[KgK:] Online-Vollversammlung an der Freien Universität: 300 Studierende und Beschäftigte gegen die Krise, für Enteignungen und Mobilisierungen

Welt­weit sind Stu­die­ren­de und Beschäf­tig­te von den Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie und der Wirt­schafts­kri­se hart betrof­fen. In Deutsch­land haben nach offi­zi­el­len Zah­len 480.000 Men­schen ihre Jobs ver­lo­ren, dar­un­ter auch vie­le Stu­die­ren­de, die auf Neben­jobs ange­wie­sen sind. Gleich­zei­tig sieht man die Aus­wir­kun­gen der dras­ti­schen Kür­zungs­po­li­tik der Regie­rung im Gesund­heits­sys­tem und der Pro­fit­ori­en­tie­rung in Kran­ken­häu­sern in der unzu­rei­chen­den Gesund­heits­ver­sor­gung in der Pan­de­mie.

Wäh­rend die Bun­des- und Lan­des­re­gie­run­gen (auch die Rot-Rot-Grü­nen Regie­run­gen in Ber­lin, Bre­men und Thü­rin­gen) eine Kri­sen­po­li­tik im Inter­es­se der Rei­chen und Kapitalist:innen durch­set­zen, indem sie Mil­li­ar­den von Euro an Staats­hil­fen in die Taschen der Groß­ak­tio­nä­re pum­pen, wird an der Kür­zungs­po­li­tik in Bil­dung und Gesund­heit wei­ter fest­ge­hal­ten. Nicht zuletzt wur­de ange­kün­digt, dass die Bay­ri­sche Regie­rung die Hoch­schu­len pri­va­ti­sie­ren will – ein wei­te­rer Schlag gegen die Stu­die­ren­de und Beschäf­tig­te, der eine Vor­ankün­di­gung von neu­en bun­des­wei­ten neo­li­be­ra­len Refor­men sein dürf­te.

Auch in der Pan­de­mie­po­li­tik der Bun­des­re­gie­rung und der Län­der wur­den Schu­len und Hoch­schu­len völ­lig ver­nach­läs­sigt. Die Schu­len stan­den immer wie­der im Fokus der natio­na­len Debat­te, jedoch wer­den Leh­ren­de und Ler­nen­de ohne jeg­li­che Inves­ti­ti­on und ernst­haf­te Maß­nah­men voll­kom­men im Stich gelas­sen. Die Hoch­schu­len befin­den sich seit über einem Jahr in der Online-Leh­re, was zu vie­len schwe­ren Pro­ble­men bei Stu­die­ren­den und Leh­ren­den führt. Doch über eine Öff­nungs­per­spek­ti­ve wird hier noch nicht ein­mal dis­ku­tiert.

In die­sem Kon­text fand die ers­te Online-Voll­ver­samm­lung an der Frei­en Uni­ver­si­tät Ber­lin statt. Dass sich 300 Stu­die­ren­de und Beschäf­tig­te an der Voll­ver­samm­lung betei­ligt haben und wei­te­re Aktio­nen sowie Ver­samm­lun­gen orga­ni­sie­ren wol­len, zeigt einer­seits die Wut über die Regie­rungs­po­li­tik und weist ande­rer­seits auf das Poten­zi­al hin, aus den Uni­ver­si­tä­ten her­aus zu einer Bewe­gung gegen die Kri­se und der Regie­rung im Bünd­nis mit den Arbeiter:innen bei­zu­tra­gen.

Die Ver­samm­lung wur­de mit meh­re­ren Gruß­bot­schaf­ten eröff­net. Es kam inter­na­tio­na­le Soli­da­ri­tät von Stu­die­ren­den der Boga­zi­ci-Uni­ver­si­tät, die gegen die anti­de­mo­kra­ti­schen Angrif­fe der tür­ki­schen Regie­run­gen kämp­fen. Ein Kol­le­ge vom Bünd­nis Gesund­heit ohne Pro­fi­te kün­dig­te in einem Rede­bei­trag, der viel Unter­stüt­zung erhielt, eine neue Ber­li­ner Kran­ken­haus-Bewe­gung an. Eben­falls mit dabei waren Stu­die­ren­de aus dem Münch­ner Komi­tee gegen die Hoch­schul­re­form, Liam und Viva von Klas­se Gegen Klas­se Cam­pus, die von ihrem Kampf berich­tet und auf die Not­wen­dig­keit einer bun­des­wei­ten Stu­die­ren­den­be­we­gung auf­merk­sam gemacht haben.

Ein Wirtschaftslockdown, der von den Kapitalist:innen finanziert wird, um die Pandemie zu bekämpfen

Die ers­te Reso­lu­ti­on auf der Voll­ver­samm­lung kam von KGK Cam­pus und MSB Ber­lin, die meh­re­re For­de­run­gen an die Bun­des- und Lan­des­re­gie­run­gen und die Uni­ver­si­täts­lei­tun­gen stell­ten. Rober­to, der die Reso­lu­ti­on vor­stell­te, mach­te die fol­gen­de Fest­stel­lung:

Die Kos­ten der Kri­se wer­den uns auf­ge­bürgt: Die Armut und Pre­ka­ri­sie­rung sind dras­tisch ange­stie­gen, wäh­rend Kon­zer­ne wie Luft­han­sa Mil­li­ar­den an Gel­dern bekom­men haben. Die Schuld für das anhal­ten­de Pan­de­mie­ge­sche­hen wird indi­vi­dua­li­siert. So geht es nicht wei­ter! Mit unse­ren For­de­run­gen wol­len wir ein star­kes Zei­chen des Wider­stands set­zen.

Die Voll­ver­samm­lung stimm­te im Anschluss mit einer gro­ßer Mehr­heit von 74 von ins­ge­samt 95 ein­ge­gan­ge­nen Stim­men (3 dage­gen und 18 Ent­hal­tun­gen) für fol­gen­de For­de­run­gen:

1.Durchsetzung eines Wirt­schafts­lock­downs, der nicht-essen­ti­el­len
Sek­to­ren und Betrie­ben unter vol­lem Lohn­aus­gleich und Kün­di­gungs­schutz,
finan­ziert durch Ver­mö­gens­ab­ga­ben und Besteue­rung der Unter­neh­mens­ge­win­ne.
Ver­staat­li­chung aller Kran­ken­häu­ser und Labo­re, der Phar­ma­kon­zer­ne und der
Impf­stoff­pro­duk­ti­on für eine effi­zi­en­te Bekämp­fung der Pan­de­mie, damit wir
die Uni­ver­si­tä­ten so schnell wie mög­lich öff­nen und die Pan­de­mie besie­gen
kön­nen.

2. Siche­re Öff­nung der Biblio­the­ken und Lern­or­te mit kla­rem Hygie­nekon­zept

3. Bereit­stel­lung regel­mä­ßi­ger Coro­na­tests und kos­ten­lo­ser FFP2 Mas­ken für
alle Uni­ver­si­täts­an­ge­hö­ri­gen

4. Sofor­ti­ge Aus­set­zung aller Prü­fungs­leis­tun­gen. Kein Coro­na­se­mes­ter darf
zur Regel­stu­di­en­zeit hin­zu­ge­rech­net wer­den. Für die Gewähr­leis­tung der
Teil­nah­me an den Online-Kur­sen, sol­len tech­ni­sche Gerä­te für alle, die sie
brau­chen zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Damit die Dozie­ren­den ihre Leh­re
adäquat auf digi­ta­le For­ma­te umstel­len kön­nen sol­len Schu­lungs­an­ge­bo­te für
alle Lehr­kräf­te orga­ni­siert wer­den.

5. Aus­bau der Betreu­ungs­an­ge­bo­te für alle Stu­die­ren­den und Beschäf­tig­ten
mit Kind

6. 68 % der Stu­die­ren­den waren auf Neben­jobs für die Finan­zie­rung ihres
Stu­di­ums ange­wie­sen, von denen vie­le weg­ge­fal­len sind. Wir for­dern den
Erhalt aller Arbeits­plät­ze wäh­rend der Pan­de­mie bei gleich­zei­ti­ger
kom­plet­ter Lohn­fort­zah­lung, die von den Bos­sen und Kapitalist:innen
finan­ziert wer­den.

7. Für sofor­ti­ge, zins­freie und bedin­gungs­lo­se finan­zi­el­le Hil­fe für
Stu­die­ren­de. Für ein ein­kom­mens­un­ab­hän­gi­ges BAföG für alle Stu­die­ren­den.
Bedin­gungs­lo­ses Bafög ohne Rück­zah­lung für alle in Höhe von 1.500€. Die
Gel­der dafür sol­len durch die Ein­füh­rung einer Steu­er auf hohe Ein­kom­men
und Ver­mö­gen finan­ziert wer­den.

8. Stun­dung der Mie­ten und Ver­bot von Zwangs­räu­mun­gen im Stu­die­ren­den­werk,
Bereit­stel­lung der lee­ren Vil­len der FU für woh­nungs­su­chen­de Stu­die­ren­de,
Obdach­lo­se und Geflüch­te­te

9. Für eine demo­kra­ti­sche Uni! Wir wol­len eine von Stu­die­ren­den und
Beschäf­tig­ten selbst­ver­wal­te­te Uni, die basis­de­mo­kra­tisch durch
Voll­ver­samm­lun­gen orga­ni­siert und nicht von einer Hand voll
Professor*innen bestimmt wird. Wir for­dern, dass alle Füh­rungs­gre­mi­en der
Uni­ver­si­tät mit dem Ver­hält­nis, eine Per­son, eine Stim­me gewählt wer­den,
sodass alle Sta­tus­grup­pen, je nach ihrer Grö­ße an poli­ti­schen
Ent­schei­dun­gen betei­ligt wer­den und ihre Arbeits‑, Lehr- und
Lern­be­din­gun­gen selbst bestim­men.

Es ist ein gro­ßer Erfolg, dass eine Voll­ver­samm­lung die­se For­de­run­gen beschlos­sen hat und damit eine Vor­rei­ter­rol­le im Kampf gegen die Kri­se und der Pan­de­mie spielt, da die­se For­de­run­gen die Inter­es­sen der Regie­rung und der Kon­zer­ne angrei­fen.

Die­se For­de­run­gen wer­den die Regie­run­gen und die Uni­ver­si­täts­lei­tung nicht ein­fach so durch­set­zen. Wäh­rend der Pan­de­mie haben wir gese­hen, dass Appel­le oder Hoff­nun­gen auf ver­meint­lich fort­schritt­li­che Regie­run­gen wie den Rot-Rot-Grü­nen Senat uns nicht hel­fen. Als KGK Cam­pus glau­ben wir, dass wir für die Durch­set­zung der beschlos­se­nen For­de­run­gen gro­ße Mobi­li­sie­run­gen, Aktio­nen und Arbeits­nie­der­le­gun­gen von Stu­die­ren­den und
Arbeiter:innen brau­chen, die die ver­schie­de­nen Sek­to­ren mit­ein­an­der ver­bin­den.

Am 1. Mai fin­den in Ber­lin zwei Demons­tra­tio­nen statt, bei denen wir als Stu­die­ren­de und Beschäf­tig­te mit For­de­run­gen, die wir auf der Voll­ver­samm­lung beschlos­sen haben, Blö­cke bil­den, und gemein­sam mit Kran­ken­haus­be­schäf­tig­ten, Arbeiter:innen ande­rer Sek­to­ren, Gewerkschafter:innen sowie anti­ras­sisi­schen Initia­ti­ven gegen die Kri­se demons­trie­ren. Dabei müs­sen wir die DGB-Gewerk­schaf­ten und alle Stu­die­ren­den­ver­tre­tun­gen dazu auf­ru­fen, in den kom­men­den Wochen und Mona­ten Aktio­nen gegen die Kri­se, sowie zur Betei­li­gung an Mobi­li­sie­run­gen zum 1. Mai auf­zu­ru­fen.

Deutsche Wohnen Enteignen – entschädigungslos.

Die Hoch­schul­grup­pe der Kam­pa­gne “Deut­sche Woh­nen und Co. ent­eig­nen!” for­der­te in ihren Reso­lu­tio­nen die Unter­stüt­zung der Kam­pa­gne von Sei­ten der Uni­ver­si­tät. Sie beton­ten, dass die Fra­ge nach Wohn­raum eine ist, die Stu­die­ren­de auf­grund von Job­ver­lus­ten und pre­kä­ren Wohn­si­tua­tio­nen beson­ders belas­tet, zumal von ihnen aktu­ell ein Stu­di­um aus dem Home­of­fice ver­langt wird.

Mit­tels der Reso­lu­tio­nen for­dert die VV, dass in den Semi­na­ren, Vor­le­sun­gen und sämt­li­chen Räum­lich­kei­ten der FU Unter­schrif­ten für das Volks­be­geh­ren gesam­melt wer­den dür­fen. Auf­grund der enor­men Trag­wei­te des Volks­be­geh­rens für Ber­li­ner Stu­die­ren­de und der hoch­schul­po­li­ti­schen Rele­vanz, bit­tet die Voll­ver­samm­lung den AStA FU nach­drück­lich dar­um, den Ver­tei­ler des AStA zu nut­zen, um alle Stu­die­ren­den der FU über das Volks­be­geh­ren, ihre Mög­lich­kei­ten der Par­ti­zi­pa­ti­on und den Beschluss der Voll­ver­samm­lung zu infor­mie­ren.

Als Klas­se Gegen Klas­se brach­ten wir einen ergän­zen­den Ände­rungs­an­trag ein, der die Reso­lu­ti­on um die For­de­rung nach ent­schä­di­gungs­lo­ser Ent­eig­nung ergänz­te.

Tama­ra beton­te, dass Immo­bi­li­en­kon­zer­ne wie Deut­sche Woh­nen in den letz­ten Jah­ren klar bewie­sen haben, dass sie mit unse­rem Grund­be­dürf­nis nach Woh­nen nicht nur Pro­fi­te in Mil­li­ar­den­hö­he erzielt haben, son­dern auch an allen Ecken und Enden gespart haben. Zahl­lo­se Mieter:innen der Deut­sche Woh­nen berich­ten von man­gel­haf­ter Sanie­rung, von Hei­zun­gen, die im Win­ter aus­fal­len und Was­ser­rohr­brü­chen, um die sich kei­ner küm­mert. Deut­sche Woh­nen ver­sagt als Haus­ver­wal­tung, weil es ihnen nicht um das Wohl der Mieter:innen, son­dern nur um den eige­nen Pro­fit geht. Wir for­der­ten des­halb, dass die­sen rück­sichts­lo­sen Kon­zer­nen kein wei­te­rer Cent für ihre “Diens­te” erstat­tet wer­den soll.

Ände­rungs­an­trag: “Die Voll­ver­samm­lung ruft dazu auf, dass die Ent­eig­nun­gen ent­schä­di­gungs­los, getä­tigt wer­den müs­sen, um das Geld in die Gesund­heit, Bil­dung und Woh­nungs­bau zu inves­tie­ren. Die Groß­ak­tio­nä­re und Immo­bi­li­en­un­ter­neh­men haben bereits Mil­li­ar­den Euro Ver­mö­gen aus über­teu­er­ten Miet­ein­nah­men akku­mu­liert. Es sind die Mieter:innen und Berliner:innen, die ent­schä­digt wer­den müs­sen.”

Unser Ände­rungs­an­trag wur­de mit einer knap­pen Mehr­heit ange­nom­men. Die geän­der­ten Reso­lu­tio­nen zu DWE wur­den anschlie­ßend mit einer gro­ßen Mehr­heit ange­nom­men. Damit steht die Stu­die­ren­den­schaft der FU hin­ter der Kam­pa­gne und unter­stützt die­se, spricht sich aber dar­über hin­aus kol­lek­tiv gegen eine Ent­schä­di­gung der Immo­bi­li­en­kon­zer­ne aus.

Um die­sen Reso­lu­tio­nen nach­zu­kom­men, müs­sen die Stu­die­ren­den nun über die Voll­ver­samm­lung hin­aus für die Kam­pa­gne mobi­li­sie­ren und sich an der Unter­schrif­ten­samm­lung betei­li­gen. Alle Stu­die­ren­den müs­sen sich gemein­sam die Fra­ge der Orga­ni­sa­ti­on stel­len. Eine Mög­lich­keit hier­für ist die Teil­nah­me an den Demons­tra­tio­nen am 1. Mai. Tei­le der DWE pla­nen für die Demo einen gemein­sa­men Block der Kam­pa­gne, an dem sich Stu­die­ren­de aktiv betei­li­gen sol­len. So kann den Reso­lu­tio­nen nach­ge­gan­gen wer­den und eine Mobi­li­sie­rung und Unter­stüt­zung von DWE ermög­licht wer­den.

Für die Einheit der Studierenden und Arbeiter:innen gegen die Krise!

Stu­die­ren­de sind jedoch nicht die ein­zi­gen, die von den Pro­ble­men die­ser Kri­se betrof­fen sind. Sie stel­len nur den Bruch­teil der Men­schen, die aktu­ell unter den neo­li­be­ra­len Angrif­fen der Wirt­schaft und den Coro­na-Maß­nah­men der Bun­des­re­gie­rung lei­den. Die­se Rea­li­tät wur­de beson­ders in der Betei­li­gung der Ver.di Betriebs­grup­pe FU Ber­lin sowie von Per­so­nal­rats­mit­glie­dern und den Beschäf­tig­ten des Bota­ni­schen Gar­tens deut­lich.

Aktu­ell ver­sucht der Wis­sen­schafts­se­nat über die Novel­le des Ber­li­ner Hoch­schul­ge­set­zes den Per­so­nal­rat des Bota­ni­schen Gar­tens abzu­schaf­fen, was einen star­ken Angriff auf die Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on und Kom­pe­ten­zen der Mitarbeiter:innen bedeu­tet. Sie selbst wis­sen durch lang­jäh­ri­ge Erfah­rung am Bes­ten, wie sie einen rei­bungs­lo­sen Ablauf im Bota­ni­schen Gar­ten ermög­li­chen kön­nen.

Mit den Reso­lu­tio­nen der Beschäf­tig­ten soll die VV die Freie Uni­ver­si­tät Ber­lin, den Regie­ren­den Bür­ger­meis­ter Micha­el Mül­ler, sowie den zustän­di­gen Staats­se­kre­tär Stef­fen Krach dazu auf­for­dern, die Dienst­stel­len­ei­gen­schaft des Bota­ni­schen Gar­tens und Bota­ni­schen Muse­ums Ber­lin und des­sen Per­so­nal­rat zu erhal­ten statt zu bekämp­fen.

Die Teilnehmer:innen der Stu­die­ren­den­voll­ver­samm­lung beschlie­ßen, alle zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mög­lich­kei­ten zu nut­zen, das Vor­ha­ben des Ber­li­ner Wis­sen­schafts­se­nats und des FU Prä­si­di­ums, die Dienst­stel­len­ei­gen­schaft auf­zu­lö­sen und den Per­so­nal­rat auf­zu­lö­sen, im Super­wahl­jahr an allen Uni­ver­si­tä­ten Ber­lins und dar­über hin­aus bekannt zu machen!

Auch die­se Reso­lu­ti­on wur­de von der VV ange­nom­men. In die­ser Zustim­mung bekennt sich die VV zum gemein­sa­men Kampf von Stu­die­ren­den und Beschäf­tig­ten, die sich gemein­sam gegen die Angrif­fe weh­ren. In die­ser Ein­heit kann ein gemein­sa­me Kampf mit­tels Demons­tra­tio­nen und Arbeits­nie­der­le­gun­gen eine Kraft bewir­ken, wel­che für die ein­zel­nen Sek­to­ren allei­ne nicht mög­lich wäre.

Wei­te­re For­de­run­gen, die bezüg­lich der Situa­ti­on der Beschäf­tig­ten beschlos­sen wur­den:

– Ein­glie­de­rung aller Toch­ter­un­ter­neh­men zurück an die FU und Tarif­lohn für alle!
– Ent­fris­tung aller Ver­trä­ge! Mehr Per­so­nal und Fest­an­stel­lung im Mit­tel­bau, sowie für alle Beschäf­tig­ten der Uni­ver­si­tät!
– Coro­na-Prä­mi­en für alle Beschäf­tig­ten, Aus­stat­tung für Home­of­fice sowie alle wei­te­ren not­wen­di­gen Mit­tel für bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen!

Eben­falls soli­da­ri­sier­te sich die Voll­ver­samm­lung mit der Ber­li­ner Kran­ken­haus Bewe­gung und allen Kran­ken­haus­be­schäf­tig­ten, die an vor­des­te Rei­he gegen die Pan­de­mie und Kür­zungs­po­li­ti­ken der Regie­rung kämp­fen und rief die Stu­die­ren­de und Beschäf­tig­te dazu auf, sich zu der Stadt­ver­samm­lung am 21.04 zu betei­li­gen, um die Kolleg:innen zu unter­stüt­zen. Am Anfang der Ver­samm­lung rede­te auch der Kol­le­ge David aus der neu gegrün­de­ten Ber­li­ner Kran­ken­haus Bewe­gung und dem Bünd­nis “Gesund­heit ohne Pro­fi­te Ber­lin” und rich­te­te einen Gruß­bot­schaft an die Stu­die­ren­den und Beschäf­tig­ten und for­der­te unter ande­rem die Ein­glie­de­rung aller out­ge­sourc­ten Toch­ter­un­ter­neh­men des Lan­des Ber­lin sowie mehr Per­so­nal und bes­se­re Ent­loh­nung.

So for­miert sich die Alli­anz zwi­schen den Stu­die­ren­den und der Arbeiter:innenklasse neu, die eine trei­ben­de Kraft für den Kampf gegen die Kri­se wer­den kann.

Für eine zweite Vollversammlung und Heraus zum 1.Mai!

Die Voll­ver­samm­lung an der FU Ber­lin, die die ers­te Online-Voll­ver­samm­lung an einer Hoch­schu­le in Ber­lin war, hat­te den Anspruch, For­de­run­gen an das Prä­si­di­um der Uni­ver­si­tät, den Ber­li­ner Senat und die Bun­des­re­gie­rung zu stel­len. Sie kam durch die Initia­ti­ve unter­schied­li­cher Hoch­schul­grup­pen und Fach­schafts­in­itia­ti­ven zustat­ten, dar­un­ter KGK Cam­pus, AStA FU und der MSB.

Obwohl die Linke.SDS im Vor­feld an Dis­kus­sio­nen betei­ligt war, waren sie auf der Voll­ver­samm­lung lei­der nicht sicht­bar. Als die Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on einer Regie­rungs­par­tei hät­ten sie jedoch die Ver­ant­wor­tung, die Voll­ver­samm­lung vor­an­zu­trei­ben, wenn sie sich ernst­haft gegen die Poli­tik ihrer eige­nen Par­tei in Ber­lin stel­len wol­len. Das beweist ein­mal mehr, dass wir uns für funk­tio­nie­ren­de Ant­wor­ten und die Bekämp­fung der Coro­na-Pan­de­mie nach unse­ren Bedürf­nis­sen selbst orga­ni­sie­ren müs­sen. Gemein­sam als Stu­die­ren­de und Beschäf­tig­te kön­nen wir dort Stra­te­gien ent­wi­ckeln, wo Regie­rungs­par­tei­en ver­sa­gen.

Die VV an der FU war ein ers­ter und wich­ti­ger Schritt. Jedoch sind trotz der vier­stün­di­gen Dis­kus­si­on vie­le The­men und Fra­gen offen geblie­ben. Des­halb plant die VV und das Orga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tee eine wei­te­re VV, die direkt dort anknüp­fen soll. Schon ges­tern sam­mel­ten sich mehr als 60 Leu­te in der Tele­gram-Grup­pe, die sich mit der wei­te­ren Umset­zung der Reso­lu­tio­nen und der Ver­net­zung für die zwei­te VV aus­ein­an­der­set­zen wird. Wenn du auch an der FU stu­dierst, kannst du unter die­sem Link der Grup­pe bei­tre­ten: https://t.me/joinchat/MWdzFwBSok03ZGFi

Wie die Voll­ver­samm­lung in der Reso­lu­ti­on über DWE beschlos­sen hat, exis­tiert am 1. Mai die Mög­lich­keit gemein­sam mit allen Kräf­ten, die heu­te gegen die Kri­se und der Regie­rung kämp­fen auf die Stra­ße zu gehen. Sowohl auf der 11 Uhr Demons­tra­ti­on (Start­punkt Alex­an­der­platz), als auch auf der Revo­lu­tio­nä­ren Ers­ten Mai Demons­tra­ti­on um 18 Uhr (Start­punkt Her­mann­platz) soll­ten wir als Stu­die­ren­de und Beschäf­tig­te der FU Ber­lin eige­ne Blö­cke bil­den, auf dem wir mit den For­de­run­gen lau­fen, die wir auf der Voll­ver­samm­lung beschlos­sen haben. Eben­falls wer­den Tei­le der DW-Ent­eig­nen Kam­pa­gne für die Demons­tra­tio­nen mobi­li­sie­ren und einen “Ent­eig­nungs­block” bil­den, an dem wir uns als Voll­ver­samm­lung der FU Ber­lin anschlie­ßen wer­den. Wir schla­gen allen Inter­es­sier­ten vor, gemein­sam auf den Tref­fen des Orga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tees für die VV einen Mobi­li­sie­rungs­plan für den 1.Mai dis­ku­tie­ren.

Als KGK Cam­pus ver­tre­ten wir die Per­spek­ti­ve, dass der Kampf gegen die Kri­se über die Uni­ver­si­tät hin­aus gehen muss und wir für wirk­li­che Ver­än­de­run­gen eine ver­ein­te Kampf­per­spek­ti­ve der Jugend und der Arbeiter:innenklasse brau­chen, um uns unab­hän­gig von refor­mis­ti­sche Füh­run­gen und der Gewerk­schafts­bü­ro­kra­tie für die Orga­ni­sie­rung von Streiks und Groß­de­mons­tra­tio­nen ein­zu­set­zen. Nur so kön­nen wir gemein­sam gegen die Regie­rung und ihr Kri­sen­ma­nage­ment und für eine sozia­lis­ti­sche Gesell­schaft, frei von Aus­beu­tung und Unter­drü­ckung, kämp­fen.

Um das zu errei­chen, müs­sen wir uns aus­tau­schen, ver­net­zen und orga­ni­sie­ren. Des­halb ver­an­stal­ten wir mor­gen, am Frei­tag den 09. April, ein offe­nes KGK Cam­pus Tref­fen. Wir wol­len uns gemein­sam mit inter­es­sier­ten Kommiliton:innen, Freund:innen und Kolleg:innen über die The­men aus­tau­schen, die auch in der VV auf­ge­kom­men sind. Die­se sind unter ande­rem die Umset­zung einer ent­schä­di­gungs­lo­sen Ent­eig­nung von DW, die Mobi­li­sie­rung für den 1. Mai und unse­ren gemein­sa­men Kampf als Arbeiter:innenklasse, als Ein­heit von Beschäf­tig­ten und Stu­die­ren­den.

Orga­ni­sier auch du dich mit uns!

Offe­nes Tref­fen von KGK Cam­pus
Frei­tag, 9. April, 18 Uhr

Beim offe­nes Cam­pus-Tref­fen wol­len wir dis­ku­tie­ren, wel­che Ant­wor­ten wir als Stu­die­ren­de brau­chen, damit wir nicht wei­ter unter Prü­fungs­stress, psy­chi­scher Belas­tung, hohen Mie­ten und pre­kä­ren Jobs lei­den müs­sen. Beim Tref­fen wol­len wir auch beson­ders über die Kam­pa­gne zur Ent­eig­nung von Deut­sche Woh­nen & Co und unse­rer Posi­ti­on der ent­schä­di­gungs­lo­sen Ent­eig­nung mit euch dis­ku­tie­ren, sowie den Vor­schlag als Stu­die­ren­de und Beschäf­tig­te der Uni­ver­si­tä­ten für eine klas­sen­kämp­fe­ri­sche Per­spek­ti­ve am 1.Mai zu demons­trie­ren.

Ruf uns an oder sen­de uns eine Whats­App- oder Tele­gram-Nach­richt: 015129749527

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