[UG-Blättle:]Erfolgreiche Fahrraddemo ’Keine A39, Verkehrswende jetzt, auch in Lüneburg’

Ins­ge­samt nah­men rund 600 Lüneburger*innen ver­schie­dens­ter Alters­klas­sen mit Mas­ke und Abstand an der Demons­tra­ti­on gegen den Bau der A39 und für eine sozi­al-öko­lo­gi­sche Ver­kehrs­wen­de teil.

Bild: Fahr­rad­de­mo «Kei­ne A39 – Ver­kehrs­wen­de jetzt in Lüne­burg!», 17. April 2021. /​Jan­nis Gros­se

Die Akti­on wur­de gemein­sam von ver­schie­de­nen Lüne­bur­ger Grup­pen orga­ni­siert und durch­ge­führt. Dar­un­ter: Kli­ma­Kol­lek­tiv, Fri­days For Future, Fos­sil Free, Bund Gif­horn, Bünd­nis 90/​Die Grü­nen, Extinc­tion Rebel­li­on, Par­ents For Future, Grü­ne Jugend, Kli­ma­ent­scheid, BI Kei­ne A39 Lüne-Moor­feld und dem Zukunfts­rat.

„Wäh­rend eigent­lich allen klar ist, dass es in Zukunft ande­re For­men der Mobi­li­tät braucht, sol­len in Deutsch­land wei­ter hun­der­te Kilo­me­ter Auto­bah­nen neu gebaut wer­den. Das ist in Zei­ten der Kli­ma­kri­se ein Irr­weg. Ein Umden­ken in der Ver­kehrs­po­li­tik ist drin­gend erfor­der­lich“, The­re­sa Berg­hof vom Kli­ma­kol­lek­tiv. „Gemein­sam fah­ren wir mit der Fahr­rad­de­mons­tra­ti­on genau dort­hin, wo eine ver­kehrs­po­li­ti­sche Sack­gas­se in Beton gegos­sen wer­den soll.“

Anlass der Fahr­rad­de­mons­tra­ti­on war das Kli­ma­camp vom 9.-18 April am Dan­nen­rö­der Wald, wel­cher durch den Bau der A49 bedroht ist. Auch in Lüne­burg soll in Zei­ten der Kli­ma­kri­se eine neue Auto­bahn gebaut wer­den. Deutsch­land­weit ist der Neu­bau von 850 Auto­bahn­ki­lo­me­tern bis 2030 geplant. Die Organisator*innen beto­nen, dass der Bau neu­er Auto­bah­nen nicht mit Kli­ma­ge­rech­tig­keit ver­ein­bar ist, da jede neue Auto­bahn das Ver­kehrs­auf­kom­men erhöht und höhe­re CO2 Emis­sio­nen ver­ur­sacht.

„Das Geld, das für die Pla­nung und Bau der A39 ver­pul­vert wird, könn­te (zum Bei­spiel) dafür ein­ge­setzt wer­den, eine gerech­te und zukunfts­fä­hi­ge Mobi­li­täts­wen­de ein­zu­lei­ten. Es wird Zeit, dass wir Mobi­li­tät neu den­ken und alte Mus­ter los­las­sen“, so Frie­de­ri­ke Vogel von Fos­sil Free Lüne­burg.

Start­punkt war der Bahn­hofs­vor­platz, dann ging es über Dah­len­bur­ger Land­stras­se, Theo­dor-Heuss-Stras­se, Kon­rad-Ade­nau­er-Stras­se bis zur Auf­fahrt der B4/​B209, auf wel­cher Rich­tung Nor­den bis zur Aus­fahrt Moor­feld gefah­ren wur­de. Die Fahrradfahrer*innen pro­tes­tier­ten somit auf der Bun­des­stras­se, die zur A39 umge­baut wer­den soll. Die zahl­rei­chen Ordner*innen ach­te­ten dar­auf, dass sich durch­ge­hend an die Hygie­ne­auf­la­gen, Mund- und Nasen­schutz sowie Abstand, gehal­ten wur­de.

Redebeiträge Fahrraddemo ’Keine A39 – Verkehrswende jetzt in Lüneburg!’

Der Land­kreis Lüne­burg hat den Kli­ma­not­stand aus­ge­ru­fen und sich ver­pflich­tet, bis 2030 kli­ma­neu­tral zu wer­den. Das ist drin­gend nötig ange­sichts der Dra­ma­tik der Kli­ma­kri­se. Kli­ma­neu­tra­li­tät heisst aber nicht nur , kli­ma­freund­li­che Pro­jek­te zu för­dern, son­dern auch Pro­jek­te, die mit den Kli­ma­zie­len abso­lut unver­ein­bar sind, zu unter­las­sen. Ein sol­ches Pro­jekt ist die A39. Sie wür­de eine kata­stro­pha­le Ver­kehrs­po­li­tik zemen­tie­ren, statt zukunfts­fä­hi­ge Mobi­li­täts­kon­zep­te zu för­dern.

Wo die Poli­tik es nicht schafft, die eige­nen Zie­le ein­zu­hal­ten, müs­sen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger aktiv wer­den. Genau das tun wir vom Kli­ma­ent­scheid, indem wir mit unse­rem Bür­ger­be­geh­ren dafür kämp­fen, dass Lüne­burg bis 2030 kli­ma­neu­tral ist. Nur so kann Lüne­burg sei­nem Anspruch, Zukunfts­stadt zu sein und Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men auch wirk­lich gerecht wer­den. Unser Kli­ma­plan für Lüne­burg ent­hält auch ver­kehrs­po­li­ti­sche Ideen. Also kön­nen auch die Lüne­bur­ger und Lüne­bur­ge­rin­nen, die es heu­te nicht zur Demo schaf­fen, zu dem brei­ten Wider­stand gegen die­se Auto­bahn bei­tra­gen, indem sie unser Begeh­ren unter­zeich­nen.

Rede­bei­trag des Kli­ma­kol­lek­tivs Lüne­burg
17.04.2021, The­re­sa Berg­hof
Kli­ma­ge­rech­tig­keit, Soli­da­ri­tät mit Aktivist*innen im Dan­nen­rö­der Wald

Das Kli­ma­kol­lek­tiv Lüne­burg soli­da­ri­siert sich mit den Aktivist*innen im Dan­nen­rö­der Wald, die sich für den des­sen Erhalt ein­set­zen. Wir for­dern die ver­ant­wort­li­chen Entscheidungsträger*innen dazu auf, den Aus­bau der Auto­bahn A49 auf­zu­hal­ten, um den Wald zu ret­ten und um Was­ser, Natur und Kli­ma aktiv zu schüt­zen. Wir las­sen uns nicht unse­re Zukunft ver­bau­en und for­dern ein sofor­ti­ges Auto­bahn-Mora­to­ri­um, weil es zu vie­le Orte in Deutsch­land gibt, die durch Auto­bah­nen bedroht sind.

Wäh­rend eigent­lich allen klar ist, dass es in Zukunft ande­re For­men der Mobi­li­tät braucht, sol­len in Deutsch­land wei­ter hun­der­te Kilo­me­ter Auto­bah­nen neu gebaut wer­den. Das ist ein Irr­weg. Ein Umden­ken in der Ver­kehrs­po­li­tik ist drin­gend erfor­der­lich. Wir wol­len weg vom moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehr und hin zum gut aus­ge­bau­ten, flä­chen­de­cken­den öffent­li­chen Per­so­nen­ver­kehr sowie zu Fahr­rad- und Fuss­in­fra­struk­tu­ren. Damit wür­den wir mehr Mobi­li­tät für alle und nicht nur mehr Ver­kehr errei­chen.

Mit unse­rem Pro­test gegen die A39 set­zen wir ein kla­res Zei­chen für die sozi­al-öko­lo­gi­sche Mobi­li­täts­wen­de in Lüne­burg. Dar­um freu­en wir uns über das brei­te Bünd­nis, das den Pro­test gegen die A39 und für eine Ver­kehrs­wen­de trägt. Gemein­sam fah­ren wir gleich genau dort­hin, wo einer ver­kehrs­po­li­ti­sche Sack­gas­se in Beton gegos­sen wer­den soll.

Rede­bei­trag Fos­sil Free Lüne­burg, 17.04.20121

Der Aus­bau der A39 – eine gute Inves­ti­ti­on in die Zukunft?

Wie ihr alle, sagen auch wir von Fos­sil Free Lüne­burg klipp und klar VON WEGEN! Nicht erst seit der Coro­na-Pan­de­mie ist klar: Geld ist poli­tisch und unfass­bar mäch­tig. Wie und wofür finan­zi­el­les Kapi­tal ein­ge­setzt wird, hat sehr kon­kre­te Aus­wir­kun­gen. Für sozia­le Gerech­tig­keit. Für Öko­sys­te­me. Für den Zustand des gesam­ten Pla­ne­ten Erde.

Wenn der der­zei­ti­ge „Umwelt“-Minister von Nie­der­sach­sen Olaf Lies von der SPD, uns also weis­ma­chen will, dass „ganz Nie­der­sach­sen von der A39 pro­fi­tie­ren wird“, han­delt es sich um eine per­fi­de Falsch­aus­sa­ge. Und wir fra­gen uns: Wen soll die­se Aus­sa­ge eigent­lich anspre­chen?? Uns alle, (die heu­te hier demons­trie­ren kön­nen) jeden­falls nicht.

Nun also zu den Fak­ten:
Ange­kün­digt wur­de das A 39 Pres­ti­ge­pro­jekt der Auto- und Indus­trie­lob­by 2016 mit einem Kos­ten­auf­wand von rund einer Mil­li­ar­de Euro!

Mitt­ler­wei­le muss­te der Staats­sek­tre­tär im Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um, Enak Fer­le­man, natür­lich nur auf Nach­fra­ge, kor­ri­gie­ren, dass wohl eher 1,5 Mil­li­ar­den Euro ver­an­schlagt wer­den.

Das bedeu­tet eine Kos­ten­stei­ge­rung von 50% Pro­zent inner­halb von gera­de mal 4 Jah­ren.

Was zeigt uns das?

Dass das Pro­jekt von Anfang an bru­tal schön­ge­rech­net wur­de und immer noch wird. Wenn Kos­ten und Nut­zen trans­pa­rent und ehr­lich abge­wägt wür­den, dann wür­de die A39 eine KLARE ABSAGE kas­sie­ren.

Das Pro­blem ist unse­rer Mei­nung nach aller­dings noch viel grund­sätz­li­cher: Dass vie­le Politiker*innen auf der einen Sei­te öffent­lich das Pari­ser Kli­ma­schutz­ab­kom­men lob­prei­sen und laut nach Umwelt­schutz schrei­en, aber gleich­zei­tig nicht dafür sor­gen, dass ent­spre­chen­de Mass­nah­men in die Wege gelei­tet wer­den. Son­dern im Gegen­teil auf Bit­te von mäch­ti­gen Lob­by­is­ten, finan­zi­el­le Mit­tel für zer­stö­re­ri­sche, das Gemein­wohl miss­ach­ten­de Pro­jek­te ver­pul­vern!!

Unse­rer Mei­nung nach stellt das den Aus­ver­kauf unse­rer Lebens­grund­la­ge dar und gefähr­det demo­kra­ti­sche Prin­zi­pi­en.

Viel­mehr brau­chen wir drin­gend eine umfas­sen­de und glaub­wür­di­ge Trans­for­ma­ti­on im öffent­li­chen, sowie pri­va­ten Finanz­sek­tor! Das Geld wird an so vie­len Stel­len drin­gen­der gebraucht! Zum Bei­spiel für den Pro­zess zu einer sozia­len und öko­lo­gi­schen Gesell­schaft! Aktu­ell bestehen rie­si­ge Finan­zie­rungs­lü­cken FÜR Kli­ma­schutz- und Kli­ma­an­pas­sungs­mass­nah­men! DORT brau­chen und wol­len wir das Geld!!!

Das Geld, das für die Pla­nung und Bau der A39 ver­pul­vert wird, könn­te zum Bei­spiel dafür ein­ge­setzt wer­den, eine gerech­te und zukunfts­fä­hi­ge Mobli­täts­wen­de ein­zu­lei­ten. Aus­bau von Schie­nen­net­zen,
High­speed-Zug­ver­bin­dun­gen,
mehr Bus­sen,
Ver­kehrs­in­te­gra­ti­on von Land und Stadt, bes­se­ren Fahr­rad­we­gen,
Umwelt­bil­dung,
Sub­ven­tio­nen für Fahr­rä­der und für Öffent­li­che Ver­kehrs­mit­tel statt für Autos…
Ich könn­te ewig so wei­ter­ma­chen.

Es wird Zeit, dass wir Mobi­li­tät neu den­ken und alte Mus­ter los­las­sen, denn eins ist klar: Die meis­ten von uns brau­chen kei­ne Auto­bah­nen, um mög­lichst ent­spannt und schnell von A nach B zu kom­men.

Auto­bah­nen (zu) finan­zie­ren ist nicht alter­na­tiv­los. Auto­bah­nen bau­en ist nicht alter­na­tiv­los. Und auf Auto­bah­nen fah­ren ist und darf nicht alter­na­tiv­los blei­ben.

Hier­zu müs­sen sämt­li­che umwelt­schäd­li­che Sub­ven­tio­nen sowie Inves­ti­tio­nen im kon­ser­va­ti­ven Ver­kehrs­be­reich, auf Eis gelegt wer­den und das Geld DE-inves­tiert wer­den. Um dann durch Trans­for­ma­ti­ons­fonds und ‑För­der­töp­fe, in gerech­te, umwelt­freund­li­che Mobi­li­täts­pro­jek­te der Zukunft zu IN-ves­tie­ren. Denn deren Fokus liegt auf Gemein­wohl­ori­en­tie­rung anstatt auf indi­vi­du­el­lem Raub­tier-Geha­be.

Wir freu­en uns daher heu­te mit euch auf einen Lau­ten, nicht nach­ge­ben­den Pro­test und schlies­sen uns der gemein­sa­men For­de­rung an: Stoppt den Aus­bau der A 39 und zwar SOFORT! Divest now!
Für eine ande­re Welt – deinves­tiert unser Geld!
Dan­ke und gute Demo uns allen!

Rede­bei­trag XR Lüne­burg

Ich bin * von Extinc­tion Rebel­li­on Lüne­burg. Wir sind eine inter­na­tio­na­le Grass­wur­zel­be­we­gung, die sich gegen die Kli­ma­kri­se und das Mas­sen­aus­ster­ben zur Wehr setzt.

Der Aus­bau der A39 hier bei Lüne­burg ist ein Skan­dal. Der geplan­te Abschnitt der Auto­bahn ist:

1. unwirt­schaft­lich, da eine in den 2030er Jah­ren fer­tig­ge­stell­te und für 1,5 Mil­li­ar­den Euro gebau­te Auto­bahn nicht mehr zeit­ge­mäss sein wird.
2. Zer­stört die Natur, die wir jetzt und in der Zukunft brau­chen.
3. Ist durch den Bau und den Ver­kehr ein rie­si­ger Kli­ma­kil­ler.

Trotz jah­re­lan­gem Wider­stand und Gut­ach­ten, die den Aus­bau als sehr umwelt­schäd­lich anse­hen, hält die Poli­tik wei­ter an ihren über­hol­ten Plä­nen fest.

Das Pro­blem ist hier zwar gera­de akut, aber nur eines von vie­len Fall­bei­spie­len in ganz Deutsch­land. Über­all wer­den wei­ter­hin kli­ma­schäd­li­che Auto­bah­nen gebaut, wohin­ge­gen das Schie­nen­netz bei­spiels­wei­se nur spo­ra­disch erwei­tert wird. Das wider­spricht den Ideen der sozi­al-öko­lo­gi­schen Trans­for­ma­ti­on, wel­che wir drin­gend benö­ti­gen, um unse­ren Lebens­grund­la­gen zu erhal­ten. Die Rodung der Tras­se zur A49 im Dan­ni hat letz­tes Jahr gezeigt, dass es Wider­stän­de gegen sol­che schwach­sin­ni­gen Bau­vor­ha­ben gibt. Die­se Woche gab es dort noch­mal ein Kli­ma­camp mit Blo­cka­den und Bag­ger­be­set­zun­gen. Wir zei­gen uns soli­da­risch mit den Akti­vis­ti, die dort vor Ort gegen die Umwelt­zer­stö­rung gekämpft haben und dies auch wei­ter­hin tun.

Die Plä­ne zur A39 hier in Lüne­burg sind ein Sym­ptom der bis­her fehl­ge­schla­ge­nen und ver­schla­fe­nen Ver­kehrs­wen­de. Wenn wir wei­ter­hin der­art die Lebens­grund­la­gen zer­stö­ren, führt das nicht nur dazu, dass irgend­wo in der Fer­ne Eis­bä­ren aus­ster­ben. Auch das Über­le­ben von uns, von Mil­li­ar­den Men­schen ist gefähr­det. Auf einem Toten Pla­ne­ten wer­den auch kei­ne Autos mehr fah­ren.

Wir stel­len uns dage­gen, dass unse­re Zukunft ver­baut wird. Für eine reso­lu­te Kli­ma- und Umwelt­po­li­tik und eine ech­te Ver­kehrs­wen­de, die ihren Namen ver­dient!

pm

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