[labournet:] Pflegereform 2021 (Spahn: „Pflege ist die soziale Frage der 20er Jahre”)

Dossier

Bündnis für Gute PflegeBun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Spahn hat eine umfas­sen­de Pfle­ge­re­form ange­kün­digt: Die Löh­ne für Pfle­ge­kräf­te sol­len erhöht, Leis­tun­gen für die Pfle­ge zu Hau­se ver­bes­sert und die Pfle­ge­kos­ten für Heim­be­woh­ner gede­ckelt wer­den. Die Pfle­ge­re­form wird auf drei Säu­len beru­hen: Der Eigen­an­teil für die Pfle­ge im Heim soll gede­ckelt wer­den. Künf­tig soll nie­mand für sta­tio­nä­re Pfle­ge län­ger als 36 Mona­te mehr als 700 Euro pro Monat zah­len. Der Eigen­an­teil für Pfle­ge umfasst nicht die Kos­ten für Unter­kunft und Ver­pfle­gung. Die Pfle­ge zu Hau­se soll ver­bes­sert wer­den und ein­fa­cher zu orga­ni­sie­ren sein. Des­halb soll ein jähr­li­ches Pfle­ge­bud­get ein­ge­führt wer­den, mit dem Kurz­zeit- und Ver­hin­de­rungs­pfle­ge gezahlt wird (gilt für Pfle­ge­be­dürf­ti­ge ab Pfle­ge­grad 2). Wer Ange­hö­ri­ge zu Hau­se pflegt, soll außer­dem mehr Leis­tun­gen bekom­men. Pfle­ge­geld und Pfle­ge­sach­leis­tun­gen sol­len kon­ti­nu­ier­lich nach fes­ten Sät­zen erhöht wer­den. Pfle­ge soll regel­haft bes­ser ent­lohnt wer­den. Dafür sol­len nur die ambu­lan­ten Pfle­ge­diens­te und Pfle­ge­hei­me zuge­las­sen wer­den, die nach Tarif oder tarif­ähn­lich bezah­len...” Ankün­di­gung vom 5. Okto­ber 2020 beim Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit externer Link – sie­he dazu:

  • ver.di: Gesetz­ent­wurf zur Pfle­ge­re­form bringt kei­ne höhe­ren Löh­ne New
    “Die Ver­ein­te Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di) kri­ti­siert den Arbeits­ent­wurf für eine Geset­zes­än­de­rung zur Pfle­ge­ver­si­che­rung aus dem Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um, mit der vor­geb­lich eine Bes­ser­be­zah­lung von Pfle­ge­per­so­nen erreicht wer­den soll, als völ­lig unzu­rei­chend. „Die­ser Ent­wurf ist ein­fach nur dreist. Ober­fläch­lich wird der Ein­druck erweckt, als wür­de der Ver­sor­gungs­ver­trag an fai­re Löh­ne gebun­den. Tat­säch­lich wird damit aber weder ein Bei­trag zur Ver­bes­se­rung der Ein­kom­men noch sons­ti­ger Arbeits­be­din­gun­gen in der ambu­lan­ten und sta­tio­nä­ren Pfle­ge geleis­tet,“ kri­ti­sier­te Syl­via Büh­ler, Mit­glied im ver.di-Bundesvorstand, die geplan­ten Rege­lun­gen scharf. „Ein solch unzu­läng­li­ches Gesetz wäre über­haupt kein Ersatz für den Tarif­ver­trag, der auf die gesam­te Alten­pfle­ge erstreckt wer­den soll­te, aber vor­erst an der Cari­tas geschei­tert ist.“ Der Rege­lungs­ent­wurf wer­fe zudem zahl­rei­che Fra­gen und Pro­ble­me auf. Damit wer­de nicht ver­hin­dert, dass Pseu­do-Gewerk­schaf­ten mit Pfle­ge­an­bie­tern bil­li­ge Gefäl­lig­keits­ta­rif­ver­trä­ge abschlie­ßen, wie das auch schon in der Ver­gan­gen­heit der Fall sei, so Büh­ler wei­ter. Der Ent­wurf sei zudem vol­ler Schlupf­lö­cher; wenn kein Tarif­ver­trag her­an­ge­zo­gen wer­den kön­ne, sol­le auf orts­üb­li­che Ent­loh­nung zurück­ge­grif­fen wer­den. „Damit dreht man sich im Kreis, weil vie­ler­orts die Löh­ne aktu­ell ja nur auf dem unzu­läng­li­chen Niveau des Pfle­ge­min­dest­loh­nes lie­gen,“ so Büh­ler. Noch dazu sei die gesi­cher­te voll­stän­di­ge Refi­nan­zie­rung von tarif­ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Gehäl­tern sowie ent­spre­chen­de Ver­gü­tun­gen nach kirch­li­chen Arbeits­rechts­re­ge­lun­gen gefähr­det. Hier soll künf­tig geprüft wer­den, ob die­se eine nach orts­üb­li­chen Maß­stä­ben wirt­schaft­li­che Ent­loh­nungs­struk­tur vor­se­hen. Das sei völ­lig inak­zep­ta­bel. Tarif­löh­ne müss­ten wei­ter­hin immer als wirt­schaft­lich gel­ten, so Büh­ler. „Dass Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn gegen­über den Beschäf­tig­ten in der Pfle­ge, die gera­de im letz­ten Jahr seit Aus­bruch der Coro­na-Pan­de­mie alles gege­ben haben, jetzt so tut, als wür­de er eine höhe­re Bezah­lung auf den Weg brin­gen und in Wirk­lich­keit die geplan­ten Rege­lun­gen gar kei­ne bes­se­ren Arbeits­be­din­gun­gen bedeu­ten und sogar noch gute Tarif­ver­trä­ge unter Druck set­zen wür­den, ist eine ver­häng­nis­vol­le Bot­schaft.“…” ver.di-Pressemitteilung vom 15. März 2021 externer Link
  • Bünd­nis für Gute Pfle­ge: Pfle­ge­re­form jetzt! 
    Das Bünd­nis für Gute Pfle­ge, ein Zusam­men­schluss von 23 Ver­bän­den und Orga­ni­sa­tio­nen mit ins­ge­samt rund 13,6 Mil­lio­nen Mit­glie­dern, for­dert Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn auf, unver­züg­lich einen Refe­ren­ten­ent­wurf zur Reform der Pfle­ge­ver­si­che­rung vor­zu­le­gen. Vor allem die finan­zi­el­len Eigen­an­tei­le für Pfle­ge­be­dürf­ti­ge in der Lang­zeit­pfle­ge sind end­lich zu begren­zen. Bereits Anfang Okto­ber ver­gan­ge­nen Jah­res hat­te Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn im Rah­men eines Inter­views mit der „Bild am Sonn­tag“ eine Pfle­ge­re­form ange­kün­digt. Pas­siert ist seit­dem jedoch nichts. Damit es noch vor dem Ende der Legis­la­tur­pe­ri­ode eine trag­fä­hi­ge Lösung gibt, muss die Bun­des­re­gie­rung jetzt han­deln. Eine bedarfs­ge­rech­te Per­so­nal­aus­stat­tung in der ambu­lan­ten und sta­tio­nä­ren Lang­zeit­pfle­ge sowie eine Decke­lung der Eigen­an­tei­le von pfle­ge­be­dürf­ti­gen Men­schen sind die dring­lichs­ten Bau­stel­len einer unbe­dingt not­wen­di­gen Pfle­ge­re­form. Zugleich muss die Pfle­ge­ver­si­che­rung auf soli­de finan­zi­el­le Füße gestellt sowie nach­hal­tig und genera­tio­nen­ge­recht für die Zukunft aus­ge­stal­tet wer­den…” ver.di-Pressemitteilung vom 09.02.2021 externer Link zum Bünd­nis für Gute Pfle­ge externer Link – sie­he auch unser Dos­sier: Sozi­al­ver­bän­de drin­gen auf Decke­lung von Eigen­an­tei­len in der Pfle­ge
  • Pfle­ge­re­form 2021: Klap­pe, die nächs­te! Auf dem Weg zu einer deut­li­chen Ent­las­tung der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen und der Sozi­al­hil­fe­trä­ger? Ein Auf­trags­gut­ach­ten gibt Schüt­zen­hil­fe und ein ande­res will den Steu­er­zah­ler beun­ru­hi­gen 
    “… Aber Spahn und sein Minis­te­ri­um haben das kna­ckig daher­kom­men­de „700-Euro-Modell“ mit­samt eini­ger Bei­ga­ben in ein „Eck­punk­te­pa­pier“ gegos­sen und in den Ring gewor­fen: Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um (2020): Pfle­ge­ver­si­che­rung neu den­ken: Eck­punk­te der Pfle­ge­re­form 2021 externer Link, Ber­lin, 04.11.2020 (…) Nun muss man mit Blick auf die Spie­gel­strich-Ziel­set­zun­gen im Eck­punk­te­pa­pier zu der Begren­zung der Eigen­an­tei­le (jetzt doch bewusst im Plu­ral) ganz kor­rekt anmer­ken: Die Begren­zung der pfle­ge­be­ding­ten Eigen­an­tei­le auf 700 Euro soll maxi­mal 36 Mona­te gel­ten. Und danach? Wenn dann der Pfle­ge­be­dürf­ti­ge immer noch im Heim und am Leben ist, müss­te die­ser Eigen­an­teil eigent­lich nach der inne­ren Logik voll­stän­dig ent­fal­len. Es wäre eine zyni­sche Ver­mu­tung, dass man auch vor die­sem Hin­ter­grund bei der maxi­ma­len Begren­zung der Eigen­an­tei­le der Betrof­fe­nen für pfle­ge­be­ding­ten Kos­ten auf 36 Mona­te (die eigent­lich nach dem dama­li­gen Anspruch voll­stän­dig über Leis­tun­gen aus der Pfle­ge­ver­si­che­rung finan­ziert wer­den soll­ten, was am Anfang der Pfle­ge­ver­si­che­rung Mit­te der 1990er Jah­re auch der Fall war und dann durch eine feh­len­de adäqua­te Dyna­mi­sie­rung der Leis­tun­gen und dem damit ver­bun­de­nen Real­wert­ver­lust sowie den Kos­ten­an­stie­gen im sta­tio­nä­ren Bereich ver­lo­ren gegan­gen ist) „berück­sich­tigt“, dass sehr vie­le Men­schen, die heut­zu­ta­ge in einem Pfle­ge­heim ver­sorgt wer­den, oft­mals gar nicht die drei Jahr „durch­hal­ten“, son­dern in der Frist verster­ben. Aber wenn das doch der Fall sein soll­te, dann wür­de eine zwei­te Ent­las­tung erfol­gen durch den voll­stän­di­gen Weg­fall des Eigen­an­teils für pfle­ge­be­ding­te Kos­ten. Dafür spricht auch die­se For­mu­lie­rung des Minis­te­ri­ums externer Link: »Künf­tig soll nie­mand für sta­tio­nä­re Pfle­ge län­ger als 36 Mona­te mehr als 700 Euro pro Monat zah­len.« Und eine par­ti­el­le Ent­las­tung ist noch bei einem ande­ren der drei Eigen­an­tei­le vor­ge­se­hen – bei den Inves­ti­ti­ons­kos­ten (vgl. zu die­sem „zwei­ten Hei­ment­gelt“ bereits den Bei­trag Eine teu­re Ange­le­gen­heit und eine mehr als pro­ble­ma­ti­sche Las­ten­ver­tei­lung. Die Eigen­an­tei­le der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen in der sta­tio­nä­ren Pfle­ge und die Rol­le der „Inves­ti­ti­ons­kos­ten“ externer Link vom 18. Febru­ar 2018). Und hier stellt man sich sei­tens des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­ums einen Rück­griff auf die Bun­des­län­der vor: So sol­len die Bun­des­län­der »künf­tig ver­bind­lich zur Ent­las­tung der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen und ihrer Ange­hö­ri­gen bei­tra­gen: Sie gewäh­ren einen monat­li­chen Zuschuss zu den Inves­ti­ti­ons­kos­ten in Höhe von 100 Euro für jeden voll­sta­tio­när ver­sorg­ten Pfle­ge­be­dürf­ti­gen.« Im Juli 2020 lag der durch­schnitt­li­che Eigen­an­teil für die Inves­ti­ti­ons­kos­ten über alle Bun­des­län­der bei 455 Euro pro Monat. Dann wür­de der Zuschuss der Bun­des­län­der die Pfle­ge­be­dürf­ti­gen um fast 22 Pro­zent ent­las­ten – wobei anzu­mer­ken bleibt, dass die Spann­wei­te die­ses spe­zi­el­len Eigen­an­teils schon auf der Ebe­ne der Bun­des­län­der erheb­lich ist, im Juli 2020 vari­ier­te das zwi­schen 288 und 551 Euro pro Monat. Zwi­schen den ein­zel­nen Pfle­ge­hei­men fällt die Streu­be­rei­te noch beein­dru­cken­der aus. Wenn man einen Blick in die Umris­se der Pfle­ge­re­form 2021 aus dem Novem­ber 2020 wirft, dann wer­den hin­sicht­lich der Finan­zie­rung zwei Schnei­sen erkenn­bar: Zum einen ent­hal­ten die Eck­punk­te ganz offen­sicht­lich ein För­der­pro­gramm für die in Not befind­li­che Ver­si­che­rungs­wirt­schaft und zum ande­ren soll die bis­lang bei­trags­fi­nan­zier­te Pfle­ge­ver­si­che­rung geöff­net wer­den für eine antei­li­ge Finan­zie­rung aus Steu­er­mit­teln. Auf der einen Sei­te geht es um eine „deut­li­che Erhö­hung der staat­li­chen Zula­gen­för­de­rung der pri­va­ten Pfle­ge­vor­sor­ge“, das soll hier nicht wei­ter betrach­ten wer­den. Denn hier geht es um die ande­re Sei­te: »Die Pfle­ge­ver­si­che­rung leis­tet im Rah­men der sozia­len Absi­che­rung ele­men­ta­rer Lebens­ri­si­ken einen wich­ti­gen Bei­trag. Wie ande­re Sozi­al­ver­si­che­rungs­zwei­ge auch, erbringt sie Leis­tun­gen, deren Finan­zie­rung gesamt­ge­sell­schaft­li­che Auf­ga­be ist«, so heißt es in den Eck­punk­ten. Wohl war. Was soll dar­aus fol­gen? (…) Mit Blick auf die seit län­ge­rem (wie­der) geführ­te Dis­kus­si­on über den Ein­satz von Steu­er­mit­teln in der Lang­zeit­pfle­ge kommt der For­mu­lie­rung, dass es künf­tig einen „pau­scha­len Bun­des­zu­schuss“ geben soll, eine „Tür­öff­ner-Funk­ti­on“ zu – nicht mehr, aber auch nicht weni­ger. Nicht mehr, weil eine Kon­kre­ti­sie­rung des Volu­mens die­ses steu­er­fi­nan­zier­ten Bun­des­zu­schus­ses unter­bleibt, nicht weni­ger, weil noch bis vor kur­zem eine auf Dau­er gestell­te antei­li­ge Steu­er­fi­nan­zie­rung in der Lang­zeit­pfle­ge sei­tens des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ters abge­lehnt wur­de. (…) Natür­lich kann man zahl­rei­che stra­te­gi­sche und tak­ti­sche Argu­men­te vor allem aus Sicht der Kas­sen vor­tra­gen, die für so ein fokus­sier­tes Vor­ge­hen spre­chen. Aber aus einer über­grei­fen­den Per­spek­ti­ve kann man das auch kri­tisch sehen. Dazu aus dem hier am 1. August 2020 ver­öf­fent­lich­ten Bei­trag Die Eigen­an­tei­le in der sta­tio­nä­ren Pfle­ge stei­gen wei­ter – und damit der Druck, eine Reform der Pfle­ge­fi­nan­zie­rung end­lich anzu­ge­hen externer Link das dama­li­ge Fazit: »In der aktu­el­len Situa­ti­on besteht die Gefahr, dass die Dis­kus­si­on über eine Reform der Pfle­ge­fi­nan­zie­rung auf die „Pflas­ter-Poli­tik“ eines ein­ma­li­gen, güns­ti­gen­falls eines zwar dau­er­haf­ten, aber aus haus­hal­te­ri­schen Grün­den unter­di­men­sio­nier­ten Bun­des­zu­schus­ses ver­engt wird. Damit wür­de viel­leicht etwas mehr Geld in ein ansons­ten wei­ter­be­stehen­des frag­men­tier­tes und aus guten Grün­den kri­ti­sier­tes Sys­tem geben. Die eigent­lich erfor­der­li­che Finan­zie­rungs­dis­kus­si­on steht vor einer dop­pelt schwe­ren Hypo­thek: Zum einen müs­sen die struk­tu­rel­len Umbau­ar­bei­ten im Sin­ne einer Ver­brei­te­rung und zugleich gerech­te­ren Ver­tei­lung der Finan­zie­rungs­las­ten auf die Tages­ord­nung gesetzt wer­den, wie sie im Kon­zept einer Pfle­ge­bür­ger­voll­ver­si­che­rung ange­spro­chen wer­den. Weit­aus bedeut­sa­mer und kaum beach­tet könn­te aber auch argu­men­tiert wer­den, dass es nicht mehr Geld für das bestehen­de Sys­tem geben soll­te, son­dern eine Finanz­re­form müss­te im Blick haben, wie man das Gesamt­sys­tem Pfle­ge mit einer kla­ren sozi­al­räum­li­chen Aus­rich­tung auf der kom­mu­na­len Ebe­ne und damit deren Stär­kung wei­ter­ent­wi­ckeln kann.«“ Bei­trag von Ste­fan Sell vom 05.01.2021 auf sei­nem Blog Aktu­el­le Sozi­al­po­li­tik externer Link
  • Jens Spahn plant gro­ßen Wurf: Das sind die Eck­punk­te der Pfle­ge­re­form
    Die Pfle­ge­re­form 2021 soll üppi­ger aus­fal­len als erwar­tet. Zur Kas­se bit­ten will Jens Spahn dafür den Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter, die Län­der – und Kin­der­lo­se. Die Pfle­ge­re­form im kom­men­den Jahr soll üppi­ger aus­fal­len als erwar­tet. Das ist den Eck­punk­ten von Gesund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) zu ent­neh­men, die dem Tages­spie­gel Back­ground Gesund­heit & E‑Health vor­lie­gen. So plant der Minis­ter nicht nur, die Eigen­be­tei­li­gung für sta­tio­nä­re Pfle­ge auf 700 Euro monat­lich zu deckeln. Er möch­te die Heim­be­woh­ner mit Hil­fe der Län­der auch bei ihrem Anteil an den Inves­ti­ti­ons­kos­ten ent­las­ten. Zudem beab­sich­tigt Spahn, die staat­li­che Zula­ge für pri­va­te Pfle­ge­vor­sor­ge von fünf auf 15 Euro im Monat zu erhö­hen. Er will, dass ambu­lan­te Sach­leis­tun­gen und Pfle­ge­geld künf­tig ver­läss­lich mit der Infla­ti­ons­ra­te stei­gen. Pfle­ge­kräf­te sol­len nur noch nach Tarif bezahlt wer­den. Um all das und noch mehr finan­ziert zu bekom­men, ist – wie viel­fach gefor­dert – ein pau­scha­ler Bun­des­zu­schuss an die Pfle­ge­ver­si­che­rung vor­ge­se­hen. Und um Reser­ven für die altern­de Gesell­schaft zu bil­den, soll auch der Bei­trags­zu­schlag für Kin­der­lo­se stei­gen – um 0,1 Bei­trags­punk­te. (…) Für die beruf­lich Pfle­gen­den ist nach Spahns Plä­nen drei­er­lei vor­ge­se­hen: „bes­se­re Bezah­lung, mehr Stel­len und mehr Ver­ant­wor­tung“. Tari­fent­loh­nung soll künf­tig für ambu­lan­te wie sta­tio­nä­re Ein­rich­tun­gen „Vor­aus­set­zung für die Zulas­sung zur Ver­sor­gung wer­den“, heißt es in dem Kon­zept. Gut aus­ge­bil­de­tes Fach­per­so­nal sol­le – etwa bei Pfle­ge­hilfs­mit­teln – „eigen­stän­di­ge Ver­ord­nungs­be­fug­nis­se erhal­ten“. Und man wer­de auch „ein Modell­pro­gramm für den Ein­satz der Tele­pfle­ge gesetz­lich ver­an­kern“. Dass es für die Hei­me ein Son­der­pro­gramm zur Finan­zie­rung von bis zu 20.000 zusätz­li­chen Pfle­ge­hilfs­kraft-Stel­len geben soll, ist bereits aus dem Ent­wurf für ein Ver­sor­gungs­ver­bes­se­rungs­ge­setz bekannt. Dane­ben gilt es für den Minis­ter, die ungleich kos­ten­güns­ti­ge­re Pfle­ge in den eige­nen vier Wän­den zu stär­ken und hier auch gestie­ge­ne Kos­ten der ver­gan­ge­nen Jah­re aus­zu­glei­chen. Dafür sol­len ambu­lan­te Pfle­ge­sach­leis­tung, Pfle­ge­geld und Mit­tel für die Tages­pfle­ge zum 1. Juli 2021 erst­mal in einem Kraft­akt um fünf Pro­zent erhöht wer­den…” Arti­kel von Rai­ner Wor­atsch­ka vom 11.11.2020 beim Tages­spie­gel online externer Link
  • Bun­des­tags-Peti­ti­on: Gesund­heits­re­form für eine bes­se­re Pfle­ge zum Schutz der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen
    Wir for­dern: end­lich bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen für Pfle­ge­kräf­te: 1. Mehr Zeit für Patient:innen. Ver­läss­li­che Arbeits­zei­ten. Ent­las­tung von Büro­kra­tie. Per­so­nal­schlüs­sel nach ech­tem Bedarf. Sofor­ti­ges Han­deln bei Unter­be­set­zung. 2. Auf­wer­tung des Berufs­bil­des: höhe­re Gehäl­ter, Zula­gen und Ent­loh­nung von Wei­ter­qua­li­fi­zie­rung. Mehr Ent­schei­dungs­mög­lich­kei­ten an Patient:innen. Bes­se­re Kar­rie­re­chan­cen. 3. Kon­se­quen­te Abkehr von Pro­fit­den­ken und öko­no­mi­schen Fehl­an­rei­zen durch eine Gesund­heits­re­form…” Peti­ti­on vom 11.11.2020 externer Link
  • Sie­he auch die Pfle­ge-Son­der­sei­te externer Link beim Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit und das Bünd­nis für Gute Pfle­ge externer Link
  • Sie­he zum Hin­ter­grund im Labour­Net Ger­ma­ny:

Der Bei­trag Pfle­ge­re­form 2021 (Spahn: „Pfle­ge ist die sozia­le Fra­ge der 20er Jah­re”) erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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