[FRN:] Hinschauen, wenn andere wegschauen: eine Ausstellung über NS-Verfolger Fritz Bauer in Berlin

Eine Aus­stel­lung in Ber­lin erin­nert an den Juris­ten und frü­he­ren hes­si­schen Gene­ral­staats­an­walt Fritz Bau­er, der eine ent­schei­den­de Rol­le bei der Fest­nah­me des NS-Ver­bre­chers Adolf Eich­mann spiel­te. Bau­er, der als Jude und Sozi­al­de­mo­krat vor den Nazis flüch­ten muss­te und 1949 aus dem schwe­di­schen Exil nach Deutsch­land zurück­kehr­te, hat gegen gro­ße Wider­stän­de wich­ti­ge Straf­ver­fah­ren gegen NS-Täter vor­an­ge­bracht. Der in Stutt­gart gebo­re­ne Jurist wur­de 1930 jüngs­ter Amts­rich­ter der Wei­ma­rer Repu­blik. Eine wich­ti­ge Rol­le spiel­te Bau­er bei den Frank­fur­ter Ausch­witz-Pro­zes­sen gegen Mit­glie­der der Wach­mann­schaf­ten des Ver­nich­tungs- und Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers. Vor allem sei­ne Ansicht, dass man nicht gegen ein­zel­ne Täter ermit­teln soll­te, da Ver­fah­ren gegen ein­zel­ne Ange­klag­te kei­nen Bei­trag zur Auf­klä­rung des gan­zen Ver­bre­cher­kom­ple­xes lie­fe­re, rief star­ken Wider­stand in der frü­hen Bun­des­re­pu­blik her­vor.
Über die Wich­tig­keit die­ser Aus­stel­lung, gera­de in unse­ren Zei­ten, spra­chen wir mit Dr. Andrea Ried­le, der Direk­to­rin des Doku­men­ta­ti­ons­zen­trums Topo­gra­phie des Ter­rors, gleich­zei­tig Ort der Aus­stel­lung, die vom Frank­fur­ter Fritz-Bau­er-Insti­tut kon­zi­piert wur­de. Read More