[Freiheitsliebe:] 2 Billionen fürs Militär – Die Welt rüstet auf

Welt­weit sind Men­schen gera­de damit beschäf­tigt, mög­lichst gut aus der glo­ba­len Pan­de­mie raus­zu­kom­men. Die Staa­ten inter­ve­nie­ren mehr oder weni­ger, um die Infek­ti­ons­ket­ten zu bre­chen, und imp­fen ihre Bevöl­ke­run­gen. Was neben­bei unbe­merkt wei­ter­läuft, ist ein glo­ba­les Auf­rüs­ten und ein Anstieg staat­li­cher Mili­tär­aus­ga­ben. Was für eine Geld­ver­schwen­dung.

Das Stock­hol­mer Insti­tut für Frie­dens­for­schung SIPRI hat in sei­nem dies­jäh­ri­gen Bericht her­aus­ge­fun­den, dass 2020 welt­weit knapp zwei Bil­lio­nen US-Dol­lar (!) für das Mili­tär aus­ge­ge­ben wur­den. Fast zwei Drit­tel der Aus­ga­ben gehen auf die Top-5-Län­der USA, Chi­na, Indi­en, Russ­land und Groß­bri­tan­ni­en zurück. Spit­zen­rei­ter sind wei­ter­hin die Ver­ei­nig­ten Staa­ten mit einem Anteil der welt­wei­ten Rüs­tungs­aus­ga­ben von 39 Pro­zent. Auch Deutsch­land macht mun­ter mit und liegt mit 52,8 Mil­li­ar­den Dol­lar auf Platz 7, was einer Erhö­hung von etwa 5,2 Pro­zent zum Vor­jahr ent­spricht.

Eine Verschwendung in pandemischen Zeiten

Diet­mar Bartsch, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der von DIE LINKE im Bun­des­tag, teilt pas­send dazu: „Uns bedroht kei­ne frem­de Armee, uns bedroht ein Virus.“ Zwar sind geo­po­li­ti­sche Anspan­nun­gen im Pazi­fi­schen Oze­an zwi­schen den USA und Chi­na, wei­ter­hin im Nahen Osten, der Kon­flikt zwi­schen Aser­bai­dschan und Arme­ni­en sowie ost­eu­ro­päi­scher NATO-Staa­ten mit Russ­land an der Tages­ord­nung – doch wei­sen die mili­tä­ri­schen Kon­flik­te der letz­ten Jahr­zehn­te klar nach, dass auf krie­ge­ri­schem Wege nie eine lang­fris­ti­ge und nach­hal­ti­ge Frie­dens­lö­sung geschaf­fen wer­den konn­te.

In Zei­ten der Pan­de­mie sind sol­che Aus­ga­ben beson­ders irr­sin­nig. Statt, dass die Paten­te der Unter­neh­men frei­ge­ge­ben wer­den, mas­siv die Men­schen im Glo­ba­len Nor­den und Süden geimpft, Arbeiter:innen durch den Staat auf­ge­fan­gen wer­den und die Mit­tel zur all­ge­mei­nen Pan­de­mie­be­kämp­fung zur Ver­fü­gung gestellt wer­den, rüs­ten die Staa­ten glo­bal wei­ter auf. Die Rüs­tungs­kon­zer­ne ver­die­nen sich eine gol­de­ne Nase dar­aus.

Das Geld fehlt für die sozial-ökologische Transformation

Zum Ver­gleich: 2011 berech­ne­te die UN, dass man zur Bekämp­fung von Armut und Kli­ma­kri­se jedes Jahr etwa 1,9 Bil­lio­nen US-Dol­lar benö­ti­ge. Wir brau­chen eine welt­wei­te Abrüs­tung: Nicht nur weil Krie­ge und Auf­rüs­tung nicht zur Frie­dens­si­che­rung bei­tra­gen, son­dern auch, weil wir inmit­ten einer Pan­de­mie Geld für die Bekämp­fung die­ses Virus mobi­li­sie­ren müs­sen. Wir brau­chen auch Abrüs­tun­gen, um eine sozi­al-öko­lo­gi­sche Trans­for­ma­ti­on der glo­ba­len Gesell­schaf­ten vor­an­zu­brin­gen.

Also: Prio­ri­tä­ten set­zen, abrüs­ten, Men­schen­le­ben ret­ten und Kli­ma­ge­rech­tig­keit erkämp­fen.

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