[perspektive:] Frankfurt: Polizist klaut massenweise Waffen aus Asservatenkammer – und ist möglicherweise Teil eines rechten Netzwerks

In Frankfurt (am Main) sind mehr als 100 Waffen und Munition aus der Asservatenkammer des Polizeipräsidiums verschwunden. Verdächtigt wird ein Polizist, der im Zusammenhang mit faschistischen Aktivitäten steht. Innenminister Beuth (CDU) muss sich scharfer Kritik stellen.

Der Ver­dacht hat­te sich bei Ermitt­lun­gen gegen einen Poli­zei­be­am­ten erge­ben, dem Ver­let­zung sei­ner Dienst­ge­heim­nis­se und Bestech­lich­keit vor­ge­wor­fen wer­den. Der 41-jäh­ri­ge war Poli­zei­in­tern für die sicher­ge­stell­ten Waf­fen ver­ant­wort­lich. In einer Pres­se­mit­tei­lung gesteht sich die Poli­zei „offen­kun­di­ge Defi­zi­te“ ein.

Die Waf­fen sei­en unter­schla­gen und anschlie­ßend ver­kauft, ande­re even­tu­ell auch nicht ord­nungs­ge­mäß ver­nich­tet wor­den sein. Ihr Ver­bleib sol­le nun geklärt wer­den. Dane­ben soll der Poli­zist ohne Geneh­mi­gung für die nord­rhein-west­fä­li­sche „Sicher­heits­fir­ma“ Asgaard gear­bei­tet und für die­se ille­ga­le Daten­ab­fra­gen in den Poli­zei­com­pu­tern getä­tigt haben. Für die­se war er auch im para­mi­li­tä­ri­schen Ein­satz im Irak. Das hat­ten Staats­an­walt­schaft und LKA im ver­gan­ge­nen Sep­tem­ber mit­ge­teilt. Nun wer­de eine Sus­pen­die­rung geprüft.

Eine Ver­bin­dung zum NSU 2.0 wird von den Behör­den kate­go­risch aus­ge­schlos­sen. Dabei han­delt es sich bei Asgaard um eine Söld­ner­grup­pe, die im Ver­dacht, Deck­man­tel für ein faschis­ti­sches Netz­werk das in die Bun­des­wehr sowie in meh­re­re deut­sche Sicher­heits­be­hör­den auf Bun­des- und Län­der­ebe­ne hin­ein­reicht. Meh­re­ren ihrer Mit­ar­bei­ter wer­den schwe­re Straf­ta­ten vor­ge­wor­fen. Sie ste­hen unter ande­rem unter Ter­ror­ver­dacht.

Sicher­heits­fir­ma Asgaard als rech­tes Netz­werk?

Es ist nicht der ers­te Skan­dal die­ser Art in der hes­si­schen Poli­zei. Im August letz­ten Jah­res wur­de hier gegen 17 Polizist:innen wegen ihrer „mög­li­chen rechts­ge­rich­te­ten Gesin­nung“ ermit­telt. Neben zahl­rei­chen faschis­ti­schen Chat­grup­pen, in denen Beamt:innen rech­te Pro­pa­gan­da ver­brei­tet hat­ten, war es auch zu Mord­dro­hun­gen des NSU 2.0 und ille­ga­len Daten­ab­fra­gen gekom­men.

Der hes­si­sche Innen­mi­nis­ter Beuth (CDU) steht nun erneut in der Kri­tik. Dabei wird vor allem eine rich­ti­ge, lücken­lo­se Auf­klä­rung der faschis­ti­schen und kri­mi­nel­len Machen­schaf­ten in der hes­si­schen Poli­zei gefor­dert.

Der Bei­trag Frank­furt: Poli­zist klaut mas­sen­wei­se Waf­fen aus Asser­va­ten­kam­mer – und ist mög­li­cher­wei­se Teil eines rech­ten Netz­werks erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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