[labournet:] Antifaschisten wollen keine AfD am Gedenktag für ermordete Zwangsarbeiter in Marzahn. Da lassen die Rechtsradikalen ihre uniformierte Schutzabteilung los…

Dossier

Ausstellung zum Thema Zwangsarbeit: "Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg" im Hamburger Museum für Arbeit 2016„… Das Geden­ken an die ermor­de­ten Zwangsarbeiter*innen an der Ste­le auf dem Park­fried­hof-Mar­zahn – Einlader*innen war die BVV-Mar­zahn- Hel­lers­dorf und der Hei­mat­ver­ein – wur­de durch die Teil­nah­me von Vertreter*innen der AfD aus BVV und Abge­ord­ne­ten­haus ad absur­dum geführt, gestört und ent­wür­digt. Die Poli­zei schleus­te in einer von lan­ger Hand geplan­ten Akti­on die Teilnehmer*innen der AfD unter Poli­zei­schutz über einen Neben­ein­gang des Fried­hofs zum Gedenk­ort. Den Teilnehmer*innen einer anti­fa­schis­ti­schen Kund­ge­bung von VNN-BdA und der Kiez­grup­pe Mar­zahn, die vor dem Fried­hof mit etwa 150 Per­so­nen gegen die heuch­le­ri­sche und die NS-Opfer und ihrer Nach­fah­ren zutiefst belei­di­gen­de Teil­nah­me der AfD an dem Geden­ken demons­triert hat­ten, wur­de zunächst durch die Poli­zei der Zuritt zum Fried­hof ver­wehrt. Auf der Kund­ge­bung hat­te Dr. Hans Cop­pi, Sohn der ermor­de­ten Mit­glie­der der Wider­stands­grup­pe „Rote Kapel­le“ Hans und Hil­de Cop­pi, sein Unver­ständ­nis und sei­nen Schmerz über die Ein­la­dung der AfD Aus­druck gege­ben und dazu auf­ge­ru­fen, die Demo­kra­tie und das Geden­ken gegen Rassist*innen, Antisemit*innen und Neo­na­zis zu ver­tei­di­gen. Auch Vertreter*innen der demo­kra­ti­schen BVV-Frak­tio­nen muss­ten zunächst vor ver­schlos­se­nen Fried­hofs­to­ren war­ten. Erst als die Poli­zei die AfD-Vertreter*innen zum Gedenk­ort gelei­tet hat­te – sie waren die ers­ten Per­so­nen, die dort ein­tra­fen – und ihre Hun­de­füh­rer pos­tiert hat­te, wur­den die Fried­hofs­to­re auch für ande­re Teilnehmer*innen geöff­net. Am Geden­ken konn­ten trotz­dem nur weni­ge Men­schen teil­neh­men. Die Poli­zei blo­ckier­te den Zugang zur Gedenk­ste­le und ließ nur aus­ge­wähl­te Per­so­nen pas­sie­ren…“ – aus der Pres­se­er­klä­rung „„Stil­les Geden­ken“ an NS-Opfer in Mar­zahn-Hel­lers­dorf geht im Poli­zei­hun­de­ge­bell unter“ der VVN-BdA Ber­lin vom 25. Janu­ar 2020 externer Link über die Selbst-Ent­tar­nung der Ber­li­ner Poli­zei als Schutz-Abtei­lung der AfD. Sie­he dazu vier wei­te­re aktu­el­le Bei­trä­ge zu den ein­deu­ti­gen Vor­fäl­len – und zur poli­zei­li­chen Begrün­dung ihrer Akti­on für die AfD…

  • Anti­fa­schist abge­ur­teilt: Chef der VVN-BdA soll AfD von Geden­ken an Nazi­op­fer fern­ge­hal­ten haben New
    “… Dem Geschäfts­füh­rer der Ber­li­ner Ver­ei­ni­gung der Ver­folg­ten des Nazi­re­gimes VVN-BdA wird vor­ge­wor­fen, Mit­glie­der der AfD dar­an gehin­dert zu haben, am 25. Janu­ar 2019 am Geden­ken an die Opfer des Faschis­mus auf dem Park­fried­hof Mar­zahn teil­zu­neh­men. Der Vor­wurf der Nöti­gung steht im Raum. Damals hat­te sich neben ande­ren auch die die Israe­li­ti­sche Syn­ago­gen-Gemein­de in einem offe­nen Brief an die Ver­an­stal­ter des Geden­kens gewandt und sie auf­ge­for­dert, die aus ihrer Sicht neo­fa­schis­ti­sche AfD von der Ver­an­stal­tung aus­zu­schlie­ßen, um ein wür­de­vol­les Geden­ken zu ermög­li­chen. Als AfD-Bezirks­ver­ord­ne­te den­noch kamen, ver­hin­der­ten meh­re­re Aktivisten*innen, dass die­se Blu­men nie­der­le­gen. Ter­voo­ren, der bei der Ver­an­stal­tung eine Rede hielt, wur­de im Nach­hin­ein eine Betei­li­gung an der Blo­cka­de vor­ge­wor­fen. Sei­ne Anwe­sen­heit auf dem Park­fried­hof bestrei­tet er nicht. Auch habe er in sei­ner kur­zen Anspra­che die For­de­run­gen des offe­nen Briefs wie­der­holt. Ter­voo­ren leg­te dem Gericht den Wort­laut der Rede vor. Sie for­de­re nie­man­den zu kon­kre­ten Hand­lun­gen auf. Von einer Betei­li­gung kön­ne daher kei­ne Rede sein. (…) Die Staats­an­wäl­tin sieht eine Nöti­gung durch Ter­voo­ren als erwie­sen an und betont in ihrem Plä­doy­er, dass der Anti­fa­schist mit sei­nem Han­deln ein wür­de­vol­les Geden­ken auf dem Park­fried­hof unmög­lich gemacht habe. Dies kön­ne nicht im Sin­ne der Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus gewe­sen sein, so die Staats­an­wäl­tin. Anders bewer­tet es der Ver­tei­di­ger von Ter­voo­ren. Er stellt vor allem die Glaub­wür­dig­keit der AfD-Zeug*innen infra­ge, die mit Ter­voo­ren ihren poli­ti­schen Geg­ner belas­ten. Zudem sei sei­nem Man­dan­ten kei­ne direk­te Tat­be­tei­li­gung nach­zu­wei­sen. Kei­ne der Zeuge*innen habe ihn bei der Aus­ein­an­der­set­zung beob­ach­ten kön­nen, und auch an kon­kre­te Hand­lungs­auf­for­de­run­gen durch ihn erin­ner­te sich nie­mand. Für die Rich­te­rin rei­chen die Zeu­gen­aus­sa­gen, Ter­voo­rens Rede sowie die Mobi­li­sie­rung des VVN-BdA im Vor­feld jedoch aus, um ihn der Mit­tä­ter­schaft an einer Nöti­gung schul­dig zu spre­chen. Sie ver­ur­teilt ihn zu 1500 Euro Geld­stra­fe. Bei den Zuschauer*innen im Saal sorgt die­ses Urteil für lau­ten Pro­test. Ter­voo­ren und sein Ver­tei­di­ger kün­di­gen an, gegen das Urteil Rechts­mit­tel ein­zu­le­gen. »Es kann nicht sein, dass eine poli­ti­sche Mei­nungs­äu­ße­rung ein­fach zu einer Auf­for­de­rung zu Straf­ta­ten umge­deu­tet wird«, beschwert sich Ter­voo­ren.” Arti­kel von Bos­se Krö­ger vom 18. März 2021 in neu­es Deutsch­land online externer Link
    • Sie­he dazu die Pres­se­mit­tei­lung der der VVN-BdA vom 18. März 2021 externer Link: Gegen die Kri­mi­na­li­sie­rung anti­fa­schis­ti­scher Inter­ven­tio­nen!
      Geschäfts­füh­rer der Ber­li­ner VVN-BdA wegen angeb­li­cher Nöti­gung ver­ur­teilt: Rich­te­rin folgt AfD-Argu­men­ta­ti­on. In einem Pro­zess am Ber­li­ner Amts­ge­richt Tier­gar­ten am heu­ti­gen Don­ners­tag wur­de der Geschäfts­füh­rer der Ber­li­ner VVN-BdA, Mar­kus Ter­voo­ren, wegen angeb­li­cher Nöti­gung zu 50 Tages­sät­zen à 30 Euro ver­ur­teilt. Das Gericht warf Ter­voo­ren vor, am Janu­ar 2019 Mit­glie­der AfD-Frak­ti­on Mar­zahn-Hel­lers­dorf dar­an gehin­dert zu haben, einen Kranz zum Geden­ken an die Opfer des Holo­caust auf dem Park­fried­hof in Mar­zahn nie­der­zu­le­gen. Bewei­se gab es nicht, allein das Hal­ten einer Rede wur­de Ter­voo­ren als Nöti­gung aus­ge­legt. Das Sich­ten eines Vide­os, das von der Ver­tei­di­gung bean­tragt wur­de, lehn­te das Gericht ab. Die Rich­te­rin ging mit ihrem Urteil über die For­de­rung der Staats­an­walt­schaft von 40 Tages­sät­zen hin­aus. Ter­voo­ren wird gegen das Urteil Beru­fung ein­le­gen. „Das Gericht ist mit sei­nem Urteil lei­der der Nor­ma­li­sie­rungs­stra­te­gie der AfD auf den Leim gegan­gen.“ sag­te Ter­voo­ren nach dem Pro­zess. Ihr Urteil begrün­de­te die Rich­te­rin damit, dass die AfD eine demo­kra­tisch gewähl­te Par­tei sei, die von Sei­ten des Ver­fas­sungs­schut­zes nicht mehr als beob­ach­tet wer­de. Die AfD hät­te ein Recht dazu gehabt, am NS-Geden­ken teil­zu­neh­men. Sie fän­de es befremd­lich, dass sich ein Ver­band, der sich für „Opfer von Gewalt“ ein­set­ze, der­art auf einem Fried­hof ver­hal­te, soll die Rich­te­rin gesagt haben. Damit baga­tel­li­siert sie die mehr als 60 Mil­lio­nen Opfer von Nazi-Ter­ror, Ver­nich­tungs­krieg und Völ­ker­mord als „Opfer von Gewalt“ und ver­kennt, dass die AfD mit ihrem Gere­de vom „Flie­gen­schiss in 1.000 Jah­ren erfolg­rei­cher deut­scher Geschich­te“ genau das zu ihrem Pro­gramm macht, und ihre Teil­nah­me an der Gedenk­ver­an­stal­tung nur der Pro­vo­ka­ti­on dient. Die Mehr­zahl der KZ-Gedenk­stät­ten hat das im Gegen­satz zur Rich­te­rin erkannt. Mit dem Urteil wird anti­fa­schis­ti­sches Enga­ge­ment kri­mi­na­li­siert und die oft geäu­ßer­te For­de­rung nach dem „nie wie­der“ mit blan­kem Hohn gezollt…”
  • „”Es war eine schau­ri­ge Situa­ti­on für unse­re Leu­te”“ am 25. Janu­ar 2020 im Twit­ter-Kanal von Left­vi­si­on externer Link ist ein Video-Inter­view mit einem Spre­cher der VVN-BdA über die Poli­zei­ar­beit bei der Gedenk­fei­er in Mar­zahn…
  • „Eklat bei Geden­ken an Nazi­op­fer“ von Lothar Bas­ser­mann am 27. Janu­ar 2020 in der jun­gen welt externer Link berich­tet noch in rea­len Zah­len – und Ver­hal­tens­wei­sen: „… Rund 200 Anti­fa­schis­tin­nen und Anti­fa­schis­ten, dar­un­ter zahl­rei­che Über­le­ben­de des Nazi­ter­rors und deren Ange­hö­ri­ge, wur­den durch ein Poli­zei­auf­ge­bot aus rund 120 Beam­ten dar­an gehin­dert, sich an einem durch die Vor­ste­he­rin der Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung (BVV), Kath­rin Hen­kel (CDU), und den loka­len Hei­mat­ver­ein orga­ni­sier­ten »stil­len Geden­ken« zu betei­li­gen. Die­ses fin­det tra­di­tio­nell an einer auf dem Fried­hof gele­ge­nen Ste­le für die Opfer der Zwangs­ar­beit statt. Die rund 60 Men­schen, die am Sams­tag durch die Poli­zei als Teil­neh­mer der Kund­ge­bung zuge­las­sen wur­den, waren gegen 10.30 Uhr vor­wie­gend über einen Neben­ein­gang des Fried­ho­fes durch Ein­satz­kräf­te zur Ste­le eskor­tiert wor­den. Bereits kurz zuvor ver­sperr­ten die Beam­ten den Haupt­ein­gang des Fried­hofs; hier fand zu die­sem Zeit­punkt eine anti­fa­schis­ti­sche Kund­ge­bung statt, zu der unter ande­rem die Ver­ei­ni­gung der Ver­folg­ten des Nazi­re­gimes – Bund der Anti­fa­schis­tin­nen und Anti­fa­schis­ten (VVN–BdA) auf­ge­ru­fen hat­te. Erst als sich ein Ende der bezirk­li­chen Ver­an­stal­tung abzeich­ne­te, lie­ßen die Beam­ten die Men­ge auf den Fried­hof, stopp­te sie aller­dings unter ande­rem mit Poli­zei­hun­den kurz vor Errei­chen der Ste­le. Dabei gin­gen Beam­te äußerst rabi­at gegen die Pro­tes­tie­ren­den vor und lie­ßen sie erst zum Gedenk­ort zie­hen, nach­dem Ver­tre­ter des Hei­mat­ver­eins und der in der BVV ver­tre­te­nen Par­tei­en, die Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­den­tin Petra Pau (Die Lin­ke) sowie Bot­schafts­mit­ar­bei­ter von durch die Nazis über­fal­le­nen Staa­ten Krän­ze und Blu­men abge­legt und den Fried­hof wie­der ver­las­sen hat­ten. Rund 15 AfD­ler waren zum »stil­len Geden­ken« erschie­nen. Ihr Kranz lan­de­te schließ­lich im Gra­ben. BVV-Vor­ste­he­rin Hen­kel und auch Mit­glie­der des Hei­mat­ver­eins hat­ten zuvor mehr­fach ver­lau­ten las­sen, auf die Unter­stüt­zung der Poli­zei zu set­zen, um der AfD ein »Geden­ken« zu ermög­li­chen und ver­klär­ten den Pro­test zum eigent­li­chen Pro­blem...“
  • „Gegen geheuch­tel­te Anteil­nah­me“ von Clau­dia Krieg am 26. Janu­ar 2020 in neu­es deutsch­land online externer Link unter ande­rem zur offi­zi­el­len poli­zei­li­chen Begrün­dung für die­se – auch noch unver­schäm­ter Wei­se als „neu­tral“ bezeich­ne­te – Schutz­ak­ti­on für die AfD: „… »Ihr soll­tet euch schä­men«, sagt eine älte­re Frau zu dem Poli­zis­ten, der ihr gegen­über steht. »Sie sind bewaff­net und schüt­zen die­je­ni­gen, die den Holo­caust leug­nen.« Der Beam­te ent­geg­net: »Wir sind neu­tral und hier, um Straf­ta­ten zu ver­hin­dern.« Man habe dafür zu sor­gen, dass »Ruhe ein­kehrt«. »Wis­sen Sie, wir haben ruhig und fried­lich demons­triert, es wur­de erst lau­ter, als wir auf­ge­hal­ten wur­den«, erklärt die Frau dem Beam­ten ihre Sicht: »Unter uns sind Men­schen, deren Eltern in natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Lagern oder als Zwangs­ar­bei­ter ermor­det wur­den, die wer­den von Ihnen gera­de dar­an gehin­dert, ihrer Ange­hö­ri­gen zu geden­ken.« Die Hun­de bel­len noch immer. Die poli­zei­lich her­ge­stell­te Situa­ti­on ver­meint­li­cher Ruhe nut­zen der­weil Mit­glie­der der AfD, um sich an der Gedenk­ste­le, an der sich Vertreter*innen der Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung (BVV) ver­sam­melt haben, zu posi­tio­nie­ren. Eini­ge fil­men anwe­sen­de Journalist*innen und beschimp­fen die etwa 150 Meter ent­fernt hin­ter der Poli­zei­ket­te ste­hen­den Antifaschist*innen. Den Gedenk­re­den hören sie nicht zu. Zuvor hat­ten Polizeibeamt*innen die etwa zehn­köp­fi­ge AfD-Grup­pe vom hin­te­ren Park­ein­gang zum Ort der Gedenk­ver­an­stal­tung eskor­tiert. Um den Bereich vor der Ste­le frei­zu­hal­ten, schob die Poli­zei dafür 25 Men­schen vom Bünd­nis »Anti­fa­schis­tisch geden­ken« zurück in Rich­tung Fried­hofs­ein­gang. (…) Der jun­ge Mann wird bei­sei­te gedrängt und tritt dann zurück. Joa­chim Ned­der­hut ruft nach der Poli­zei, er wol­le Anzei­ge erstat­ten. Der Anti­fa­schist erhält spä­ter eine Anzei­ge wegen Sach­be­schä­di­gung. Zwei Poli­zis­ten, die anwe­sen­de Pressevertreter*innen davon abhal­ten, sich als Zeug*innen zur Ver­fü­gung zu stel­len, kom­men­tie­ren das Anlie­gen mit: »Irgend­wo hört das Pres­se­recht auch auf.«…“ und zwar genau dort, wo es die AfD-Poli­zei haben will…“.

Der Bei­trag Anti­fa­schis­ten wol­len kei­ne AfD am Gedenk­tag für ermor­de­te Zwangs­ar­bei­ter in Mar­zahn. Da las­sen die Rechts­ra­di­ka­len ihre uni­for­mier­te Schutz­ab­tei­lung los… erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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