[ak:] Spekulant*innen lieben diesen Trick

Auf ein­mal ging alles ganz schnell. Nur zwei Tage vor der Urteils­ver­kün­dung sicker­te die Infor­ma­ti­on durch, dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt am 15. April sei­ne Ent­schei­dung über den Ber­li­ner Mie­ten­de­ckel ver­öf­fent­li­chen wür­de. Über­ra­schend kam die Ankün­di­gung auch des­halb, weil es nicht ein­mal eine münd­li­che Anhö­rung in der Sache gege­ben hat. Die Ent­schei­dung

[ak:] Geh bitte! Die Zeit

Neu­lich wur­de die Wochen­zei­tung Die Zeit, die Bra­vo für pen­sio­nier­te Pro­fes­so­ren, bekannt aus gele­der­ten Zei­tungs­stän­dern in Wil­mers­dor­fer Alt­bau­woh­nun­gen, 75 Jah­re alt. Aus einem schmie­ri­gen Geburts­­­tags-Wer­­be­­fil­m­chen erfuh­ren wir, dass man bei der Zeit für gute Arbeit vom Chef ein Stück Bra­ten im Dru­cker­raum zuge­steckt bekommt. Außer­dem stell­te der Bra­ten­ver­tei­ler, Gio­van­ni di

[ak:] Drei Jahrestage lebendiger Selbstregierung

Vive la Com­mu­ne!« Die­ser Auf­ruf war vor 150 Jah­ren für vie­le Fran­zö­sin­nen und Fran­zo­sen ein Hoff­nungs­schim­mer im vom deutsch-fran­­zö­­si­­schen Krieg zer­rüt­te­ten Land. In meh­re­ren Städ­ten rie­fen Arbeiter*innen und Handwerker*innen 1870 und 1871 auto­nom Kom­mu­nen aus. Neben der bekann­ten Pari­ser Kom­mu­ne kam es auch in Lyon, Mar­seil­le, Tou­lou­se und wei­te­ren Städ­ten

[ak:] Luxus der Armen

Die Pari­ser Kom­mu­ne jährt sich die­sen Monat zum 150. Mal. Auch ein kon­ser­va­ti­ver Zeit­ge­nos­se wie Sebas­ti­an Haff­ner erkann­te Mit­te der 1980er Jah­re die Bedeu­tung des 72 Tage bestehen­den frei­en Paris: »Zum ers­ten Mal« ging es »um Din­ge, um die heu­te in aller Welt gerun­gen wird: Demo­kra­tie oder Dik­ta­tur, Räte­sys­tem oder

[ak:] Netzwerk der Weltrevolution

Revo­lu­ti­on braucht Orga­ni­sa­ti­on. Und Welt­re­vo­lu­ti­on? »Kader und ein glo­ba­les Netz­werk«, schreibt die Schwei­zer His­to­ri­ke­rin Bri­git­te Stu­der in ihrem lesens­wer­ten Buch »Rei­sen­de der Welt­re­vo­lu­ti­on – Eine Glo­bal­ge­schich­te der Kom­mu­nis­ti­schen Inter­na­tio­na­le«. Deren Grün­dung Anfang März 1919 in Mos­kau habe »den Nerv der Zeit« getrof­fen. Der Rote Okto­ber 1917 galt den Gründer*innen der »Kom­in­tern«

[ak:] Unser Denkmal ist unantastbar

Eine im Dezem­ber in Mainz von ZDFin­fo ver­öf­fent­lich­te Umfra­ge offen­bart, dass ein Vier­tel (26 Pro­zent) der befrag­ten Deut­schen nur lücken­haft über den Holo­caust infor­miert ist. Vie­le der Befrag­ten wuss­ten nur wenig bis gar nichts mit dem Begriff Holo­caust anzu­fan­gen. Fast genau­so vie­le Befrag­te (28 Pro­zent) stimm­ten der Aus­sa­ge zu, dass

[ak:] Willkommenes Fehlverhalten

Immer wenn es um Kor­rup­ti­on oder Bestech­lich­keit geht, wird hoch­mo­ra­lisch argu­men­tiert. So auch im Fall von Georg Nüß­lein (Ex-CSU) und Niko­laus Löbel (Ex-CDU), die Pro­vi­sio­nen in sechs­stel­li­ger Höhe für die Ver­mitt­lun­gen von Mas­ken kas­siert haben sol­len, als die­se zu Beginn der Coro­­na-Pan­­de­­mie Man­gel­wa­re waren. Eine der­art nied­ri­ge mora­li­sche Hemm­schwel­le, so

[ak:] Mit allen Mitteln gegen Seenotrettung

Als das ita­lie­ni­sche Par­la­ment im Dezem­ber 2020 Matteo Sal­vi­nis ras­sis­ti­sche »Sicher­heits­de­kre­te« abmil­der­te, gab es Tumul­te. Auch Sal­vi­ni selbst, als Lega-Chef damals noch Wort­füh­rer der stärks­ten Oppo­si­ti­ons­par­tei, tob­te wegen der ver­meint­li­chen Demon­ta­ge sei­nes Lebens­werks. Dabei ist ein Kern­stück sei­ner Dekre­te unver­än­dert geblie­ben: die Kri­mi­na­li­sie­rung der See­not­ret­tung und die straf­recht­li­che Ver­fol­gung der

[ak:] Methode und Missverständnis

In »Geschlecht und Fami­lie bei Marx«, das kürz­lich im Dietz Ver­lag erschie­nen ist, unter­sucht die Poli­tik­wis­sen­schaft­le­rin Hea­ther Brown sys­te­ma­tisch die Marx­schen Schrif­ten bezüg­lich der Stel­lung der Frau und Geschlech­ter­ver­hält­nis­sen. Sie beginnt mit einer Beschrei­bung der Kri­se des Neo­li­be­ra­lis­mus und der aktu­el­len Stel­lung der Frau im Kapi­ta­lis­mus. Seit eini­gen Jahr­zehn­ten habe

[ak:] Bye Bye, Überfluss

Der Kapi­ta­lis­mus ist seit sei­nen Anfän­gen eine glei­cher­ma­ßen expan­si­ve wie fra­gi­le Pro­duk­ti­ons­wei­se, deren rasan­te Aus­brei­tung regel­mä­ßig Kri­sen pro­vo­zier­te, die das Kapi­tal zur Über­win­dung sei­ner eige­nen geo­gra­fi­schen, sozia­len, poli­ti­schen und kul­tu­rel­len Schran­ken zwang. (1) Zum ers­ten Mal sieht sich die­ser Pro­zess mit einer abso­lu­ten Gren­ze kon­fron­tiert: Heu­te kon­su­miert die Mensch­heit mehr

[ak:] Goldgrube für RWE & Co

Gan­ze 1,4 Mil­li­ar­den Euro for­dert der Ener­gie­kon­zern RWE von den Nie­der­lan­den als »Ent­schä­di­gung« für den bis 2030 beschlos­se­nen Koh­le­aus­stieg. RWE betreibt in den Nie­der­lan­den zwei Koh­le­kraft­wer­ke, die ab 2025 bzw. 2030 kei­ne Koh­le mehr ver­stromen dür­fen. Eines die­ser Kraft­wer­ke wur­de erst 2015, dem Jahr des Pari­ser Kli­ma­ab­kom­mens, in Betrieb genom­men.

[ak:] Export! Export!

Wenn es nach den Vertreter*innen der deut­schen Wirt­schaft geht, dann ist eigent­lich immer ein biss­chen Kri­se. 2006 hieß es, die Wett­be­werbs­fä­hig­keit deut­scher Pro­duk­te ste­he eben­so auf dem Spiel wie tau­sen­de Arbeits­plät­ze. Die IG Metall hat­te da gera­de fünf Pro­zent Tarif­lohn­er­hö­hung gefor­dert. Das Zau­ber­wort, mit dem der­art »über­zo­ge­ne Erwar­tun­gen« der Beleg­schaf­ten

[ak:] Legalisierung jetzt!

Lega­li­za­ción aho­ra!«, skan­dier­ten eini­ge Dut­zend Per­so­nen am 24. Febru­ar vor der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung am Ber­li­ner Alex­an­der­platz. Es sind Men­schen ohne Papie­re sowie ihre Unterstützer*innen, die das Recht auf Bil­dung für alle in Ber­lin leben­den Men­schen ein­for­dern. Wäh­rend in den letz­ten Wochen viel über die Vor- und Nach­tei­le von Home­schoo­ling