[KgK:] Gericht verbietet Berliner Volksentscheid für mehr Personal im Krankenhaus

„Ich bin empört, dass das Gericht die Auf­fas­sung ver­tritt, dass die auf Bun­des­ebe­ne fest­ge­leg­ten Pfle­ge­per­so­nal­un­ter­gren­zen die Per­so­nal­stan­dards in der Pfle­ge abschlie­ßend gere­gelt hät­ten. Gera­de in der Pan­de­mie wird deut­lich, wie unter­be­setzt – nicht nur in der Pfle­ge – im Kran­ken­haus gear­bei­tet wird. Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die in den letz­ten Mona­ten und aktu­ell an der Belas­tungs­gren­ze arbei­ten“, sagt Sil­via Habe­kost, Kran­ken­pfle­ge­rin und Mit­in­itia­to­rin des Volks­ent­scheids.

Noch am Mitt­woch hat­te das Bünd­nis eine Kund­ge­bung auf dem Alex­an­der­platz orga­ni­siert und war zuver­sicht­lich, dass das Lan­des­ver­fas­sungs­ge­richt die juris­ti­sche Prü­fung des Senats auf­grund von Form­feh­lern ableh­nen wür­de, so wie es auch beim Volks­ent­scheid „Ber­lin Wer­be­frei“ getan wur­de. Die Initia­ti­ve kri­ti­siert daher nicht nur die inhalt­li­che Ent­schei­dung des Gerichts, son­dern auch das Ver­fah­ren. Aus­ge­rech­net die rot-rot-grü­ne Lan­des­re­gie­rung hat­te es ver­säumt der Initia­ti­ve die Chan­ce zu geben Män­gel in ihrem Geset­zes­text zu behe­ben. Die­se volks­ent­scheids­feind­li­che Poli­tik wur­de aus Sicht der Initia­ti­ve nun vom Lan­des­ver­fas­sungs­ge­richt nicht nur gebil­ligt, son­dern in einem Ver­fah­ren ohne münd­li­che Anhö­rung sogar bekräf­tigt.

Dies sorgt auch bei Gabi Hei­se, eben­falls Kran­ken­pfle­ge­rin und Betriebs­rä­tin für Unmut: „Dass nun in Zei­ten, in denen von Pfle­ge­kräf­ten alles abver­langt wird, solch eine Ent­schei­dung hin­ter
ver­schlos­se­nen Türen getrof­fen wird, statt gemein­sam über Mög­lich­kei­ten und Lösun­gen zu dis­ku­tie­ren, ist skan­da­lös. Man muss ganz deut­lich zwei Fra­gen stel­len, was ist die Pfle­ge der Poli­tik und der Gesell­schaft wert und was zäh­len Volks­ent­schei­de und all die Stim­men über­haupt?“

Trotz­dem zeigt sie sich wei­ter kämp­fe­risch: „Für uns ist eines klar, wir wer­den nicht auf­ge­ben und wei­ter für bes­se­re Bedin­gun­gen in den Kli­ni­ken kämp­fen. Wenn dies gesetz­lich auf Län­der­ebe­ne nicht mög­lich ist, bleibt die betrieb­li­che und tarif­li­che Aus­ein­an­der­set­zung“ fügt sie des­halb noch mit Blick auf das anste­hen­de Super­wahl­jahr an.

Pres­se­kon­tak­te:
Sil­via Habe­kost: 0178 – 5398 178
Gabi Hei­se: 0176 – 7001 4234

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