[perspektive:] Brutale Polizeigewalt gegen Griechenlands rebellierende Jugend

In den vergangenen Wochen häufen sich die Meldungen über brutale Gewalt und selbst Entführungen und Folter durch die griechische Polizei, insbesondere gegen Studierende und Jugendliche. Dabei werden all zu oft Corona-Maßnahmen zum Anlass der Polizeigewalt genommen.

In Grie­chen­land ent­lädt sich zur Zeit die Wut einer neu­en sozia­len Bewe­gung und trifft auf die von der Regie­rung ange­ord­ne­te bru­ta­le Poli­zei­ge­walt, die vie­le älte­re Men­schen an die Mili­tär­dik­ta­tur in Grie­chen­land erin­nert.

Bei Coro­na-Kon­trol­len und Demons­tra­tio­nen gegen Poli­zei­ge­walt, die unso­zia­len Coro­na-Maß­nah­men und Aktio­nen gegen Sozi­al­kür­zun­gen kommt es seit Wochen zu mas­si­ven Über­grif­fen durch ein­ge­setz­te Poli­zei­ein­hei­ten. Meh­re­re Frau­en berich­ten, dass ihnen im Poli­zei­ge­wahr­sam sexua­li­sier­te Gewalt ange­droht wur­de.

Das Haupt­quar­tier der grie­chi­schen Poi­li­zei Atti­kas (GADA) in Athen ist auf­grund die­ser Über­grif­fe mitt­ler­wei­le in aller Mun­de. Hier soll es nach Pro­tes­ten zu bru­ta­len Fest­nah­men und Fol­te­run­gen von Gefan­ge­nen gekom­men sein.

Einer der von die­sen Über­grif­fen Betrof­fe­ner berich­tet der grie­chi­schen Zei­tung Efsyn: „Vor mir stopp­te ein Motor­rad mit zwei Per­so­nen, die Mas­ken tru­gen, ich zeig­te mei­nen Aus­weis und nach zwei Minu­ten ist ein Auto ohne Num­mern­schil­der gekom­men. Sie haben mir hin­ter dem Rücken Hand­schel­len ange­legt, sie haben mir eine Kapu­ze auf­ge­setzt und sie haben mich unter Schlä­gen und Trit­ten ins Auto gesetzt.“

Der grie­chi­sche Euro­pa­par­la­ments­ab­ge­ord­ne­te Ste­li­os Kou­loglou berich­tet von Dut­zen­den Men­schen, dar­un­ter auch Min­der­jäh­ri­ge, wel­che in poli­zei­li­ches Gewahr­sam genom­men wur­den. Ihnen sei ihr Recht, einen Anwalt oder ihre Eltern zu kon­tak­tie­ren ver­wehrt wor­den und ihre Tele­fo­ne wur­den beschlag­nahmt. Auch soll es zu Schlä­gen und Miss­hand­lun­gen auf der Poli­zei­wa­che gekom­men sein.

Seit der Ver­ab­schie­dung eines Geset­zes, das die Errich­tung einer spe­zi­el­len Poli­zei an den Uni­ver­si­tä­ten vor­sieht, gibt es regel­mä­ßig Pro­tes­te von Stu­die­ren­den, auf die die Sicher­heits­kräf­te mit äußers­ter Här­te reagie­ren.

Auch bei den Aktio­nen in Soli­da­ri­tät mit dem gefan­ge­nen Revo­lu­tio­nä­re Dimi­tris Kou­fo­di­nas, der im Janu­ar aus Pro­test gegen sei­ne Haft­be­din­gun­gen in einen Hun­ger­streik getre­ten war und den er am ver­gan­ge­nen Sonn­tag been­de­te, kam es zu mas­si­ven Über­grif­fen durch die Poli­zei.

Der Bei­trag Bru­ta­le Poli­zei­ge­walt gegen Grie­chen­lands rebel­lie­ren­de Jugend erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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