[EMRAWI:] Es darf ruhig wieder biss’l größer gedacht werden, …… auch in Wien!

Kur­zer Grant von Men­schen, die es has­sen, super schlau ins Inter­net zu schrei­ben aber manch­mal erach­ten wir es halt doch als ganz wich­tig, mehr als die übli­chen Genoss*innen zu errei­chen!

Da wir kei­ne Theoretiker*innen‑, nicht so intel­lek­tu­ell und stu­diert sind, ver­zeiht uns die ein­fa­che Art, in der wir uns aus­drü­cken wer­den.

Die­se gan­ze Situa­ti­on bezüg­lich Coro­na und deren Aus­wir­kun­gen auf uns alle, führt teil­wei­se zu sehr argen Zuspit­zun­gen in allen Lebens­be­rei­chen! Was uns der­zeit extrem auf die Ner­ven geht sind, die­se gan­zen „lin­kem Expert*innen“ und „lin­ken Maulheld*innen“, die sich per­ma­nent im Inter­net das Maul zer­rei­ßen und alles mit ihrer indi­vi­du­el­len Mei­nung zuschei­ßen. Wie viel Ener­gie in Mob­bing und ande­re Lin­ke anfu­cken geht, ist wirk­lich der­art lächer­lich. Teil­wei­se wer­den Per­so­nen und Grup­pen Sachen an den Kopf gewor­fen, wo wir über­zeugt sind, die wür­de man sich zurecht nicht trau­en jeman­den ins Gesicht zu sagen. Da fra­gen wir uns, ob jene lin­ken Men­schen in der sel­ben Welt Leben, wenn das ihre obers­te Prio­ri­tät ist. Und wenn es doch nur in die­sem digi­ta­len Raum blei­ben wür­de, aber nein die­ser kin­di­sche Scheiß­dreck hat dann auch noch Aus­wir­kun­gen auf das han­deln im ana­lo­gen Leben und man muss sich mit irgend­ei­nem Sze­ne­müll aus­ein­an­der­set­zen anstatt mit poli­ti­schen Hand­lungs­stra­te­gien und Ana­ly­sen.

Wir leben in einer Zeit der Zuspit­zung, wo Men­schen ihre Lebens­grund­la­ge ver­lie­ren, wo rechts­ex­tre­me Mas­sen­mo­bi­li­sa­ti­on statt­fin­det, wo Men­schen an den Gren­zen Euro­pas erfrie­ren und ertrin­ken, sich rechts­ex­tre­me Struk­tu­ren in Mili­tär und Poli­zei bewaff­nen für den Tag X, Per­so­nen umge­bracht wer­den die nicht in das Welt­bild von Faschist*innen pas­sen, wo patri­ar­cha­le Gewalt in ihrer schlimms­ten Aus­for­mung zu Mord an FLINTA’s führt usw.

Und ihr? Ihr habt nichts bes­se­res zu tun als all eure Ener­gie in Streit und Mob­bing zu ste­cken, in Debat­ten die gemein­sa­me Kämp­fe ver­stel­len, wo immer Unter­schie­de gesucht wer­den und teil­wei­se eine Rei­hung davon gemacht wird, wer jetzt die größ­te Unter­drü­ckung auf­grund einer Iden­ti­tät erfährt.

Oder die­se unsäg­li­chen Dis­kus­sio­nen mit die­sen gan­zen Links­li­be­ra­len Elends­ge­stal­ten, die doch sowie­so wenn es hart auf hart kommt uns wie­der in einen Topf wer­fen mit all den ande­ren “Extremist*innen” und sich distan­zie­ren wer­den.

Das ist uner­träg­lich! Uner­träg­lich in einer Zeit wo Frei­räu­me bedroht sind, Men­schen bedroht und ermor­det wer­den, rechts­ex­tre­me Mas­sen-Demons­tra­tio­nen statt­fin­den und patri­ar­cha­le Mor­de im Wochen­takt gesche­hen.

Viel­leicht könnt ihr alle mal wie­der in euch und eure Grup­pen­zu­sam­men­hän­ge gehen, eure eige­ne Iden­ti­tät und die eurer Grup­pen zurück­stel­len und dar­an den­ken, dass wir alle bedroht, aus­ge­beu­tet und unter­drückt wer­den in den ver­schie­dens­ten For­men und das es kein Wett­kampf ist, wer es am meis­ten wird. In einer Zeit wo bür­ger­li­cher Indi­vi­dua­lis­mus anschei­nend der­ma­ßen groß gelebt und aus­ge­prägt ist – sie­he Social­me­dia – wird sogar mitt­ler­wei­le in wei­ten Tei­len der Radi­ka­len Lin­ken ver­ges­sen, dass es einen gemein­sa­men Kampf gibt, der auch nur so zu füh­ren ist, näm­lich gemein­sam! Und ja, uns ist bewusst, dass es durch­aus Sinn macht Debat­ten zu füh­ren und sich klar von ande­ren abzu­gren­zen und nie­mand gezwun­gen ist mit ande­ren auf­grund von inhalt­li­chen Dif­fe­ren­zen zusam­men­zu­ar­bei­ten, jedoch muss in einem gewis­sen Rah­men Wider­sprü­che aus­ge­hal­ten wer­den, da sie in bestimm­ten Kämp­fen gar kei­ne Rele­vanz haben. Bür­ger­li­che indi­vi­dua­lis­ti­sche Ideo­lo­gie hat schon der­ma­ßen Ein­zug gehal­ten, dass es gar nicht mehr dar­um geht Debat­ten zu füh­ren und auch mal getrenn­te Wege zu gehen, als dar­um ande­re fer­tig zu machen und sich als Per­son über ande­re zu stel­len, und dann Per­so­nen auch noch zum Abschuss frei­zu­ge­ben, wo dann die nächs­ten bür­ger­li­chen indi­vi­dua­lis­ti­schen Pfei­fen daher­kom­men und eben­falls auf die Per­son ver­bal ein­schlägt um sich bes­ser zu füh­len. Erkennt­nis­ge­winn? Null!

Wenn ihr schon unter­ein­an­der so umgeht, gelei­tet von bür­ger­li­cher Ideo­lo­gie, na dann gute Nacht. Die Ver­ein­ze­lung der Posi­tio­nen und die­se aggres­si­ven Strei­te­rei­en füh­ren zu kei­nem Erkennt­nis­ge­winn und nur zu wei­te­ren Ver­ein­ze­lung und Ver­let­zun­gen!

Noch nie war Wien, in unse­rer Erin­ne­rung, ein Ort wo so vie­le von sich behaup­tet haben, was für arge Antifaschist*innen sie den nicht wären, wo so vie­le lin­ken Stuff tra­gen, wo das Stadt­bild der­ma­ßen geprägt ist von lin­ker Gegen­kul­tur und Pro­test. Aber gleich­zei­tig pas­siert mitt­ler­wei­le wenig, weil Ener­gie in Streit gesteckt wird! wenn es zumin­dest Debat­ten wären wo ein Erkennt­nis­ge­winn erfolgt aber nicht mal das ist es.

Die Faschist*innen die Wochen­en­de für Wochen­en­de durch Wien lau­fen wird es wei­ter­hin freu­en. Alle reden immer groß von “Nazis auf‚s Maul”, “Patri­ar­chat zer­schla­gen” und “Klas­sen­kampf” aber außer die Slo­gans vor sich her­tra­gen, pas­siert nicht mehr viel. Es bleibt immer an den sel­ben Leu­ten hän­gen, die dann eh frü­her oder spä­ter aus­ge­brannt sind und in Repres­si­on unter­ge­hen und/​oder im betrieb­li­chen Kampf unter­ge­hen weil die­ses Kampf­feld von radi­ka­len Lin­ken sowie­so kaum noch bear­bei­tet wird und man allein mit wehen­den Fah­nen unter­geht im star­ren sozi­al­part­ner­schaft­li­chen Still­stand. Als Dank darf man sich dann von irgend­wel­chen Inter­net Held*innen anma­chen las­sen, die ihre indi­vi­dua­lis­ti­sche Posi­ti­on her­vor­he­ben, damit sie ihre neo­li­be­ra­le Selbst­dar­stel­lung repro­du­zie­ren und för­dern kön­nen.

Aber ja bit­te, dis­ku­tie­ren wir wei­ter­hin wer von uns das größ­te „Opfer“ ist und fin­den wir noch zehn Kate­go­rien und Wör­ter, die uns noch mehr tren­nen als ver­ei­nen. Unse­re Fein­de wird es freu­en, wir kön­nen ihnen dann wie­der frus­triert und erfolg­los zuwin­ken beim nächs­ten Wochen­en­de, wo sie durch die Stadt mar­schie­ren. Oder in der Lohn­ar­beit, wo wie­der die nächs­te scheiß Ent­schei­dun­gen auf las­ten von uns, der Lohn­ab­hän­gi­gen, kampf­los abge­nickt wird weil wir wie­der kei­ne Stra­te­gie haben wie wir dage­gen vor­ge­hen sol­len. Ver­sin­ken wir wei­ter­hin in Trau­er wenn wie­der FLINTA’s und von Ras­sis­mus und Anti­se­mi­tis­mus betrof­fe­ne Per­so­nen getö­tet wer­den, anstatt end­lich die Wut, die in uns ist zu nüt­zen um die­se Gesell­schaft und unse­rer Fein­de zu atta­ckie­ren und nicht zum X‑ten mal uns gegen­sei­tig zu zer­flei­schen!

Genug aus­ge­kotzt. Wir möch­ten das Ende hier aber nüt­zen um uns bei Per­so­nen, Gennos*innen, Freund*innen, Gefährt*innen usw. zu bedan­ken! Viel zu sel­ten wird aner­kannt und wert­ge­schätzt was für Arbeit geleis­tet wird von Men­schen im poli­ti­schem Spek­trum. Dan­ke an all jene, die die unsicht­ba­re Arbeit leis­ten, dan­ke an jene die trotz allen Umstän­den, trotz­dem noch auf die Stra­ße gehen. Es muss noch mehr als sonst her­vor­ge­ho­ben wer­den, weil die­se Men­schen dann wie­der ver­bal ange­schis­sen wer­den durch indi­vi­dua­lis­ti­sche Internet-Held*innen.

Bes­ser in Bewe­gung sein und kämp­fe füh­ren, dabei Feh­ler machen und Debat­ten mit Erkennt­nis­ge­winn füh­ren als ver­sin­ken in Ohn­macht, sau­be­ren Moral­vor­stel­lun­gen, Hedo­nis­mus und damit im Still­stand ver­har­ren, wo zwar kei­ne Feh­ler gemacht wer­den kön­nen aber sich auch nichts in Bewe­gung kom­men wird.

Soli­da­ri­sche Grü­ße

GRANTIFA

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