[Plattform:] Internationale Erklärung 1. Mai 2021

Weil der 1. Mai der welt­wei­te Kampf­tag unse­rer Klas­se ist, ist es uns ein beson­ders Anlie­gen, als welt­wei­te Bewe­gung an die­sem Tag mit einer Stim­me zu spre­chen. Mit unse­ren Genoss*innen aus allen Tei­les der Erde haben wir des­halb eine Erklä­rung zum 1. Mai ver­öf­fent­licht. Sie setzt sich vor allem mit dem his­to­ri­schen Ursprung des 1. Mai aus­ein­an­der und lei­tet aus der Ver­gan­gen­heit leh­ren für die Gegen­wart ab. Es ist ein lesens­wer­ter Text gewor­den, also schaut mal rein! Welt­weit als Klas­se kämp­fen!

Deutsche Übersetzung

Inter­na­tio­na­le Erklä­rung zum 1. Mai

Am 1. Mai 1886 begann in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten ein breit ange­leg­ter Streik, der die Ver­kür­zung des Arbeits­ta­ges auf acht Stun­den for­der­te. “Acht Stun­den Arbeit, acht Stun­den Schlaf, acht Stun­den Frei­zeit” lau­te­te die Paro­le, die seit der Jahr­hun­dert­mit­te pro­pa­giert wur­de und mit der die Arbeiter*innenbewegung dar­um kämpf­te, dem Kapi­tal einen Teil sei­ner Macht zu neh­men und Zeit für Leben, Kul­tur und Genuss zu erkämp­fen.
Die­ser Streik wur­de im Vor­feld vor­be­rei­tet. Die ame­ri­ka­ni­sche Arbeiter*innenbewegung beschloss ihn 1884. Und um den Streik durch­zu­füh­ren, wur­den hun­der­te von Ver­samm­lun­gen und Kund­ge­bun­gen abge­hal­ten, Gel­der gesam­melt, in Zei­ten, in denen gewerk­schaft­li­che Orga­ni­sa­ti­on ille­gal und ver­bo­ten war. Mani­fes­te und Zei­tun­gen zir­ku­lier­ten und ermu­tig­ten die Arbeiter*innen, sich an der Akti­on zu betei­li­gen. Doch der Kampf um die 8‑Stun­den-Tag war nicht als rei­ne Reform gedacht. Er war mit einem Stück Zukunft ver­knüpft, es war ein Kampf, der den Weg zu einem ande­ren öff­ne­te, zu einem end­gül­ti­gen Kampf für eine Gesell­schaft der vol­len Gleich­heit, ohne jede Art von Unter­drü­ckung. Es wur­de auch nicht ange­nom­men, dass die­ser Kampf über den par­la­men­ta­ri­schen Betrieb oder die Gerich­te geführt wer­den soll­te, son­dern es war ein Kampf der direk­ten Akti­on, der von den Arbeiter*innen selbst geführt wur­de. Die Arbeiter*innenklasse miss­trau­te und glaub­te nicht an die­se hin­ter­häl­ti­gen Insti­tu­tio­nen, die für sie nur Hun­ger und Repres­si­on bereit­stell­ten.
Am 1. Mai 1886 erwies sich der Streik als mas­siv, mit Mobi­li­sie­run­gen im gan­zen Land und sei­nem Epi­zen­trum in der bevöl­ke­rungs­rei­chen Indus­trie­stadt Chi­ca­go. Dort war die poli­zei­li­che Repres­si­on stark zu spü­ren, eben­so wie der Wider­stand der Arbeiter*innen; es gab enor­me Kon­fron­ta­tio­nen mit Toten und Ver­letz­ten, eine davon vor der McCor­mick-Indus­trie­an­la­ge, wo es eine gro­ße Anzahl von Streikbrecher*innen gab. Ange­sichts der grau­sa­men Repres­si­on wur­de am 4. Mai zu einer Demons­tra­ti­on auf einem Platz in Chi­ca­go auf­ge­ru­fen, dem Hay­mar­ket Squa­re. Alles war ruhig, bis die Poli­zei ohne Grund beschloss, die letz­ten Demonstrant*innen anzu­grei­fen, die am Ende der Demons­tra­ti­on zu gehen began­nen. Genau in die­sem Moment explo­dier­te eine Bom­be, die meh­re­re Poli­zis­ten ver­letz­te und töte­te. Die Ant­wort war bru­tal, sie stürz­ten sich auf die Men­ge und mas­sa­krier­ten vie­le Demonstrant*innen und began­nen eine Kam­pa­gne von Ver­fol­gun­gen, Inhaf­tie­run­gen und Fol­ter, wobei das vol­le Gewicht der bür­ger­li­chen Jus­tiz auf acht füh­ren­de Akti­vis­ten und anar­chis­ti­sche Gewerk­schafts­füh­rer fiel.

Das Gerichts­ver­fah­ren war ein abge­kar­te­tes Spiel der bür­ger­li­chen Klas­sen­jus­tiz – so wie Jahr­zehn­te spä­ter ein ande­res für Sac­co und Van­zet­ti, zwei ande­re berüch­tig­te anar­chis­ti­sche Akti­vis­ten, eben­falls ein abge­kar­te­tes Spiel war: fal­sche Zeu­gen, fal­sche Bewei­se, um den gan­zen Hass der Bour­geoi­sie auf die orga­ni­sier­ten Tei­le der Arbeiter*innenklasse zu stür­zen. Staats­an­walt Juli­us Grin­nel selbst for­mu­lier­te es so: “Das Gesetz steht vor Gericht. Die Anar­chie steht vor Gericht. Die­se Män­ner wur­den aus­ge­wählt, weil sie Füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten waren. Sie waren nicht schul­di­ger als ihre tau­sen­den Anhänger*innen. Mei­ne Her­ren Geschwo­re­nen: Befin­den Sie sie für schul­dig und Sie wer­den unse­re Insti­tu­tio­nen, unse­re Gesell­schaft ret­ten!”
Im fol­gen­den Jahr, im Novem­ber 1887, fiel die Last des bür­ger­li­chen Geset­zes auf die­se acht anar­chis­ti­schen Akti­vis­ten, mit Urtei­len von meh­re­ren Jah­ren Gefäng­nis für eini­ge und Tod durch Erhän­gen für ande­re. Vor dem Scha­fott erklär­te Adolph Fischer: “Wenn ich für mein Bekennt­nis zu anar­chis­ti­schen Ideen, für mei­ne Lie­be zu Frei­heit, Gleich­heit und Brü­der­lich­keit gehängt wer­den soll, dann habe ich nichts ein­zu­wen­den. Wenn der Tod die beglei­ten­de Stra­fe für unse­re bren­nen­de Lei­den­schaft für die Frei­heit des Men­schen­ge­schlechts ist, dann sage ich Ihnen sehr laut: Ver­fü­gen Sie über mein Leben”.
Seit 1890 wird der 1. Mai als Kampf­tag der Arbeiter*innenklasse began­gen, wobei der Name je nach Zeit und Ort etwas vari­iert. Der 1. Mai ist Tag des Gene­ral­streiks gegen das Kapi­tal, zum Geden­ken an die Chi­ca­go­er Mär­ty­rer (1) und für den 8‑Stun­den-Tag. Eine For­de­rung, die die Arbeiter*innenklasse in ver­schie­de­nen Län­dern in der Hit­ze von Streiks und zähen Kämp­fen erobert hat, wie in Neu­see­land und Uru­gu­ay vor 1915 oder mit dem Cana­den­ca-Streik in Bar­ce­lo­na 1919.

Sei­ne Bedeu­tung heu­te
Der 8‑Stun­den-Tag hat sich in vie­len Län­dern als Recht durch­ge­setzt und der 1. Mai ist als inter­na­tio­na­les Datum aner­kannt wor­den. Trotz­dem arbei­ten heu­te Mil­lio­nen von unter­drück­ten Men­schen auf der gan­zen Welt lan­ge und anstren­gen­de Tage unter bekla­gens­wer­ten Bedin­gun­gen, wobei es in den Werk­stät­ten und Fabri­ken immer wie­der zu Unfäl­len kommt, die in wah­ren Tra­gö­di­en gip­feln, wie es in Ban­gla­desch schon mehr­fach gesche­hen ist. Das gro­ße trans­na­tio­na­le Kapi­tal hat die Pro­duk­ti­on auf dem gan­zen Pla­ne­ten ver­la­gert, wodurch sich die Lebens- und Arbeits­be­din­gun­gen gan­zer Bevöl­ke­run­gen ver­schlech­tern und sogar die Exis­tenz unse­res eige­nen Pla­ne­ten bedroht ist.

Des­halb ist die For­de­rung nach dem 8‑Stun­den-Tag noch immer gül­tig und vor allem ist die Visi­on einer Gesell­schaft, von der die Chi­ca­go­er Mär­ty­rer und Genera­tio­nen von orga­ni­sier­ten Aktivist*innen und Arbeiter*innen geträumt und für die sie gekämpft haben, berech­tig­ter denn je. Sie tru­gen in ihren Her­zen die Sehn­sucht nach sozia­ler Gerech­tig­keit für die gan­ze Mensch­heit, wis­send, dass die Kon­fron­ta­ti­on gegen das Kapi­tal und den Staat ent­schei­dend war, wie sie es auch heu­te ist. Und sie wuss­ten, dass auf der einen Sei­te die Unterdrücker*innen und ihre Insti­tu­tio­nen ste­hen und auf der ande­ren die unter­drück­ten Klas­sen, die vor den Maschi­nen blu­ten, hun­gernd, arbeits­los, die das kapi­ta­lis­ti­sche Sys­tem ver­ach­tet, aber sie wer­den die Erbauer*innen einer neu­en Welt sein.
Genau wie die­je­ni­gen, die an den Chi­ca­go­er Hel­den­ta­ten teil­ge­nom­men haben, wis­sen wir Lohn­ab­hän­gi­ge heu­te, dass es in die­sem Sys­tem kei­ne Gerech­tig­keit geben kann, dass die­se Gesell­schafts­ord­nung nichts Gutes für die­je­ni­gen von uns brin­gen kann, die von ihrer Arbeit leben und ver­su­chen, Tag für Tag zu über­le­ben. Der Kapi­ta­lis­mus bringt nur Unglück, Hun­ger, Elend und Gewalt. Das ist es, was das Sys­tem seit Jahr­hun­der­ten tut, aber in den letz­ten drei­ßig Jah­ren wur­de es mit einer schreck­li­chen Bes­tia­li­tät tech­no­lo­gi­siert. Krie­ge um die Kon­trol­le von Res­sour­cen, die in meh­re­ren Län­dern Cha­os erzeu­gen und sie in “geschei­ter­te Staa­ten” ver­wan­deln, die Zer­stö­rung ihres gesam­ten Pro­duk­ti­ons­ap­pa­ra­tes, die mas­si­ve Ver­trei­bung von Men­schen, die in Flücht­lings­la­gern leben oder zu ver­zwei­fel­ten Migrant*innen auf der Suche nach Arbeit und Wohl­stand gemacht wer­den. Dazu kommt eine lan­ge Lis­te von Ver­bre­chen, die durch den unkon­trol­lier­ten kapi­ta­lis­ti­schen Ver­wer­tungs­drang in sei­nem impe­ria­lis­ti­schen Ein­satz erzeugt wer­den.
Es sind die unter­drück­ten Klas­sen auf der gan­zen Welt, die unter den Fol­gen der Ent­fal­tung des kapi­ta­lis­ti­schen Sys­tems und sei­nes Drangs, natür­li­che Res­sour­cen und mensch­li­che Arbeit aus­zu­beu­ten, lei­den, die die Ban­ner des Kamp­fes der Chi­ca­go­er Mär­ty­rer und ihre Träu­me von Gerech­tig­keit und Frei­heit hoch­hal­ten müs­sen.

Die Auf­ga­ben des orga­ni­sier­ten Anar­chis­mus
Der Anar­chis­mus, die Ideo­lo­gie, zu der sich die Chi­ca­go­er Mär­ty­rer bekann­ten, ist weder gestor­ben noch ver­schwun­den, wie von ver­schie­de­nen ideo­lo­gisch-poli­ti­schen Strö­mun­gen behaup­tet wur­de. Im Gegen­teil, der Anar­chis­mus hat heu­te das Recht zu zei­gen, dass sein Vor­schlag für die Mensch­heit gül­tig ist, dass sein sozia­les Pro­jekt für die Gegen­wart gül­tig ist und kein “Relikt der Ver­gan­gen­heit” ist. Der anar­chis­ti­sche Gesell­schafts­vor­schlag, der dar­auf abzielt, eine Gesell­schaft auf­zu­bau­en, in der poli­ti­sche Macht und Eigen­tum ver­ge­sell­schaf­tet sind und die kol­lek­ti­ve Frei­heit ein wesent­li­cher Bestand­teil die­ser Gesell­schafts­ord­nung ist, ist heu­te voll gül­tig.
Die­ser Vor­schlag kann nicht von einem Tag auf den ande­ren rea­li­siert wer­den, er muss ein gedul­di­ger, zäher, ent­schlos­se­ner sozia­ler Auf­bau sein, der im Kampf und in der Orga­ni­sa­ti­on der Men­schen von unten vor­an­schrei­tet. In die­ser Per­spek­ti­ve müs­sen wir Tag für Tag vor­an­kom­men. Dies ist mög­lich auf der Grund­la­ge einer sozia­len Ein­fü­gung in das Herz der Bevöl­ke­rung, in die Kämp­fe der unte­ren Klas­sen.
Es ist von beson­de­rem Inter­es­se für den orga­ni­sier­ten Anar­chis­mus, in die­sen Sek­to­ren und beson­ders unter den Arbeiter*innen vol­len Ein­fluss zu haben, die gewerk­schaft­li­che Orga­ni­sa­ti­on und die Kämp­fe für bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen und Löh­ne zu stär­ken und zu ent­wi­ckeln. Die­se Kämp­fe und Gewerk­schaf­ten müs­sen mit ande­ren Orga­ni­sa­tio­nen der unter­drück­ten Klas­sen ver­bun­den und eine Stra­te­gie ent­wi­ckelt wer­den, die auf die Ver­wirk­li­chung einer Front der unter­drück­ten Klas­sen abzielt, wel­che bei der Ver­wirk­li­chung grö­ße­rer Räu­me der Selbst­ver­wal­tung und der Auto­no­mie unse­rer Klas­se vor­an­kommt. Das ist es, was wir den Auf­bau der Macht von unten nen­nen.
Alle Rech­te und Vor­tei­le für die Men­schen von unten sind durch Kampf errun­gen wor­den. Die herr­schen­den Klas­sen machen kei­ne Zuge­ständ­nis­se und ver­schen­ken nichts aus gutem Wil­len. Nur die Soli­da­ri­tät und der orga­ni­sier­te und ver­ei­nig­te Kampf der Orga­ni­sa­tio­nen unse­rer Klas­se ist eine Garan­tie für Erobe­run­gen und Fort­schrit­te für die Unter­drück­ten. In die­sem Kampf hat der orga­ni­sier­te Anar­chis­mus einen Platz mit unse­rer Stra­te­gie und kon­kre­ten Vor­schlä­gen, mit unse­rer Pra­xis, die den Auf­bau einer star­ken Arbeiter*innenklasse und nicht einer star­ken Par­tei betont, im Gegen­satz zu avant­gar­dis­ti­schen Ten­den­zen.

Die Sehn­sucht der Chi­ca­go­er Mär­ty­rer nach Gerech­tig­keit und Frei­heit wird an die­sem 1. Mai wie­der ihren Weg auf die Stra­ße fin­den, zusam­men mit den Men­schen der Welt in ihrem Kampf für eine bes­se­re Zukunft. Ihre Träu­me leben wei­ter im welt­wei­ten Kampf der Men­schen für Brot und Wür­de, aber auch für eine Gesell­schaft der vol­len Gleich­be­rech­ti­gung.

Lang leben die Mär­ty­rer von Chi­ca­go!
Es lebe der inter­na­tio­na­le Kampf­tag der Arbei­terinnen­klas­se!*
Es lebe der Anar­chis­mus, es lebe die Revo­lu­ti­on!
Den orga­ni­sier­ten Anar­chis­mus stär­ken!
Für Sozia­lis­mus und Frei­heit!
Hoch mit denen die kämp­fen!

Unter­zeich­nen­de Orga­ni­sa­tio­nen:

☆ Alter­na­ti­va Liber­ta­ria /​Feder­a­zio­ne dei Comu­nis­ti Anar­chi­ci (Al/​FdCA) – Ita­li­en
☆ Anar­chist Com­mu­nist Group (ACG) – Groß­bri­tan­ni­en
☆ Αναρχική Ομοσπονδία /​Anar­chis­ti­sche Föde­ra­ti­on – Grie­chen­land
☆ Aote­aroa Workers Soli­da­ri­ty Move­ment (AWSM) – Aotearoa/​Neuseeland
☆ Coor­dena­ção Anar­quis­ta Bra­si­lei­ra (CAB) – Bra­si­li­en
☆ Die Platt­form Anarcha­kom­mu­nis­ti­sche Orga­ni­sa­ti­on – Deutsch­land
☆ Embat Orga­nització Lli­ber­tà­ria de Catalunya – Kata­lo­ni­en
☆ Feder­a­ción Anar­quis­ta de Rosa­rio (FAR) – Argen­ti­ni­en
☆ Feder­a­ción Anar­quis­ta de Sant­ia­go (FAS) – Chi­le
☆ Feder­a­ción Anar­quis­ta Uru­gua­ya (FAU) – Uru­gu­ay
☆ Gru­po Liber­ta­rio Vía Libre – Kolum­bi­en
☆ Liber­tä­re Akti­on Bern – Schweiz
☆ Mel­bourne Anar­chist Com­mu­nist Group (MACG) – Aus­tra­li­en
☆ Orga­ni­za­ción Anar­quis­ta de Cór­do­ba (OAC) – Argen­ti­ni­en
☆ Orga­ni­za­ción Anar­quis­ta de Tucu­mán (OAT) – Argen­ti­ni­en
☆ Orga­ni­sa­ti­on Socia­lis­te Liber­taire (OSL) – Schweiz
☆ Uni­on Com­mu­nis­te Liber­taire (UCL) – Frank­reich
☆ Workers Soli­da­ri­ty Move­ment (WSM) – Irland
☆ Zaba­la­za Anar­chist Com­mu­nist Front (ZACF) – Süd­afri­ka
☆ Devrimci Anarşist Feder­asyon (DAF) – Tür­kei

(1) “Chi­ca­go­er Mär­ty­rer” oder “Mär­ty­rer von Chi­ca­go” ist anders als im deutsch­spra­chi­gen Raum in vie­len ande­ren (Sprach-)Regionen der Welt die übli­che Bezeich­nung für die pro­mi­nen­ten Opfer der Hay­mar­ket-Klas­sen­jus­tiz. Wir sehen den Begriff auf­grund sei­nes reli­giö­sen Hin­ter­grunds kri­tisch, hal­ten es aber für wich­tig auch die Sprach­ge­wohn­hei­ten der Genoss*innen in ande­ren Län­dern rich­tig wie­der­zu­ge­ben.


Spanische Version

DECLARACIÓN INTERNACIONAL POR EL PRIMERO DE MAYO

El 1º de Mayo de 1886 comen­zó en Estados Uni­dos una huel­ga de ampli­as dimen­sio­nes que recla­ma­ba la reduc­ción de la jor­na­da labo­ral a 8 horas. El lema era “8 horas de tra­ba­jo, 8 horas para el sue­ño, 8 horas de ocio”, tan pro­pa­gan­de­ado des­de media­dos de sig­lo y con el cual el movi­mi­en­to obre­ro lucha­ba por arreba­tar­le al capi­tal par­te de su poder y dis­pu­tar tiem­po para la vida, la cul­tu­ra y el dis­fru­te. Esta huel­ga fue pre­pa­ra­da con antel­a­ción. El movi­mi­en­to obre­ro nor­teame­ri­ca­no, la deci­dió en 1884. Y para lle­var­la a cabo, se rea­li­za­ron cient­os de asam­bleas y míti­nes, se recolec­ta­ron fon­dos, en tiem­pos don­de la orga­ni­za­ción sin­di­cal era ile­gal y esta­ba pro­hi­bi­da. Cir­cu­la­ban mani­fiestos y periód­icos alen­tan­do a los tra­ba­ja­do­res a sum­ar­se a la acción. Pero la lucha por las 8 horas de tra­ba­jo no era con­ce­bi­da como una mera refor­ma. Esta­ba imp­regna­da de un peda­zo del maña­na, era una lucha que abría cami­no a otra, a una lucha defi­ni­ti­va por una sociedad de igu­aldad ple­na, sin nin­gu­na cla­se de opre­sión. Tampo­co se enten­día que esa lucha debía atra­ve­sar los rec­in­tos par­la­men­ta­ri­os, los juz­ga­dos, sino que era una lucha de acción direc­ta y con fuer­te prot­ago­nis­mo popu­lar; la cla­se tra­ba­ja­do­ra des­con­fia­ba y des­creía de esas insti­tu­cio­nes tram­po­sas que para ellos solo pro­veí­an hambre y repre­sión. El 1º de Mayo de 1886 la huel­ga se demo­stró masi­va, con movi­li­za­cio­nes por todo el ter­ri­to­rio y el epi­cen­tro de la mis­ma en la popu­losa ciu­dad indus­tri­al de Chi­ca­go. Allí se hizo sen­tir fuer­te­men­te la repre­sión poli­cial y la resis­ten­cia obre­ra tam­bién; hubo import­an­tes enfren­ta­mi­ent­os con muer­tos y her­i­dos, uno de ellos fren­te a la plan­ta indus­tri­al de McCor­mick, en la cual había un núme­ro importan­te de rom­pe­hu­el­gas. Ante la fer­oz repre­sión se con­vo­ca el 4 de mayo a una mani­fes­ta­ción en la pla­za Hay­mar­ket, y como respu­es­ta a la repre­sión poli­cial es lanz­ado un arte­fac­to explo­si­vo. La respu­es­ta polic
ial es más fer­oz aún, ini­ci­an­do una cam­pa­ña de per­se­cu­cio­nes, encar­cela­mi­ent­os y tor­turas, reca­yen­do todo el peso de la jus­ti­cia bur­gue­sa sob­re ocho mili­tan­tes de pri­me­ra línea y diri­gen­tes sin­di­ca­les anar­quis­tas. La cau­sa judi­cial fue un mon­ta­je cla­sis­ta: tes­ti­gos fal­sos, prue­bas fal­sas, para hacer caer todo el odio de la cla­se bur­gue­sa sob­re la mili­tancia obre­ra. El pro­pio fis­cal Juli­us Grin­nel lo dijo en estos térmi­nos: “La ley está en jui­cio. La anar­quía está en jui­cio. Estos hom­bres han sido sel­eccio­na­dos por­que fue­r­on líde­res. No fue­r­on más cul­p­a­bles que los mil­la­res de sus adep­tos. Seño­res del jura­do: ¡decla­ra­dlos cul­p­a­bles y sal­va­ré­is a nue­stras insti­tu­cio­nes, a nues­tra sociedad!” Al año sigu­i­en­te, en noviembre 1887, recae sob­re estos ocho mili­tan­tes anar­quis­tas el peso de la ley bur­gue­sa, con penas de vari­os años de pri­sión, para algu­nos, y con­de­nas a mor­ir en la hor­ca, para otros. Ante el cadal­so, August Fischer declaró: “Si yo he de ser ahor­ca­do por pro­fe­sar las ide­as anar­quis­tas, por mi amor a la libertad, a la igu­aldad y a la fra­terni­dad, ent­on­ces no ten­go nada que objetar. Si la muer­te es la pena cor­re­la­ti­va a nues­tra ardien­te pasión por la libertad de la espe­cia huma­na, ent­on­ces yo les digo muy en alto: dis­po­ned de mi vida”. A par­tir de 1890 se con­me­mo­ra el 1º de Mayo como Día Inter­na­cio­nal de los Tra­ba­ja­do­res y Tra­ba­ja­do­ras, como día de huel­ga gene­ral con­tra el capi­tal, en memo­ria de los Már­ti­res de Chi­ca­go y por las 8 horas. Reivin­di­cación que la cla­se obre­ra va con­qui­stan­do en dife­ren­tes paí­ses al calor de huel­gas y luchas ten­aces, como en Nue­va Zel­an­da y Uru­gu­ay antes de 1915 o con la Huel­ga de la Cana­di­en­se en Bar­ce­lo­na en 1919. Su signi­fi­ca­do hoy Las 8 horas han sido con­quis­ta­das como un derecho y el 1 de Mayo reco­no­ci­do como fecha inter­na­cio­nal. No obstan­te, hoy, mil­lo­nes de per­so­nas oprimi­das a lo lar­go
y ancho del mun­do tra­ba­jan lar­gas y exte­nu­an­tes jor­na­das en con­di­cio­nes deplor­ables, sien­do fre­cuen­tes acci­den­tes en tal­le­res y fábri­cas que cul­mi­n­an en ver­dade­ras tra­ge­di­as, como ha ocur­ri­do en Ban­gla­desh en rei­tera­das oca­sio­nes. El gran capi­tal tras­na­cio­nal ha dis­lo­ca­do la pro­duc­ción por todo el pla­ne­ta pau­periz­an­do las con­di­cio­nes de vida y tra­ba­jo de pobla­cio­nes ente­ras y amen­azan­do inclu­so la exis­ten­cia de nue­s­tro pro­pio pla­ne­ta. Por tan­to, las 8 horas sigu­en sien­do una lucha vigen­te, y por sob­re todas las cosas, está vigen­te más que nun­ca la sociedad que soña­ron y por la que luch­a­ron los Már­ti­res de Chi­ca­go y gener­a­cio­nes de mili­tan­tes y tra­ba­ja­do­res y tra­ba­ja­do­ras. Lleva­ban en sus cora­zo­nes anhe­los de jus­ti­cia y reden­ción social para toda la huma­ni­dad, sabi­en­do que el enfren­ta­mi­en­to con­tra el capi­tal y el Estado era decisi­vo, tal como lo es hoy; y que de un lado están los opre­so­res y sus insti­tu­cio­nes y del otro, las cla­ses oprimi­das que san­gran en las máqui­nas, famé­li­cas, deso­cup­a­das, a quie­nes el sis­te­ma capi­ta­lis­ta despre­cia, pero serán las y los con­struc­to­res de un mun­do nue­vo. Al igu­al que quie­nes par­ti­ci­paron de la ges­ta de Chi­ca­go, las y los de aba­jo hoy sabe­mos que no hay jus­ti­cia posi­ble en este sis­te­ma, que este orden­a­mi­en­to social no pue­de brin­dar nada bue­no para quie­nes vivi­mos de nue­s­tro tra­ba­jo e inten­ta­mos sub­sistir día a día. El capi­ta­lis­mo solo trae des­gra­ci­as, hambre, mise­ria y vio­len­cia. Es lo que ha hecho el sis­te­ma duran­te sig­los, pero en estos últi­mos trein­ta años se ha tec­ni­fi­ca­do con una bes­tia­li­dad ter­ri­ble. Guer­ras para con­tro­lar recur­sos, gener­a­ción de caos en vari­os paí­ses y con­ver­tir­los en “estados fall­i­dos”, dest­ruc­ción de todo su apa­ra­to pro­duc­tivo, des­plaza­mi­en­to masi­vo de pobla­cio­nes que pasan a vivir en cam­pa­ment­os de refu­gi­a­dos, o los con­vier­te en dese­spe­ra­dos migran­tes en bus­ca de tra­ba­jo y bie­ne­star, y una lar­ga lis­ta de cala­mi­dades que gene­ra la vor­a­cidad capi­ta­lis­ta en su desplie­gue impe­ria­lis­ta.
Somos las cla­ses popu­la­res, a lo lar­go y ancho del mun­do, quie­nes suf­ri­mos estas con­se­cuen­ci­as del desplie­gue del sis­te­ma capi­ta­lis­ta y su nece­sidad de explotar los recur­sos natu­ra­les y el tra­ba­jo huma­no, los que debe­mos man­te­ner en alto las ban­de­ras de lucha de los Már­ti­res de Chi­ca­go y sus sue­ños de jus­ti­cia y libertad. Las tare­as del Anar­quis­mo Orga­niz­ado El Anar­quis­mo, ideo­lo­gía pro­fesa­da por los Már­ti­res de Chi­ca­go, no ha muer­to ni desa­pa­re­ci­do como se ha sos­ten­i­do des­de diver­sas ten­den­ci­as ideoló­gi­co-polí­ti­cas. Al con­tra­rio, el Anar­quis­mo tiene hoy derecho a demo­strar que su pro­pu­es­ta es váli­da para la huma­ni­dad, de que su pro­yec­to social tiene vali­dez para el pre­sen­te y no es una “reli­quia del pasa­do”. La pro­pu­es­ta anar­quis­ta que pone el obje­tivo en con­struir una sociedad don­de el poder polí­ti­co y la pro­piedad estén socia­lizadas y la libertad colec­ti­va sea un com­po­nen­te esen­cial de dicho orden­a­mi­en­to social, tienen hoy ple­na vigen­cia. Esta pro­pu­es­ta no pue­de con­cretar­se de un día para el otro, debe ser una con­struc­ción social paci­en­te, ten­az, deci­di­da, avan­z­an­do en la lucha y orga­ni­za­ción del pue­blo. Debe­mos avan­zar en esa per­spec­ti­va día tras días. Ello es posi­ble a par­tir de una cor­rec­ta inser­ción social en el seno del pue­blo, ent­re las cla­ses popu­la­res. Es de espe­cial inte­rés para el Anar­quis­mo Orga­niz­ado tener inci­den­cia ple­na en estos sec­to­res, y par­ti­cularmen­te ent­re las y los tra­ba­ja­do­res, poten­ci­an­do y des­ar­rol­lan­do la orga­ni­za­ción sin­di­cal y las luchas por mejo­res con­di­cio­nes labo­ra­les y sala­ria­les. Vin­cu­lar esas luchas y sin­di­ca­tos a otras orga­ni­za­cio­nes de las cla­ses oprimi­das e ir teji­en­do una est­ra­te­gia ten­dien­te a la con­creción de un Fren­te de Cla­ses Oprimi­das, avan­z­an­do en la con­creción de mayo­res espa­ci­os de auto­ge­stión y prot­ago­nis­mo de las y los de aba­jo, a eso lo llama­mos con­struc­ción de Poder Popu­lar. Para los pue­blos, todos los derechos y bene­fi­ci­os adqui­ri­dos han sido gana­dos con lucha. Las cla­ses domin
antes no hacen con­ce­sio­nes ni rega­lan nada por­que sí; solo la lucha com­ba­ti­va y soli­da­ria del con­jun­to de orga­ni­za­cio­nes popu­la­res es garan­tía de con­quis­tas y avan­ces para las y los oprimi­dos. En esa lucha des­de el Anar­quis­mo Orga­niz­ado tenemos un lugar con nues­tra est­ra­te­gia y plan­te­os con­cretos, con nues­tra meto­do­lo­gía que pone el acen­to en con­struir un pue­blo fuer­te y no un par­ti­do fuer­te, como todas las ten­den­ci­as van­guar­di­stas. Los anhe­los de jus­ti­cia y libertad de los Már­ti­res de Chi­ca­go recor­rerán las cal­les nue­va­men­te este Pri­me­ro de Mayo jun­to a los pue­blos del mun­do en su lucha por sus mis­mos obje­tiv­os y por tener un futu­ro. Sus sue­ños viven en la lucha de hom­bres y muje­res a lo lar­go y ancho del mun­do por pan, tra­ba­jo y digni­dad, pero tam­bién por una sociedad de igu­aldad ple­na.

VIVAN LOS MÁRTIRES DE CHICAGO!! VIVA EL 1º DE MAYO!! A FORTALECER EL ANARQUISMO ORGANIZADO!! POR EL SOCIALISMO Y LA LIBERTAD!!

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