[perspektive:] Faschistischer Stadtrat in Chemnitz an Schusswechsel beteiligt

Als am 13. März in Chemnitz bei einer Festnahme Schüsse fielen, war der Tathergang noch unklar. Die Person, die das Feuer eröffnet hat, soll für die faschistische Partei „Pro Chemnitz“ für den Stadtrat kandidiert haben.

Am Sonn­abend, den 13. März, rück­te die Poli­zei in Chem­nitz aus, um einen Haft­be­fehl wegen eines Ver­kehrs­de­lik­tes zu voll­zie­hen. Nach­dem die Polizist:innen an der Woh­nung klopf­ten, wur­de ihnen der Zugang zur Woh­nung ver­wehrt. Im Hin­ter­grund hör­ten die Polizist:innen aller­dings Geräu­sche und lie­ßen sich von einen Schlüs­sel­dienst die Tür öff­nen. Im Zuge des­sen feu­er­te der Gesuch­te auf die Polizist:innen.

Laut Recher­che von anti­fa­schis­ti­schen Grup­pen soll es sich bei dem Täter um den Faschis­ten und Pro-Chem­nitz-Kan­di­da­ten Mar­tin W. han­deln. Die Poli­zei konn­te oder woll­te kei­ne Anga­ben dazu machen.

Mar­tin W. orga­ni­sier­te im Raum Chem­nitz in der Ver­gan­gen­heit immer wie­der unan­ge­mel­de­te Kund­ge­bun­gen vor Flücht­lings­un­ter­künf­ten und wur­de von sei­ner Par­tei „Pro Chem­nitz“ mit der Orga­ni­sa­ti­on einer Art „Bür­ger­wehr“ beauf­tragt. Die ras­sis­ti­sche Bür­ger­wehr hat zum Ziel in der Stadt für „Sicher­heit & Ord­nung“ zu sor­gen.

Bei den faschis­ti­schen Pro­tes­ten gegen Flücht­lin­ge nahm W. 2015 in Chem­nitz teil und trat dort unter ande­rem mit einem HoGe­Sa-Pull­over auf (HoGe­Sa = Hoo­li­gans gegen Sala­fis­ten). Ein Jahr spä­ter nahm er auch am faschis­ti­schen Trau­er­marsch in Chem­nitz teil. Vor zwei Jah­ren nahm er an den Kom­mu­nal­wah­len in Chem­nitz als Kan­di­dat der Par­tei „Pro Chem­nitz“ teil.

Faschist:innen bewaffnen sich

Es ist nicht der ers­te Schuss­wech­sel in Sach­sen in die­sem Jahr bei dem Faschist:innen den Abzug drück­ten. Im Janu­ar starb in Frei­tal ein 20-jäh­ri­ger durch eine Schuss­ab­ga­be durch sei­nen eige­nen Bru­der, als die­se mit einer Waf­fe han­tier­ten. Die bei­den Brü­der und ihr Vater sind Bestand­teil faschis­ti­scher Struk­tu­ren in Sach­sen.

Eine klei­ne Anfra­ge der säch­si­schen Lin­ken an den Land­tag zeigt, dass ins­ge­samt 106 Per­so­nen mit faschis­ti­schen Hin­ter­grund „waf­fen­recht­li­che Erlaub­nis­se“ besit­zen. Die Dun­kel­zif­fer dürf­te jedoch viel höher sein. Immer wie­der wer­den Waf­fen­la­ger ent­deckt.

Im nord­säch­si­schen Collm bun­ker­te ein KSK-Sol­dat in sei­nem Hin­ter­hof Waf­fen, ein SS-Lie­der­buch, faschis­ti­sche Zeit­schrif­ten und Post­kar­ten mit Haken­kreu­zen. In einem frag­wür­di­gen Pro­zess wur­de er des­halb ledig­lich zu einer Bewäh­rungs­stra­fe ver­ur­teilt.

Der Bei­trag Faschis­ti­scher Stadt­rat in Chem­nitz an Schuss­wech­sel betei­ligt erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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