[FRN:] (K)ein Einzeltäter? Zu den Ermittlungen im Fall NSU 2.0 (Serie 1005: CX – Corax – Politik – Makro)

Wer schützt mich, wenn ich bedroht wer­de? Die Poli­zei? Wer die Droh­schrei­ben des NSU 2.0 erhal­ten hat, glaubt das womög­lich nicht mehr. Seit August 2018 wur­den ver­schie­de­ne lin­ke Per­sön­lich­kei­ten des öffent­li­chen Lebens durch die Brie­fe des NSU 2.0 mit dem Leben bedroht. Mehr als 100 Droh­schrei­ben wur­den ver­öf­fent­licht. Betrof­fen waren vor allem Frau­en, die poli­tisch aktiv und /​oder migran­tisch sind. Als ers­tes traf es die Neben­klä­ge­rin im NSU-Pro­zess Seda Başay-Yıl­dız. Das Beson­de­re: Eini­ge Infor­ma­tio­nen aus den Brie­fen kamen direkt von Rech­nern von Poli­zei­dienst­stel­len aus Frank­furt, Ber­lin und Ham­burg. Jetzt gab die Staats­an­walt­schaft Frank­fur­ter bekannt, einen mut­maß­li­chen Täter iden­ti­fi­ziert zu haben. Er sei arbeits­los und bereits in Ver­gan­gen­heit durch rech­te Straf­ta­ten auf­ge­fal­len, heißt es von der Staats­an­walt­schaft. Das passt ins Cli­ché. Aber han­del­te er allei­ne? Kein Netz­werk? Kei­ne invol­vier­ten Polizist:innen? Dar­über spra­chen wir heu­te Mor­gen mit der Lin­ken-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Mar­ti­na Ren­ner. Sie hat ges­tern mit wei­te­ren Betrof­fe­nen der NSU 2.0‑Serie eine Erklä­rung ver­öf­fent­licht, in der sie wei­te­re Auf­klä­rung for­dern. So soll etwa geklärt wer­den, wie der Tat­ver­däch­ti­ge an Daten aus Poli­zei­com­pu­tern in Frank­furt am Main, Wies­ba­den, Ham­burg und Ber­lin und an eine im Ein­woh­ner­mel­de­re­gis­ter gesperr­te Adres­se kom­men konn­te. Auch müs­se auf­ge­klärt wer­den, wel­che Ver­bin­dun­gen der in Ber­lin Fest­ge­nom­me­ne nach Hes­sen habe und ob es Ver­bin­dun­gen zu einer rechts­ex­tre­mis­ti­schen Anschlags­se­rie in Ber­lin-Neu­kölln gebe. Read More