[perspektive:] „Beendet die Vergewaltigungskultur in der UK!“ – 14.000 teilen erlebte sexualisierte Gewalt

Der April ist „Monat zur Aufklärung über sexuelle Belästigung“. In Großbritannien löst der Femizid an Sarah Everard eine Welle an Solidarität und Wut über Gewalt an Frauen aus, die nicht abebbt. Betroffene von sexualisierter Gewalt kritisieren Täter, aber auch Strukturen, die Gewalt zulassen.

Mehr als 14.000 „Tes­ti­mo­nies“, also Zeug:innenaussagen, hat das Por­tal „Ever­yo­nes Invi­ted“ bis heu­te ver­öf­fent­licht. 14.000 Men­schen, die sexua­li­sier­te Gewalt erlebt haben, erzäh­len ihre Geschich­te. Die 14.000 Erleb­nis­se machen sehr deut­lich: Sexua­li­sier­te Gewalt hat vie­le Gesich­ter und Facet­ten, nichts ist zu absurd oder gewalt­tä­tig. Eini­ge Men­schen berich­ten, dass sie sexu­el­le Über­grif­fe im Kin­des­al­ter über­lebt haben, ande­re berich­ten von sexis­ti­schen Belei­di­gun­gen am Arbeits­platz, die ihn­ne bis heu­te kei­ne Ruhe las­sen. Sie zei­gen aber auch, dass vie­le erleb­te Geschich­ten sich trotz aller Unter­schie­de ähneln.

Hier sind die Tex­te in eng­li­scher Spra­che nach­les­bar. Wir wei­sen dar­auf hin, dass sexua­li­sier­te Gewalt teil­wei­se sehr detail­liert dar­ge­stellt wird.

Da sind die Mit­wis­sen­den, die schwei­gen und Ruhe bewah­ren. Oder Mit­wis­sen­de, die ohne Abspra­che mit den Betrof­fe­nen han­deln und sie so erneut ohn­mäch­tig machen. Sie erzäh­len von Struk­tu­ren, die dar­auf aus­ge­legt sind, Skan­da­le zu ver­tu­schen, statt Betrof­fe­ne zu schüt­zen. So pran­gern die mehr als 14.000 Autor:innen nicht nur die Täter:innen, son­dern auch kon­kre­te Struk­tu­ren an.

„Die Umgangs­for­men an der King­s­ton Grammar School sind wider­lich. Ich wur­de in Che­mie­stun­den und in der War­te­schlan­ge zur Men­sa begrapscht. Jungs haben kei­ne Vor­be­hal­te, die Kör­per von Mäd­chen und ihre sexu­el­len Fer­tig­kei­ten zu spre­chen, direkt vor deren Nase. Ich habe da geses­sen, wäh­rend Jungs die Nackt­bil­der von Mäd­chen in Grup­pen­chats ihrer Klas­se geteilt haben.“, schreibt ein:e Nutzer:in anonym. Nach und nach wer­den die Namen ver­schie­de­ner Schu­len, Col­le­ges und Uni­ver­si­tä­ten bekannt – dar­un­ter welt­be­rühm­te Eli­te-Schu­len und Uni­ver­si­tä­ten wie das Eton Col­le­ge oder die West­mins­ter School. Die Erleb­nis­be­rich­te machen auch deut­lich, dass die­se patri­ar­cha­le Gewalt kei­ne Fra­ge der Her­kunft oder von man­geln­der Bil­dung sind.

Femizid an Sarah Everard befeuert die Wut

Dass aus­ge­rech­net jetzt in Groß­bri­tan­ni­en zum The­ma wird, dass Gewalt gegen Frau­en Sys­tem hat, ist kein Zufall. Noch immer sind Trau­er und Wut über die Ent­für­hung und letzt­lich den Femi­zid an Sarah Ever­ard nicht abge­klun­gen. Auch, weil die Poli­zei mit aller Här­te gegen Gedenk­ver­an­stal­tun­gen vor­ging.

#Rec­laimT­heStreets: Geden­ken an von Poli­zis­ten ermor­de­te Frau durch Poli­zei­ge­walt gestört

Denn Sarah Ever­ard unter­nahm viel, um auf ihrem Heim­weg sicher zu sein: Sie trug Turn­schu­he, gut sicht­ba­re Klei­dung, tele­fo­nier­te. Der Mann, der ihr das Leben nahm, war Eli­te­po­li­zist.

Der Bei­trag „Been­det die Ver­ge­wal­ti­gungs­kul­tur in der UK!“ – 14.000 tei­len erleb­te sexua­li­sier­te Gewalt erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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