[labournet:] Hilfsorganisationen: Corona-Krise zwingt zu Kinderarbeit

Kinderarbeit“… Die Coro­na-Kri­se lässt Kin­der­recht­lern zufol­ge die Kin­der­ar­beit in armen Län­dern bereits spür­bar anstei­gen. Bei Recher­chen in asia­ti­schen Län­dern sei eine deut­li­che Zunah­me fest­ge­stellt wor­den, erklär­te die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on World Visi­on in Fried­richs­dorf. Die­se Ten­denz sei auch in ande­ren Tei­len der Welt zu sehen, beson­ders in Afri­ka und Latein­ame­ri­ka, sag­te Kin­der­rechts­re­fe­ren­tin Ant­je Lüde­mann-Dun­dua. Die Vor­stands­spre­che­rin des Kin­der­hilfs­werks terre des hom­mes, Bir­te Köt­ter, sag­te: „Für Mil­lio­nen Kin­der in armen Län­dern hat die Coro­na-Pan­de­mie das Gesicht von Hun­ger und Aus­beu­tung.“ Lüde­mann-Dun­dua sag­te, die Fol­gen sei­en extrem: „Denn die Kin­der wer­den so ihrer Zukunft beraubt. Vie­le von ihnen wer­den nicht mehr in die Schu­le zurück­keh­ren. Sie ver­lie­ren die Chan­ce auf ein bes­se­res Leben.“ Für die Erhe­bung befrag­te World Visi­on Fami­li­en in sechs asia­ti­schen Län­dern. 830 Fami­li­en, etwa acht Pro­zent der Befrag­ten, gaben dem­nach an, dass sie durch die Coro­na-Maß­nah­men und damit weg­fal­len­des Ein­kom­men sowie stei­gen­de Aus­ga­ben gezwun­gen sei­en, ihre Kin­der arbei­ten zu schi­cken. Wei­te­re 415 Fami­li­en erklär­ten, dass sie ihre Kin­der jetzt bet­teln lie­ßen. (…) „Coro­na drängt in Ent­wick­lungs­län­dern vie­le Fami­li­en immer tie­fer in die Armut“, sag­te Cor­ne­lia Füll­krug-Weit­zel, die Prä­si­den­tin von „Brot für die Welt“. Sie müss­ten öko­no­misch gestärkt wer­den, damit die Kin­der nicht aus nack­ter Über­le­bens­not in aus­beu­te­ri­sche Arbeit getrie­ben wer­den. „Für Unter­neh­men, die mit­hil­fe die­ser Bil­lig­s­t­ar­beits­kräf­te im Berg­bau, in Stein­brü­chen, in der Land­wirt­schaft oder der Tep­pich­fa­bri­ka­ti­on ihre Gewinn­mar­gen in die Höhe trei­ben, bre­chen ‚gol­de­ne Zei­ten‘ an, wenn vie­le Fami­li­en kei­ne alter­na­ti­ven Ein­nah­me­quel­len haben“, sag­te Füll­krug-Weit­zel. (…) Bereits vor der Pan­de­mie lit­ten den Anga­ben zufol­ge welt­weit 386 Mil­lio­nen Kin­der unter extre­mer Armut. Die Ver­ein­ten Natio­nen schät­zen, dass als Fol­ge der Coro­na-Pan­de­mie zusätz­lich 66 Mil­lio­nen Kin­der in extre­me Armut abrut­schen. Wäh­rend der Hoch­zeit des welt­wei­ten Lock­downs im Mai konn­ten nach UN-Anga­ben 1,5 Mil­li­ar­den Schü­le­rin­nen und Schü­ler kei­ne Schu­le besu­chen.” Bei­trag vom 14. August 2020 beim MiGA­ZIN externer Link und dazu:

  • Kin­der­ar­beit nimmt wie­der zu: Welt­weit müs­sen rund 160 Mil­lio­nen Min­der­jäh­ri­ge zu Las­ten ihrer Ent­wick­lung arbei­ten. Exper­ten befürch­ten Zuspit­zung durch Coro­na-Maß­nah­men New
    “Nach einer neu­en Unter­su­chung der Inter­na­tio­na­len Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on (ILO) und dem UN-Kin­der­hilfs­werk Unicef ist die Zahl der zur Arbeit gezwun­ge­nen Kin­der erst­mals seit zwei Jahr­zehn­ten wie­der ange­stie­gen. Der­zeit müss­ten welt­weit schät­zungs­wei­se 160 Mil­lio­nen Min­der­jäh­ri­ge zwi­schen fünf und 17 Jah­ren einer Erwerbs­tä­tig­keit nach­ge­hen, heißt es in einem Bericht der bei­den Orga­ni­sa­tio­nen. Das Papier wur­de kurz vor dem Welt­tag gegen Kin­der­ar­beit am kom­men­den Sams­tag vor­ge­stellt. ILO und Unicef wei­sen dar­auf hin, dass erzwun­ge­ne Arbeit der kind­li­chen Ent­wick­lung emp­find­lich schä­di­gen kann. Die Zahl der arbei­ten­den Kin­der sei seit dem Jahr 2016 um 8,7 Mil­lio­nen gestie­gen, heißt es in dem Bericht wei­ter. ILO und Unicef unter­su­chen die Situa­ti­on der Kin­der­ar­beit alle vier Jah­re. Der nun fest­ge­stell­te Trend ist jedoch nicht auf die welt­wei­te Coro­na-Pan­de­mie zurück­zu­füh­ren, die vor allem in den Län­dern des Glo­ba­len Südens Arbeits­ver­hält­nis­sen gescha­det hat und Ein­kom­mens­quel­len hat ver­sie­gen las­sen. Ers­te Ana­ly­sen las­sen ver­mu­ten, dass die Ein­brü­che der Arbeits­märk­te auch arbei­ten­de Kin­der zunächst gezwun­gen hat, zu Hau­se zu blei­ben. Auf lan­ge Sicht aber dürf­ten die wirt­schaft­li­chen Pro­ble­me in Fol­ge von Lock­downs und ande­ren Maß­nah­men gegen die Ver­brei­tung des Coro­na-Virus Kin­der wie­der ver­stärkt zur Arbeit zwin­gen. Ange­sichts all­ge­mein zuneh­men­der Armut könn­ten, so pro­gnos­ti­zie­ren ILO und Unicef, bis Ende des kom­men­den Jah­res wei­te­re neun Mil­lio­nen Kin­der zur Erwerbs­tä­tig­keit gezwun­gen wer­den. “Im zwei­ten Jahr mit Lock­downs, geschlos­se­nen Schu­len, wirt­schaft­li­chen Ein­brü­chen und gerin­ge­ren natio­na­len Haus­halts­bud­gets ste­hen man­che Fami­li­en vor einer herz­zer­rei­ßen­den Wahl”, schil­der­te die Vor­sit­zen­de des Kin­der­hilfs­werks Unicef, Hen­ri­et­ta Fore, die Lage. Gera­de in ärme­ren Län­dern sei­en Fami­li­en oft gezwun­gen, ihre Kin­der arbei­ten zu las­sen, um nicht Hun­ger lei­den zu müs­sen. Fore rief Regie­run­gen und die Ent­wick­lungs­hil­fe auf, Min­der­jäh­ri­gen ihr Recht auf eine unver­sehr­te Kind­heit und Bil­dung zu garan­tie­ren…” Bei­trag von Harald Neu­ber vom 10. Juni 2021 bei Tele­po­lis externer Link, sie­he den Report bei der ILO: Child Labour: Glo­bal esti­ma­tes 2020, trends and the road for­ward externer Link

Der Bei­trag Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen: Coro­na-Kri­se zwingt zu Kin­der­ar­beit erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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