[GWR:] Seid im Mai dabei!

Finan­zen, Haus­halt, Wohn­raum, Außen­ge­län­de, Arbeit, Mobi­li­tät, Ernäh­rung, Selbst­ver­wirk­li­chung, Gesund­heit, Ver­sor­gung, Ent­wick­lung – Berei­che des All­tags eines jeden Men­schen. So grund­le­gend sie uns alle ver­bin­den, so anony­mi­siert und pri­vat sind die­se Berei­che unse­res Lebens jedoch auch. Eine Per­son oder eine Fami­lie, ein Auto, ein Ein­kauf, viel Eigen­tum, vie­le Wege, viel Ver­sor­gung, viel Arbeit und Sor­ge auf weni­gen Schul­tern. Funk­tio­nie­ren (müs­sen) in einer schnell­le­bi­gen, ver­ein­zeln­den Gesell­schaft. Ein Hams­ter­rad von Ver­ant­wor­tun­gen, Ängs­ten und Schuld­ge­fühl geprägt, in wel­chem sich (die meis­ten) Men­schen wie­der­fin­den.
Viel­leicht klingt das düs­ter, pes­si­mis­tisch und über­trie­ben. Arbeits‑, Sozi­al- und Umwelt­po­li­tik neh­men Ein­fluss auf das All­tags­ge­sche­hen sowie das Kon­sum­ver­hal­ten. Es sind jene Fak­to­ren anhand derer ein­zel­ne Men­schen ihren Unmut mit dem eige­nen sys­tem­kon­for­men Leben und ihre Teil­ha­be an struk­tu­rel­ler Fremd­be­stim­mung fest­stel­len. Blei­ben jene Nöte uner­kannt, mün­den sie in Miss­trau­en, Skep­sis, unge­leb­ter Ver­letz­lich­keit, dem Fest­hal­ten an Gewohn­hei­ten oder einer end­lo­sen Suche nach näh­ren­der und bedin­gungs­lo­ser Zuge­hö­rig­keit. Erkann­te Bedürf­nis­se kön­nen jedoch eine Moti­va­ti­on dar­stel­len, um in den Aus­tausch zu tre­ten, Bünd­nis­se zu schaf­fen und gemein­sa­me Lösun­gen zur All­tags­ent­las­tung zu ent­wer­fen.

Eine Ant­wort kann das Kon­zept Kom­mu­ne sein. Kom­mu­nen – ich mei­ne hier eman­zi­pa­to­ri­sche Kom­mu­nen, kei­ne rech­ten oder eso­te­ri­schen Gemein­schaf­ten – sind klei­ne und gro­ße Ban­den, wel­che sich zumeist the­men­spe­zi­fisch soli­da­ri­sie­ren, in ihrem Ver­bund kon­sen­su­ell, also gemein­sam, Ent­schei­dun­gen tref­fen, ihre Res­sour­cen – sowohl zeit­li­che, kör­per­li­che und per­sön­li­che, als auch räum­li­che, mate­ri­el­le und finan­zi­el­le – tei­len, damit ihr Ver­trau­en schu­len und Selbst­be­stim­mung, Gewalt­lo­sig­keit und Hier­ar­chie­frei­heit anstre­ben. Der liber­tä­re Kern­ge­dan­ke, eint alle Gemein­schaf­ten, dem Neo­li­be­ra­lis­mus und sei­nen Fol­gen zum Trotz. Die Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten ent­wi­ckeln sich dabei ste­tig aus der Grup­pe. Wäh­rend eini­ge Kom­mu­nen ein­fach einen guten Ort zum Sein schaf­fen möch­ten, wir­ken ande­re aktiv in Polit­dis­kus­sio­nen mit, rund um The­men wie Femi­nis­mus, Anti­dis­kri­mi­nie­rung jeg­li­cher Form, Ent­eig­nung pri­va­ti­sier­ter Flä­chen, Kli­ma­ge­rech­tig­keit, selbst­be­stimm­te Arbeit und und und. Die Viel­falt der Pro­jek­te ist beson­ders sicht­bar bei Durch­fors­tung von bestehen­den Netz­wer­ken, wie der Kom­mu­ja (www​.kom​mu​ja​.de). Kom­mu­nen teils nah bei­ein­an­der und ein­an­der bekannt, teils fern gele­gen und sich fremd, ver­bin­den sich über das Netz­werk und unter­stüt­zen sich gegen­sei­tig bei geplan­ten poli­ti­schen Aktio­nen, beim Aus­tausch von Wis­sen, beim Tei­len von Res­sour­cen und bei finan­zi­el­len Anlie­gen. Ein Sicher­heits­netz, gestrickt aus gro­ßen Visio­nen und der Bereit­schaft zum wider­stän­di­gen Lebens.
Für Men­schen, wel­che noch kei­ne Berüh­rung mit jenen Mög­lich­kei­ten des Zusam­men­le­bens hat­ten, besteht die Mög­lich­keit, an der aus dem Kom­mu­ja-Netz­werk ent­stan­de­nen, selbst­or­ga­ni­sier­ten und die­ses Jahr online statt­fin­den­den Kom­mu­ne-Info-Tour teil­zu­neh­men. Wir laden ein, Fra­gen rund um das Kon­sens-Prin­zip, die gemein­sa­me Öko­no­mie, gelin­gen­de Netz­werk­ar­beit und zum Wan­del der Gesell­schaft zu klä­ren und zu dis­ku­tie­ren sowie Unsi­cher­hei­ten auf­zu­räu­men und Neu­gier zu stil­len. Nähe­re Infor­ma­tio­nen zur Kom­mu­ne-Info-Tour am 22. und 23. Mai 2021, sind auf der Web­site www​.in​-kom​mu​ne​-leben​.de zugäng­lich.

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