[Freiheitsliebe:] Laschet – Ein Politiker für die Interessen der Wirtschaft

Heu­te Mit­tag hat die CDU ihren Vor­sit­zen­den gewählt, der nord­rhein­west­fä­li­sche Minis­ter­prä­si­dent Armin Laschet, setz­te sich gegen Nor­bert Rött­gen und Fried­rich Merz durch. Auch im pro­gres­si­ven Lager sorg­te das für Freu­de, Anlass dafür gibt es aller­dings nicht.

Natür­lich ist es zu begrü­ßen, dass der neue Vor­sit­zen­de der CDU nicht der reak­tio­nä­re und neo­li­be­ra­le Freund der Finanz­in­dus­trie Fried­rich Merz ist, damit sind aber nahe­zu alle posi­ti­ven Punk­te an Laschet auch schon benannt. Laschet hat als Minis­ter­prä­si­dent in NRW ver­spro­chen, dass er die Armut bekämp­fen und Arbeits­plät­ze hal­ten wird – bei­des ist ihm nicht gelun­gen. Die Armuts­ge­fähr­dungs­quo­te stieg von 16,7 Pro­zent im Jahr 2016, dem Jahr vor sei­nem Amts­an­tritt, auf 18,5 Pro­zent im Jahr 2019 – einer der höchs­ten Anstie­ge in der Bun­des­re­pu­blik und der höchs­te Wert aller west­deut­schen Flä­chen­län­der. Für das Jahr 2020 sind noch kei­ne Zah­len ver­öf­fent­licht, doch mit einem Anstieg infol­ge der Coro­na­kri­se ist zu rech­nen.

Der Anstieg der Armuts­ge­fähr­dungs­quo­te hängt zum einen mit einer Abwan­de­rung von Indus­trien aus NRW zusam­men, die sich in den letz­ten Jah­ren beson­ders im Ruhr­ge­biet bemerk­bar gemacht hat. Die Wei­ge­rung der Lan­des­re­gie­rung, Thys­sen-Krupp zu ret­ten und in ein öko­lo­gi­sches Unter­neh­men umzu­bau­en, führt nun zur Über­nah­me durch ein Finanz­kon­sor­ti­um, dem am Wohl der Beschäf­tig­ten wenig gele­gen ist. Wäh­rend Laschet und sei­ne Regie­rung kaum aktiv wer­den, um Arbeits­plät­ze zu ret­ten oder Armut zu bekämp­fen, sind sie dage­gen zur Stel­le, wenn es um die Gewin­ne der Kon­zer­ne geht. Beson­ders deut­lich wur­de dies bei RWE, jenem Unter­neh­men, wel­ches den Ham­ba­cher Forst roden ließ, um Koh­le zu för­dern. Statt sich die­ser umwelt­zer­stö­re­ri­schen Poli­tik ent­ge­gen­zu­stel­len, ließ Lasche­ts Regie­rung die Akti­vis­tin­nen und Akti­vis­ten im Wald räu­men und kri­mi­na­li­siert ihr Enga­ge­ment.

Trotz vie­ler schö­ner Wor­te brach­te auch für Geflüch­te­te die Regie­rung Laschet kei­ne Ver­bes­se­run­gen, im Gegen­teil: NRW betei­ligt sich an den Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan und an den Äuße­run­gen Rött­gens, dass die­ser nach Syri­en abschie­ben wol­le, kri­ti­siert Laschet vor allem, dass dies nicht mög­lich sei, und nicht etwa, dass es unzu­mut­bar sei. Sei­ne Zusa­ge, 1.000 Geflüch­te­te aus dem abge­brann­ten Lager Moria zu holen, hat er auch vier Mona­te nach dem Brand nicht wahr­ge­macht.

Schöne Worte – Falsche Politik

Wenn es um den Ein­satz gegen Armut, Stel­len­ab­bau und Umwelt­zer­stö­rung geht, hat Laschet in sei­nen bis­he­ri­gen Regie­rungs­jah­ren vor allem schö­ne Wor­te gefun­den. Bes­ser gewor­den ist es nicht, in vie­len Berei­chen eher schlech­ter. Ähn­lich ver­hält es sich auch beim Umgang mit Migran­tin­nen, Migran­ten und Geflüch­te­ten, wo Pas­si­vi­tät beim Schutz von Men­schen die Hand­lungs­ma­xi­me zu sein scheint. Hand­lun­gen gibt es vor allem, wenn die Inter­es­sen der Kon­zer­ne gefähr­det oder aus­ge­baut wer­den müs­sen. All jene pro­gres­si­ven Men­schen, die sich nun über die Wahl von Laschet freu­en, haben dafür nur einen Grund: Er ist nicht Merz. Doch Anlass für irgend­wel­che Hoff­nun­gen in Laschet gibt es nicht, die Bilanz sei­ner Regie­rung ver­deut­licht dies.

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Ich habe 2009 die Frei­heits­lie­be gegrün­det aus dem Wunsch, einen Ort zu schaf­fen, wo es kei­ne Gren­zen gibt zwi­schen Men­schen. Einen Ort an dem man sich mit­tei­len kann, unab­hän­gig von Reli­gi­on, Her­kunft, sexu­el­le Ori­en­tie­rung und Geschlecht. Frei­heit bedeu­tet immer die Frei­heit von Aus­beu­tung. Als Autor die­ser Web­sei­te strei­te ich für eine Gesell­schaft, in der nicht mehr die Mehr­heit der Men­schen das Umset­zen muss, was nur dem Wohl­stand eini­ger Weni­ger dient.
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