[GWR:] Klimastreik!

Son­nen­schein, bun­te Schil­der, Life-Musik, kon­se­quen­te Reden und die For­de­rung nach Kli­ma­ge­rech­tig­keit haben am Frei­tag den 19.03 auch die Köl­ner Innen­stadt gefüllt.
Allein hier stan­den wir an sechs ver­schie­de­nen Orten mit ins­ge­samt 2500 Men­schen auf der Stra­ße, denn zuvor hat­ten wir als Fri­days for Future zum sieb­ten glo­ba­len Kli­ma­st­reik ins­ge­samt und zum drit­ten glo­ba­len Kli­ma­st­reik wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie auf­ge­ru­fen.
Auf­grund der anhal­ten­den Pan­de­mie haben wir in der Köl­ner Innen­stadt sechs ver­schie­de­ne Kund­ge­bun­gen mit unter­schied­li­chen the­ma­ti­schen Aus­rich­tun­gen orga­ni­siert: Ener­gie­wen­de, Ver­kehrs­wen­de, glo­ba­le Flucht­ur­sa­chen, Anti-Dis­kri­mi­nie­rung, Femi­nis­mus und Sys­tem Chan­ge. Auf die­se Wei­se haben wir gleich­zei­tig die Men­schen­men­gen aus­ein­an­der­ge­zo­gen und die gesam­te Innen­stadt genutzt, um auf­zu­zei­gen, wie inter­sek­tio­nal das The­ma „Kli­ma­kri­se“ gedacht wer­den muss. Wir sind eine Kli­ma­GE­RECH­TIG­KEITS­be­we­gung! Das bedeu­tet, dass es uns nicht nur um die Ein­spa­rung von Treib­haus­ga­sen geht, son­dern um den Auf­bau einer Gesell­schafts­form, in der alle glo­bal die glei­chen Rech­te und Chan­cen haben und in der die­je­ni­gen die Kli­ma­kri­se bezah­len, die maß­geb­lich für sie ver­ant­wort­lich sind.

Am Heu­markt haben wir uns pri­mär dem The­ma der Ver­kehrs­wen­de gewid­met. Eine Ver­kehrs­wen­de hin zu güns­ti­ge­rem ÖPNV und einer fahr­rad­freund­li­chen, auto­frei­en Innen­stadt für Köln. Eine Ver­kehrs­wen­de , die not­wen­dig ist, wenn wir das 1,5‑Grad-Ziel noch errei­chen wol­len.

Bereits vor Beginn der Kund­ge­bung haben wir die­se 1,5‑Grad-Grenze gut sicht­bar auf den Heu­markt gesetzt: „Alle für 1,5 Grad“. Unter die­sem Mot­to haben wir bun­des­weit gestreikt. Die­ses Mot­to haben wir in meter­gro­ßer Schrift mit Sprüh­krei­de auf den Heu­markt geschrie­ben.
Pünkt­lich um 12 Uhr begann unser Pro­gramm auf der gro­ßen Büh­ne gegen­über vom Rei­ter­denk­mal. Fünf­hun­dert Men­schen haben sich hier ver­sam­melt und füll­ten den gesam­ten Platz. Es war beein­dru­ckend zu sehen, wie vie­le Men­schen unter­schied­li­cher Genera­tio­nen zusam­men kamen.

„HOPE“. Der rie­si­ge Schrift­zug der Initiator*Innen der Visi­ons­werk­statt raum13 im Deut­zer Zen­tral­werk der schö­nen Küns­te, fing die vor­herr­schen­de Stim­mung in einem Wort gut ein. Denn es waren nicht nur die Frus­tra­ti­on und die Wut über eine nicht han­deln­de Poli­tik, es war ins­be­son­de­re die Hoff­nung, die uns auf die Stra­ßen trug. Der Fun­ke Hoff­nung, der aus dem Gedan­ken ent­springt, dass eine ande­re Welt mög­lich ist.
Die Stern­fahrt Köln, raum13, ver.di, die Gran­nies for Future, Ohne Kero­sin nach Ber­lin, Wald statt Asphalt und Jür­gen Becker waren nur eini­ge der Orga­ni­sa­tio­nen und Men­schen, die als Redner*Innen auf unse­rer Kund­ge­bung wäh­rend der ins­ge­samt vier Stun­den Pro­gramm spra­chen.
Eine Per­for­mance, ver­schie­de­ne Musik­bei­trä­ge, Kaba­rett, klei­ne Stra­ßen­blo­cka­den, ver­ein­zel­te Krei­de­ak­tio­nen, Info­stän­de und eine gute, inter­ak­ti­ve Stim­mung, zeich­ne­ten den Kli­ma­st­reik am Heu­markt aus.

Pau­li­ne aus dem Orga­ni­sa­ti­ons-team fass­te in ihrer Rede zusam­men, was uns auf die Stra­ße zog: „Wir wis­sen, die­ses Jahr ist wei­chen­stel­lend. Doch wir wis­sen auch: Wir kön­nen aus Kri­sen­rea­li­tä­ten aus­bre­chen. Wir sind zusam­men­ge­kom­men. Wir haben allem getrotzt, das uns eigent­lich davon abhal­ten könn­te, hier mit tau­sen­den Men­schen in Köln zu ste­hen. Wir sind da, weil wir es Regie­run­gen nicht län­ger durch­ge­hen las­sen, uns mit lee­ren Ver­spre­chen abzu­spei­sen.“
Den Abschluss der Demons­tra­ti­on mar­kier­te der Auf­tritt der Black Föös, die uns in unse­rer For­de­rung nach Kli­ma­ge­rech­tig­keit unter­stüt­zen und ein klei­nes Kon­zert bei­gesteu­ert haben.
Ja, wir waren an die­sem Frei­tag über­all in der Köl­ner Innen­stadt.

Wir brau­chen eine Ener­gie­wen­de, da der Ener­gie­sek­tor noch immer für die aller­meis­ten Treib­haus­ga­se in Deutsch­land ver­ant­wort­lich ist. Wir brau­chen eine Ver­kehrs­wen­de, nicht nur um die Emis­sio­nen zu sen­ken und die Fein­staub­be­las­tung zu ver­rin­gern, son­dern auch zum Schaf­fen einer sozia­len Stadt für alle. Wir brau­chen Femi­nis­mus, weil Frau­en* maß­geb­lich stär­ker von der Kli­ma­kri­se betrof­fen sind, und auch weil Kli­ma­ge­rech­tig­keit nicht ohne einen kon­se­quen­ten Femi­nis­mus denk­bar ist. Wir brau­chen eine kla­re anti­dis­kri­mi­nie­ren­de Linie und müs­sen immer wie­der auf­zei­gen, dass kei­ne Form der Dis­kri­mi­nie­rung tole­rier­bar ist. Wir müs­sen dar­über reden, dass die Kli­ma­kri­se eine extrem hohe Zahl an Flüch­ten­den nach sich zie­hen wird und eine ent­spre­chend soli­da­ri­sche Will­kom­mens­kul­tur ent­wi­ckeln. Und vor allem: Wir brau­chen einen Sys­tem­wan­del, um Rah­men­be­din­gun­gen auf­zu­bau­en, inner­halb derer Kli­ma­ge­rech­tig­keit mög­lich ist.

Trotz unge­wöhn­lich vie­ler Regeln, wie Abstands­pflicht und Mas­ken­pflicht, lag sie wie­der in der Luft: Die Auf­bruchs­stim­mung und die Hoff­nung von Men­schen, die zusam­men kamen, um gemein­sam aus unter­schied­lichs­ten Kon­tex­ten her­aus für Kli­ma­ge­rech­tig­keit zu kämp­fen.

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