[perspektive:] Haribo-Werk in Wilkau-Haßlau wird geschlossen, erste Entlassungen in diesem Monat

Die geplanten Verkaufsgespräche mit dem Konkurrenten Katjes sind nun endgültig gescheitert. Die 119 Beschäftigten sollen jetzt entlassen werden, davon die ersten schon im März. Gewerkschafter kritisiert, dass das Unternehmen über Jahre keine Investitionen tätigte, sondern nur Gewinne mitnahm und spricht von „Raubtierkapitalismus“.

Das Rin­gen der Beschäf­tig­ten bei dem gro­ßen deut­schen Süß­wa­ren­her­stel­ler hat nun ein bit­te­res Ende gefun­den. Lan­ge war unklar, wie es mit dem Werk in Wil­kau-Haß­lau wei­ter­ge­hen wür­de. Zu Zei­ten der DDR waren in dem Ort Kamm­garn­spin­ne­rei­en, die Süßwaren‑, Papier- und Möbel­in­dus­trie ansäs­sig. Nach dem Ende der DDR kam es zu einem Zusam­men­bruch der pro­du­zie­ren­den Wirt­schaft in dem Ort und nun wird auch der Süß­wa­ren­her­stel­ler dicht machen.

Noch bis zum Febru­ar lie­fen Gesprä­che zwi­schen dem jet­zi­gen Eigen­tü­mer des Werks Hari­bo und dem Kon­kur­ren­ten Kat­jes. Doch die­ser will das Werk nicht über­neh­men. Es wür­de sich wirt­schaft­lich nicht loh­nen, da in den letz­ten Jah­ren kaum neue Inves­ti­tio­nen getä­tigt wur­den und der Kon­zern ledig­lich die Gewin­ne ein­kas­siert hat.

Trau­er und Wut bei den Beschäf­tig­ten

„Wir sind trau­rig und extrem ent­täuscht und vor allem natür­lich wütend auf Hari­bo“ , sag­te Tho­mas Liß­ner von der Gewerk­schaft Nah­rung Genuss Gast­stät­ten (NGG). Er kri­ti­siert, dass das Unter­neh­men selbst an die­ser Mise­re schuld sei, da kei­ne neu­en Inves­ti­tio­nen statt­ge­fun­den haben.

In Zusam­men­ar­beit mit dem Bür­ger­meis­ter Ste­fan Feus­tel (CDU) wird die Gewerk­schaft ver­su­chen allen Beschäf­tig­ten, die bis­her kei­nen neu­en Job gefun­den haben, zu hel­fen. Es scheint aber kei­ne Ver­su­che sei­tens der Gewerk­schaft zu geben den Betrieb noch am Leben zu erhal­ten.

Bis zum Juni wer­den alle Beschäf­tig­ten ent­las­sen wer­den. Dann soll schon ein Kon­zept für die wei­te­re Nut­zung des Gelän­des fest­ste­hen.

Der Bei­trag Hari­bo-Werk in Wil­kau-Haß­lau wird geschlos­sen, ers­te Ent­las­sun­gen in die­sem Monat erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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