[perspektive:] Weitere Razzien nach Waffenfund bei rechtem Soldaten aus Hessen

Im Februar wurden bei einem Bundeswehrsoldaten und seiner Familie in Hessen illegale Waffen, Munition und Sprengstoff gefunden. In Folge dessen kam es nun zu weiteren Durchsuchungen. Es soll geprüft werden ob der Soldat Teil eines rechten Netzwerkes ist.

Bei einer Ermitt­lung im Febru­ar 2021 fand die Poli­zei in einem Haus im hes­si­schen Glas­hüt­ten (Hoch­tau­nus) meh­re­re ille­ga­le Waf­fen. Dar­un­ter ein Jagd­ge­wehr samt Ziel­fern­rohr und Muni­ti­on, so wie eine Pis­to­le, meh­re­re Dut­zend Mes­ser, ein Beil und wei­te­re Patro­nen.

Dar­über hin­aus fan­den Ermittler:innen der hes­si­schen Poli­zei alte Kriegs­mu­ni­ti­on, Gra­na­ten und Schwarz­pul­ver bei der Haus­durch­su­chun­gen. Die Bewoh­ner des Hau­ses, ein Vater und sei­ne zwei Söh­ne, wur­den fest­ge­nom­men. Seit den Ent­de­ckun­gen sit­zen sie in Unter­su­chungs­haft, ihnen wer­den Ver­stö­ße gegen das Waf­fen- und Kriegs­waf­fen­kon­troll­ge­setz so wie Volks­ver­het­zung vor­ge­wor­fen.

Vorwurf der Körperverletzung

Ursprüng­lich war gegen einen der Söh­ne ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren wegen Kör­per­ver­let­zung ein­ge­lei­tet wor­den, da sei­ne frü­he­re Lebens­part­ne­rin ihm Kör­per­ver­let­zung vor­wirft. Im Zuge des­sen soll sie der Poli­zei außer­dem erzählt haben, dass ihr Expart­ner, zu Hau­se ille­gal Waf­fen und Muni­ti­on lagern wür­de und sich auf einen mög­li­chen Umsturz vor­be­rei­tet. Außer­dem besä­ße er ein Werk mit dem Titel: „Wie man die Macht in Deutsch­land über­neh­men könn­te“, ein pas­sen­des Papier fan­den die Ermittler:innen bei der Haus­durch­su­chung.

Knapp drei Mona­te spä­ter folg­ten am Diens­tag­mor­gen wei­te­re Durch­su­chun­gen in vier Bun­des­län­dern: Hes­sen, Rhein­land-Pfalz, Baden-Würt­tem­berg und Nie­der­sach­sen. Im Auf­trag der Staats­an­walt­schaft Frank­furt am Main wur­den meh­re­re Woh­nun­gen und Lie­gen­schaf­ten der Bun­des­wehr durch­sucht.

Die Maß­nah­men geschä­hen im Rah­men eines Ver­fah­rens wegen Ver­dachts des „Ver­wen­dens von Kenn­zei­chen ver­fas­sungs­wid­ri­ger Orga­ni­sa­tio­nen“, äußer­te sich eine Spre­che­rin der Staats­an­walt­schaft. Aus „ermitt­lungs­tak­ti­schen Grün­den“ könn­ten kei­ne wei­te­ren Details mit­ge­teilt wer­den.

Suche nach rechtem Netzwerk

Bei der Haus­durch­su­chung im Febru­ar wur­den unter ande­rem Mobil­te­le­fo­ne der Fami­lie sicher­ge­stellt, auf die­sen fan­den sich Chat­grup­pen, die eine Zuge­hö­rig­keit zur Reichsbürger:innen- und rech­ten Sze­ne ver­mu­ten las­sen. Die­ser Fra­ge gehen die Ermittler:innen des hes­si­schen Lan­des­kri­mi­nal­amts (LKA) nun nach, heißt es nach Infor­ma­tio­nen des WDR.

In den letz­ten Woche sol­len sowohl das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz (VS), als auch der Mili­tä­ri­sche Abschirm­dienst (MAD) die Kon­tak­te des fest­ge­nom­men Sol­da­ten über­prüft haben und auf belas­ten­de Hin­wei­se gesto­ßen sein. Ein­ge­setzt wur­de der Sol­dat am Stand­ort Pful­len­dorf in Baden-Würt­tem­berg. Der Vater und der Bru­der des zunächst Ver­däch­ti­gen wer­den von den Behör­den mitt­ler­wei­le als „Rechts­ex­tre­mis­ten“ ein­ge­stuft.

Der Bei­trag Wei­te­re Raz­zi­en nach Waf­fen­fund bei rech­tem Sol­da­ten aus Hes­sen erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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