[EMRAWI:] Gerechtigkeit für Ali – Demo zum Knast

Am 5. April ist der 38 jäh­ri­ge Ali Cha­ciev nach einer Injek­ti­on zur „Beru­hi­gung“, wel­che ihm in der Jus­tiz- und Mass­nah­men­voll­zugs­an­stalt Stein in Krems (NÖ) ver­ab­reicht wur­de, gestor­ben. Es wur­de berich­tet, dass er sich in Iso­la­ti­ons­haft befand und Pro­ble­me mit dem Auf­sichts­per­so­nal gehabt habe. Aus­ser­dem hät­te er vor sei­nem Tod noch sei­ner Fami­lie und Freund*innen tele­fo­nisch über Hun­ger, Ras­sis­mus und Pro­vo­ka­tio­nen durch Wärter*innen berich­tet.

Ali war Mit­glied der tsche­tsche­ni­schen Com­mu­ni­ty und ein Sport­ler bei bes­ter Gesund­heit. Nie­mand hat­te sei­nen Tod erwar­tet!

Der zustän­di­ge Sozi­al­ar­bei­ter hat sei­ne Fami­lie kurz ange­ru­fen und am Tele­fon über den Tod berich­tet. Genaue Infos zur Todes­ur­sa­che oder zum Vor­her­gang wur­den nicht wei­ter­ge­ge­ben.

Bis jetzt, zwei Wochen danach, haben kaum Medi­en dar­über berich­tet und die Jus­tiz­an­stalt hat immer noch kein Schrei­ben ver­öf­fent­licht. Aus­ser­dem wird Alis Kör­per wohl bis in den Juni nicht frei­ge­ge­ben.

Das Schwei­gen über Alis Tod zeigt, wie gleich­gül­tig den öster­rei­chi­schen Behör­den Alis Leben ist.

Es braucht jetzt drin­gend Druck auf die Jus­tiz­an­stalt und die zustän­di­gen Behör­den (Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Jus­tiz). Es drin­gen Infor­ma­ti­on aus dem Inne­ren der Anstalt durch, dass wei­te­re tsche­tsche­ni­sche Gefan­ge­ne dort miss­han­delt und iso­liert wer­den. Alis Tod muss auf­ge­klärt wer­den!

Wir ken­nen die Jus­tiz­an­stalt Stein als über­füll­te, über­las­te­te und ver­ant­wor­tungs­los han­deln­de Voll­zugs­an­stalt! 2014 wur­de ein Mann dort solan­ge in sei­ner Zel­le gelas­sen, bis sei­ne Bei­ne ver­faul­ten! Immer wie­der bege­hen dort inhaf­tier­te Men­schen Sui­zid. Fort­lau­fend wird die Gesund­heit vie­ler Häft­lin­ge aufs Spiel gesetzt, weil sie kei­ne aus­rei­chen­de medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung bekom­men. Zudem hat sich in der Jus­tiz­an­stalt gera­de ein Coro­na-Clus­ter gebil­det, wel­ches sich auch des­halb so schnell und weit ver­brei­tet kann, da zu weni­ge Coro­na-Schutz­vor­keh­run­gen umge­setzt wer­den!

Die Jus­tiz­an­stalt Stein muss öffent­lich Stel­lung bezie­hen und die öster­rei­chi­schen Behör­den müs­sen Ver­ant­wor­tung über­neh­men!

Es kann nicht sein, dass in Öster­reichs Gefäng­nis­sen Men­schen ster­ben und es nie­man­den inter­es­siert. Tod in Haft ist ein Pro­dukt der ras­sis­ti­schen und sozi­al­chau­vi­nis­ti­schen Struk­tu­ren, wel­che in Öster­reich herr­schen! Alis Tod ist kein Ein­zel­fall und damit The­ma­tik von gesell­schaft­li­chem Inter­es­se. Las­sen wir einen poli­ti­schen Dis­kurs in der Öffent­lich­keit ent­ste­hen und machen wir die mör­de­ri­sche Sys­te­ma­tik der Gefäng­nis­se und Ver­wah­rungs­an­stal­ten in Öster­reich sicht­bar!

Gehen wir gemein­sam wütend und betrof­fen auf die Stra­ße! Set­zen wir die Behör­den unter Druck: Die­se Zustän­de müs­sen ein Ende fin­den! Ali braucht Gerech­tig­keit!

Besu­chen wir die ein­ge­sperr­ten Men­schen aus Tirol in der JA Zieglstadl.

JUSTICE FOR ALI! JUSTICE FOR ALL!

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