[FRN:] Fokus Südwest 10.06.2021 (Serie 614: Fokus Südwest)

Bei­trä­ge:
# Rück­bau von Fes­sen­heim läuft mit bloss mini­ma­len Vor­sichts­mass­nah­men

Der Schwei­zer Exper­te Dr. André Herr­mann, ehe­ma­li­ge Prä­si­dent der Eid­ge­nös­si­schen Strah­len­schutz­kom­mis­si­on, hat die von der EDF über­mit­tel­ten Dos­siers ana­ly­siert. «Es zeigt sich, dass vie­le Schwach­stel­len, die seit dem Unfall von Fuku­shi­ma von der fran­zö­si­schen Auf­sichts­be­hör­de kri­ti­siert wur­den, auch beim Rück­bau ohne Sicher­heits­vor­keh­run­gen hin­ge­nom­men wer­den.»
Auch bei mir ist Fes­sen­heim abge­hakt. Dabei befin­den sich noch die Brenn­ele­men­te im Werk und müs­sen gekühlt wer­den, sonst wer­den sie heiß, hei­ßer und das Exkraft­werk schmilzt am Ende doch noch.

# Nas­se Füße dank S21

Bereits am 4. Juni 2018 hat­te das Akti­ons­bünd­nis die Stu­die „Über­flu­tungs­ri­si­ken durch Stutt­gart 21 – Der Tief­bahn­hof als „Stau­mau­er“ bei Stark­re­gen“ von Dr. Chris­toph Engel­hardt und Dipl.-Ing Hans Heyde­mann ver­öf­fent­licht. Beim aktu­el­len Stark­re­gen wur­den prommt die Stra­ßen um den Haupt­bahn­hof geflu­tet. Deren Ein­tritts­wahr­schein­lich­keit wer­de künf­tig auf­grund der Kli­madra­ma­tik zuneh­men und mit der Stutt­gar­ter Kes­sel­la­ge auf eine Topo­lo­gie tref­fen, die die Stadt ohne­hin zu einem Hoch­ri­si­ko­ge­biet bei Stark­re­ge­n­er­eig­nis­sen mach­ten. Dipl.-Ing Haus Heyde­mann im Gespräch mit RDL.Protest gegen Abschie­bun­gen nach Sri Lan­ka und Afghanistan„Die Men­schen, die abge­scho­ben wur­den, sind wie vom Erd­bo­den ver­schluckt…“

Nach­rich­ten:
# Abge­scho­ben aus BW

Am 30 März wur­den 24 Tamil*innen und Muslim*innen aus Deutsch­land und der Schweiz nach Sri Lan­ka abge­scho­ben. Auch Baden-Würt­tem­berg war an der Sam­mel­ab­schie­bung betei­ligt. Meh­re­re Betrof­fe­ne waren zuvor im Abschie­be­ge­fäng­nis Pforz­heim inhaf­tiert. RDL hat­ten über die Abschie­bung berich­tet, die statt­fand obwohl eine Woche zuvor eine von Deutsch­land mit aus­ge­ar­bei­te­te Reso­lu­ti­on des UNHRC der Regie­rung Sri Lan­kas „eine zuneh­men­de Mar­gi­na­li­sie­rung von Per­so­nen, die den tami­li­schen und mus­li­mi­schen Min­der­hei­ten ange­hö­ren (…) will­kür­li­che Ver­haf­tun­gen, mut­maß­li­che Fol­ter und ande­re grau­sa­me, unmensch­li­che, ernied­ri­gen­de Behand­lung, sowie sexu­el­le und geschlechts-spe­zi­fi­sche Gewalt“ vor­ge­wor­fen hat.
Zwar ist der Bür­ger­krieg seit Ende 2009 vor­bei, die Lage ins­be­son­de­re für die tami­li­sche Min­der­heit ist aber Berich­ten zufol­ge nach wie vor pre­kär, auch weil mili­tä­ri­sche Befehls­ha­ber und füh­ren­de Poli­ti­ker aus der Zeit des Bür­ger­kriegs wie­der an die Macht sind. Um gegen die Abschie­bung nach Sri Lan­ka und auch die Abschie­bung nach Afgha­ni­stan zu pro­tes­tie­ren, fan­det in Pforz­heim von Mon­tag bis Don­ners­tag ein Pro­test­camp vor dem Abschie­be­ge­fäng­nis statt.

# Atom­kraft­geg­ner bean­tra­gen einst­wei­li­ge Anord­nung zur Still­le­gung des AKW Neckarwestheim‑2

Zwei aktu­el­le staat­li­che Gut­ach­ten bestä­ti­gen: Gefahr sys­te­ma­ti­scher Rohr­brü­che durch Kor­ro­si­on im AKW Neckarwestheim‑2 nicht aus­ge­schlos­sen. Atom­kraft­geg­ner stell­ten dar­auf hin einen Eil­an­trag beim Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Mann­heim Diens­tag­abend (8.6.), den Betrieb des Reak­tors bis auf Wei­te­res zu unter­sa­gen.

Armin Simon von .aus­ge­strahlt und Franz Wag­ner vom BBMN:
„Jah­re­lang hat das baden-würt­tem­ber­gi­sche Umwelt­mi­nis­te­ri­um die von den kor­ro­si­ven Bedin­gun­gen im AKW Neckarwestheim‑2 aus­ge­hen­de Gefahr durch mög­li­che Rohr­brü­che bestrit­ten. Als im März sogar der ehe­mals höchs­te Atom­auf­se­her im Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um, Dipl.-Ing. Die­ter Majer, vor einem dro­hen­den Atom­un­fall warn­te, schal­te­te das Minis­te­ri­um nicht etwa den Reak­tor ab, son­dern gab eigens zwei Gegen­gut­ach­ten in Auf­trag, die Majer wider­le­gen soll­ten.

Wie jetzt her­aus­kommt, konn­ten die­se Majers Vor­wurf, dass wich­ti­ge Sicher­heits­nach­wei­se gar nicht vor­lie­gen, jedoch nicht ent­kräf­ten. Im Gegen­teil: Bei­de im Auf­trag der Behör­de erstell­ten Gut­ach­ten bestä­ti­gen unab­hän­gig von­ein­an­der und expli­zit: Einen Nach­weis, dass Roh­re nicht auf­grund der Ris­se bre­chen kön­nen, gibt es nicht. Ein sol­cher ist, wie der eine Gut­ach­ter ergän­zend aus­führt, auch gar nicht mög­lich. Nichts ande­res hat­te Majer in sei­ner Stel­lung­nah­me im März dar­ge­legt.
So Armin Simon von .aus­ge­strahlt und Franz Wag­ner vom Bund der Bür­ger­initia­ti­ven Mitt­le­rer Neckar (BBMN)
Am 19. Juni 2020 war bereits ein ähn­li­cher Antrag erfolg­los gestellt wor­den. Inzwi­schen beur­tei­len die Gut­ach­ter die Lage von Neckar­west­heim kri­ti­scher. Read More