[labournet:] Bremer Bündnis für mehr Krankenhauspersonal

Dossier

Bremer Bündnis für mehr Krankenhauspersonal“… Wir wol­len gemein­sam mit unse­ren Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen in den Bre­mer Kran­ken­häu­sern errei­chen, dass auf allen Sta­tio­nen und Abtei­lung die Arbeits­be­las­tung end­lich wie­der auf ein erträg­li­ches Maß redu­ziert wird. Dies kann nur dann erreicht wer­den, wenn es über­all ver­bind­li­che Per­so­nal­min­dest­stan­dards gibt. Des­we­gen for­dern wir end­lich eine gesetz­li­che Per­so­nal­min­dest­be­mes­sung! Das Bre­mer Bünd­nis möch­te mit sei­nen Akti­vi­tä­ten an die erfolg­rei­che Aus­ein­an­der­set­zung in der Ber­li­ner Cha­ri­té sowie an Bewe­gun­gen von Pfle­ge­kräf­ten in ganz Deutsch­land anknüp­fen. Über­all begeh­ren Pfle­ge­kräf­te gegen ihre Arbeits­be­din­gun­gen auf, wel­che sowohl für sie als auch für die ihnen anver­trau­ten Patient*innen mehr und mehr zu einer Gefahr wer­den. (…) Gesund­heit ist ein Men­schen­recht, kei­ne Ware! Für mehr Per­so­nal im Kran­ken­haus!” Aus der Selbst­dar­stel­lung des Bünd­nis­ses auf des­sen Home­page externer Link dort – im Auf­bau – wei­te­re Infos und Ter­mi­ne. Sie­he auch:

  • [Abbau zahl­rei­cher Ärz­te-Stel­len beim Bre­mer Kli­nik­ver­bund] Kran­ken­haus­per­so­nal ent­las­ten – nicht ent­las­ten New
    “Laut des Berichts des Weser-Kurier (sie­he Rück­sei­te) ste­hen die vier Kran­ken­häu­ser der Gesund­heit Nord kurz vor dem wirt­schaft­li­chen Kol­laps. Als ers­te Maß­nah­men sol­len 90 Stel­len im ärzt­li­chen Bereich abge­baut wer­den. 90 Voll­zeit­stel­len ärzt­li­cher Fach­kräf­te, die bun­des­weit gesucht, gefei­ert und prä­miert wur­den, sol­len jetzt wie­der gestri­chen wer­den. Die Erfah­rung zeigt, dabei wird es nicht blei­ben! Seit Jahr­zehn­ten wer­den bei finan­zi­el­len Eng­päs­sen immer wie­der blind Stel­len abge­baut. Die Pfle­ge und ande­ren Berei­che kom­men mit einem blau­en Auge davon? Sicher nicht! (…) Täg­lich sind meh­re­re hun­dert Kran­ken­haus­bet­ten in Bre­men auf Grund des Fach­kräf­te­man­gels gesperrt. Lei­der kön­nen drin­gend benö­tig­te zusätz­li­che Sta­tio­nen zur vor­sorg­li­chen Iso­lie­rung von Patient*innen mit aus­ste­hen­den Coro­na-Test­ergeb­nis­sen aus Fach­kräf­te­man­gel nicht eröff­net wer­den und die Beatmungs­plät­ze auf den Inten­siv­sta­tio­nen wer­den bekannt­lich aus die­sem Grund knapp. Stun­den­lan­ge War­te­zei­ten in den Ambu­lan­zen, weil Fach­per­so­nal dort und auf den abneh­men­den Sta­tio­nen fehlt. Kolleg*innen sol­len zur Gesund­heit Nord Dienst­leis­tung (GND) gestellt wer­den, weil es dort weni­ger Gehalt gibt. Die Spahn‘sche-Krankenhausfinanzierung ist geschei­tert, die Fall­pau­scha­len rui­nie­ren nicht nur den über­wie­gen­den Teil der deut­schen Kran­ken­häu­ser son­dern gefähr­den auch unser aller Gesund­heit. Die Coro­na-Pan­de­mie hat zuge­spitzt gezeigt: Pro­fi­te pfle­gen kei­ne Men­schen…“ Flug­blatt vom Janu­ar 2021 des Bre­mer Bünd­nis­ses für mehr Per­so­nal im Kran­ken­haus 
  • [Betriebs­rats­wah­len 2018 in Bre­men] Wahl­prüf­stei­ne zu Per­so­nal­be­mes­sung und Gesund­heits­sys­tem
  • [Video] Aria­ne Mül­ler, Kran­ken­schwes­ter 
    Aria­ne Mül­ler arbei­tet seit 43 Jah­ren im Kran­ken­haus und enga­giert sich seit Jahr­zehn­ten für bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen und mehr Per­so­nal. 2005 hat sie im Bre­mer Kli­ni­kum Mit­te die Betriebs­grup­pe “Uns reicht’s Bre­men” mit­ge­grün­det und 2017 das Pfle­ge­bünd­nis Bre­men. “Wich­tig ist, dass wir uns bun­des­weit ver­net­zen, und ich per­sön­lich bin mir sicher, dass wir es nicht mit ein­fa­chen For­de­run­gen errei­chen, indem wir an bestimm­te Stel­len, z.B. hier in Bre­men an den Bre­mer Senat, appel­lie­ren, son­dern wir müs­sen Druck erzeu­gen. Und in mei­nen Augen geht das nur, wenn wir flä­chen­de­ckend, auch bun­des­weit Streiks orga­ni­sie­ren. Nur die­se Spra­che versteh’n se.”” Video bei labour​net​.tv externer Link (deutsch |12 min | 2018)
  • Kund­ge­bung am 15.12.2017 am Kli­ni­kum Bre­men Ost 
    Der Auf­sichts­rat der GeNo (Gesund­heit Nord) trifft sich am 15.12.2017 tur­nus­mä­ßig am Kli­ni­kum Bre­men Ost, Haus im Park. Unter ande­rem soll der Wirt­schafts­plan 2018, in dem auch der Per­so­nal­plan ent­hal­ten ist, beschlos­sen wer­den. Weder der Bre­mer Senat noch Frau Prof. Quan­te-Brandt als Sena­to­rin für Gesund­heit, zustän­dig für alle Bre­mer Kran­ken­häu­ser, haben sich zu den berech­tig­ten For­de­run­gen des Bre­mer Bünd­nis­ses für mehr Per­so­nal im Kran­ken­haus ver­hal­ten. (…) So wer­den wir jetzt am 15.12.2017 unse­re For­de­run­gen der Gesund­heits­se­na­to­rin auf der AR-Sit­zung per­sön­lich über­ge­ben: Jetzt eine tarif­li­che oder gesetz­li­che Per­so­nal­be­mes­sung (Per­so­nal­schlüs­sel Patient*in zu Pfle­ge­kraft) für jedes ein­zel­ne Kran­ken­haus und für jede ein­zel­ne Sta­ti­on, gemes­sen am pfle­ge­ri­schen und medi­zi­ni­schen Bedarf der Patient*innen, Sank­ti­ons­mög­lich­kei­ten zur Durch­set­zung der Per­so­nal­be­mes­sung…” Auf­ruf vom 7.1.22017 externer Link samt Flug­blatt zur Kund­ge­bung um 11.00
  • Rede­bei­trag auf der Demo des Bre­mer Bünd­nis für mehr Per­so­nal im Kran­ken­haus am 21. Sep­tem­ber 2017 in Bre­men 
    Ich bin Aria­ne und arbei­te seit 1974 im Kran­ken­haus, ab 1981 im Kli­ni­kum Bre­men Mit­te auf der Inten­siv­sta­ti­on 3 als sog. Dau­er­nacht­ar­beits­schwes­ter mit einer vol­ler Stel­le. Ich habe schon immer ver­sucht, mit Kolleg*innen im Kran­ken­haus für bes­se­re und mensch­li­che Arbeits­be­din­gun­gen zu kämp­fen.
    Jetzt im Som­mer habe nicht nur ich gespürt, so kann es nicht wei­ter­ge­hen. Es muss sich jetzt was ver­än­dern. Der Druck auf uns Pfle­ge­kräf­te wird immer stär­ker und stär­ker. So habe ich u.a. mit Jörn Bra­cker von ver.di das Bre­mer Bünd­nis für mehr Per­so­nal im Kran­ken­haus im Som­mer ins Leben geru­fen. Anfangs waren wir sehr weni­ge, wir wer­den aber immer mehr. Ehr­lich gesagt, ich hät­te im Som­mer nie­mals dar­an gedacht, dass wir heu­te die­se Demo durch­füh­ren wer­den. Für mich war und ist es wich­tig, auch die Beschäf­tig­ten aller Bre­mer Kran­ken­häu­ser mit­ein­zu­be­zie­hen, die bei ver­di noch nicht orga­ni­siert sind.
    Die Arbeits­be­din­gun­gen (Abbau von Stellen,keine aus­rei­chen­de Per­so­nal­be­set­zung, Arbeits­het­ze, Arbeits­ver­dich­tung , Über­stun­den, kei­ne Pau­sen, das stän­di­ge Ein­sprin­gen, allein nachts auf einer Sta­ti­on, nur um ein paar Bei­spie­le zu nen­nen) sind in den letz­ten Jah­ren so mas­siv schlecht gewor­den, dass wir die Schnau­ze ein­fach voll haben. Wir kön­nen und wol­len nicht mehr. Die Arbeits­be­din­gun­gen machen uns krank, allein bei mir auf der Sta­ti­on in den letz­ten Jah­ren 8 Bur­nout-fäl­le. Was die­se mie­sen Arbeits­be­din­gun­gen für die Pati­en­ten­ver­sor­gung bedeu­ten, wis­sen wir alle. Immer mehr Kolleg*innen flüch­ten sich in die Teil­zeit oder hören ganz auf im Kran­ken­haus zu arbei­ten, ganz ein­fach aus einem Grun­de, weil sie nicht mehr kön­nen.
    End­lich nun erhe­ben sich immer mehr Pfle­ge­kräf­te. In meh­re­ren Städ­ten in Deutsch­land sind in letz­ter Zeit Bünd­nis­se für den Kampf um mehr Per­so­nal ent­stan­den. Es ist wich­tig, dass wir unse­re Mut­lo­sig­keit und Resi­gna­ti­on über­win­den. Lie­be Kol­leg *innen, wir soll­ten so ein Bewusst­sein der Stär­ke und des Stol­zes ent­wi­ckeln, dass die Arbeit­ge­ber, die poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­ger uns nicht mehr wie bis­her abkan­zeln kön­nen. Ohne uns läuft im Kran­ken­haus rein gar nichts. Wir erar­bei­ten die Koh­le, die ande­re auf­sau­gen. Wenn wir wol­len ste­hen alle Räder still.
    Wir arbei­ten ger­ne im Kran­ken­haus, wir pfle­gen ger­ne die Pati­en­ten, aber hof­fent­lich bald nur noch unter den Bedin­gun­gen, die wir mit unse­rem Gewis­sen ver­ein­ba­ren kön­nen. Wir sind kei­ne Skla­ven, wir sind kei­ne Schach­fi­gu­ren, die Aus­beu­tung unse­rer Arbeits­kraft muss end­lich ein Ende haben.
    Und wir haben den Zeit­punkt der Grün­dung des Bünd­nis­ses auch gewählt, weil jetzt die Bun­des­tags­wah­len sind. Die Bedin­gun­gen, um nach­hal­ti­ge spür­ba­re Ver­än­de­run­gen zu erkämp­fen sind zur zeit für uns so gut wie sel­ten zuvor. Wich­tig ist für uns, dass wir nicht locker las­sen, mit Almo­sen brau­chen die da oben nicht mehr zu kom­men. Wir müs­sen kon­ti­nu­ier­lich den Druck aus­bau­en. Uns ist klar, ohne bun­des­wei­te, flä­chen­de­cken­de Streiks wer­den wir nichts errei­chen. Die Kämp­fe an der Cha­ri­te in 2015 und jetzt sind für uns Vor­bild.
    Ein ers­ter gemein­sa­mer Schritt ist hier das Bre­mer Bünd­nis, die Ver­net­zung mit ande­ren Städ­ten und die heu­ti­ge Pro­test­de­mo, nicht nur in Bre­men son­dern auch zeit­gleich in eini­gen ande­ren Städ­ten z.B. Ham­burg. Zei­gen wir der Öffent­lich­keit, was wir von den der­zei­ti­gen Arbeits­be­din­gun­gen hal­ten und machen wir der Poli­tik in Bre­men deut­lich, was sich ändern muss. So wer­den wir die Peti­ti­on mit unse­ren For­de­run­gen, die wir ges­tern Abend auf der Pfle­ge- und Kran­ken­haus­ver­samm­lung beschlos­sen haben an die Tür des Bre­mer Rat­hau­ses nageln.
    Wir ste­hen erst am Anfang. Wir brau­chen einen lan­gen Atem. Durch unse­re Ent­schlos­sen­heit, durch unse­ren Kampf wer­den wir es schaf­fen, dass sich was ver­än­dert. wei­te­re Kolleg*innen spü­ren, es lohnt sich vom Sofa auf­zu­ste­hen und sich uns anzu­schlie­ßen, um kraft- und phan­ta­sie­voll für bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen zu kämp­fen. Gesund­heit ist ein Men­schen­recht, kei­ne Ware. Soli­da­ri­tät ist unse­re Stär­ke und Kraft.” Rede­bei­trag von Aria­ne Mül­ler, der Spre­che­rin des Bre­mer Pfle­ge­bünd­nis­ses. Sie­he zum Hin­ter­grund den Auf­ruf zur Demo am 21.9.
  • Eine Nacht­wa­che pro­tes­tiert gegen Per­so­nal­man­gel
    Jetzt auch in Bre­men: ein „Bünd­nis für mehr Per­so­nal im Kran­ken­haus“. Ins Leben geru­fen hat die­sen Pro­test Aria­ne Mül­ler. Sie arbei­tet seit fast 40 Jah­ren als Nacht­schwes­ter, davon vie­le Jah­re auf der Inten­siv­sta­ti­on. Eigent­lich könn­te sie sich auf ihre Ren­te freu­en. Doch sie hat trif­ti­ge Grün­de für ihr Enga­ge­ment…” Inter­view von Bir­git­ta vom Lehn vom 22. August 2017 bei pfle­gen-online externer Link

Der Bei­trag Bre­mer Bünd­nis für mehr Kran­ken­haus­per­so­nal erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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