[labournet:] Die Fußball-WM in Katar boykottieren? Geht ganz leicht – wenn man will. Zeigen ein niederländischer Rasenlieferant und Fan-Initiativen in Norwegen und Deutschland

FIFA get out of my Country„… Der nie­der­län­di­sche Rasen­pro­du­zent “Hen­driks Gras­zo­den” boy­kot­tiert die Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaft in Katar. Die Fir­ma hät­te Rasen für die Spiel­fel­der in den Sta­di­en lie­fern und ver­le­gen sol­len. Als Grund für sei­ne Ent­schei­dung nann­te das Unter­neh­men die Men­schen­rechts­si­tua­ti­on in dem Golf­staat. Ein Fir­men­ver­tre­ter sag­te einem Fern­seh­sen­der, man habe schon nach einem Besuch 2010 in Katar Zwei­fel gehabt, weil nicht alle Arbei­ter Schutz­klei­dung tru­gen und der Unter­schied zwi­schen den Arbei­tern und den Ein­hei­mi­schen so deut­lich zu sehen war. Laut einem Bericht der bri­ti­schen Zei­tung Guar­di­an sind beim Bau der Sta­di­en in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren mehr als 6.500 Arbei­ter ums Leben gekom­men. Die­se hohe Zahl an Todes­op­fern habe die Geschäfts­füh­rung enorm erschreckt, hieß es bei dem Rasen­pro­du­zen­ten...“ – aus der Mel­dung „Kein nie­der­län­di­scher Rasen für Fuß­ball-WM in Katar“ am 12. März 2021 bei Deutsch­land­funk Nova externer Link über den Boy­kott des Rasen­lie­fe­ran­ten etwa für die WM in der BRD 2006 oder die EM in Frank­reich 2016. Sie­he dazu wei­te­re aktu­el­le Mel­dun­gen zu ver­schie­de­nen Boy­kott-For­de­run­gen aus der Fan-Sze­ne:

  • „Katar: Rasen­pro­du­zent lässt WM-Deal plat­zen“ am 12. März 2021 bei n‑tv externer Link mel­det eben­falls den Boy­kott und ergänzt unter ande­rem: „…Das deut­sche Fan-Bünd­nis “Pro­Fans” hat­te den Deut­schen Fuß­ball-Bund (DFB) bereits vor eini­gen Tagen zum Ver­zicht auf eine Teil­nah­me bei der WM 2022 in Katar auf­ge­for­dert. “Es gibt nichts, was es recht­fer­ti­gen könn­te, die Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen in Katar hin­zu­neh­men, ja, gar durch die Teil­nah­me am Tur­nier wis­sent­lich, bil­li­gend zu unter­stüt­zen”, hieß es in einer Mit­tei­lung der Fan-Orga­ni­sa­ti­on. Ein Boy­kott der Welt­meis­ter­schaft im Wüs­ten­staat sei “unum­gäng­lich”, eine Teil­nah­me “wäre das Ende von Ethik und Wür­de”. Zuletzt hat­ten meh­re­re nor­we­gi­sche Klubs, unter ande­rem Rekord­meis­ter Rosen­borg Trond­heim, eine Boy­kott­be­we­gung gegrün­det und den natio­na­len Ver­band NFF zu einem Teil­nah­me-Ver­zicht gedrängt. Der Ver­band lehnt einen Boy­kott bis­lang ab und möch­te Ver­än­de­run­gen über einen fort­ge­setz­ten Dia­log her­bei­füh­ren…“
  • “Nor­we­gens Fuß­ball­ba­sis for­dert Boy­kott der WM in Katar” mel­det Cha­led Nahar am 05.03.2021 in sport​schau​.de externer Link: “Sechs Erst­li­gis­ten in Nor­we­gen, dar­un­ter Rosen­borg Trond­heim, haben den Fuß­ball­ver­band des Lan­des auf­ge­for­dert, ange­sichts der Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen in Katar die WM 2022 zu boy­kot­tie­ren. Der Vor­stand des Ver­ban­des ist dage­gen – doch der öffent­li­che Druck in Nor­we­gen nimmt zu. (…) “Fans haben das The­ma auf die Agen­da gebracht”, sagt Havard Mel­na­es im Gespräch mit der Sport­schau. Der Jour­na­list arbei­tet für die Fuß­ball­zeit­schrift “Josi­mar Fot­ball­blad”. Meh­re­re ver­eins­über­grei­fen­de Fan­or­ga­ni­sa­tio­nen kri­ti­sier­ten, dass Katar mit der Fuß­ball-WM “Sports­wa­shing” betrei­ben kön­ne. Im Febru­ar erschien zudem ein Bericht in der eng­li­schen Zei­tung “Guar­di­an”, nach dem seit 2010 mehr als 6.500 Gast­ar­bei­ter in Katar ums Leben gekom­men sei­en. Katars Regie­rung nann­te die Zah­len irre­füh­rend und falsch. Das Leid der Men­schen, von denen vie­le am Bau der Sta­di­en für die WM 2022 betei­ligt waren, ist mehr­fach doku­men­tiert. “Die­se bei­den Ent­wick­lun­gen haben die Debat­te in Nor­we­gen ange­trie­ben”, berich­tet Mel­na­es. (…) Soll­te Nor­we­gen wirk­lich das Tur­nier boy­kot­tie­ren, hät­te das mög­li­cher­wei­se Kon­se­quen­zen. Ein Aus­stieg aus der WM scheint zunächst für Fuß­ball-Ver­hält­nis­se güns­tig zu sein: Ein Ver­band, der sich nach Ein­rei­chung der Anmel­dung aber vor Beginn der Qua­li­fi­ka­ti­on zurück­zieht, “wird mit einer Geld­stra­fe von min­des­tens 20.000 Schwei­zer Fran­ken belegt”, schreibt die FIFA in ihren Regu­la­ri­en zur WM 2022. Bei einem Aus­stieg zu einem spä­te­ren Zeit­punkt steigt die Min­dest­stra­fe auf 40.000 Schwei­zer Fran­ken. Das grö­ße­re Pro­blem kommt im Regel­werk einen Absatz spä­ter: “Je nach Umstän­den des Rück­zugs kann die FIFA-Dis­zi­pli­nar­kom­mis­si­on wei­te­re Sank­tio­nen ver­hän­gen, ein­schließ­lich des Aus­schlus­ses des betref­fen­den teil­neh­men­den Mit­glieds­ver­bands von künf­ti­gen FIFA-Wett­be­wer­ben.”...” dar­in – natür­lich auch: “FIFA-Prä­si­dent Gian­ni Infan­ti­no nennt einen Boy­kott “den fal­schen Ansatz”“…
  • Sie­he zuvor die Initia­ti­ve nor­we­gi­scher Fans, die ihre Ver­ei­ne dazu brin­gen wol­len kein Spon­so­ring auto­ri­tä­rer Staa­ten anzu­neh­men bzw. kei­ne Trai­nings­la­ger u.ä. in sel­bi­gen abzu­hal­ten: Nor­we­gi­an fan-dri­ven initia­ti­ve to stop sport­wa­shing externer Link
  • Sie­he dazu auch: „Irgend­wo müs­sen wir eine Gren­ze zie­hen“: “Kürz­lich berich­te­te der Guar­di­an über zahl­rei­che Todes­op­fer in Ver­bin­dung mit dem Sta­di­on­bau für die WM in Katar. Wes­halb sich ein klei­ner Ver­ein aus Nor­we­gen nun mit der FIFA und dem Wüs­ten­staat anlegt…” Arti­kel von Einar H. Dyvik vom 5.3.2021 bei 11freunde externer Link
  • Sie­he zum The­ma auch #BoycottQatar2022
  • Sie­he zuletzt am 24. Febru­ar 2021: Die WM in Katar kann begin­nen: Dafür gestor­ben sind schon mehr als genug…

Der Bei­trag Die Fuß­ball-WM in Katar boy­kot­tie­ren? Geht ganz leicht – wenn man will. Zei­gen ein nie­der­län­di­scher Rasen­lie­fe­rant und Fan-Initia­ti­ven in Nor­we­gen und Deutsch­land erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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