[FRN:] Fokus Südwest 04.03.2021 Nachrichten (Serie 614: Fokus Südwest)

Nach­rich­ten:

## Ein­woh­ner­rück­gang in Frei­burg im Jahr 2020

Die Ein­woh­ner­zahl in Frei­burg i.Br. ist im ver­gan­ge­nen Jahr um 374 Per­so­nen gesun­ken. Dar­auf macht ECO­t­ri­no­va e.V. auf­merk­sam die ent­spre­chen­de Zah­len auf der Netz­sei­te des Ein­woh­ner­mel­de­re­gis­ters der Stadt Frei­burg aus­ge­wer­tet hat.

Rund 1000 Per­so­nen zogen mehr weg als zu, wäh­rend der Gebur­ten­über­schuß wei­ter­hin

bei über 600 Per­so­nen lag. Es wur­den außer­dem gro­ße „Bewe­gun­gen“ fest­ge­stellt:

19.162 Per­so­nen zogen fort, 18.165 zogen zu. Und 17.734 Per­so­nen zogen inner­städ­tisch um in Frei­burg.

Die „Schwarm­stadt Frei­burg“ der 2010ner Jah­re sei anschei­nend vor­bei, so der ECO­t­ri­no­va-Vor­sit­zen­de Dr. Georg Löser. Eine aktu­el­le For­de­rung der Umwelt­lob­by: Aus Grün­den der aku­ten Frei­bur­ger Haus­halts­nö­te und für den erfor­der­li­chen Kli­ma­schutz sol­le ein Umden­ken bei der Aus­wei­sung von Neu­bau­ge­bie­te erfol­gen. Kurz ein Stopp der Bau­pla­nun­gen auf der „grü­nen Wie­se“.

## 10 Jah­re Super-GAU in Fuku­shi­ma

Ener­gie­wen­de-Demo zum Atom­kraft­werk Neckar­west­heim

Am 11. März 2021 ist der 10. Jah­res­tag des unmög­li­chen drei­fa­chen Super-GAUs in Fuku­shi­ma. Bis heu­te sind die strah­len­den Reak­to­ren eine Gefahr für Umwelt und Gesund­heit, täg­lich tritt wei­te­re Radio­ak­ti­vi­tät aus. Trotz­dem sol­len dort olym­pi­sche Wett­kämp­fe statt­fin­den. Die japa­ni­sche Regie­rung plant eine Ver­klap­pung von über 1 Mil­li­on Ton­nen an radio­ak­tiv-kon­ta­mi­nier­tem Kühl­was­ser in den Pazi­fik.

In Neckar­west­heim läuft noch immer ein Atom­re­ak­tor bis zum ver­spro­che­nen Abstell­ter­min 31.12.2022.

Atom­kri­ti­sche Grup­pen pro­tes­tie­ren gegen den wei­te­ren Ein­satz der Atom­ener­gie, für Abschal­tung und Ener­gie­wen­de am Sonn­tag, 7. März 2021, 13 Uhr

Start: Bahn­hof Kirch­heim am Neckar

Vie­le Infos, inter­es­san­te Red­ner und Red­ne­rin­nen und mehr Infos nebst Coro­na­kon­zept auf

www​.end​lich​-abschal​ten​.de/

## NABU-Peti­ti­on gegen den Flä­chen­fraß

Mehr als 50.000 Men­schen for­dern mit ihrer Unter­schrift unter die bun­des­wei­te Peti­ti­on des NABU, den soge­nann­ten „Beton­pa­ra­gra­fen“ §13b end­gül­tig aus dem Bau­ge­setz­buch (Bau­GB) zu strei­chen.

Johan­nes Ens­s­le, Lan­des­vor­sit­zen­der des NABU Baden-Würt­tem­berg sagt hier­zu:

„Der 2017 ein­ge­führ­te Para­graf hat sein Ziel mei­len­weit ver­fehlt. Unter dem Ein­druck der Flücht­lings­kri­se soll­te schnell bezahl­ba­rer Wohn­raum in Bal­lungs­ge­bie­ten ent­ste­hen. Pas­siert ist hier jedoch fast nichts. Statt­des­sen wur­de unter dem Deck­män­tel­chen sozia­ler Wohn­bau­po­li­tik der Flä­chen­ver­brauch und die Zer­sie­de­lung unse­rer Kul­tur­land­schaft im Süd­wes­ten unge­zü­gelt vor­an­ge­trie­ben. Gebaut wur­den vor allem hoch­prei­si­ge Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häu­ser auf der grü­nen Wie­se, statt drin­gend benö­tig­te, güns­ti­ge Woh­nun­gen in unse­ren Bal­lungs­zen­tren zu schaf­fen“.

Mit der Novel­le des Bau­ge­setz­buchs, die aktu­ell im Bun­des­tag debat­tiert wird, soll der Para­graf erneut befris­tet ver­län­gert wer­den.

(„Das Vor­ge­hen steht in kras­sem Wider­spruch zum Vor­rang der Innen­ent­wick­lung und zur Boden­schutz­klau­sel (§1a, Abs.2 Bau­GB), wonach mit Grund und Boden spar­sam und scho­nend umge­gan­gen wer­den soll. So wer­den noch mehr Grün- und Frei­flä­chen zer­schnit­ten“, so Ens­s­le. §13b Bau­GB sei mit­ver­ant­wort­lich für den Neu­ver­brauch von bun­des­weit durch­schnitt­lich knapp 60 Hekt­ar pro Tag für Sied­lungs- und Ver­kehrs­flä­chen – dop­pelt so viel, wie das Flä­chen­s­par­ziel der Bun­des­re­gie­rung vor­gibt. )

Beson­ders ärger­lich für den NABU-Lan­des­chef: Bei einer Abstim­mung im Bun­des­rat im Dezem­ber 2020 hat­te sich Baden-Würt­tem­berg ent­hal­ten. Das Kabi­nett von Minis­ter­prä­si­dent Kret­sch­mann konn­te sich auf­grund des Wider­stands von Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Hoff­meis­ter-Kraut und der CDU-Land­tags­frak­ti­on nicht zu einer Ableh­nung des § 13b Bau­GB durch­rin­gen. Read More