[KgK:] Über 20 Tote bei Israels brutalem Bombardement des Gazastreifens

Nach meh­re­ren Tagen von Angrif­fen auf Palästinenser:innen in Ost-Jeru­sa­lem, die gegen die ver­such­te Räu­mung von einem Dut­zend Fami­li­en und gegen die Pro­vo­ka­tio­nen der Siedler:innen und der israe­li­schen Rech­ten pro­tes­tier­ten, bom­bar­dier­te Isra­el am Mon­tag den Gaza­strei­fen. Dadurch kamen über 20 Palästinenser:innen ums Leben, unter ihnen neun Kin­der.

In Ost-Jeru­sa­lem stürm­ten israe­li­sche Sol­da­ten unter­des­sen die Al-Aqsa-Moschee, die ges­tern Mor­gen von paläs­ti­nen­si­schen Jugend­li­chen besetzt wor­den war, um die Durch­füh­rung eines Auf­mar­sches von jüdi­schen Ultra­na­tio­na­lis­ten zu ver­hin­dern, der schließ­lich unter­bro­chen wur­de.

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Die israe­li­sche Poli­zei hat­te am all­jähr­li­chen “Jeru­sa­lem-Tag” eine Pro­vo­ka­ti­on insze­niert, um ihre „Sou­ve­rä­ni­tät“ über die gesam­te Stadt zu behaup­ten. Damit gab sie grü­nes Licht für eine Mobi­li­sie­rung von Ost-Jeru­sa­le­mern, Siedler:innen und reak­tio­nä­ren Israe­lis.

Als Reak­ti­on auf die­sen Ver­such der Macht­in­sze­nie­rung, schos­sen Palästinenser:innen um die 200 Rake­ten ab, auf die dann der mili­tä­ri­sche Luft­an­griff von Isra­el folg­te.

In den deut­schen Medi­en wird der Kon­flikt als beid­sei­ti­ger Kon­flikt dar­ge­stellt. Es wird behaup­tet, die Gewalt von bei­den Par­tei­en sei glei­cher­ma­ßen zu ver­ur­tei­len oder der die Unter­drü­ckung der Palästinenser:innen wird sogar noch gerecht­fer­tigt. Die tages­schau titelt bei­spiels­wei­se ”Nach Unru­hen in Jeru­sa­lem: Hamas feu­ert Rake­ten auf Isra­el”. Sprin­gers Welt setzt noch einen drauf und spricht von “RAMADAN-RANDALE”.

Unter­drü­cker und Unter­drück­te wer­den gleich­ge­setzt, geschwie­gen wird über die Unter­schie­de in der Bewaff­nung und das Aus­maß der Gewalt. So haben die Luft­an­grif­fe Isra­els bis­her über 20 Men­schen in Gaza getö­tet. Auf israe­li­scher Sei­te sind bis­her zwei Men­schen gestor­ben.

Inmit­ten der Zusam­men­stö­ße ist der Marsch der Poli­zei ein Affront gegen die Palästinenser:innen, die Ost-Jeru­sa­lem als Haupt­stadt eines zukünf­ti­gen paläs­ti­nen­si­schen Staa­tes betrach­ten. Die­ses Gebiet wur­de jedoch von Isra­el nach dem Sechs­ta­ge­krieg 1967 zunächst besetzt und dann annek­tiert.

Bereits am Wochen­en­de hat­ten sich die Pro­tes­te aus­ge­wei­tet und die israe­li­sche Armee hat­te Hun­der­te von Gläu­bi­gen und Demonstrant:innen bei Al-Aqsa ver­letzt, auch in einer der hei­ligs­ten Näch­te des Rama­dan. Die­se Pro­tes­te began­nen gegen die Ver­trei­bung paläs­ti­nen­si­scher Fami­li­en aus Sheikh Jar­rah, einem Vier­tel im israe­lisch besetz­ten Ost-Jeru­sa­lem.

Israe­li­sche Sol­da­ten feu­er­ten dar­auf­hin Gum­mi­ge­schos­se, Trä­nen­gas und Schall­bom­ben auf Palästinenser:innen und ver­letz­ten mehr als 300 Men­schen. Und die Gewalt wird wei­ter­ge­hen: Der ultra­rech­te israe­li­sche Abge­ord­ne­te Itamar Ben Gvir, Ver­bün­de­ter von Minis­ter­prä­si­dent Netan­ja­hu, ver­kün­de­te bereits, statt Gum­mi­ge­schos­sen zukünf­tig star­ke Muni­tio­nen gegen Demons­trie­ren­de ein­set­zen zu wol­len.

Der Arti­kel erschien ursprüng­lich auf unser Schwes­ter­sei­te La Izquier­da Dia­rio.

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