[labournet:] NGG-Tarifrunde Fleischwirtschaft 2021

Dossier

Werkvertrag: Wenig Rechte. Wenig Lohn (NGG)Als „his­to­ri­schen Mei­len­stein“ für die Fleisch­wirt­schaft hat Gui­do Zeit­ler, Vor­sit­zen­der der Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG), den heu­ti­gen Beschluss des Bun­des­ta­ges bezeich­net, mit dem Arbeits­schutz­kon­troll­ge­setz Werk­ver­trä­ge in der Fleisch­wirt­schaft grund­sätz­lich zu ver­bie­ten und Leih­ar­beit wei­test­ge­hend zu unter­sa­gen. „Jetzt besteht die Chan­ce, die Bran­che neu zu ord­nen.“ (…) Die sei aber nur der ers­te Schritt hin zu gere­gel­ten Ver­hält­nis­sen und einem bes­se­ren Image der Bran­che. Der zwei­te kön­ne nur sein, dass die Arbeit­ge­ber Tarif­ver­trä­ge mit der NGG abschlie­ßen, um die Arbeits­be­din­gun­gen und Löh­ne der Men­schen in der Fleisch­wirt­schaft zu ver­bes­sern und ein­heit­lich zu regeln. „Zu Ver­hand­lun­gen für einen bun­des­wei­ten Tarif­ver­trag haben wir die Arbeit­ge­ber bereits auf­ge­for­dert. Nur so wer­den glei­che Spiel­re­geln für alle gel­ten kön­nen. Die­se Chan­ce soll­ten sie nicht ver­ge­ben“, sag­te Zeit­ler. Das bes­te Gesetz tau­ge aller­dings nur etwas, wenn es auch aus­rei­chend kon­trol­liert und bei Ver­stö­ßen sank­tio­niert wer­de, mahn­te der NGG-Vor­sit­zen­de. Dazu müs­se aus­rei­chend Per­so­nal zur Ver­fü­gung ste­hen.” NGG-Pres­se­mit­tei­lung „Jetzt besteht die Chan­ce, eine gan­ze Bran­che neu zu ord­nen“ vom 16. Dezem­ber 2020 externer Link als Ergeb­nis des Arbeits­schutz­kon­troll­ge­set­zes – sie­he die NGG-Son­der­sei­te externer Link und hier dazu:

  • Vor Ver­hand­lun­gen am Mon­tag, 29.3.: NGG-Gewerk­schaft droht mir lee­ren Fleisch­the­ken New
    Im Tarif­kon­flikt der Fleisch­wirt­schaft hat die Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG) mit Streiks gedroht, deren Fol­gen auch die Ver­brau­cher zu spü­ren bekom­men könn­ten. „Die aktu­el­le Lage kann sehr schnell defi­ni­tiv bis zu einem Streik eska­lie­ren“, sag­te der stell­ver­tre­ten­de NGG-Vor­sit­zen­de Fred­dy Adjan den Zei­tun­gen des Redak­ti­ons­Netz­werks Deutsch­land. „Auch die Kol­le­gen aus Polen und Rumä­ni­en sind nicht mehr bereit, Hun­ger­löh­ne zu akzep­tie­ren“, ver­si­cher­te der Gewerk­schaf­ter. Soll­te es bei den Ver­hand­lun­gen kei­ne Eini­gung geben, sei­en auch län­ge­re Streiks nicht aus­zu­schlie­ßen, warn­te Adkan. „Dann könn­te es auch lee­re Fleisch­the­ken in den Super­märk­ten geben.“ (…) Die Gefahr höhe­rer Prei­se für Fleisch und Wurst durch die gefor­der­te Tarif­er­hö­hung sieht Adjan nicht. Die Per­so­nal­kos­ten mach­ten ledig­lich zehn Pro­zent des Umsat­zes der Betrie­be aus, sag­te er. Außer­dem sei bei den Kun­den die Bereit­schaft gestie­gen, stei­gen­de Prei­se für Fleisch zu akzep­tie­ren, wenn sich dafür die Arbeits­be­din­gun­gen in den Betrie­ben ver­bes­ser­ten und auf das Tier­wohl geach­tet wer­de.” Mel­dung vom 27.03.2021 in der FAZ online externer Link – auch wenn uns die Dro­hung nicht wirk­lich tan­giert…
  • Erneut ergeb­nis­los ver­tagt Fleisch­wirt­schaft: “Arbeit­ge­ber wol­len Bil­lig­löh­ne zemen­tie­ren” 
    Das heu­te vor­ge­leg­te Ange­bot ist völ­lig indis­ku­ta­bel. Die Arbeit­ge­ber wol­len die Bil­lig­löh­ne auf Jah­re zemen­tie­ren. So kommt die Bran­che nie­mals aus der Schmud­del­ecke her­aus.” Das hat Fred­dy Adjan, stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG), im Anschluss an die heu­ti­ge zwei­te Tarif­ver­hand­lung mit der Fleisch­wirt­schaft gesagt. Die Ver­hand­lun­gen wur­den ohne Ergeb­nis ver­tagt und sol­len am 29. März 2021, vor­aus­sicht­lich erneut in Ham­burg, fort­ge­führt wer­den. (…) Die­se Tarif­ver­trä­ge sol­len vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Sozia­les für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärt wer­den. Das heißt, sie gel­ten dann für alle Beschäf­tig­ten in der Fleisch­wirt­schaft unmit­tel­bar und zwin­gend, unab­hän­gig davon, ob ein Arbeit­ge­ber tarif­ge­bun­den ist.” NGG-Pres­se­mit­tei­lung vom 16. März 2021 externer Link
  • NGG-Tarif­ver­hand­lun­gen für deut­sche Fleisch­wirt­schaft begin­nen am 11. März 2021 in Ham­burg – „Bil­lig­hei­mer haben kei­ne Chan­ce mehr“ 
    “Die deut­sche Fleisch­wirt­schaft und die Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG) haben ver­ein­bart, dass die Ver­hand­lun­gen zum Abschluss von Tarif­ver­trä­gen am 11. März 2021 in Ham­burg begin­nen. In meh­re­ren Schrit­ten sol­len Ent­gel­te und Arbeits­be­din­gun­gen tarif­lich gere­gelt wer­den. „Die Ver­hand­lun­gen wer­den nicht ein­fach, aber es ist drin­gend, dass wir mehr als 160.000 Beschäf­tig­te aus dem Tal der Trä­nen holen und für men­schen­wür­di­ge Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen sor­gen“, hat Fred­dy Adjan, stell­ver­tre­ten­der NGG-Vor­sit­zen­der gesagt. Die NGG-Tarif­kom­mis­si­on hat für einen Min­dest­lohn­ta­rif­ver­trag fol­gen­de For­de­run­gen beschlos­sen: Min­dest­lohn von 12,50 Euro pro Stun­de für alle Beschäf­tig­ten in der Schlach­tung und Ver­ar­bei­tung, ein­schließ­lich Geflü­gel, Erhö­hung des Min­dest­lohns auf 14 Euro pro Stun­de nach einer kur­zen Ein­ar­bei­tungs­zeit, Min­dest­lohn von 17 Euro pro Stun­de für Fach­ar­bei­ter. In einem wei­te­ren Tarif­ver­trag sol­len die Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen wie Arbeits­zeit, Arbeits­zeit­kon­ten, Zuschlä­ge und Urlaub gere­gelt wer­den. Die­se Tarif­ver­trä­ge sol­len für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärt wer­den. Das heißt, sie gel­ten dann für alle Beschäf­tig­ten in der Fleisch­wirt­schaft unmit­tel­bar und zwin­gend, unab­hän­gig davon, ob ein Arbeit­ge­ber tarif­ge­bun­den ist. Fred­dy Adjan: „Das Arbeits­schutz­kon­troll­ge­setz zeigt sei­ne Wir­kung. Erst­mals wird über meh­re­re Tarif­ver­trä­ge ver­han­delt. Wenn es gelingt, die­ses Paket zu schnü­ren, haben Bil­lig­hei­mer kei­ne Chan­ce mehr. Dann gibt es glei­che Spiel­re­geln für alle und eine gan­ze Bran­che kann neu geord­net wer­den.” NGG-Pres­se­mit­tei­lung vom 5. März 2021 externer Link
  • Sie­he zum Hin­ter­grund unser Dos­sier: Arbeits­schutz­kon­troll­ge­setz: Fal­len Werk­ver­trä­ge und Leih­ar­beit (lei­der nur) in der Fleisch­in­dus­trie Coro­na zum Opfer?

Der Bei­trag NGG-Tarif­run­de Fleisch­wirt­schaft 2021 erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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