[PK:] Freiheit für alle politischen Gefangenen!

Betei­ligt euch an den loka­len Akti­vi­tä­ten zum Tag der poli­ti­schen Gefan­ge­nen am 18. März! Besucht die Gefan­ge­nen und setzt ein kla­res Zei­chen gegen die bür­ger­li­che Klas­sen­jus­tiz!

150 Jahre gegen Repression und für den Kommunismus!

Die kapi­ta­lis­ti­sche Kri­se ver­schärft die Lebens­si­tua­tio­nen vie­ler Men­schen immer wei­ter. Durch Mil­li­ar­den­ge­win­ne und wei­te­re Hil­fen für Groß­kon­zer­ne auf der einen Sei­te und Kurz­ar­beit, Betriebs­schlie­ßun­gen oder Kün­di­gun­gen für Arbeiter:innen auf der ande­ren Sei­te, tritt der gesell­schaft­li­che Wider­spruch zwi­schen Kapi­tal und Arbeit immer offe­ner ans Licht. Das Ver­trau­en in den Kapi­ta­lis­mus und sei­nen ver­meint­li­chen Nut­zen für Alle sinkt. Gleich­wohl die­ser Zustand sich bis­her noch nicht wirk­lich ent­la­den hat (und wenn, nur ver­ein­zelt, spon­tan und unor­ga­ni­siert), ver­schärft er sich wei­ter und bie­tet doch das Poten­ti­al, die­ses Sys­tem zu über­win­den.

Die­ser Gefahr ist sich die herr­schen­de Klas­se ver­mut­lich genau­so bewusst wie wir. Seit 2017 wur­den und wer­den wei­ter­hin bun­des­weit die Poli­zei­ge­set­ze ver­schärft und die Poli­zei­en immer mehr auch zur Auf­stands­be­kämp­fung hoch­ge­rüs­tet. Beim G20-Gip­fel in Ham­burg konn­te schon geübt wer­den, wie eine gan­ze Stadt unter Kon­trol­le gehal­ten wer­den kann. Par­al­lel wird auch juris­tisch der Rah­men lin­ker Stra­ßen­prä­senz ver­klei­nert: Mit der Ver­schär­fung des §114 StGB oder dem Ver­such über die G20-Ron­den­barg Pro­zes­se eine Kol­lek­tiv­schuld ein­zu­füh­ren, soll wider­stän­di­ge Stra­ßen­prä­senz ver­hin­dert und kri­mi­na­li­siert wer­den.

Eine stra­te­gi­sche Bedeu­tung besit­zen soge­nann­te Ver­ei­ni­gungs­de­lik­te, also die Ein­schrän­kung, die Kri­mi­na­li­sie­rung und das Ver­bot von Struk­tu­ren. Auch die­se häu­fen sich immer mehr. Wäh­rend sie vor eini­gen Jah­ren noch fast aus­schließ­lich gegen kur­di­sche und tür­ki­sche Revolutionär:innen benutzt wur­den, kam es 2017 zum Ver­bot von linksunten.indymedia und ver­schie­de­nen lin­ken Struk­tu­ren. In die glei­che Ker­be schlägt der Ent­zug der Gemein­nüt­zig­keit der VVN-BdA, wodurch ihre Hand­lungs­mög­lich­kei­ten extrem ein­ge­schränkt wer­den. Immer wie­der wird in der Poli­tik das Ver­bot von bspw. Der Roten Hil­fe oder jüngst von anti­fa­schis­ti­schen Grup­pen in Nie­der­sach­sen gefor­dert. Allein im letz­ten Jahr kam es zu min­des­tens vier bekann­ten §129 bzw. §129(a)-Verfahren in Leip­zig, Frank­furt a.M., Ber­lin und gegen den Roten Auf­bau Ham­burg. Dass wie­der ver­mehrt orga­ni­sier­te, mili­tan­te Aktio­nen, Struk­tu­ren und revo­lu­tio­nä­re Orga­ni­sie­rungs­an­sät­ze ange­grif­fen wer­den, ist ein Aus­druck eben jenes Wider­spru­ches. Auch der herr­schen­den Klas­se ist klar, dass Orga­ni­sie­rung und der Auf­bau von Gegen­macht die Schlüs­sel zum revo­lu­tio­nä­ren Bruch mit dem kapi­ta­lis­ti­schen Sys­tem sind.

Im Zuge die­ser Angrif­fe auf uns kam es wie­der ver­mehrt zu Knast­stra­fen in der deut­schen Lin­ken. Und das wer­den nicht die letz­ten sein. Es sit­zen wie­der mehr poli­ti­sche Gefan­ge­ne in deut­schen Knäs­ten. Der Knast ist das momen­tan schärfs­te Mit­tel der Repres­si­on gegen uns. Mit dem Weg­sper­ren unse­rer Genoss:innen stellt er einer­seits sie und uns vor die Her­aus­for­de­rung einen kon­kre­ten Umgang mit der Situa­ti­on zu schaf­fen und ande­rer­seits der gesam­ten Bewe­gung die Fra­ge nach der Ernst­haf­tig­keit des poli­ti­schen Kamp­fes. Der Knast zeigt an weni­gen Exem­peln auf, was pas­siert, wenn wir uns als revo­lu­tio­nä­re Bewe­gung tat­säch­lich im kon-
sequen­ten Wider­spruch zu die­sem Sys­tem befin­den. Damit wird die Fra­ge des Umgangs mit Knast­stra­fen zen­tral. Schaf­fen wir es nicht die Angst hier­vor zu neh­men und unse­re Orga­ni­sie­rung, sowie den Auf­bau von Gegen­macht wei­ter vor­an­zu­trei­ben, wer­den wir an die­ser Fra­ge als Bewe­gung zer­bre­chen. Genau­so wie Orga­ni­sie­rung der Grund für Angrif­fe gegen uns ist, ist sie auch die ein­zi­ge lang­fris­ti­ge Ant­wort dar­auf, da wir
nur durch sie in der Lage sein wer­den, uns zu schüt­zen und das kapi­ta­lis­ti­sche Sys­tem zu über­win­den.

Die Rote Hil­fe hat schon 1923 den 18. März zum inter­na­tio­na­len Tag der poli­ti­schen Gefan­ge­nen erho­ben. Das Datum nimmt Bezug auf die Errich­tung der Pari­ser Com­mu­ne am 18. März 1871. Der revo­lu­tio­nä­re Ver­such wur­de nur 72 Tage spä­ter von den Herr­schen­den mit unge­kann­ter Bru­ta­li­tät und Mord­lust nie­der­ge­schla­gen. Zehn­tau­sen­de Pariser:innen wur­den ermor­det, über 13.000 erhiel­ten lebens­lan­ge Haft­stra­fen. Das Signal des Gedenk­ta­ges war von Beginn an klar: Wenn die Herr­schen­den auch alles geben um revo­lu­tio­nä­re Bewe­gun­gen fer­tig zu machen, bleibt die Soli­da­ri­tät doch die wich­tigs­te Waf­fe, um den Kampf wei­ter­zu­füh­ren. Die Dimen­si­on der Angrif­fe ist heu­te eine ganz ande­re, unser Umgang bleibt aber der glei­che: Wir las­sen uns nicht ein­schüch­tern und machen wei­ter!

In ver­schie­de­nen Knäs­ten bun­des­weit sit­zen momen­tan poli­ti­sche Gefan­ge­ne. Gehen wir am 18. März selbst­be­stimmt zu ihnen und zei­gen, dass wir sie nicht ver­ges­sen haben! Schrei­ben wir ihnen nicht nur an die­sem einen sym­bo­li­schen Tag Brie­fe und machen ihre Situa­ti­on und die Aus­ein­an­der­set­zung mit Repres­si­on und Knast sicht­bar: Selbst­be­wusst und in aller Öffent­lich­keit, als Teil des Kamp­fes für eine bes­se­re Welt.

Wer sich nicht bewegt spürt sei­ne Fes­seln nicht. Und die­se Fes­seln sind das Ein­zi­ge, das wir zu ver­lie­ren haben.

Für den Kom­mu­nis­mus!


Mobilisierungen

Mün­chen

Stutt­gart

Über­sicht aller Akti­vi­tä­ten gegen Poli­zei­ge­walt, Repres­si­on und Klas­sen­jus­tiz in Stutt­gart in der Woche vom 15. – 20. März

Tübin­gen

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