ers­te­ren bekom­men mehr Geld, wer­den bes­ser betreut und haben mehr Chan­cen, zurück ins Berufs­le­ben zu fin­den. Erwerbs­lo­se Hartz-IV-Emp­fän­ger gehö­ren hin­ge­gen zur unte­ren Klas­se der Arbeits­lo­sen – und häu­fig blei­ben sie das auch. Eine Mil­li­on Men­schen haben von 2005 bis 2014 unun­ter­bro­chen Hartz IV bezo­gen, zeigt eine neue Stu­die. Für sie hat Schulz bis­her nicht viel gebo­ten, außer der alten Idee, dass sie von ihrem Erspar­ten ein biss­chen mehr behal­ten dür­fen…” Bei­trag von Tho­mas Öchs­ner vom 6. März 2017 bei der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • Offe­ner Brief an Herrn Mar­tin Schulz
    “… Beson­ders auf­fal­lend an Ihren Reden ist, dass ein erheb­li­cher Teil der Bevöl­ke­rung, näm­lich die­je­ni­gen, die infol­ge der Agen­da 2010 abge­hängt, zwangs­be­treut sowie stän­dig von Sank­tio­nen bedroht und zusätz­lich durch poli­ti­sche und media­le Het­ze stig­ma­ti­siert wur­den, über­haupt nicht vor­kom­men! Dass die­se in die Jubel­ari­en ein­stim­men, dürf­ten Sie auch selbst kaum erwar­ten. Sie loben Andrea Nah­les für die Ein­füh­rung eines Min­dest­lohns, der völ­lig unzu­rei­chend ist, um vor Alters­ar­mut zu schüt­zen. Von den vie­len Initia­ti­ven für gute und siche­re Arbeit, die sie vor­an­ge­bracht hat, sehe ich eben­so wenig wie davon, dass sie die Ren­te gerech­ter gemacht habe. War doch die mas­si­ve Aus­wei­tung des Nied­rig­lohn­sek­tors, der pre­kä­ren Beschäf­ti­gung, der Leih­ar­beit (mit­hin auch die Spal­tung der Beschäf­tig­ten in Kern- und Leih­ar­beits­be­schäf­tig­te) Locke­rung des Kün­di­gungs­schut­zes, Kür­zung des Arbeits­lo­sen­gel­des auf 12 Mona­te samt sach­grund­lo­sen Befris­tun­gen etc. genau der Zweck der Übung „Agen­da 2010“ (…) Am Bes­ten fan­gen Sie gleich mal an mit der Ein­übung in Empa­thie: bei den Hartz-IV-Emp­fän­ge­rIN­NEn, bei den pre­kär Beschäf­tig­ten, Auf­sto­cke­rIN­NEn; bei den Men­schen, deren Ren­te zum Leben nicht reicht, bei den Flücht­lin­gen, Obdach­lo­sen u. v. a. m. Beglei­ten Sie Men­schen zum Job­cen­ter. Neh­men Sie mal teil an einer ver­ord­ne­ten Maß­nah­me wie Bewer­bungs­trai­ning. Es gibt Leu­te, die das schon 3–4 mal absol­vie­ren durf­ten… Und damit die Bedin­gun­gen auch rea­lis­tisch sind: Ver­schen­ken Sie vor­her Ihre Mil­lio­nen! Suchen Sie sich eine bezahl­ba­re Blei­be in Frank­furt oder Mün­chen und dann einen Job!...” Offe­ner Brief von Ursu­la Mathern vom 03.03.2017 
  • [Mar­tin Schulz und die Agen­da 2010] DGB: „Die SPD kor­ri­giert einen Kar­di­nal­feh­ler“
    “DGB-Chef Hoff­mann lobt SPD-Kan­di­da­ten Schulz für die Nach­bes­se­rung der Agen­da 2010. Am Mon­tag stellt Arbeits­mi­nis­te­rin Nah­les die neu­en Plä­ne vor. Die CDU wen­det sich gegen das „Arbeits­lo­sen­geld Q“ Wenn Arbeits­mi­nis­te­rin Andrea Nah­les an die­sem Mon­tag im Wil­ly-Brandt-Haus die Plä­ne der SPD für eine län­ge­re Zah­lung des Arbeits­lo­sen­gelds I vor­stellt, kann sie sich der Kri­tik aus dem Lager von Uni­on und Arbeit­ge­bern eben­so sicher sein wie des Bei­falls der Gewerk­schaf­ten. Für den Deut­schen Gewerk­schafts­bund (DGB) ist das Kon­zept, das Nah­les im Auf­trag von SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz erstellt hat, ein „wich­ti­ger Bei­trag für mehr Sicher­heit der Arbeit­neh­mer“. Die SPD kor­ri­gie­re damit „einen Kar­di­nal­feh­ler der Agen­da 2010, bei der die Arbeits­lo­sen immer nur gefor­dert, aber nie aus­rei­chend geför­dert wur­den“, sag­te der DGB-Vor­sit­zen­de Rei­ner Hoff­mann dem Tages­spie­gel…” Arti­kel von Ste­phan Hasel­ber­ger, Hei­ke Jah­berg und Armin Leh­mann beim Tages­spie­gel online vom 5. März 2017 externer Link
  • Ope­ra­ti­on Wech­sel­balg
    “… Die Rede von der »hart arbei­ten­den Mit­te«, die sich »an die Regeln hal­te« bedient die­se Kli­en­tel jeden­falls opti­mal, wie auch der Plan einer par­ti­el­len Abkehr von der Agen­da 2010. Denn Schulz stell­te zwar län­ge­re Fris­ten für das Arbeits­lo­sen­geld in Aus­sicht, also einen grö­ße­ren Puf­fer für die von Abstiegs­sor­gen gequäl­te soge­nann­te Mit­te, kri­ti­sier­te aber expli­zit nicht das Repres­si­ons­sys­tem Hartz IV. Was mit den bereits Abge­stie­ge­nen geschieht, inter­es­siert näm­lich weder die klein­bür­ger­li­che Mas­se noch die Par­tei­stra­te­gen. Die Mehr­zahl der Hartz IV-Emp­fän­ger geht ohne­hin nicht zur Wahl…” Arti­kel von Mar­kus Lis­ke in der Jung­le World vom 2. März 2017 externer Link
  • Hartz IV, die namen­lo­se Höl­le
    “SPD-Kan­di­dat Schulz will ALG I ein biss­chen refor­mie­ren. Der wah­re Skan­dal ist aber wei­ter­hin das ALG II, auch „Hartz IV“ genannt. (…) Um ALG II drückt sich Schulz. Er spricht nur impli­zit von jener namen­lo­sen Höl­le, in die jene ALG-I-ler nicht abrut­schen dür­fen. Aber die hei­li­gen drei Säu­len der Agen­da 2010 tref­fen vor allem die ALG-II-Bezie­her: 1. die Gän­ge­lung von Arbeits­lo­sen durch Kür­zun­gen und Straf­maß­nah­men, 2. die Fle­xi­bi­li­sie­rung des Arbeits­mark­tes und Sen­kung der Löh­ne und 3. die durch das Schröder’sche Para­dig­ma der Eigen­ver­ant­wor­tung vor­an­ge­trie­be­ne Ent­so­li­da­ri­sie­rung. Wer arm ist, ist seit­her selbst schuld. ALG II ist eine kaf­ka­esk durch­bü­ro­kra­ti­sier­te Armuts­ma­schi­ne. (…) War­um inter­es­siert sich kaum jemand für die­sen staat­lich ver­ord­ne­ten Aus­schluss? Über Hartz IV und Armut schweigt man lie­ber. Da ist Schulz nicht der Ein­zi­ge.” Kolum­ne von Son­ja Vogel vom 28. Febru­ar 2017 bei der taz online externer Link
  • DGB-Vor­sit­zen­de Rei­ner Hoff­mann zur Agen­da 2010: “Da muss vie­les kor­ri­giert wer­den”
    “… Mar­tin Schulz habe auf “Web­feh­ler in der Agen­da 2010 hin­ge­wie­sen”, so Hoff­mann. “Da muss vie­les kor­ri­giert wer­den. Ers­te Schrit­te sind getan mit dem Min­dest­lohn und der Ren­te mit 63 nach 45 Bei­trags­jah­ren. Schulz hat wei­te­re Punk­te benannt, wie die Abschaf­fung der sach­grund­lo­sen Befris­tung. (…) Schulz’ Ansatz, die Bezugs­dau­er von Arbeits­lo­sen­geld I zu ver­län­gern, nann­te Hoff­mann “rich­tig”. Es müss­ten “Schutz­lü­cken geschlos­sen wer­den”. Ins­be­son­de­re Älte­re, “die wei­ter­hin schlech­te Chan­cen auf dem Arbeits­markt haben, müs­sen davor bewahrt wer­den, in Hartz IV zu rut­schen”, so Hoff­mann. (…) Schulz habe bei sei­ner Bie­le­fel­der Rede am 20. Febru­ar “zen­tra­le The­men sehr deut­lich ange­spro­chen”, so Hoff­mann…” DGB-Stel­lung­nah­me vom 21. Febru­ar 2017 externer Link. Sie­he dazu:
    • Anmer­kung des Lesers A.L. der Nach­denk­sei­ten in den Hin­wei­se des Tages II vom 24. Febru­ar 2017 externer Link: “Im Text wird die Ein­füh­rung von „Hartz IV“ als Ver­häng­nis für die SPD beschrie­ben. Es ist aber erst Recht ein „Ver­häng­nis“ für die Men­schen, die von „Hartz IV“ leben müs­sen. War­um for­dert der/​die Autor/-in nicht die Abschaf­fung von „Hartz IV“, wenn es ein Ver­häng­nis ist? Und die Lohn­ab­schlüs­se der letz­ten Ver­hand­lungs­run­den als „gut“ zu bewer­ten, ist für vie­le der Betrof­fe­nen in der Rea­li­tät und gedank­lich schwer nach­voll­zieh­bar.
    • Wir wür­den zudem vom Ver­häng­nis für die DGB-Gewerk­schaf­ten spre­chen… Wie sag­te Ger­hard Schrö­der auf dem SPD-Par­tei­tag 2002? »Wie sehr die deut­schen Gewerk­schaf­ten in der Lage sind, eine gemein­wohl­ori­en­tier­te Poli­tik auch dann zu unter­stüt­zen, wenn sie an Details Kri­tik haben, das ver­dient Respekt«. Sie­he dazu die Rubrik im Labour­Net-Archiv: Umden­ken der Gewerk­schaf­ten?
    • Und: Bei aller Betei­li­gung am Wahl­kampf soll­te der DGB nicht ver­ges­sen, dass das Haupt­in­stru­ment zur Durch­set­zung der Inter­es­sen der Lohn­ab­hän­gi­gen mit und ohne Job der gewerk­schaft­li­che Kampf ist…
  • Offe­ner Brief an Mar­tin Schulz: But­ter­weg­ge for­dert Poli­tik­wech­sel von Rot-Rot-Grün
    “… „In Wirk­lich­keit war die Agen­da 2010 aber selbst der ent­schei­den­de Feh­ler und ihre Kon­zep­ti­on des »akti­vie­ren­den« Sozi­al­staa­tes grund­falsch.“ Faul sei­en nicht die Arbeits­lo­sen, „son­dern das Wirt­schafts- und Gesell­schafts­sys­tem, in dem sie leben“. Wenn Schulz es ernst mei­ne mit Idea­len wie Soli­da­ri­tät und sozia­ler Gerech­tig­keit, müss­te er daher „mit Hartz IV auch den Kern des Reform­werks in Fra­ge stel­len“. Dage­gen sei nutz­los, was Schulz bis­her an Kor­rek­tu­ren vor­ge­schla­gen habe. Eine ver­län­ger­te Bezugs­dau­er des Arbeits­lo­sen­gelds I etwa errei­che die Mehr­heit der Arbeits­lo­sen gar nicht.” Arti­kel von Joa­chim Frank vom 26.02.17 beim Köl­ner Stadt­an­zei­ger online externer Link
  • Kor­rek­tu­ren an der Agen­da 2010: “Wenn lan­ge Bezugs­zei­ten da sind, ist der Druck aus dem Kes­sel”
    “In der Dis­kus­si­on über die Agen­da 2010 warnt der Arbeits­markt­for­scher Joa­chim Möl­ler im DLF davor, die Bezugs­zei­ten von Arbeits­lo­sen­geld zu ver­län­gern. Zur Befris­tung von Ver­trä­gen sagt er nicht grund­sätz­lich nein – kri­tisch aber sieht er, dass Arbeit­neh­mer oft kurz­fris­ti­ge Ket­ten­ver­trä­ge erhal­ten….” Joa­chim Möl­ler im Gespräch mit Mario Dobo­vi­sek beim Deutsch­land­funk vom 21. Febru­ar 2017 externer Link. Joa­chim Möl­ler, der das Insti­tut für Arbeits­markt- und Berufs­for­schung in Nürn­berg, das zur Bun­des­agen­tur für Arbeit gehört, lei­tet, ver­tritt u.a. dazu: “… Ich wür­de ein­mal gene­rell sagen, dass das The­ma Unge­rech­tig­keit oder, sagen wir mal, Fair­ness im Arbeits­le­ben zurecht von Schulz the­ma­ti­siert wird. Es geht um Zusam­men­halt in der Gesell­schaft, um den Kitt der Gesell­schaft. Das fin­de ich grund­sätz­lich rich­tig. Die Fra­ge ist, ob jetzt an den Bezugs­dau­ern von Arbeits­lo­sig­keit gedreht wer­den soll­te. Das wür­den wir aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht eher kri­tisch sehen. Wir haben For­schungs­er­geb­nis­se, die sagen, dass je län­ger die Bezugs­dau­er ist, je höher die Arbeits­lo­sig­keit oder die Län­ge der Arbeits­lo­sig­keit ist, und die­se Ergeb­nis­se sind sehr ein­deu­tig. (…) Die Mög­lich­keit auch einer sach­grund­lo­sen Befris­tung für einen gewis­sen Zeit­raum, für maxi­mal zwei Jah­re, ist ein Mit­tel auch des Aus­tes­tens von Mit­ar­bei­tern. (…) Ich den­ke, ein wich­ti­ger Schritt war ja die Ein­füh­rung des Min­dest­lohns, und ich glau­be, das ist tat­säch­lich ein Feh­ler gewe­sen, dass das nicht zusam­men mit der Agen­da 2010 gekom­men ist…”
  • Die wirk­li­che Schan­de für die Bun­des­re­pu­blik. Rober­to J. de Lapu­en­te über das Wahl­ver­hal­ten von Arbeits­lo­sen und Schulz’ Kampf­an­sa­ge an die AfD
    “134.390 Sank­tio­nen spra­chen die Job­cen­ter 2016 monat­lich aus. Das ergab eine Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf Anfra­ge der LINKEN. Im Ver­gleich zu 2015 stellt die Zahl einen Anstieg dar. (…) Wie vie­le im Wider­spruchs­ver­fah­ren zurück­ge­zo­gen wer­den, wie vie­le resi­gnier­te Sank­tio­nier­te erst gar nicht den Weg des Wider­spruchs in Anspruch neh­men: Dar­über weiß man wenig bis nichts. Wie vie­le Arbeits­lo­se aber bei den letz­ten Land­tags­wah­len die AfD gewählt haben: Dar­über gibt es aus­ge­klü­gel­te Zah­len. Bei wäh­len­den Arbeits­lo­sen konn­te so gut wie kei­ne Par­tei mit der AfD mit­hal­ten. Oft­mals war die AfD sogar die Par­tei, die die größ­ten Stimm­an­tei­le bei den Arbeits­lo­sen vor­zei­gen konn­te. (…) Nein, das soll kei­ne bil­li­ge Schel­te an Arbeits­lo­sen und ihrer Wahl­mo­ral sein. Aber zu glau­ben, dass die Zah­len zur Sank­ti­ons­pra­xis und jene bei den Zuge­win­nen der AfD nichts mit­ein­an­der zu tun haben, das könn­te man nett gespro­chen als naiv bezeich­nen. (…) Eigent­lich soll­ten sich die­se Zei­len an Herrn Schulz, die­sen Kanz­ler in Lau­er­stel­lung, rich­ten. In sei­ner mitt­ler­wei­le berühm­ten Rede, die er vor eini­gen Wochen in Ber­lin hielt, nann­te er die AfD eine »Schan­de für die Bun­des­re­pu­blik«. Die wirk­li­che Schan­de für die­ses Land ist aber, dass arbeits­lo­se Men­schen mehr­heit­lich in die Fän­ge einer Par­tei getrie­ben wer­den, die für sie nicht gut sein kann. (…) Wer der AfD den Kampf ansa­gen möch­te, so wie Schulz es ange­kün­digt hat, der kann die­ses Pres­ti­ge­ob­jekt der Agen­da 2010, Hartz IV und sei­ne Job­cen­ter, so nicht auf­recht­erhal­ten und als rich­ti­gen Weg loben. Möch­te man die AfD schwä­chen, so muss man die Agen­da 2010 schwä­chen und das Hartz-IV-Sys­tem ent­span­nen. Bloß an der Bezugs­dau­er zu schrau­ben: Das reicht nicht.” Blog von Rober­to J. de Lapu­en­te bei neu­es Deutsch­land vom 23. Febru­ar 2017 externer Link
  • Das Mär­chen vom Mar­tin und der Hartz-IV-Reform
    “… Zu einem Hel­den­my­thos gehört oft ein Erwe­ckungs­mo­ment. Jener Moment, in dem der Held sein bis­her fal­sches Tun und sei­nen neu­en Weg erkennt oder eine Erleuch­tung hat, sich dem “Guten” anschließt. Ein sol­cher Erwe­ckungs­mo­ment ist ent­we­der just Mar­tin Schulz pas­siert – oder ein recht begab­ter Script­schrei­ber hat für ihn die­sen Moment erfun­den: Ein 50jähriger Arbeit­neh­mer, der seit 36 Jah­ren im sel­ben Betrieb arbei­tet, hät­te ihm sei­ne Angst davor, bei einem Job­ver­lust in den Arbeits­lo­sen­geld-II-Bezug abzu­rut­schen, klar gemacht: “Wenn der sei­nen Job ver­liert, bekommt er 15 Mona­te Arbeits­lo­sen­geld und dann geht es an sei­ne Exis­tenz, das darf nicht sein” wird Mar­tin Schulz zitiert. Die­se neue Erkennt­nis führt dazu, dass sich Mar­tin Schulz, der neue Kanz­ler­kan­di­dat der SPD, nun­mehr in den Medi­en als Mann prä­sen­tiert wird, der die Reform Hartz-IV-“Reformen” ange­hen will, der Hartz IV kor­ri­gie­ren will oder wenigs­tens Ände­run­gen ver­spricht. Unab­hän­gig von der Fra­ge, inwie­fern Wahl”versprechen” über­haupt Ver­spre­chen sein kön­nen (oder nicht doch eher vage Absichts­er­klä­run­gen bzw. Ankün­di­gun­gen von Gescheh­nis­sen, die ggf. nach einer erfolg­rei­chen Wahl statt­fin­den könn­ten) ist die Bericht­erstat­tung um das, was Herr Schulz “ver­spro­chen” hat, zumin­dest stark ten­den­zi­ell. (…) 2005 koket­tier­te schon jemand damit, dass bei der Agen­da 2010 wohl Feh­ler gemacht wor­den waren, sie aber den­noch sein muss­te. Einer der “gro­ßen Poli­ti­ker”, wie Mar­tin Schulz ihn nennt: Ger­hard Schrö­der.” Bei­trag von Alex­an­der und Bet­ti­na Ham­mer vom 22. Febru­ar 2017 bei Tele­po­lis externer Link
  • [Vor­sicht: Sati­re] SPD läu­tet tra­di­tio­nel­les lin­kes Halb­jahr vor wich­ti­gen Wah­len ein
    “… Es ist wie­der soweit: Die Füh­rungs­spit­ze der SPD hat heu­te Mor­gen bei einem Tref­fen im Wil­ly-Brandt-Haus in Ber­lin den Beginn des tra­di­tio­nel­len lin­ken Halb­jah­res vor den nächs­ten Bun­des­tags­wah­len ein­ge­läu­tet. In die­ser Zeit ist das Spit­zen­per­so­nal dar­um bemüht, die SPD wie eine Par­tei wir­ken zu las­sen, die Poli­tik für Arbei­ter und Gering­ver­die­ner macht. “Lie­be Genos­sin­nen und Genos­sen, das tra­di­tio­nel­le lin­ke Halb­jahr vor der Bun­des­tags­wahl ist hier­mit fei­er­lich eröff­net”, ver­kün­de­te der SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Tho­mas Opper­mann und klin­gel­te laut hör­bar mit der soge­nann­ten “Glo­cke des klei­nen Man­nes”. Nach­dem der Applaus abebb­te, erklär­te er: “Jetzt ist die Zeit gekom­men, in der wir uns für eini­ge Mona­te auf unse­re sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Wur­zeln zurück­be­sin­nen”. (…) “Aber bit­te beach­tet, lie­be Genos­sen: Am Mon­tag nach der Wahl wer­de ich die­se Glo­cke noch ein­mal läu­ten. Und ab die­sem Zeit­punkt muss das alles wie­der ver­ges­sen sein.”…” Bei­trag vom 21. Febru­ar 2017 bei der Pos­til­lon externer Link
  • Und wol­len in unse­rer dama­li­gen Rubrik “Hartz-Kom­mis­si­on: Lieb­lings­zi­ta­te des Labour­Net Ger­ma­ny” eines der bes­ten nicht vor­ent­hal­ten: Zitat der 49. KW 2002:
    Für Lang­zeit­ar­beits­lo­se wird es güns­ti­ge­re Ein­stiegs­ta­ri­fe geben. Da haben wir eine mora­li­sche Ver­pflich­tung.”
    DGB-Chef Micha­el Som­mer im Inter­view mit der Süd­deut­schen Zei­tung vom 29.11.2002

Der Bei­trag Erst habt ihr uns den Begriff “Reform” ver­saut, jetzt wollt ihr eure Scheis­se (biss­chen) refor­mie­ren? Weg mit den Hartz-Geset­zen oder gar nichts! erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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