[perspektive:] Arbeitslosigkeit steigt im Februar um 500.000 im Vergleich zum Vorjahresmonat

Laut offiziellen Zahlen stieg die Arbeitslosigkeit von Januar auf Februar um 4.000 Menschen an. Im Februar werden saisonbedingt in der Regel mehr Arbeitskräfte eingestellt, da der Winter langsam endet. Dieser Effekt fehlt dieses Jahr wegen des Lockdowns. Die Anzahl der Menschen in Kurzarbeit bleibt weiter hoch.

Der aktu­el­le Lock­down macht beson­ders dem Ein­zel­han­del und dem Gast­ge­wer­be zu schaf­fen. Laut der Bun­des­agen­tur für Arbeit waren im Febru­ar knapp 2,9 Mil­lio­nen Men­schen als erwerbs­los gemel­det.

Dabei wer­den eini­ge Grup­pen, die zwar arbeits­los sind, aber nicht in die Defi­ni­ti­on pas­sen, her­aus­ge­rech­net. Das gilt etwa für arbeits­lo­se Men­schen über 58 Jah­ren, für Men­schen in Maß­nah­men zur Wie­der­ein­glie­de­rung etc. Laut einer Berech­nung der Par­tei Die Lin­ke führ­te die­ses Her­aus­rech­nen allein im Dezem­ber 2020 dazu das mehr als 800.000 Arbeits­lo­se nicht in den Sta­tis­ti­ken auf­tau­chen.

Nor­ma­ler­wei­se ist der Febru­ar ein Monat, in dem die Nach­fra­ge nach Arbeits­kräf­ten leicht ansteigt, da ers­te nega­ti­ve Effek­te des Win­ters weg­fal­len. Aktu­ell sehen wir aber, dass die­ser Effekt aus­bleibt. Zwar stieg die Zahl der Arbeits­lo­sen von Janu­ar auf Febru­ar um nur 4.000 an, jedoch waren im Febru­ar 2020 noch 509.000 Men­schen weni­ger als arbeits­los gemel­det als im Febru­ar 2021.

Kurzarbeit auf hohem Niveau

Die Bun­des­agen­tur für Arbeit berich­tet, dass seit Novem­ber die Kurz­ar­beits­an­zei­gen wie­der hoch gehen. Das sei auf die Schlie­ßun­gen im Ein­zel­han­del und im Gast­ge­wer­be zurück­zu­füh­ren. Für das aktu­el­le Jahr ste­hen noch kei­ne Zah­len fest. Laut vor­läu­fi­gen Zah­len der Agen­tur waren im Dezem­ber 2,39 Mil­lio­nen Men­schen in Kurz­ar­beit. Im Vor­mo­nat waren es noch 2,26 Mil­lio­nen. Ins­ge­samt befin­den sich also nach Schät­zun­gen aktu­ell 5,4 Mil­lio­nen Men­schen in Kurz­ar­beit oder sind offi­zi­ell arbeits­los.

Laut dem Vor­stands­vor­sit­zen­den der Bun­des­agen­tur für Arbeit, Det­lef Schee­le, wür­de die Kurz­ar­beit Beschäf­ti­gung sichern und Arbeits­lo­sig­keit ver­hin­dern. Die Rege­lun­gen zur Kurz­ar­beit sind in der aktu­el­len Kri­se zwar ange­passt wor­den, sie blei­ben aber eine zeit­lich begrenz­te Maß­nah­me. Es ist also nicht sicher, was pas­siert, wenn die die­se ablau­fen bzw. der Staat die Locke­run­gen in den Kurz­ar­beits­re­ge­lun­gen wie­der zurück nimmt.

Der Bei­trag Arbeits­lo­sig­keit steigt im Febru­ar um 500.000 im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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