[Freiheitsliebe:] Yes, We Ban – Der Atomwaffenverbotsvertrag tritt in Kraft

Der neue UN-Ver­trag zum Ver­bot von Atom­waf­fen (AVV) tritt mor­gen, am 22. Janu­ar 2021, in Kraft. Welt­weit fei­ern Bürger*innen die­sen Mei­len­stein auf dem Weg zur nuklea­ren Abrüs­tung. In Deutsch­land betei­li­gen sich neben zahl­rei­chen Aktivist*innen auch Abge­ord­ne­te und Städ­te an den Fei­er­lich­kei­ten. Anläss­lich des Inkraft­tre­tens for­dern ICAN, IPPNW und Green­peace Deutsch­land den Bei­tritt Deutsch­lands zum Atom­waf­fen­ver­bots­ver­trag und den Abzug der US-Atom­waf­fen aus dem rhein­land-pfäl­zi­schen Büchel.

Im Fol­gen­den ver­öf­fent­li­chen wir eine Pres­se­er­klä­rung der IPPNW – Inter­na­tio­na­le Ärz­te zur Ver­hü­tung des Atomkrieges/​Ärz­te in sozia­ler Ver­ant­wor­tung. (Hier könnt ihr euch für den IPPNW-News­let­ter ein­tra­gen.)

„Die deut­sche Betei­li­gung an Atom­waf­fen­übun­gen und die Sta­tio­nie­rung von Atom­waf­fen sind Akti­vi­tä­ten, die unter dem Atom­waf­fen­ver­bots­ver­trag ver­bo­ten sind. Damit ist die deut­sche Poli­tik im Bezug auf Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen ein­deu­tig kon­trär zur Hal­tung der meis­ten Staa­ten welt­weit”, so Bea­tri­ce Fihn, Geschäfts­füh­re­rin ICAN Inter­na­tio­nal. „Das Fest­hal­ten an der Abschre­ckungs­po­li­tik wird Deutsch­lands Sta­tus als huma­ni­tä­rer Vor­kämp­fer auf der Welt­büh­ne lang­fris­tig scha­den.”

Deutsch­land lehnt den Bei­tritt zum Atom­waf­fen­ver­bots­ver­trag wie ande­re NATO-Staa­ten bis­her ab. Die Bun­des­re­gie­rung argu­men­tiert, dass Deutsch­land als NATO-Mit­glied dem Ver­bots­ver­trag nicht bei­tre­ten kön­ne. ICAN ent­geg­net: Der Ver­trag sei extra so for­mu­liert wor­den, dass ein Bei­tritt von NATO-Staa­ten mög­lich ist. Im Sep­tem­ber 2020 wur­de das von zwei ehe­ma­li­gen NATO-Gene­ral­se­kre­tä­ren unter­stri­chen, als sie alle NATO-Staa­ten zum Bei­tritt auf­rie­fen.

„Die Bun­des­re­gie­rung för­dert Mul­ti­la­te­ra­lis­mus und bekennt sich zum Ziel einer atom­waf­fen­frei­en Welt, hält aber gleich­zei­tig an der nuklea­ren Teil­ha­be der NATO fest und igno­riert den Wil­len der Staa­ten­mehr­heit, Atom­waf­fen zu äch­ten”, betont Dr. med. Alex Rosen, Vor­stands­mit­glied der IPPNW Deutsch­land. „Das muss sich ändern: Die Ver­nich­tung der geg­ne­ri­schen Zivil­be­völ­ke­rung mit ato­ma­ren Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen war nie und kann nie ver­ein­bar sein mit dem inter­na­tio­na­len huma­ni­tä­ren Völ­ker­recht.”

Auch Chris­toph von Lie­ven, Spre­cher für Abrüs­tung und Frie­den von Green­peace Deutsch­land unter­streicht: „Das Green­peace und ande­re seit 50 Jah­ren um ein Ver­bot von Atom­waf­fen kämp­fen müs­sen, zeigt wie die­se Bun­des­re­gie­rung an Lager­den­ken und Ver­nich­tungs­dro­hung fest­hält und sich zuneh­mend inter­na­tio­nal iso­liert anstatt ech­te Sicher­heit durch den in den Ver­ein­ten Natio­nen beschlos­sen Atom­waf­fen­ver­bots­ver­trag zu gewähr­leis­ten.”

122 Staa­ten haben das Abkom­men im Juli 2017 in den Ver­ein­ten Natio­nen beschlos­sen. Es ver­bie­tet unter ande­rem umfas­send Test, Ent­wick­lung, Pro­duk­ti­on, Besitz, Sta­tio­nie­rung, Wei­ter­ga­be sowie den Ein­satz von und die Dro­hung mit Atom­waf­fen. Für das Enga­ge­ment in dem Pro­zess zur Ver­ab­schie­dung des Atom­waf­fen­ver­bots­ver­tra­ges wur­de ICAN 2017 mit dem Frie­dens­no­bel­preis aus­ge­zeich­net.

Deutsch­land­weit fin­den am Frei­tag, dem 22. Janu­ar zahl­rei­che Aktio­nen statt, die das Inkraft­tre­ten des Atom­waf­fen­ver­bots­ver­tra­ges fei­ern. In Ber­lin wird es unter Beach­tung der Hygie­ne­re­geln um 10 Uhr eine Foto­ak­ti­on vor dem Bundeskanzler*innenamt geben. Dabei wird bild­haft dar­ge­stellt, dass Deutsch­lands Stuhl bei den Ver­hand­lun­gen leer blieb und die Bun­des­re­gie­rung einen Bei­tritt zum Ver­trag ablehnt.

In einem Online-Event „Yes we Ban?” um 12:30 Uhr dis­ku­tie­ren ICAN Deutsch­land und Alex­an­der Kmentt, ein Ver­tre­ter der öster­rei­chi­schen Regie­rung, mit Rüdi­ger Bohn, Ver­tre­ter der Bun­des­re­gie­rung.

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