[labournet:] Nach den (für Uber) negativen Urteilen in Großbritannien und Frankreich: Was Uber unternimmt, um in der EU „kalifornische Ausbeutungsverhältnisse“ zu sichern

DAs Uber Streikplaka der IWGB in London am 8.5.2019Nach den Urtei­len in Groß­bri­tan­ni­en und in Frank­reich (in denen jeweils in letz­ter Instanz geur­teilt wur­de, Uber-Beschäf­tig­te sei­en eben Beschäf­tig­te und nicht etwa unab­hän­gi­ge Ver­trags­part­ner), aber auch in der Schweiz, reagie­ren nicht nur die Beschäf­tig­ten in ande­ren Län­dern, wie etwa in Süd­afri­ka – son­dern auch das Unter­neh­men: Uber star­tet eine Offen­si­ve, um die Arbeits­ver­hält­nis­se wie (noch?) in Kali­for­ni­en auch in der EU zu ver­an­kern. In Kali­for­ni­en hat­te das Unter­neh­men ja mit sehr viel Geld ein Refe­ren­dum gewon­nen, das sei­nen Aus­beu­tungs­me­cha­nis­mus auf­recht erhält – und genau das möch­te man nun auch in der EU zustan­de brin­gen, offen­sicht­lich von der Bewer­tung aus­ge­hend, dass es hier am leich­tes­ten sein wür­de – im Ver­gleich zur Arbeits­ge­setz­ge­bung in ein­zel­nen Staa­ten der EU. Was kei­nes­wegs her­bei phan­ta­siert sein muss, im Gegen­teil. Sie­he zu Ubers EU-Offen­si­ve drei aktu­el­le Bei­trä­ge:

  • „Time for the EU to put an end to bogus self-employ­ment in plat­form work“ am 03. März 2021 bei UNI Euro­pa externer Link weist dar­auf hin, dass das „Enga­ge­ment“ von Uber am sel­ben Tag begann, da ita­lie­ni­sche Gerich­te ein Grund­satz­ur­teil zur soge­nann­ten Platt­form-Arbeit (im Fall Deli­ver­oo, sie­he unser Dos­sier dazu) fäll­ten und die EU eben­falls an die­sem Tag zu ent­spre­chen­den Kon­sul­ta­tio­nen auf­rief, die eine gemein­sa­me Gesetz­ge­bung ein­lei­ten sol­len. UNI unter­streicht dabei, dass die EU in der Pflicht ste­he, bei ent­spre­chen­den Bestim­mun­gen der Arbeits­be­din­gun­gen nicht hin­ter die Bestim­mun­gen nahe­zu aller betref­fen­der ein­zel­ner Staa­ten zurück zu fal­len.
  • „La manio­bra de poker de Uber para impo­ner su mode­lo en Euro­pa“ von Gael de San­tis am 27. Febru­ar 2021 bei Vien­to Sur externer Link wer­den die ver­schie­de­nen Argu­men­ta­ti­ons­li­ni­en Ubers nach­ge­zeich­net, wie eine Art Leit­bei­trag auf dem Unter­neh­mens-Blog und ein ent­spre­chen­des Weiß­buch, wor­in unter­stri­chen wird, die soge­nann­te Selbst­stän­dig­keit sei eine bes­se­re Grund­vor­aus­set­zung für die Fah­re­rin­nen und Fah­rer im Ver­gleich zum Sta­tus des Ange­stellt-Seins. Was auch schon die Argu­men­ta­ti­on in Kali­for­ni­en gewe­sen war – und als sol­che auch Basis der angeb­li­chen Zusam­men­ar­beit mit ver­schie­de­nen sozia­len Initia­ti­ven, was wohl auch in der EU die Absicht sein wird.

Der Bei­trag Nach den (für Uber) nega­ti­ven Urtei­len in Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich: Was Uber unter­nimmt, um in der EU „kali­for­ni­sche Aus­beu­tungs­ver­hält­nis­se“ zu sichern erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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