[labournet:] Der Kampf (nicht nur) der Frauen gegen Polizeigewalt in Großbritannien: Geht weiter…

Großbritannien: #PoliceCrackdownBill„… Abge­se­hen davon, dass die­se Sät­ze nicht nur in der Über­set­zung, son­dern auch im eng­li­schen Ori­gi­nal etwas ver­schwur­belt sind, ist es erstaun­lich, wie frei­mü­tig hier beschrie­ben wird, dass zivi­ler Unge­hor­sam unter­drückt wer­den soll. Man kann und muss über Extinc­tion Rebel­li­on (XR) und vor allem, gegen wen deren Blo­cka­den ange­wen­det wer­den, geteil­ter Mei­nung sein. Bei einem Semi­nar in Lon­don, in dem wir XR dis­ku­tier­ten, frag­te ein Teil­neh­mer zu Recht, war­um XR denn den ÖPNV blo­ckie­re und nicht Tank­stel­len. Dass aber gewalt­frei­er zivi­ler Unge­hor­sam eines der letz­ten Mit­tel ist, die uns als Unter­ta­nen noch geblie­ben sind, wird hier von der Poli­zei­che­fin nicht regis­triert bzw. sie stellt ihren Auf­trag als abso­lut dar. Inter­es­sant ist auch, dass sie sagt, XR ver­su­che die Stadt Lon­don zum Still­stand zu brin­gen, wäh­rend sie mit der ihr unter­stell­ten Poli­zei die Coro­na-Poli­tik der Regie­rung unter­stützt, die wei­te Tei­le des öffent­li­chen Lebens des letz­ten Jah­res zum Still­stand gebracht hat. So gesche­hen zum Bei­spiel am letz­ten Sams­tag, als eine Mahn­wa­che und Trau­er­ver­an­stal­tung für die Anfang März ver­schwun­de­ne und spä­ter ermor­det auf­ge­fun­de­ne Sarah Ever­ard mit Ver­weis auf Hygie­ne­re­geln mit roher Poli­zei­ge­walt auf­ge­löst wur­de. Die haupt­säch­lich männ­li­chen Poli­zis­ten tram­pel­ten dabei durch die auf­ge­stell­ten Ker­zen und Blu­men und schubs­ten und ris­sen die haupt­säch­lich weib­li­chen Teil­neh­me­rin­nen unsanft durch die Gegend. In Anbe­tracht der Tat­sa­che, dass der mut­maß­li­che Mör­der sel­ber ein Lon­do­ner Poli­zist ist, war der Poli­zei­ein­satz am letz­ten Sams­tag und die Art, wie er von­stat­ten­ging, nicht sehr diplo­ma­tisch. Wei­te Tei­le der bri­ti­schen Bevöl­ke­rung hat­ten auch vor­her schon Zwei­fel, ob die Poli­zei wirk­lich noch ihr Freund und Hel­fer ist…“ – aus dem Bei­trag „Neu­es Poli­zei­ge­setz pas­siert bri­ti­sches Unter­haus“ von Moritz Mül­ler am 20. März 2021 bei den nach­denk­sei­ten externer Link über den „par­la­men­ta­ri­schen Gang“ der Din­ge… Sie­he dazu zwei wei­te­re aktu­el­le Bei­trä­ge und den Hin­weis auf unse­ren ers­ten Bei­trag zu den Pro­tes­ten gegen Poli­zei­ge­walt in Groß­bri­tan­ni­en:

  • „Rück­zie­her erzwun­gen“ von Chris­ti­an Bun­ke am 24. März 2021 in der jun­gen welt externer Link berich­tet dazu unter ande­rem: „… Laut­star­ke Pro­tes­te und Poli­zei­ge­walt präg­ten auch das Wochen­en­de in ver­schie­de­nen Städ­ten in Eng­land und Wales. In Bris­tol zogen Tau­sen­de vor die Poli­zei­zen­tra­le der Stadt. Dort wur­den sie von Auf­stands­be­kämp­fungs­ein­hei­ten der Poli­zei sowie Hun­de- und Rei­ter­staf­feln in Emp­fang genom­men. Nach eini­gen Schlag­stock­ein­sät­zen muss­ten die Ein­satz­kräf­te schließ­lich ein­ste­cken. Die Poli­zei­zen­tra­le wur­de mit Wurf­ge­schos­sen ange­grif­fen, drei Ein­satz­fahr­zeu­ge gin­gen in Flam­men auf. Gegen die Betei­lig­ten rollt nun eine Repres­si­ons­wel­le. Laut der Tages­zei­tung Dai­ly Mail soll in Bris­tol eine aus 100 Beam­ten bestehen­de Son­der­kom­mis­si­on gegrün­det wor­den sein, um Demons­trie­ren­de aus­zu­for­schen. Ein Poli­zei­spre­cher stell­te gar Mord­an­kla­gen in Aus­sicht. Der­weil sorgt ein Video aus Man­ches­ter für Schlag­zei­len. Dar­auf ist zu sehen, wie Poli­zis­ten einen 18jährigen mit­ten in der Innen­stadt bru­tal zusam­men­schla­gen. Der Jugend­li­che soll zuvor über die gro­ße Poli­zei­prä­senz in der Gegend den Kopf geschüt­telt haben. Das ver­lei­te­te einen Beam­ten zu der Fra­ge: »Schüt­telst du über mich den Kopf, du klei­ner Schei­ßer?«, bevor er und sei­ne Kol­le­gen sich auf den Jun­gen stürz­ten. Die Poli­zei von Man­ches­ter hat inzwi­schen eine inter­ne Unter­su­chung ein­ge­lei­tet. Wenig bis gar kein Ver­trau­en in sol­che Unter­su­chun­gen hat­ten Tau­sen­de Demons­trie­ren­de, die am Sonn­abend einem Auf­ruf der femi­nis­ti­schen Grup­pe »Sis­ters Uncut« folg­ten und laut­stark durch die Innen­stadt von Man­ches­ter zogen. Die spon­tan gewähl­te Rou­te zog unter ande­rem über den St. Peter’s Squa­re. An die­sem sym­bol­träch­ti­gen Ort mas­sa­krier­te vor 202 Jah­ren eine von loka­len Unter­neh­mern finan­zier­te Pri­vat­mi­liz Dut­zen­de Teil­neh­mer einer Groß­de­mons­tra­ti­on für die Ein­füh­rung des all­ge­mei­nen Wahl­rechts...““
  • „Refle­xio­nen über die Riots in Bris­tol“ am 22. März 2021 bei Schwar­zer Pfeil externer Link ist eine Über­set­zung eines Bei­trags von Free­dom News, wor­in es unter ande­rem heißt: „… Dass dies in Bris­tol pas­siert ist, ist viel­leicht nicht über­ra­schend, aber es hät­te auch über­all pas­sie­ren kön­nen. Es gibt eine gro­ße Wut auf die Poli­zei, sowohl wegen des Mor­des an Sarah Ever­ard durch einen Cop als auch wegen des Angriffs auf die Frei­heit zu pro­tes­tie­ren. Es gab Mahn­wa­chen und Mär­sche im gan­zen Land, die von Tau­sen­den besucht wur­den. Eine Peti­ti­on, die vom Net­work for Poli­ce Moni­to­ring orga­ni­siert wur­de, hat in der letz­ten Woche fast 300.000 Unter­schrif­ten gesam­melt. Wie das loka­le radi­ka­le Out­let Alter­na­ti­ve Bris­tol schreibt: Nach einem har­ten Win­ter mit Lock­down & Covid-Stress sehen vie­le den Tory-Vor­stoß zur Ein­füh­rung des Geset­zes als aus­ge­spro­chen zynisch an und als Ver­such, tem­po­rä­re Coro­na­vi­rus-Beschrän­kun­gen in etwas Dau­er­haf­tes zu ver­wan­deln, wäh­rend die Men­schen durch den Lock­down ein­ge­schränkt blei­ben. In den letz­ten Wochen hat sich die Wut auf die Regie­rung und die Poli­zei auf­ge­staut. Heu­te Abend explo­dier­te die­se Wut, und zwar in Bris­tol, aber sie hät­te über­all sein kön­nen. Wir soll­ten uns davor hüten, einen Unter­schied zwi­schen den Riots und den Pro­tes­ten, die Anfang der Woche statt­fan­den, zu machen. Damit wür­den wir den Boden für die unver­meid­li­chen (und seit letz­ter Nacht bereits im Gan­ge befind­li­chen) Ver­su­che berei­ten, die­se auf­kei­men­de Bewe­gung in die „bösen“ Ran­da­lie­ren­den und die „guten“ fried­li­chen Demons­trie­ren­den zu unter­tei­len. Die Poli­zei hat in irgend­ei­ner Form jeden Wider­stand gegen die Poli­zei­raz­zia-Vor­la­ge kri­mi­na­li­siert. In New­cast­le hat die Poli­zei ges­tern Demons­trie­ren­de schi­ka­niert, als sie Blu­men zum Geden­ken an Sarah Ever­ard nie­der­leg­ten. Vor etwas mehr als einer Woche griff die Met Frau­en bei einer völ­lig fried­li­chen Mahn­wa­che für Ever­ard an, genau in den rau­en Momen­ten der Nach­richt, dass ein dienst­ha­ben­der Met-Offi­zier wegen Sarahs Mor­des ange­klagt wur­de. Die Pro­tes­te in die­ser Woche waren auch eine Reak­ti­on auf die poli­zei­li­che Repres­si­on. Die Pro­tes­te in Lon­don am Sonn­tag und Mon­tag waren eine Reak­ti­on auf die Poli­zei­ge­walt bei der Mahn­wa­che am Sams­tag. Bris­tol stei­ger­te sich in einen Auf­ruhr, nach­dem die Bereit­schafts­po­li­zei, Pfer­de und Hun­de bereits im Ein­satz waren. Noch­mals, von Alter­na­ti­ve Bris­tol: Was eine kar­ne­va­lis­ti­sche Par­ty & Pro­test am obe­ren Ende der Uni­on Street/​im Cast­le Park um 17 Uhr war, hat sich heu­te Abend wäh­rend einer Mahn­wa­che vor der Bri­de­well-Poli­zei­sta­ti­on im Stadt­zen­trum zu ernst­haf­ten Zusam­men­stö­ßen ent­zün­det...“

Der Bei­trag Der Kampf (nicht nur) der Frau­en gegen Poli­zei­ge­walt in Groß­bri­tan­ni­en: Geht wei­ter… erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

Read More