[KgK:] Aufruf und Solidaritätserklärung der ver.di-Betriebsgruppe zu „Deutsche Wohnen & Co enteignen“!

Solidaritätserklärung der ver.di-Betriebsgruppe der FU

Wohn­raum in Ber­lin und bun­des­weit ist dort, wo pro­fit­ori­en­tier­te Immo­bi­li­en­un­ter­neh­men Miet­stei­ge­run­gen ins Uner­mess­li­che trei­ben, unbe­zahl­bar gewor­den. Betrof­fen sind auch vie­le Beschäf­tig­te der FU Ber­lin, die sich eine Woh­nung in der Nähe ihres Arbeits­plat­zes oft nicht leis­ten kön­nen und wei­te Stre­cken zurück­le­gen müs­sen, um zu ihrem Arbeits­platz zu gelan­gen.

Auch Stu­die­ren­de der FU fin­den kaum noch Wohn­raum. Klei­ne Woh­nun­gen sind über­teu­ert. Auf Plät­ze in Stu­die­ren­den­wohn­hei­men müs­sen sie bis zu andert­halb Jah­re war­ten. Sie müs­sen in Hos­tels über­nach­ten um auf eine Woh­nung zu war­ten.

Die Woh­nung zu wech­seln und in die Nähe der Uni umzu­zie­hen, ist für vie­le Beschäf­tig­te und Stu­die­ren­de aus finan­zi­el­len Grün­den nicht mach­bar. Im Ergeb­nis müs­sen tau­sen­de Beschäf­tig­te und Stu­die­ren­de täg­li­che Anfahrts­we­ge quer durch die Stadt in Kauf neh­men. Das Ergeb­nis sind über­füll­te Züge und Stadt­au­to­bah­nen, mit desas­trö­sen öko­lo­gi­schen Fol­gen.

Ein Blick in die Ver­gan­gen­heit zeigt, wie es soweit kom­men konn­te: Der Ber­li­ner Senat hat um die Jahr­tau­send­wen­de Regu­lie­rungs­mög­lich­kei­ten aus der Hand gege­ben, indem er Sozi­al­woh­nun­gen an Finanz­in­ves­to­ren ver­kauf­te. Von 482.000 Woh­nun­gen in Ost- und West-Ber­lin waren 2005 nur noch 273.000 Woh­nun­gen übrig. Es ist längst an der Zeit, dass der Senat die­se fehl­ge­lei­te­te Poli­tik der Pri­va­ti­sie­rung kom­mu­na­ler Woh­nungs­be­stän­de kor­ri­giert und sei­ner gesetz­lich ver­an­ker­ten Pflicht zur sozia­len Daseins­für­sor­ge nach­kommt! Regie­ren kann man nicht out­sour­cen! Die Ent­eig­nung der pro­fit­ori­en­tier­ten, gro­ßen Immo­bi­li­en­un­ter­neh­men ist der rich­ti­ge Schritt hin zu einer sozia­len Woh­nungs­po­li­tik.

Mie­ten und Löh­ne sind nur Kehr­sei­ten einer Medail­le: Ihrer eige­nen aus­beu­te­ri­schen Logik fol­gend, sind die, die hohe Mie­ten ver­lan­gen meist auch die, die schlech­te Löh­ne zah­len. So ist es kein Zufall, dass keins der gro­ßen Immo­bi­li­en­un­ter­neh­men, das ver­ge­sell­schaf­tet wer­den soll, tarif­ge­bun­den ist. Zu unse­rer For­de­rung gehört des­halb auch die Rekom­mu­na­li­sie­rung* der Stel­len bei den Immo­bi­li­en­un­ter­neh­men und die voll­stän­di­ge Über­nah­me aller Beschäf­tig­ten in den Flä­chen­ta­rif­ver­trag der Woh­nungs­wirt­schaft.

Soli­da­ri­sche Grü­ße

ver.di-Betriebsgruppe

*Mit Rekom­mu­na­li­sie­rung wer­den Pro­zes­se bezeich­net, in denen eine Pri­va­ti­sie­rung zuvor öffent­lich-recht­li­cher Auf­ga­ben und Ver­mö­gen wie­der rück­gän­gig gemacht wird und die­se erneut in kom­mu­na­le Trä­ger­schaft über­ge­hen.

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