[PK:] Konsequent antifaschistisch und gegen den Staat des Kapitals. Die eigene Seite aufbauen!

Auf­ruf zur bun­des­wei­ten Demo gegen Repres­si­on und für kon­se­quen­ten Anti­fa­schis­mus am 20. März in Stutt­gart.

Der Hand­lungs­raum lin­ker Bewe­gun­gen war schon immer eine Fra­ge der Kräf­te­ver­hält­nis­se. Ob es mög­lich ist, Faschis­ten aus den Stra­ßen zu jagen, pro­fit­ge­trie­be­ner Umwelt­zer­stö­rung Sand in‘s Getrie­be zu streu­en, oder kapi­ta­lis­ti­sche Gip­fel­tref­fen zu blo­ckie­ren und in den Schat­ten der Pro­tes­te zu stel­len, hängt einer­seits von der Qua­li­tät des Wider­stan­des ab. Auf der ande­ren Sei­te arbei­tet der bür­ger­li­che Staats­ap­pa­rat sys­te­ma­tisch dar­an, Gegen­be­we­gun­gen ein­zu­schüch­tern, zu iso­lie­ren und aus­ein­an­der zu trei­ben. Das gilt beson­ders in Kri­sen­pha­sen wie heu­te, in denen es eher Schlag­stock und Geset­zes­ver­schär­fung sind, die eine Siche­rung der Ver­hält­nis­se ver­spre­chen, als Zuge­ständ­nis­se und Ein­bin­dung grö­ße­rer Bevöl­ke­rungs­tei­le. Um den wach­sen­den sozia­len und poli­ti­schen Unmut inte­gra­tiv ein­zu­fan­gen, fehlt den Herr­schen­den schlicht der wirt­schaft­li­che und poli­ti­sche Spiel­raum. Repres­si­on ist der schmerz­haf­te aber ehr­li­che Ersatz, der immer­hin die eigent­li­chen gemein­sa­men Inter­es­sen der Gegen­sei­te kla­rer auf den Tisch bringt.

Wenn Aktivist:innen in Stutt­gart und in Leip­zig in den Knast gesteckt wer­den, weil sie im Ver­dacht ste­hen den Faschis­ten die Stra­ße strei­tig zu machen, geht es dem Staat unmit­tel­bar dar­um, der prak­ti­schen Gegen­macht, die sich in anti­fa­schis­ti­scher Mili­tanz aus­drückt, etwas ent­ge­gen zu set­zen. Dar­über hin­aus beweist er natür­lich auch poli­ti­sches Gespür, wenn er gleich­zei­tig ein brei­tes Spek­trum bewaff­ne­ter und orga­ni­sier­ter Faschis­ten nicht ein­mal annä­hernd so gründ­lich ver­folgt. Sie sind schließ­lich nicht die­je­ni­gen, die den Eigen­tums­ver­hält­nis­sen und den Pri­vi­le­gi­en der Herr­schen­den gefähr­lich wer­den könn­ten, wenn die Kri­se wei­ter vor­an­schrei­tet. Im Gegen­teil.

Das ist aber nur ein Teil des Bil­des. Die andau­ern­de Ver­fah­rens­flut gegen Lin­ke wegen den Pro­tes­ten gegen den G20-Gip­fel 2017 in Ham­burg, die bru­ta­len Ein­sät­ze gegen die Kli­ma­be­we­gung im ver­gan­ge­nen Jahr, bei denen die deut­sche Poli­zei wie eine Pri­vat­ar­mee für Groß­kon­zer­ne auf­trat, aber auch die bun­des­wei­te Ver­fol­gung von Revolutionär:innen wegen der Bil­dung angeb­lich „kri­mi­nel­ler“ oder „ter­ro­ris­ti­scher“ Ver­ei­ni­gun­gen sind Schlag­lich­ter einer grö­ße­ren Ten­denz: Die Repres­si­on des Staa­tes ver­dich­tet sich, wird beglei­tet von der regel­mä­ßi­gen Insze­nie­rung einer „neu­en Gefahr“ von Links und wird zu einem Angriff, der sich gegen die gesam­te Bewe­gung rich­tet. Immer wei­ter in den Hin­ter­grund soll dabei rücken, was anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche und revo­lu­tio­nä­re Poli­tik für die Kapi­ta­lis­ten­klas­se und ihren Staat in die­sen Zei­ten so gefähr­lich macht: Das Poten­zi­al Arbeiter:innen und ande­re Lohn­ab­hän­gi­ge in ver­schie­de­nen Kampf­fel­dern gegen das herr­schen­de Kri­sen­ma­nage­ment in Stel­lung zu brin­gen und für ihre gemein­sa­men Inter­es­sen zu mobi­li­sie­ren. Inter­es­sier­te und Unterstützer:innen sol­len schon mög­lichst früh von den dro­hen­den Kon­se­quen­zen abge­schreckt wer­den.

So stra­te­gisch wie das Innen­mi­nis­te­ri­um, Staats­an­walt­schaf­ten oder Poli­zei­be­hör­den die­sen Angriff ver­fol­gen, so stra­te­gisch und geeint, soll­ten wir uns dage­gen zur Wehr set­zen! Kei­ne Panik, kei­ne Resi­gna­ti­on, statt­des­sen die eige­nen Struk­tu­ren umsich­tig und geschützt auf­bau­en, beharr­lich an den Wider­sprü­chen und am Bruch mit die­sem Sys­tem arbei­ten und: Soli­da­ri­tät mit den Betrof­fe­nen orga­ni­sie­ren!

Im ver­gan­ge­nen Dezem­ber waren wir über 3000, die in Soli­da­ri­tät mit den Betrof­fe­nen der G20-Repres­si­on in Ham­burg gemein­sam auf die Stra­ße gegan­gen sind. Lasst uns am 20. März in Stutt­gart das nächs­te star­ke Zei­chen einer kämp­fe­ri­schen und geein­ten Bewe­gung gegen die Angrif­fe des Staa­tes und für eine revo­lu­tio­nä­re Per­spek­ti­ve auf die Stra­ße tra­gen.

Frei­heit für Lina und Dy!

Orga­ni­siert gegen Repres­si­on und Klas­sen­jus­tiz!

Kommt zur Demo!

20. März | 14 Uhr | Stutt­gart | Haupt­bahn­hof, Lau­ten­schla­ger­stra­ße

Alle Infos auf der Kam­pa­gnen­sei­te

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