[EMRAWI:] Identitäre raus aus Ottakring!

Um die Kund­ge­bung am Abend durch­zu­set­zen, waren die ers­ten Iden­ti­tä­ren bereist am frü­hen Nach­mit­tag vor Ort. Beschützt von Poli­zei und Ver­fas­sungs­schmutz brei­te­ten sie sich am Brun­nemarkt aus. Doch bereits hier gab es spon­ta­nen Wider­stand. Ers­te Nachbar*innen zeig­ten wort­stark ihren Unmut, spiel­ten anti­fa­schis­ti­sche Musik und häng­ten Trans­pis aus den Fens­tern. Im Lau­fe des Tages wur­de ihre Anzahl deut­lich mehr. Am Abend drück­ten mehr als 500 Antifaschist*innen ihren Unmut aus.

Um 19:00 soll­te eine iden­ti­tä­re Zubrin­ger­de­mo vom nahe gele­ge­nen U‑Bahnhof Josef­städ­ter Stra­ße star­ten. Tat­säch­lich sam­mel­ten sich dort fast hun­dert Rech­te, wäh­rend direkt am Kund­ge­bungs­ort wei­te­re 40 „Öster­rei­cher“ war­te­ten – aller­dings ver­geb­lich. Denn obwohl viel Poli­zei unter­wegs war und sie den Platz groß­flä­chig absperr­ten, schaff­ten die Rech­ten es nicht, den ca. 200 Meter lan­gen Weg zum Brun­nen­markt zurück­zu­le­gen.

Es waren zu vie­le Antifaschist*innen unter­wegs. Kaum tauch­ten die Iden­ti­tä­re wo auf, war die Stra­ße schon blo­ckiert. An der Ecke Brunnegasse/​Schellhammergasse war die größ­te lin­ke Ver­samm­lung. Eine Stra­ße dar­un­ter waren die Rech­ten gestran­det, eine Stra­ße dar­über war die ange­mel­de­te Kund­ge­bung. Groß­teils bestan­den die Blo­cka­den aus rei­ner phy­si­scher Prä­senz; ver­ein­zelt flo­gen auch Böl­ler. Auch Mist­kü­bel wur­den als Sper­re auf die Stra­ße gewor­fen, von ande­ren Demonstrant*innen wur­den die­se wie­der auf­ge­stellt und weg­ge­bracht. Bei einer Eska­la­ti­on direkt bei der U‑Bahn Josef­städ­ter Stra­ße wur­de ver­ein­zelt Fla­schen gewor­fen.

Der gestran­de­te Teil der rech­ten Demonstrant*inenn war­te­te frus­triert etwas mehr als eine Stun­de, bevor es unter Poli­zei­schutz zurück zur U‑Bahn ging. Antifaschist*innen ver­ab­schie­de­ten sie laut­stark, wobei es direkt bei der U‑Bahnstation zu einer kurz­fris­ti­gen Eska­la­ti­on kam. Die Kund­ge­bung muss­te um 21:00, nach­dem sie 7 Stun­den unter Poli­zei­schutz beschimpft wur­den, zusam­men­pa­cken und im Lauf­schritt Otta­kring ver­las­sen.

Die Poli­zei ver­hielt sich groß­teils defen­siv, sie beschränk­te sich groß­teils dar­auf, die Iden­ti­tä­ren zu beschüt­zen, ihren ange­mel­de­ten Kund­ge­bungs­ort groß­räu­mig abzu­schir­men. Den­noch kam es immer wie­der zu Poli­zei­ge­walt. Zwei­mal gin­gen sie mit Trit­ten, Stö­ßen und groß­flä­chi­gen Pfef­fer­spray­ein­satz gegen Lin­ke los. Am Ende des Tages wur­de moti­va­ti­ons­los eine grö­ße­re Grup­pe Antifaschist*innen ein­ge­kes­selt. Ins­ge­samt wur­de eine Per­son fest­ge­nom­men, zwan­zig Per­so­nen wur­den ange­zeigt, eine Per­son wur­de so schwer ver­letzt, dass sie ins Kran­ken­haus gebracht wer­den muss­te.

Doch auch sie konn­ten erfolg­rei­che anti­fa­schis­ti­sche Aktio­nen nicht ver­hin­dern. Den Faschist*innen, egal wie sie sich nen­nen, egal, was ihr Vor­wand für ihr Auf­tre­ten ist, wur­de an die­sem Tag sehr klar gemacht, dass sie hier uner­wünscht sind!

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