[de.indymedia:] [K] #k1704 – versuche einer hastigen analyse

am abend des 17.04. lief eine für köl­ner ver­hält­nis­se erfri­schend mili­tan­te und wüten­de spon­ti im az los (mehr dazu: https://​de​.indy​m​e​dia​.org/​n​o​d​e​/​1​4​6​958), die ent­rüs­te­te reak­ti­on der bür­ger­li­chen pres­se und vor allem unse­rer beson­de­ren freun­de vom express, die ein paar beschmier­te schei­ben als aus­bruch der tota­len anar­chie hoch­sti­li­sie­ren (wir wünsch­ten, es wäre tat­säch­lich so) wol­len wir als anlass neh­men, die gescheh­nis­se aus­zu­wer­ten, zu schau­en, was lief gut, was kann zukünf­tig bes­ser lau­fen

defi­ni­tiv posi­tiv in erin­ne­rung geblie­ben ist uns das sehr mili­tan­te auf­tre­ten der demo von beginn an, kaum lief die ers­te rei­he aus den toren des az, flo­gen schon ers­te böl­ler auf eine grad vor­bei­fah­ren­de bahn, und die kom­plet­te luxem­bur­ger stra­ße war nach­her vol­ler umge­schmis­se­ner bau­stel­len­be­gren­zun­gen, e‑rollern und was sonst noch so rum­stand, ver­ein­zelt gab es wohl sogar glas­bruch

als die demo dann aller­dings den bar­ba­ros­sa­platz erreich­te, wur­de es schnell unschön, die etli­chen bul­len, die 30 minu­ten spä­ter anfan­gen soll­ten die abso­lut schwach­sin­ni­ge aus­gangs­sper­re durch­zu­set­zen, waren sehr schnell und sehr zahl­reich zur stel­le, wor­auf­hin sich die spon­ti auf­lös­te, immer­hin haben die bul­len­kar­ren noch n paar stei­ne und pyro abbe­kom­men, trotz­dem kam es zu 30 ver­haf­tun­gen, und an jeder ecke in den stra­ßen um den bar­ba­ros­sa­platz wur­den irgend­wel­che men­schen (die auch oft genug nicht mal was mit der demo zu tun hat­ten) von bul­len fest­ge­nom­men und erken­nungs­dienst­lich behan­delt, wir pro­gnos­ti­zie­ren die mas­sen­haf­te kon­struk­ti­on von ver­fah­ren wegen „land­frie­dens­bruch“ für alle, die erwischt wur­den

für die zukunft wer­den uns vor allem die aus der kol­lek­ti­ven wut gewon­ne­ne kraft, die sich auf den stra­ßen kölns ent­lud posi­tiv in erin­ne­rung blei­ben, ger­ne darf aber auch noch mehr kaputt gehen beim nächs­ten mal, außer­dem wars schön zu sehen dass sich doch viel mehr passant*innen als gedacht mit uns soli­da­ri­sier­ten

was aber auf jeden fall bes­ser bedacht wer­den soll­te wären uhr­zeit und rou­te, da reker und die bul­li­zei wohl in zei­ten der aus­gangs­sper­re extrem auf law & order ste­hen und gespens­tisch vie­le bul­len ab den frü­hen abend­stun­den unter­wegs sind soll­ten etwai­ge spon­tis in zukunft ent­we­der frü­her star­ten oder auf kon­fron­ta­ti­on vor­be­rei­tet sein (etwa als geschlos­se­ner block, der ggf ver­sucht sich die stra­ße zu erkämp­fen und nicht sofort aus­ein­an­der­bricht und weg­läuft), und falls der anlass nicht gra­de der geburts­tag vom az ist, sind aktio­nen etwas wei­ter von der innen­stadt auch sinn­vol­ler, da auch dann die cops nicht so schnell, und vor allem nicht so zahl­reich zur stel­le sind und nicht so vie­le genoss*innen dem repres­sio­nen­ap­pa­rat zum fraß vor­ge­wor­fen wer­den, vor allem die rin­ge sind unse­rer ansicht nach momen­tan zumin­dest mit die­ser akti­ons­form alles ande­re als sinn­voll (dass über­all an den köl­ner rin­gen hoch­auf­lö­sen­de über­wa­chungs­ka­me­ras hän­gen, kommt noch dazu), even­tu­ell wäre es sinn­vol­ler in zukunft in den umlie­gen­den vier­teln zusam­men zu kom­men und unse­re wut gegen aus­gangs­sper­re und ver­drän­gung von frei­räu­men zum aus­druck zu brin­gen, außer­dem wäre es even­tu­ell sinn­voll, zwei-drei leu­te zum che­cken, von wo bul­len kom­men auf fahr­rä­dern vor­zu­schi­cken, wür­de even­tu­ell hel­fen, dass beim abhau­en nicht alles durch­ein­an­der rennt und das cha­os es den bul­len nur noch ein­fa­cher macht, ein­zel­ne von uns raus­zu­zie­hen

zum media­len echo noch ein paar wor­te: es hat uns sehr über­rascht, teils doch sehr nüch­ter­ne und wert­neu­tra­le bericht­erstat­tung in der bür­ger­li­chen pres­se zu sehen, die platt­form des pro­tests gegen aus­gangs­sper­ren soll­ten wir auf jeden fall wei­ter nut­zen und auf kei­nen fall wie­der den faschos über­las­sen

und zu den paar leu­ten auf sozia­len medi­en, die sich dar­über beschwe­ren dass ja irgend­wel­che schei­ben von ach so net­ten klein­un­ter­neh­mern an der lux voll­getaggt wur­den: wo geho­belt wird da fal­len spä­ne, nech?

lasst uns außer­dem nicht die leu­te, denen jetzt gerichts­ver­fah­ren und buß­gel­der dro­hen allei­ne ihrem schick­sal über­las­sen, wisst ja, betrof­fen sind eini­ge, gemeint sind wir alle und so

in die­sem sin­ne

kein tag ohne auto­no­mes zen­trum

- ein paar köl­ner anarchist*innen und auto­no­me

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